Mittwoch, 12. September 2018

Nennen wir es Brötchen

Rezept: Buttermilk Biscuits für Zorras Blog-Geburtstag


Brötchen! Wahrscheinlich gibt es nichts, was ich so häufig aus dem Ofen ziehe, wie Brötchen. Zu manchen Zeiten backe ich zwei- oder dreimal pro Woche welche. Deswegen dachte ich zunächst eigentlich, dass das aktuelle Brötchen-Blog-Event in Zorras kochtopf.me nix für mich ist. - Kaum zu glauben, oder? Aber meine Brötchen sind immer ganz simpel und sehen im Vergleich zu Zorras Meisterwerken eher bemitleidenswert aus. Mit anderen Worten, ich glaube nicht, dass ich in der Kategorie Brötchen etwas Aufregendes beisteuern kann.

Ursprünglich beruhen meine Standardbrötchen auf dem Rezept der Kaisersemmeln nach Marla und wurden im Laufe der Zeit so weit an meine Arbeitsweise und meinen Stil angepasst, dass das Rezept bei mir inzwischen nur noch der Code für etwas ganz anderes ist. Und ja, die erfahrenen Hobbybäcker wissen bescheid, wenn ich sage, dass ich das Teig-Origami, das für die Form der "handgeschlagenen Kaisersemmel" notwendig ist, als erstes aufgegeben habe.

So viel also dazu, was es in diesem Blogpost nicht gibt. Kommen wir nun zu etwas ganz anderem: Buttermilk Biscuits!


Buttermilk Biscuits sind die Brötchen der Amerikanischen Südstaaten


Egal aus welcher Ecke Deutschlands man kommt, im Grunde kann man sich auf ungefähr dasselbe einigen, was als Brötchen zu gelten hat. Also eigentlich, doch eigentlich ist alles ganz anders. Die Feinheiten sind in der freien Wildbahn sehr unterschiedlich und die Nomenklatur variiert gewaltig.

Ganz tief im Inneren weiß auch eine saarländische Bäckereiverkäuferin, was ein Brötchen ist, selbst wenn die Verhaltensregeln für Verkaufspersonal in saarländischen Bäckereien wohl vorsehen, auf den Begriff mit völligem Unverständnis zu reagieren. Auch aus anderen schönen Landstrichen kennt man das. Belehrungen der Kundschaft über Schrippen, Semmeln und Weck tragen vielerorts zur Belustigung hinter dem Ladentisch bei und sind vermutlich Teil unseres großartigen deutschen Humors. Gelacht wird später.

Lange Rede kurzer Sinn. Wir entziehen uns der ganzen Wortklauberei und verlassen brötchentechnisch den Kontinent. Das gewählte Gebäck ist so etwas ähnliches wie ein Brötchen und der Name trägt zusätzlich zur Verwirrung bei, aber so ist das bei Brötchen eben, wir mögen es ja nicht anders. Biscuits sind in diesem Fall einfach mal keine Plätzchen und auch kein Kuchen, sondern Brötchen.


Was ist so toll an Buttermilk Biscuits?


  1. Buttermilk Biscuits gehen turboschnell und machen relativ wenig Arbeit, wenn man weiß, wie man einen klebrigen, fettigen Teig in den Griff kriegt. Dazu legt man sich vor dem Backen auf jeden Fall alle Hilfsmittel zurecht, die man benötigt. Und dann arbeitet man beherzt mit viel Mehl, um den fetten Batzen zu formen. So geht es meiner Ansicht nach am besten.
  2. Das Gebäck eignet sich hervorragend zum Backen mit Kindern. Der Teig enthält kein Ei, es wird nicht mit Maschinen gearbeitet und die ganze Prozedur ist so unkompliziert wie schnell (wenn man mit dem klebrigen, fettigen Teig zurechtkommt).
  3. Hausgemachte Buttermilk Biscuits wecken Erinnerungen. Als ich ein Kind war, mochte ich, - unglaublich, aber wahr! - diese Buttermilchbrötchen aus der Dose. Hausgemachte Biscuits waren ganz sicher das Vorbild für dieses Industrieprodukt und sind natürlich sehr viel besser!
  4. Frische Buttermilk Biscuits schmecken toll. Daher sollten sie wirklich immer erst kurz vor dem Verzehr zubereitet und noch warm gegessen werden!  


Blog-Event CXLV - Brötchen zum 14. Blog-Geburtstag (Einsendeschluss 15. September 2018)

Liebe Zorra, mit diesem Rezept gratuliere ich Dir ganz herzlich zum Bloggeburtstag! Vielen Dank für das wunderbare Event, es war mir mal wieder ein Vergnügen!

Rezept: Buttermilk Biscuits

Zutaten für 6 Brötchen:

240 g Mehl
2 TL Backpulver
¼ TL Natron
1 gestr. TL Salz
125 g sehr kalte Butter
120 ml kalte Buttermilch
100 g kalter Schmand

Außerdem:
reichlich Mehl zum Bearbeiten
eventuell Teigrolle
kreisrunder Ausstecher, ca. 7 cm
Backblech mit Backpapier

Den Backofen auf 190 °C vorheizen.

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen. Die Butter über die grobe Seite einer Vierkantreibe in die Mehlmischung reiben und kurz mit den Händen durchmischen. Die Buttermilch und den Schmand hinzufügen und mit einem Löffel durchrühren, bis alles gleichmäßig verteilt, aber noch kein glatter Teig ist. Die trockenen Bestandteile sollen so weit gebunden sein, dass sie gerade so zusammenhalten. Ein paar Butterflöckchen dürfen zu sehen sein.

Achtung! Nun kommt der klebrige Teil. Eigentlich wird der Teig mit einem Nudelholz/ einer Teigrolle in Form gebracht. Ich bearbeite die fettige Masse vor dem Ausstechen aber nur noch mit den Händen und reichlich Mehl.Das Ergebnis sieht etwas rustikaler aus. Die Optik lässt sich ein klein wenig verbessern, wenn die Teiglinge vor dem Backen für 10 Minuten in den Tiefkühler oder für 30 Minuten in den Kühlschrank gehen.

Die Arbeitsfläche und den Teig mit Mehl bestreuen und den Teig auf die Arbeitsfläche legen. Mit den Händen oder mit einer Teigrolle zu einem 2,5 cm dicken Fladen ausbreiten oder ausrollen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Brötchen als Sechsergruppe ohne Lücke zusammen auf das Papier setzen. Im vorgeheizten Ofen 22-24 Minuten backen.

Dienstag, 4. September 2018

Oh, wie süß!

Cremige Suppe mit frischem Mais


Manchmal muss man eher danach suchen. Aber derzeit finde ich frische Maiskolben in nahezu allen Geschäften der Umgebung. Das Tolle daran ist, sie schmecken auch besonders gut. Nach dem langen, heißen Sommer sind die leuchtend gelben Körner unbeschreiblich süß geworden, auch im naturnahen Anbau. Wieviel weniger Natur bei der Supermarktware im Spiel ist, kann ich nicht beurteilen. Weil man ja nicht daran vorbeikommt, habe ich in den letzten Wochen bei konventioneller wie bei ökologischer Ware zugegriffen und fand beide ziemlich gut.

Natürlich muss der erste Mais der Saison immer unbedingt vom Kolben runtergeknabbert werden, nur mit einem Hauch Butter. Aber dann? Um meine Pläne mal im Voraus preiszugeben, möchte ich sagen, dass beim nächsten frischen Mais ganz sicher Majas Mexikanischer Maissalat fällig sein wird. Den hatte ich mir am Samstag schon angesehen, mich dann aber doch für ein kleines Süppchen entschieden.


Muschelsuppe ohne Muscheln


Mais-Chowder ist für mich ein Flash-back in die Neunziger. Nicht dass ich diese cremige Maissuppe damals besonders oft gegessen hätte. Aber meine persönliche, ganz subjektive Erinnerung sagt mir, dass das Rezept damals unter Vegetariern besonders beliebt war. Als Chowder kennt man traditionell die Clam Chowder, eine helle Muschelsuppe aus Neuengland. Aber irgendwann setzte sich der Begriff auch für andere helle, cremige Eintöpfe durch. Weil frischer Mais in den neunziger Jahren in meinem Umfeld noch nicht ganz so verbreitet war wie heute, machte mich das Rezept damals neugierig.

Und nun muss die inzwischen alte Mais-Chowder herhalten, weil mir nix Besseres mehr einfällt und ich nicht schon wieder Corn on the Cob essen will. Das Süppchen geht natürlich schnell und unkompliziert und sollte vom Sättigungsgrad her eher wie ein Eintopf gesehen werden. Wer nicht gerne Süß und Herzhaft auf einem Teller mag oder generell vor süßen Hauptgerichten zurückschreckt, braucht das Rezept gar nicht zu versuchen. Der Mais kommt mir in der Suppe tatsächlich noch süßer vor, als ohnehin schon.

Das folgende Rezept ist durch die Hühnerbrühe nicht vegetarisch, funktioniert aber selbstverständlich auch mit Gemüsebrühe. Was auch immer als Grundlage verwendet wird, die Brühe sollte besser keine Möhren oder andere süße Gemüse enthalten. Der Mais ist wirklich süß genug.

Mais-Chowder

Zutaten:

Rezept für 2 Personen

Olivenöl zum Anbraten2 Maiskolben1 Zwiebel2 Stangen aus dem Sellerieherz
2 gehackte Knoblauchzehen
frischer Thymian
schwarzer Pfeffer
1 kl. Kartoffel, geschält und in feinen Würfeln


Für die Croutons:
1 Scheibe helles Graubrot
Butter
Salz

Zum Servieren:
je 1 Scheibe Mais, in Butter gebraten, gehackte Petersilie, Sellerie und Croutons
Für die Suppe die Maiskörner mit einem schweren Messer vom Kolben schneiden.
Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden.
Die Selleriestangen in feine Würfel schneiden.
Das Gemüse mit etwas Salz bei mittlerer Hitze in Olivenöl anbraten. 
Kurz bevor das Gemüse Farbe annimmt, den Knoblauch kurz unterrühren und mit Thymian und Pfeffer würzen.
Das Mehl über das Gemüse streunen, unterrühren und kurz mit anschwitzen. Mit Brühe und Milch aufgießen. 
Unter Rühren zum Kochen bringen. Die Kartoffelwürfel hinzufügen und bei schwacher Hitze weich kochen.
Mit Salz und Muskat abschmecken.


Für die Croutons das Brot in kleine Würfel schneiden. In einer kleinen Pfanne Butter schmelzen, so dass der Pfannenboden gut bedeckt ist. Bei schwacher Hitze das Brot mit etwas Salz darin braten. 

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