Sonntag, 29. Oktober 2017

Aufgetischt für den Überraschungsgast
Oder: einer mag kein Schnitzel mehr

Festtagsküche: Vegetarischer Sauerbraten

 

Vegetarischer Sauerbraten als Festmahl |pastasciutta.de


Oh, Schreck! Der Weihnachtsmann steht vor der Tür und hat jemanden mitgebracht. Ein Vegetarier möchte mit uns essen. Hey, nur keine Panik! In der Weihnachtszeit ist Besuch immer herzlich willkommen. Also darf der liebe Mann mit den Geschenken sich gerne an den Tisch setzen. - Aber, wo tun wir den Vegetarier hin?

Die Situation ist nicht ganz so abwegig wie es scheint. Ich will damit nicht sagen, dass bald schon wieder Weihnachten ist. Doch wir rasen mit atemberaubender Geschwindigkeit auf die Zeit der Familienfeiern zu. Und insgeheim hat jeder schon einmal befürchtet, dass der Schwager zum Vegetarismus konvertiert* oder die Tochter einen fleischlosen Gefährten nach Hause mitbringt. In der Hauptsaison der familiären Gastlichkeit können solche Umstände ganz schöne Umstände machen.

 

Vegetarier zu Besuch - Festmahl statt Fleischersatz


Die Überlegung ist also, was sich gut mit einem Essen in geselliger Runde vereinbaren lässt. Keine Extratofuwurst aus einer unappetitlichen Packung und keine lieblose Zusammenstellung von Beilagen. Gesucht ist nicht etwa Ersatz, sondern ein echtes Festessen. Was gut schmeckt und mit Freude serviert werden kann. - Und das geht wirklich gut! Statt Fleisch kommt ein kleiner Miniauflauf, ein Gemüsesoufflee auf den Tisch, vollkommen rund und aromatisch im Geschmack. Der vegetarische Festtagsbraten verträgt sich ausgezeichnet mit klassischen Beilagen. In diesem Fall habe ich mich für Rotkohl und Klöße entschieden. So lässt sich die vegetarische Mahlzeit gut mit einem Braten gleichzeitig servieren.

Vegetarischer Sauerbraten als Festmahl |pastasciutta.de


Leckere Sauce ohne Fleisch


Auf die Sauce kommt es an! Deswegen gibt es keine festliche Familientafel ohne eine gehörige Portion Sauce, die so verdammt gut sein muss, dass die Sauciere endlos herumgereicht wird.

Bei der Kreation dieser kleinen Vegetarierbespaßung hatte ich einen vegetarischen Sauerbraten im Sinn. Deswegen handelt es sich hier um eine typische Sauerbratensauce nach rheinischer Art. Mit Essig, Gewürzen und deutlicher Süße.
Das Gute daran ist, für eine Sauerbratensauce braucht man weder Rind noch Pferd oder Eichhörnchen! Zugegeben, mit Fleisch im Topf oder mit guter Rinderbrühe erhält die Sauce ein bisschen mehr Tiefgang. Aber dringend notwendig ist das nicht. Wer sonst kein Fleisch isst, wird absolut nichts vermissen und als Fleischesser kann man mit dieser vegetarischen Alternive durchaus glücklich sein. Zusätzlicher Spaß: Die Sauce lässt sich mit ganz leichten Veränderungen auch anders einsetzen. Ohne Rosinen und Essig ergibt sie eine universelle Bratensauce, je nach Geschmack, mit mehr oder weniger Rübenkraut.

Beim ersten Probekochen habe ich die Sauce sehr stark einkochen lassen, bis sie so dick wie Sirup war. Damit lässt sich dann beinahe alles aufwerten. Zu allen Arten von Bratlingen kann ich mir diese Sauce vorstellen. Oder ganz schlicht, zu Bratkartoffeln oder Knöpfle. Die dick eingekochte Sauce sieht dann so aus:

Kürbis-Sellerieflan mit vegetarischer Bratensauce | pastasciutta.de




Gemüsesoufflées

Zutaten:

für 4 Förmchen à 150 ml
300 g Knollensellerie, geschält
300 g Kürbisfleisch, z.B. Hokkaido oder Butternut
Olivenöl zum Anbraten
Salz
200 g Quark
2 Eier
1 Eigelb
Butter für die Förmchen
Sellerie und Kürbis in Stücke schneiden und bei mittlerer Hitze mit etwas Salz langsam braten, bis das Gemüse weich und leicht gebräunt ist. Eine große Pfanne ist dafür praktisch. Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Das Gemüse auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann in einen Mixbecher oder Blender geben. Die Eier und den Quark hinzufügen, mit Salz würzen und alles zu einem Brei mixen. Die Förmchen ausbuttern und den Gemüsebrei hineinfüllen. Im vorgeheizten Backofen etwa 20 Minuten backen.

Vegetarische Sauerbratensauce

Zutaten:

1 Zwiebel
1 TL Butter
1 EL Olivenöl
Salz
500 ml Rotwein
2 EL Sherryessig
3 EL Rübenkraut
ca. 250 ml Gemüsebrühe
½ TL Ingwerpulver
1 Msp. Nelkenpulver
½ TL Zimt
2 Piment
1 Lorbeerblatt
1-2 EL Sultaninen
optional: 2 TL kalte Butter
Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. In Butter und Olivenöl mit etwas Salz ganz langsam braun braten. Mit Rotwein ablöschen und dann alle anderen Zutaten hinzufügen. Nach Geschmack Sultaninen hinein geben und die Sauce etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen.
Falls Bindung erwünscht ist, zum Schluss noch ganz kurz ein bisschen kalte Butter in die heiße Sauce einrühren.
 

Die Sauce vor dem Servieren probieren und abschmecken!
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* Mich betrifft das nicht persönlich. Mein Schwager würde mich schon sehr überraschen, wenn... 😜

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