Mittwoch, 17. Oktober 2018

Sie kommen immer näher!

Was macht man eigentlich mit Süßkartoffeln?



Überall Süßkartoffeln! Die roten Knollen liegen an Marktständen wie in Supermarktregalen und beim Gemüsegärtner. Man könnte sagen, sie lauern an jeder Ecke. Eine Verarbeitungsstufe später gibt es erst recht kein Entrinnen mehr, denn Süßkartoffelsuppe und -Ofengemüse finden sich auf jeder Speisekarte und in allen Kochsendungen. Die Verbreitung dieser Standardanwendungen ist aber noch gar nichts, im Vergleich zu der (nicht nur) sprachlich irritierenden "Süßkartoffel-Pommes". Allein das Wort empfinde ich so sehr als Täuschung, dass ich mich mit dem Genuss immer ein bisschen schwer getan habe. Die orangefarbenen Stäbchen, die so gerne Fritten sein möchten, schmecken wirklich gut. Aber jemand muss es mal offen sagen, Fritten werden aus Kartoffeln, Öl und Salz gemacht.

Feta, Petersilie, Süßkartoffeln für die Teigtaschen | pastasciutta.de

Süßkartoffeln aus regionalem und lokalem Anbau

Neben dieser Frittensache hat mich immer gestört, dass Süßkartoffeln lange Zeit meist aus Übersee in den Handel kamen. Doch das hat sich komplett gedreht. Ich hab das Gefühl, zuerst waren sie überall, jetzt kommen sie immer näher. In dieser Saison ist mir zu ersten Mal aufgefallen, dass wirklich in jedem Geschäft Süßkartoffeln aus regionalem Anbau erhältlich sind. Sogar ganz lokal, vom Gemüsegärtner aus Frechen, kann ich derzeit Süßkartoffeln beziehen. Grund genug also, sich noch einmal mit der roten Knolle zu beschäftigen.

Der erste Versuch lag natürlich auf der Hand. Die Süßkartoffelpuffer waren so umwerfend lecker, dass ich damit auf den Geschmack gekommen bin. Inzwischen habe ich ein bisschen in der Küche gespielt und ein paar Rezepte, die mir besonders gut gefallen, gibt es heute und in nächster Zeit hier, auf dem Blog.

Schnell ausgerollt und belegt | pastasciuatta.de


Knusprige Hülle und herzhafte Füllung

Eine besondere Eigenschaft der Süßkartoffel ist ihre kurze Garzeit, auch im Vergleich zur Kartoffel übrigens. Da das Fruchtfleisch der Süßkartoffel bereits nach kurzer Hitzeeinwirkung zerfällt, eignet es sich meiner Ansicht nach gut für Füllungen. So kam ich auf die Idee, schnell ein paar Teigtaschen mit dünnen Süßkartoffelscheiben zu füllen. Der Teig entspricht dem ganz einfachen Gözlemeteig für den Hausgebrauch. Allerdings habe ich die Teigtaschen schwimmend ausgebacken, was wohl nicht so ganz typisch ist.

Die Mengenverhältnisse für Mehl und Wasser habe ich mir bei Ayse's Kochblog abgekuckt. Bei mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Gesamtmengen hat das Verhältnis bisher immer gepasst. Da der Teig wirklich hauchdünn ausgerollt wird, ist er wahnsinnig ergiebig. Wie viele Teigtaschen damit gefüllt werden können, hängt von der Größe der Teigtaschen und vom persönlichen Geschmack ab. Die nachfolgend angegebenen Mengen würde ich daher mal als unverbindlichen Diskussionsvorschlag betrachten.

Nicht verhandelbar ist dagegen die Qualität der Zutaten. Vor allem der Feta bestimmt, wie die Teigtaschen am Ende schmecken. Daher verwende ich, wie üblich, guten Schafskäse aus regionaler Produktion, den ich im Bioladen oder in einem Hofladen kaufe. Einen Frischkäse oder Feta von ähnlicher Qualität sollte man schon auftreiben, bevor man das Nudelholz rauskramt.

Knusprige Hülle, butterweiche Füllung | pastasciutta.de


Rezept: Süßkartoffel-Teigtaschen

Zutatenfür 2 Personen:

Teig

125 g Mehl, Type 550

1/2 TL Salz

1 TL ÖL

70 ml warmes Wasser

Füllung(Mengenangaben nur ungefähr)

1 kl. Süßkartoffel, 100 - 200 g

100 g Feta, beste Qualität

glatte Petersilie

Olivenöl zum Ausbacken

Nudelholz

Etwa eine halbe Stunde im Voraus den Teig herstellen: Mehl in einer kleinen Schüssel mit Salz und Öl mischen. Das Wasser hineingießen und mit einem Löffel unterrühren. Mit der Hand den Teig kurz durchkneten, bis er ganz glatt ist. Einen Teller oder Deckel auf die Schüssen legen und den Teig etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Die Füllung vorbereiten: Die Süßkartoffel waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Petersilie waschen, trockenschütteln und mit einem Messer grob zerkleinern. Den Feta in dünne Scheiben schneiden oder in kleine Bröckchen brechen.

Den Teig dünn ausrollen, dünn belegen und zusammenklappen. Die Ränder festdrücken. Etwa 0,5 cm hoch Öl in die Pfanne gießen und auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Temperatur im Zweifel eher runterschalten. Die Teigtaschen nach einander schwimmend ausbacken.


Kleiner Nachschlag, Teigtaschen mit Joghurtsauce | pastasciutta.de




2 Kommentare:

multikulinaria hat gesagt…

Liebe Nata,

Süßkartoffel als Füllung ist ne feine Idee! Wenn dann auch noch der Teig und das Basteln der Taschen recht einfach ist, genau meins! Danke für die Idee!
Ich hatte mal Süßkartoffel-Rösti, Süßkartoffel in nem Curry und auch schon mal eine Tarte mit Süßkartoffel. Suppen sowieso. Ich mag Süßkartoffeln sehr gern und hatte meine erste Begegnung damit vor 20 Jahren in Neuseeland. Dort haben wir sie oft in Sojasoße gebadet und dann zubereitet. Genaueres weiß ich leider nicht mehr. Außer, dass es ssehr gut schmeckte.

nata hat gesagt…

Vor 20 Jahren habe ich sie ganz bestimmt noch nicht gegessen, Peggy. ich fand Süßkartoffeln sehr lange sehr uninteressant. Das hat sie halt erst kürzlich geändert.

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