Montag, 11. Oktober 2010

Wir backen uns einen Dom oder auch mehrere



Wenn man in Köln geboren ist und durch unzählige Karnevalssessionen indoktriniert wurde, dann ist es um einen geschehen. Der Dom hat sich ins Herz eingraviert, bis in alle Ewigkeit. Irgendwas regt sich in der Gegend um den zentralen Muskel in der Brust. Da brauchen nur die Domspitzen sichtbar zu werden, sei es beim Landeanflug auf Konrad-Adenauer oder einfach, weil man aus dem Fenster blickt.

Einige Jahrhunderte Geschichte werden spürbar. So genau lässt sich das Gefühl nicht in Zahlen fassen, denn lange vor der Grundsteinlegung im Jahr 1248 befanden sich dort bereits Heiligtümer, die noch zum heutigen Dom gehören. Und die Ruinen unter dem Kirchenraum stammen sogar aus der Antike. Alles furchtbar alt und ehrwürdig. Selbst der goldene Schrein der heiligen Drei Könige, wurde von Nikolaus von Verdun gefertigt, bevor die gotische Kathedrale entstand.

Klar, dass die schönste und größte Goldschmiedearbeit Europas ein großartiges Zuhause brauchte. Immerhin enthält sie das Heiligste, was sich die Menschheit im Mittelalter vorstellen konnte. Aber rückblickend muss man sich schon fragen, was die Leute damals auf so einen Wahnsinnstrip gebracht hat. - Baustatik? Naturwissenschaftliche Grundlagen? Alles mal durchrechnen, ob das auch so hinhaut, mit der größten und schönsten Kirche der Welt? - Nö, das gab es damals nicht. Die Kölner haben einfach mal angefangen.


Meister Gerhard war der große Planer, der in Frankreich gelernt hatte, wie man gotisch baut. Hell, lichtdurchflutet, filigran, nicht düster und schwer. Auf althergebrachte Art, mit monströsen Bauklötzen aus Stein, lässt sich schließlich kein Turm bauen, der bis in den Himmel reicht. So viel wussten die alten Baumeister immerhin.

Die Pläne des Mittelalters haben sich auf wundersame Weise erfüllt. Nach einer langen Bauzeit von etwa 280 Jahren und einer etwas längeren Pause von rund 320 Jahren, ist es im 19. Jahrhundert den Preußen gelungen, das Bauwerk innerhalb von 38 Jahren fertig zu stellen. Man muss anerkennen, dass die Preußen recht zügig gearbeitet haben. Aber man muss auch bedenken, dass sie unseren kölschen Plan aus dem Mittelalter benutzen konnten. Pfiffig war, dass sie sich (bis auf ein paar Kleinigkeiten wie den Dachstuhl) an diesen Plan genau gehalten haben.

Für alle heimwehkranken Kölner empfehle ich, den Dom einmal selber zu backen. In Bolli's Kitchen gerade erst geschehen. Möglichst viele Dömchen mit der vollständigen Anzahl unversehrter Spitzen zu backen, flößt übrigens auch Respekt vor der mittelalterlichen Konstruktionsleistung ein. Die Förmchen gibt es bei der Dom-Edition.

Domplätzchen

250 g Weizenmehl
1 Tl. Backpulver
75 g Zucker
Mark einer Vanilleschote
1 Prise Salz
1 Ei
125 g Butter
etwa 50 bis 75 g fein gehackte Mandeln

Den Backofen auf 200° C vorheizen.

Alle Zutaten miteinander verkneten. Die Mandeln zum Schluss hinzufügen und ausprobieren, wieviel der Teig davon aufnimmt, ohne allzu bröselig zu werden.

Ein Backblech mit Backpapier belegen.

Falls der Teig gefügig ist, also nicht zu weich und nicht zu klebrig, dann kann er, mit Hilfe von etwas Mehl, gleich ausgerollt werden. Andernfalls geht er für eine halbe Stunde in den Kühlschrank.

Den Teig ausrollen und kleine Dömchen ausstechen, aufs Backpapier legen und etwa zehn Minuten backen.

Nach dem Auskühlen kann man zum Beispiel das Maßwerk des Kölner Doms mit weißer Schokolade aufmalen oder das Richter-Fenster mit bunten Plättchen nachlegen. Weil die Plätzchen nicht sehr süß sind, können sie einiges vertragen.

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