Sonntag, 12. Juli 2020

So einfach geht das: Aus Praktisch wird Lecker!

Rezept für Tiefkühl-Rösti / Röstitaler / Röstiecken


Homemade - Als das Juli-Thema für All You Need Is... bekannt gegeben wurde, dachte ich spontan, da bin ich draußen. Mir fiel beim besten Willen nichts ein, was ich je gerne als Fertiggericht gegessen hätte. Nicht, dass ich noch nie eine Pizza aufgetaut oder ein Fischfilet in den Ofen geschoben hätte. Es gab sogar Zeiten, da war ich fast süchtig nach Instantnudeln. Aber die allermeisten Fertiggerichte schmeckten für mich bestenfalls wie eine Notlösung. Bis auf diese Instantnudeln, die ich wirklich geliebt habe. Aber diese Liebe ging auch irgendwann vorbei. 

Röstis braten in Erdnussöl | pastasciutta.de


Dann kamen mir Fertigrösti in den Sinn. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen, als Taler, Dreiecke oder handtellergroße Ovale. In einfachen Restaurants werden sie manchmal als Beilage serviert, und meist auch als "Rösti" bezeichnet. - Was für die Schweizer wirklich bedauerlich ist, denn die Urheberschaft für die einzig wahren Rösti oder Röschti liegt nunmal bei den Eidgenossen. 

Mit dem Original haben die banalen Tiefkühlrösti auch so gut wie nichts gemein, abgesehen davon, dass Kartoffeln enthalten sind. Ansonsten trennt beide Gerichte eine Verwerfung, die wesentlch breiter als der Röstigraben ist. Auf der einen Seite tiefgekühlte Scheiben aus zusammengepappten Kartoffelschnipseln, die ein echter Schweizer höchstens zum Hornussen verwenden würde. Auf der anderen Seite liebevoll geraspelte Kalorien, in sehr viel Butter gebraten und oft noch mit einem erfrischenden Spiegelei und federleichtem Bergkäse serviert. Mit diesem Treibstoff werden Berge erklommen und Tunnel gegraben. Echte Schweizer Rösti können als  Goldstandard unter den Sattmachern angesehen werden. Tiefkühlrösti sind dagegen höchstens Einkaufswagenchips.

Röstis vor dem Einfrieren abkühlen lassen | pastasciutta.de


Die tiefgekühlten Kartoffeldinger sind also nie wirklich lecker. Doch früher kamen sie mir manchmal "irgendwie praktisch" vor. Dann habe ich sie in den Ofen geschoben, gegessen und gedacht, Mensch, die könnte man auch mal besser machen. Und zum Glück fiel mir genau dieser Gedanke jetzt wieder ein. Warum sollte man diese Tiefkühltaler oder -ecken nicht einfach mal richtig gut machen? Es wäre wahrscheinlich nicht so praktisch, wie schnell einen Beutel von dem Zeug zu aufzureißen. Aber sehr wahrscheinlich würden die selbstgemachten TK-Rösti richtig gut schmecken. 

Wie bei den meisten meiner Rezepte, kommt es auf genaue Mengen nicht so an. Mit ein bisschen Augenmaß kann man das Rezept nach Geschmack abwandeln. So würde ich vermuten, dass die angegebene Menge an mehligkochenden Kartoffeln auch locker für die doppelte Menge der festkochenden Sorte taugt. Wichtig ist jedoch, wie immer, dass wirklich gute Zutaten verwendet werden. Also richtig leckere Kartoffeln und hochwertiges Fett. Für mich kommen hier ausschließlich Butter und Butterfett, Erdnussöl oder Olivenöl in Frage. Das Rezept gibt es am Ende des Beitrags ↓

Tiefkühlröstis als Taler | pastasciutta.de


Die Kollegen von All You Need Is... haben sich unter dem Motto Hommade weitere Fertigessen-Klassiker vorgenommen. Welche altbekannten Favoriten darunter sind, ist ab heute in folgenden Blogs zu sehen:


Foodistas Fischstäbchen mit Spinat und Kartoffelbrei 💚 Möhreneck Tortellini mit Cashew-Tofu-Füllung in würziger Tomatensauce 💚 Jankes*Soulfood Gemüseravioli in Tomatensauce 💚  Ina Is(s)t Nasi Goreng mit Hähnchen 💚 Teekesselchen Genussblog Champignon-Baguette (vegan) 💚 Linal's Backhimmel Marmor Brownies 💚 USA kulinarisch American Pancake Teigmix 💚 Lebkuchennest Tomatencremesuppe mit Schmortomaten 💚 Küchentraum & Purzelbaum Ravioli mit Tomatensauce 💚Applethree Spargel Creme Suppe vegan 💚 Zimtkeks und Apfeltarte Maulwurfkuchen mit Himbeeren  💚 ninamanie Spaghetti alla Napoletana 💚 Küchenmomente Tarte au Chocolat  💚 Verena's Blog schöne Dinge Schwedische Köttbullar 💚 evchenkocht Chicken Nuggets und Kartoffel-Wedges 💚 zimtkringel Chili con Carne 💚 Mein wunderbares Chaos 💚 Dunkle Sauce - ganz ohne Pulver 💚 SavoryLens Schlemmerfilet im Knuspermantel à la Bordelaise 💚 Brotwein Zwiebelsuppe - Rezept französische Art mit Käse überbacken 💚 S-Küche Instant Ramen Suppe - Homemade mit viel Umami 💚 Kochen mit Diana Gemüsepulver 💚


Schön blass sollten die Röstis vor dem Einfrieren sein

Rezept: Tiefkühlrösti / Röstiecken / Röstitaler

Zutaten:
300 g / eine große mehlig kochende Kartoffel
450 g festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln
Salz
Butter
Erdnussöl
ca. 50 g Instantmehl/ Spätzlemehl oder Hartweizenmehl
1 Ei (L)
Muskatnuss

Man braucht:
Vierkantreibe
Pfanne

Zubereitung: 
Zunächst sicherstellen, dass die beiden Kartoffelsorten zu unterscheiden sind. Entweder unterschiedliche Größen wählen oder die Sorten getrennt kochen.

Am Vortag die Kartoffeln in Salzwasser in der Schale kochen, abkühlen lassen und pellen. Über Nacht luftdicht verpackt im Kühlschrank aufbewahren.

Am nächsten Tag die mehlig kochende Kartoffel auf der feinen Seite der Vierkantreibe in eine Schüssel reiben. Das Ei untermischen und das Mehl nach und nach hineinkneten, bis ein nicht zu fester Teig entsteht. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken.

Die festkochenden Kartoffeln auf der groben Seite in dicke Späne hobeln. Butter mit etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Späne bei mittlerer Hitze hellgelb anbraten und mit Salz würzen. Die Späne auf einem großen Teller ausbreiten und abkühlen lassen.

Die abgekühlten Späne rasch mit dem Kartoffelteig mischen und locker zu dicken Talern, Ecken oder Plätzchen formen. Bei mittlerer Hitze in reichlich Erdnussöl hellgelb braten. Auf einem Teller oder Tablett abkühlen lassen. Ausgebreitet auf einem Tablett oder Brett einfrieren. Die gefrorenen Röstis in einen Gefrierbeutel geben und mit Vakuumclip verschließen.

Auftauen:
Den Backofen auf 200° vorheizen. Die Tiefkühlrösti zirka 20 Minuten auf Sicht backen. Die Tatsächliche Zeit hängt davon ab, wie die die Röstis sind.  

Röstis nebeneinander einfrieren | pastasciutta.de


12 Kommentare:

Simone von zimtkringel hat gesagt…

Ich werde nie das Gesicht meines hauseigenen Schweizers vergessen, als er das erste Mal sogenannte Rösti aus der deutschen Supermarktkühltruhe probiert hat. Ich glaube, ungläubiges Staunen mit einer Prise Horror beschreibt es ganz gut.
Er bekommt jetzt einen Notvorrat nach deinem Rezept ins Eisfach!
Liebe Grüße
Simone

nata hat gesagt…

Oh, das ist ja lieb! Dass wir die Dinger hier in Deutschland so nennen, tut mir natürlich leid. Aber in der selbstgemachten Variante sind sie echt lecker!

Ina von Applethree.de hat gesagt…

Wow, diese Röstis sehen einfach super aus! Ich bin ja nicht gerade ein Kartoffelfan aber hier würde ich ohne zu Zögern eine Ausnahme von meiner Kartoffel-Abneigung machen!
Liebe Grüße, Ina

Conny hat gesagt…

Liebe Nata,
da ich unbedingt mal Berge erklimmen und Tunnel graben möchte, werde ich den Schweizer Treibstoff nach Deinem Rezept bald nachmachen. Wie schön, dass Du Dich doch entschieden hast, bei dieser Runde dabei zu sein. Nicht nur wegen der tollen Rösti, ich muss einfach immer grinsen, wenn ich bei Dir lese.
Herzlichst, Conny

Eva von evchenkocht hat gesagt…

Liebe Nata,
diese fertigen Dinger fand ich leider nie wirklich lecker, aber ab und an gab es sie doch. Deine Idee diese Teilchen selbst zu machen und auch noch für den ganz fixen Hunger einzufrieren finde ich daher ganz klasse.
Liebe Grüße,
Eva

Ina hat gesagt…

Sehr coole Idee. Im ersten Moment dachte: "Puh, das ist ja schon anwendig" aber als du dann geschrieben hast, dass man es einfrieren und einfach aufbacken kann: Genial. Das ist wirklich eine super Idee!
Liebe Grüße aus Norden,
Ina

Tina von Küchenmomente hat gesagt…

Liebe Nata,
ich kann den schwabbeligen TK-Teilchen leider auch so gar nichts abgewinnen, obwohl (oder weil) ich ein echter Fan von Kartoffeln aller Art als Beilage bin. Wer einmal richtig gute Exemplare genießen durfte, der verzichtet hier dankend. Umso mehr freue ich mich über dein Rezept! Vielleicht gibt es hier ja auch bald richtig leckere Röstis...ich werde das auf jeden Fall ausprobieren!
Herzliche Grüße
Tina

nata hat gesagt…

@Ina von Applethree: Wie kann man kein Kartoffelfan sein??? Ich meine, Pommes frites, Chips, Reibekuchen... Nein, im Ernst, das ist schon ein großes Kompliment, wenn die Röstis Dich reizen, obwohl Du kein Fan der Grundzutat bist. Vielen Dank!

@Conny: Das gefällt mir sehr gut, vielen herzlichen Dank! Und ich wünsche Dir sehr viel Spaß auf den Bergen!

@Eva: Vielen Dank! Wie es aussieht, kennst Du die Situation also auch.

@Ina: Zugegeben, ein bisschen aufwändig ist es schon. Aber es lässt sich auch ganz gut organisieren. - Vielen Dank!

@Tina: Dankeschön! Für echte Kartoffelfans ist dies das richtige Rezept. Der Geschmack kommt durch die zwei verschiedenen Sorten wirklich gut raus.

Kuechentraum und Purzelbaum hat gesagt…

Eine super Idee. Die sehen so viel besser aus, als die gekauften!

nata hat gesagt…

@Kuechentraum: vielen Dank! Mit guten Zutaten werden sie immer besser als die Gekauften.

Linal's Backhimmel hat gesagt…

Rösti gibt es hier tatsächlich sehr selten, denn eigentlich bin ich die einzige, die sie wirklich gerne mag, aber vielleicht kann ich meine Family mit deinem Rezept vom Gegenteil überzeugen :)
Liebe Grüße
Caroline

Diana (Kochen mit Diana) hat gesagt…

Ich habe seit Ewigkeiten keine Röstis gegessen da sie bei mir immer auseinander gehen. Daher freue ich mich umso mehr auf das Rezept.
LG, Diana

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