Sonntag, 17. Januar 2010

Erste Runde für mich

Das ging ja einfach. Hätte nie gedacht, dass es so leicht ist, Klöße selber zu machen. Von Kartoffelklößen hatte ich mich bisher fern gehalten. Offizielle Begründung war immer, dass ich schließlich nicht aus Bayern, Franken oder Thüringen (irgendeine Kloßhochburg vergessen?) komme. In Wahrheit lag es daran, dass mein Kloßgeschmack total verdorben ist und ich wirklich und wahrhaftig auf diese gefriergetrockneten Pulverklöße stehe. Ich mag sie einfach!

Kartoffelklöße halb und halb
Vor ein paar Tagen habe ich dann entdeckt, dass mein neuer Kartoffeldealer auch eine mehlig kochende Sorte anbietet. In dieser Gegend sind mehlig kochende Sorten nicht sehr verbreitet. Früher dachte ich, es läge an den Böden, dem Wetter oder sonstigen Voraussetzungen. Bis eine Bäuerin mir erzählte, diese Sorten seien einfach in unserer Region nicht so sehr gefragt.

Mit dem richtigen Material bewaffnet, wählte ich ein Rezept vom bayerischen König, Alfons Schuhbeck, und machte mich ans Werk. Siehe da, alles ganz easy, keine Komplikationen und das mit der Menge und der Kochzeit haut genau hin. - Danke Schubi!

Erstmal ein Kilo Kartoffeln abwiegen. Unbedingt mehlig kochende nehmen! Dann 300 g Kartoffeln mit Salz und 1/2 Tl Kümmel aufsetzen und kochen.


1 1/2 Scheiben Toastbrot, in meinem Fall Vollkorntoast, in kleine Würfel schneiden und in Butter langsam braten, bis sie knusprig sind. Eigentlich sollen sie hinterher mit Petersilie gemischt werden. Ich habe stattdessen fein gehackten Knoblauch in die Pfanne geschmissen und alles in der Pfanne abkühlen lassen.
Die gekochten Kartoffeln werden noch heiß gepellt und durch eine Presse gedrückt. Mein Püree mache ich normalerweise mit einem Stampfer, aber zu diesem Zweck habe ich dann doch mal wieder die Presse rausgekramt.
Der Rest vom Kilo Kartoffeln wird gewaschen, geschält und fein gerieben. Danach gibt man das rohe Kartoffelmus in ein sauberes Tuch und presst die Kartoffeln gehörig aus. Den Saft soll man auffangen und kurz stehen lassen, bis sich die Stärke am Boden absetzt. Dann gießt man die Flüssigkeit vorsichtig ab und gibt die Kartoffelstärke mit den rohen Kartoffeln in eine Schüssel. Mit etwas Salz, zwei Eigelb, einem schwach gehäuften Löffel Stärke und den gepressten Pellkartoffeln wird alles zu einem Teig vermengt.
Einen weiten Topf mit Salzwasser aufsetzen und zum Sieden bringen.
Aus der Masse sechs Knödel formen, flach drücken, mit ein paar Croutons füllen und wieder zu Klößen formen. Die Masse ist (im Vergleich zum Fertigprodukt) ziemlich weich. Insofern erfüllen die Croutons auch eine Aufgabe als statisches Element, denke ich.


Kurz bevor ich die Klöße ins Wasser gleiten lasse, vermische ich etwas Speisestärke mit kaltem Wasser und rühre es in das Kochwasser ein. So sollen die Klöße besser in Form bleiben, sagt Schuhbeck. In siedendem Wasser (bedeutet = nicht sprudelnd kochen lassen!) 20 Minuten ziehen lassen. Ab und zu vorsichtig umdrehen.

Bei mir gab es die Klöße mit rheinischem Sauerbraten und Sahnewirsing. Reste können wunderbar in Scheiben geschnitten und in Butter gebraten werden. So schmecken sie eigentlich noch besser.

Nachtrag, was ich vergaß zu erwähnen: Knödelmasse sollte mit nassen Händen geformt werden. Dann geht es ganz leicht.

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