Mittwoch, 23. Juni 2010

Kulturgeschichte der Käseklopse

 

Die meisten Menschen glauben, dass New York City früher Nieuw Amsterdam, also Neu Amsterdam genannt wurde. Es handelt sich dabei lediglich um eine gerne erzählte Geschichte, einen weit verbreiteten Irrtum. In Wirklichkeit hieß die Metropole am Hudson schon bei ihrer Gründung New York City.

Sehr schnell breiteten sich dort die amerikanischen Sitten aus. Vor allem das, was wir heute unter amerikanischer Esskultur verstehen, fand in New York rasch Verbreitung. Die amerikanischste von allen Speisen, der Hamburger, hatte seine Hauptstadt gefunden. - New York und der Hamburger sind untrennbar miteinander verbunden.

Da die niederländische Kolonie ihren Verwaltungssitz in NYC hatte, bestand ein reger Austausch in den kulturellen Gepflogenheiten. Binationale Programme und Einrichtungen, gegenseitige Besuche, Schüleraustausch, man kennt sowas ja. Auf diese Weise fiel recht schnell auf, dass auch die Holländer sehr große Freunde der Fleischklopse waren, die sie jedoch mit holländischem Käse zu verfeinern pflegten. Das Originalrezept für niederländische Fleischklopse sieht unbedingt Old Amsterdam vor, einen 18 Monate gereiften Gouda. Die Originalklopse sind also tatsächlich Old Amsterdamer Käseklopse.

Man kann nicht sagen, dass es den New Yorker Bürgern wirklich leicht gefallen ist, die Tatsache zu akzeptieren, dass diese beiden Nationalgerichte einander so ähnlich sind. Aus diesem Grund kam es kurz nach der Stadtgründung zu einer vorübergehenden Namensänderung in Nieuw Amsterdam. Aber das kann man auch verstehen.

Natürlich ist diese Geschichte von vorne bis hinten erstunken und erlogen. Nicht gelogen ist hingegen dies: Alter Gouda macht sich unheimlich gut in Fleischbällchen.


Old Amsterdamer Käseklopse 
300 g Schweinehack
100 g Old Amsterdam, grob geraffelt
1 Zwiebel
1 Ei
1 Hand voll feine Haferflocken
Gewürze: Salz, Zitronenpfeffer, Paprika, Curry, Knoblauchpulver

Alles gründlich mischen und zu Klopsen formen. In einer beschichteten Pfanne mit wenig Öl langsam braten. Nicht zu früh wenden.

So, jetzt hab ich Appetit auf Curry. Beim nächsten Mal erzähle ich Euch dann was über das sagenumwobene Gouda in Indien. Echt! Das gibt es wirklich!

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