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Donnerstag, 18. Januar 2018

Sprütchen im Tütchen

Gemüse versteckt - Geschmack gerettet


Heute machen wir den Kindern mal eine Freude, es gibt Rosenkohl! Nein, alles Quatsch! Hier essen ja gar keine Kinder mit. Bei Rosenkohl wäre das auch sehr unwahrscheinlich. Seit meinem ersten Blog-Post über das Halunkengemüse hat sich mein Eindruck nicht sonderlich geändert. Rosenkohl ist noch immer so eine Sache, die geliebt und gehasst wird. - Meistens aber eher gehasst. 

Mein ganz persönliches Verhältnis zu den kleinen Kohlsprossen hat sich auch nicht so doll verändert. Ganz große Rosenkohlliebe noch immer! Und noch immer eine ganz klare Neigung zu sehr einfachen Zubereitungsarten. Kurz und knackig gekocht oder weich geschmort in Butter mit Kümmel oder Cumin, geht beides.

Nun rufen die vereinigten Foodblogger-Event-Mädels aber nach Saisongemüse, das ich genau heute präsentieren soll, obwohl ich echt wenig Zeit habe. Was könnte in diesem Fall näher liegen, als sich gegen den superpraktischen Wirsing und für die fummeligen Sprütchen zu entscheiden? Siehste! Da ich keine Wahl habe und nicht lange in der Gegend rumfahren kann, muss ich so ein 750 g-Netz mitnehmen, das ein bisschen verschleiert, wie ramponiert die kleinen Kugeln schon aussehen. Und dann stehste eben ein bisschen länger in der Küche, um die angegrauten Blättchen wegzuschneiden. 

Weil das alles so fürchterlich lange dauert, mache ich etwas ganz Flottes: Sprütchen im Tütchen! Einfach nur Rosenkohl mit Kartoffeln und Speck im Nudelteig, - ganz easy!  



Jetzt geht's los. Na gut, ein bisschen mehr Arbeit war es dann doch... Aber es schmeckt wirklich großartig. Wer darauf spekuliert, einen eingefleischten Rosenkohlhasser mit den Sprütchen-Tütchen zu täuschen, dem sei gesagt, dass er sich vermutlich Ärger einhandeln wird. Man kann zwar den Rosenkohl in einem Nudeltäschchen verstecken, aber nicht den Geschmack. Also schön brav sein und niemanden mit dem hübsch verpackten Gemüse reinlegen!

Es gibt aber auch sehr gute Dinge, die man über Spütchen im Tütchen sagen kann. Natürlich schmecken die kleinen Täschchen ganz wunderbar. Wer Rosenkohl liebt, wird also auch die Sprütchentütchen lieben. Und das Tolle daran ist, das Rezept kommt beinahe ohne Mengenangaben aus!

Sprütchen im Tütchen / Rosenkohl in der Nudeltasche

Rezept

Für den Nudelteig:
150 g Mehl
50 g Instantmehl
2 Eier
1 Eigelb
1 Prise Salz
1 TL Olivenöl

Für die Füllung:
1 Portion Kartoffelpüree
1 Portion durchwachsener Speck
1 Portion Rosenkohl
Pfeffer
Salz
Schmand

Für das Kartoffelpüree:
mehligkochende Kartoffeln
Salz
Milch
Butter
Schmand
Muskat

Für den Rosenkohl:
Rosenkohl
Salz
Butter
Kümmel

Außerdem:
etwas Eigelb zum Bestreichen
Butter zum Braten

Der Nudelteig

Zunächst den Nudelteig vorbereiten. Mehl, Instantmehl, Salz, Olivenöl und Ei/Eigelb mit einander verkneten. Falls nötig, weiteres Eigelb hinzufügen, bis ein weicher Nudelteig entsteht. Den Teig in Klarsichtfolie einwickeln und mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Die Füllung

Den Speck in leicht gesalzenem Wasser sanft köcheln, bis er weich ist. In kleine Stücke schneiden und abkühlen lassen. Im Blender sehr fein zerkleinern. - Alternativ den gekochten Speck einfach in sehr feine Stücke schneiden.

Den Rosenkohl in Salzwasser bissfest kochen. Abschütten und mit Butter, Salz und gemörsertem Kümmel weich schmoren.

Die Kartoffeln waschen, schälen und in Stücke schneiden. Die Stücke in Salzwasser kochen. Das Wasser abgießen, sobald die Kartoffeln weich sind. Mit Milch, Butter, Salz, Schmand und Muskat stampfen und cremig rühren.

Den Rosenkohl kurz zu dem Speck in den Blender geben oder einfach mit einer Gabel zerdrücken. Mit dem Kartoffelpüree mischen. Es sollte eine geschmeidige Masse entstehen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und eventuell mit Schmand cremig rühren.

Die Täschchen

Den Nudelteig durch die Nudelwalze lassen oder sehr dünn ausrollen. Mit zwei Teelöffeln oder einem Spritzbeutel kleine Häufchen auf die Nudelbahn setzen. Etwas Eigelb mit Wasser verquirlen und die Nudelbahn großzügig damit einstreichen. Den Teig wie einen Briefumschlag um die Füllung falten und die Zwischenräume festdrücken. Die Füllung ein bisschen flachdrücken und die Nudeltaschen ausschneiden.

In Salzwasser kurz gar ziehen lassen und danach in Butter braten.


Guten Appetit!

Noch mehr schöne Saisonrezepte gibt es ab sofort bei den Kolleginnen:


Saisonal schmeckt’s besser! – Der Foodblogger Saisonkalender

5 Kommentare:

Miz Threefivesix hat gesagt…

Sind die hübsch! und was für eine Idee, ein ganzes Menü in die Nudel zu packen. Reizt sehr zur Nachahmung.

nata hat gesagt…

Vielen Dank, liebe Ilse! Das Tolle an solchen Täschchen ist ja, dass man im Grunde alles mögliche da rein tun kann. Selbst Reste werden damit wieder schick.

Anonym hat gesagt…

Das klingt wirklich toll! Ich liebe alles, was irgendwie "verpackt" ist, also jegliche Art von Teigtaschen. Wirsing in Pastateig klingt unfassbar lecker...sollte ich dringend nachmachen :) Liebe Grüße, Carina

Alena Schubert hat gesagt…

Das Rezept mit dem ominösen Namen... und dann steckt dahinter so etwas Leckeres! Sieht super aus!
Liebe Grüße
Alena

nata hat gesagt…

Vielen Dank@raspberrysue, das ist sehr nett! Man könnte natürlich auch Wirsing reintun, das ist richtig. Von außen sieht man ja keinen Unterscheid.
Vielen Dank @Alena! Dummerweise hatte sich mir der Name irgendwie aufgedrängt, bevor ich ein Rezept hatte...

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