Freitag, 8. Oktober 2010

Handgeschnitzt und liebevoll in Öl gebadet


Ach ja, Fritten! Wie alle Grundnahrungsmittel werden die goldenen Kartoffelstäbchen gnadenlos unterschätzt. Doch genauso wie Reis nicht gleich Reis ist, und Pasta nicht gleich Pasta, sind Fritten niemals einfach nur Fritten.

Wir reden heute von hausgemachten Fritten. Dabei handelt es sich keineswegs um den einzigen Weg zum Glück. Auch Imbissfritten oder Kneipenfritten können extrem gut sein. Schlecht gemachten Heimwerker-Fritten sind sie sowieso weit voraus!

Grundsätzlich gilt, was immer beim Kochen gilt: Nur erstklassige Zutaten verwenden! Pommes frites bestehen aus genau drei Zutaten: Kartoffeln, Öl und Salz. Da sollte jede Komponente wirklich perfekt sein. Salz bedeutet in meinem Fall Meersalz. Kräuter und Gewürzmischungen finde ich unpassend.

Es lohnt sich, ein wenig mit verschiedenen Kartoffeln zu experimentieren.Mehlig kochende Kartoffeln sind das Mittel der Wahl. Manchmal kann es aber auch mit vorwiegend festkochenden Sorten hinhauen. Das muss man ausprobieren. Sicherer sind auf alle Fälle die mehligen.

Beim Fett geht nichts über hoch erhitzbares Pflanzenöl. In dieser Kategorie unschlagbar: Erdnussöl. Bekommt man meist im Asia-Shop. Oder man bringt sich das Wundermittel aus Belgien, Frankreich oder der Schweiz mit. Dort steht es überall zu einem vernünftigen Preis im Supermarkt. Sollte Erdnussöl nicht aufzutreiben sein, dann geht auch anderes hochwertiges Öl, das ausdrücklich zum Frittieren geeignet ist. Olivenöl funktioniert eigenartigerweise auch.

Was gar nicht geht, niemals und unter gar keinen Umständen, das sind diese Hartfettblöcke! Wer mit Hartfett frittieren möchte, braucht hier nicht weiterzulesen und kann sich gleich die Arbeit sparen. Bitte gehen sie weiter, hier gibt es für Sie nichts zu sehen!

Und um die Gewichtung der einzelnen Zutaten mal in die richtige Reihenfolge zu bringen: Wenn keine guten Kartoffeln aufzutreiben sind, dann frittiere ich TK-Fritten in Erdnussöl. Das Ergebnis gleicht guten Kneipenfritten. Backofenfritten gehen sogar besonders gut. Ist kein Erdnussöl im Haus, dann fällt auch die Frittenproduktion aus.

Mehlig kochende Kartoffeln

Kartoffeln schälen

Kartoffeln in Stifte schneiden

Die Stärke abwaschen


Trocken tupfen

Frittiereinsatz für einen großen Topf

Nicht zu heiß vorfrittieren. Die Kartoffeln können ruhig schon ins Fett, während es noch aufheizt.

Vorfrittierte Kartoffelstäbchen

Das Öl sollte beim zweiten Bad etwas heißer sein, aber nicht zu heiß. Es darf zu keinem Zeitpunkt rauchen!

Noch mal kurz ins heiße Erdnussöl

Überschüssiges Öl abtropfen lassen

Und dann schnell...!

Die heißen Fritten sofort salzen

Zum Schluss bleibt die Frage, wohin mit dem Frittierfett? Ein paar Mal kann man damit erneut frittieren, dann muss es gefiltert werden. Wenn Fleisch, Fisch oder Zwiebeln frittiert wurden, dann kann man das Öl bald nicht mehr verwenden. Sobald es nicht mehr frisch riecht oder zu dunkel wird, dann ist es reif für den Müll.

Bei uns möchte der Entsorger das Öl gerne im Hausmüll sehen. Im Zweifelsfall muss man sich erkundigen, wie die Gepflogenheiten vor Ort sind. Um es endgültig loszuwerden, gieße ich das kalte Öl mit einem Trichter zurück in die Plastikflasche und gebe die geschlossene Flasche in den Mülleimer. Auf gar keinen Fall gehört altes Frittierfett in die Toilette oder ins Waschbecken!

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