Dienstag, 4. September 2018

Oh, wie süß!

Cremige Suppe mit frischem Mais


Manchmal muss man eher danach suchen. Aber derzeit finde ich frische Maiskolben in nahezu allen Geschäften der Umgebung. Das Tolle daran ist, sie schmecken auch besonders gut. Nach dem langen, heißen Sommer sind die leuchtend gelben Körner unbeschreiblich süß geworden, auch im naturnahen Anbau. Wieviel weniger Natur bei der Supermarktware im Spiel ist, kann ich nicht beurteilen. Weil man ja nicht daran vorbeikommt, habe ich in den letzten Wochen bei konventioneller wie bei ökologischer Ware zugegriffen und fand beide ziemlich gut.

Natürlich muss der erste Mais der Saison immer unbedingt vom Kolben runtergeknabbert werden, nur mit einem Hauch Butter. Aber dann? Um meine Pläne mal im Voraus preiszugeben, möchte ich sagen, dass beim nächsten frischen Mais ganz sicher Majas Mexikanischer Maissalat fällig sein wird. Den hatte ich mir am Samstag schon angesehen, mich dann aber doch für ein kleines Süppchen entschieden.


Muschelsuppe ohne Muscheln


Mais-Chowder ist für mich ein Flash-back in die Neunziger. Nicht dass ich diese cremige Maissuppe damals besonders oft gegessen hätte. Aber meine persönliche, ganz subjektive Erinnerung sagt mir, dass das Rezept damals unter Vegetariern besonders beliebt war. Als Chowder kennt man traditionell die Clam Chowder, eine helle Muschelsuppe aus Neuengland. Aber irgendwann setzte sich der Begriff auch für andere helle, cremige Eintöpfe durch. Weil frischer Mais in den neunziger Jahren in meinem Umfeld noch nicht ganz so verbreitet war wie heute, machte mich das Rezept damals neugierig.

Und nun muss die inzwischen alte Mais-Chowder herhalten, weil mir nix Besseres mehr einfällt und ich nicht schon wieder Corn on the Cob essen will. Das Süppchen geht natürlich schnell und unkompliziert und sollte vom Sättigungsgrad her eher wie ein Eintopf gesehen werden. Wer nicht gerne Süß und Herzhaft auf einem Teller mag oder generell vor süßen Hauptgerichten zurückschreckt, braucht das Rezept gar nicht zu versuchen. Der Mais kommt mir in der Suppe tatsächlich noch süßer vor, als ohnehin schon.

Das folgende Rezept ist durch die Hühnerbrühe nicht vegetarisch, funktioniert aber selbstverständlich auch mit Gemüsebrühe. Was auch immer als Grundlage verwendet wird, die Brühe sollte besser keine Möhren oder andere süße Gemüse enthalten. Der Mais ist wirklich süß genug.

Mais-Chowder

Zutaten:

Rezept für 2 Personen

Olivenöl zum Anbraten2 Maiskolben1 Zwiebel2 Stangen aus dem Sellerieherz
2 gehackte Knoblauchzehen
frischer Thymian
schwarzer Pfeffer
1 kl. Kartoffel, geschält und in feinen Würfeln


Für die Croutons:
1 Scheibe helles Graubrot
Butter
Salz

Zum Servieren:
je 1 Scheibe Mais, in Butter gebraten, gehackte Petersilie, Sellerie und Croutons
Für die Suppe die Maiskörner mit einem schweren Messer vom Kolben schneiden.
Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden.
Die Selleriestangen in feine Würfel schneiden.
Das Gemüse mit etwas Salz bei mittlerer Hitze in Olivenöl anbraten. 
Kurz bevor das Gemüse Farbe annimmt, den Knoblauch kurz unterrühren und mit Thymian und Pfeffer würzen.
Das Mehl über das Gemüse streunen, unterrühren und kurz mit anschwitzen. Mit Brühe und Milch aufgießen. 
Unter Rühren zum Kochen bringen. Die Kartoffelwürfel hinzufügen und bei schwacher Hitze weich kochen.
Mit Salz und Muskat abschmecken.


Für die Croutons das Brot in kleine Würfel schneiden. In einer kleinen Pfanne Butter schmelzen, so dass der Pfannenboden gut bedeckt ist. Bei schwacher Hitze das Brot mit etwas Salz darin braten. 

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