Donnerstag, 2. August 2018

Ich bin ein Tomatentalent

Rezept und Fragen zur Tomatonaise

Tomaten aus dem Garten 2018 | pastasciutta.de

Meine Zucchini werden nix. Nach der Blüte stellen sie ungefragt den Betrieb ein. So sieht es in meinem Garten nämlich aus. Salat wächst so langsam, dass ich vor Weihnachten weder Essig noch Öl brauche. Kohlrabi und Petersilie fielen den bösen und niederträchtigen Nacktschnecken zum Opfer. - Aber Tomaten, Junge, Junge!

Mein gärtnerisches Talent konzentriere ich voll und ganz auf Solanum lycopersicum. Schon im dritten Jahr jetzt habe ich auf dem Wochenmarkt ein paar Pflänzchen erstanden und im Garten drei Kübel mit billiger Blumenerde aufgestellt. An der Unterseite der Kübel habe ich große Löcher gebohrt, die durch Fließ bedeckt werden. Darauf befindet sich eine Schicht (total unbenutztes) Katzenstreu als Drainage und eine zweite Schicht aus eben jener billigen Blumenerde. Die Tomaten lieben das! Praktisch den ganzen Tag haben sie pralle Sonne. Auch wenn das in diesen Tagen sicherlich nix besonderes ist.

Beim Salat stellte ich irgendwann fest, dass die billige Blumenerde wohl ein Fehler war, denn das Wasser schien immer einen Weg an der Pflanze vorbei zu finden, der so schnell wie möglich aus dem Kübel hinaus führte. Tomaten sind in dieser Hinsicht unerschrocken, denn sie wachsen sogar auf Steinwolle. Irgendwie haben sie sich also auch mit meinem Wohnraumangebot arrangiert. Und sie danken mir dafür.

Warum kleiner manchmal besser ist


Eigentlich sollten alle drei Pflanzen Cherrytomaten produzieren. Stattdessen ernte ich drei verschiedene Größen. Für die kleinen Cherrytomaten habe ich mich jetzt zum dritten Mal entschieden, einfach wegen des Wetters. Ein trockener Sommer, wie wir ihn derzeit erleben, war nicht vorhersehbar. Und da ich kein Tomatenhaus habe, würden die Pflanzen in einem ganz normalen rheinischen Sommer reichlich Wasser aufs Haupt kriegen. Man sagt, das mögen sie generell nicht so. Allerdings war meine Überlegung eher, dass große Tomaten etwas länger am Strauch hängen und daher auch mehr Wasser abbekommen. Die Gefahr, dass sie aufplatzen ist also höher und mit Cherrytomaten habe ich auch diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht. Geplatzt ist auch im verregneten Sommer 2017 kaum etwas. Dass die Bedingungen in diesem Jahr nun eher wüstenmäßig ausfallen, konnte keiner ahnen. Umso besser also, dass ich neben den kleinen Tomaten auch große und mittlere pflücke.

Wohin mit den Tomaten?


Wie auch in den vergangen Jahren tragen die Pflanzen reichlich Früchte. Ich bin ein Tomatentalent und ich werde mit einer üppigen Ernte belohnt. Wohin also mit dieser ganzen Pracht? Ich meine, es gibt schlimmere Schicksale als eine reiche Tomatenernte. Aber man will die leckeren Tomätchen ja auch nicht verschwenden.
Es haben sich in diesem Sommer drei Lieblingsrezepte herauskristallisiert, die besonders schnell, unkompliziert und hitzetauglich sind. Vielleicht stelle ich die beiden anderen auch noch hier vor. Aber die folgende Sauce ist mein persönlicher Favorit.



[Werbung ohne Auftrag] Sie geht auf einen wunderschönen Restaurantbesuch bei José Avillez im Frühjahr 2017 zurück. Man kommt in Lissabon an Avillez kaum vorbei, denn er besitzt zahlreiche Restaurants in der portugiesischen Hauptstadt, unter anderem das mit zwei Sternen ausgezeichnete Belcanto. Weil es rein physisch kaum möglich ist, drei Tage durch Lissabon zu laufen und noch irgendwo im Magen oder angrenzenden Organen Platz für 5 Gänge zu finden, entschieden wir uns für die, wie wir dachten, kleinere Lösung und landeten in der Cantinho do Avillez, nur ein paar Schritte entfernt. Tatsächlich ist die Atmosphäre angenehm locker, der Service superfreundlich und die Küche ganz frisch und akkurat, ein Ort zum Wohlfühlen. Das zu Beginn gereichte Brot kommt mit einer feinen roten Sauce in einem Emailtässchen, die herzhaft nach Knoblauch schmeckt.

Weil ich das Rezept zunächst nicht im Internet fand, habe ich also zu Hause rumprobiert und ein oder zweimal Tomaten in den Mixer geworfen, bis ich etwas ähnlich Fruchtiges zustande brachte, das käftig nach Knoblauch schmeckt. Inzwischen fand ich ein Rezept des Meisters und kann sagen, warum seine Sauce feiner ist. Er verwendet deutlich weniger Öl als ich. Stattdessen greift er, wie wir es von der Gazpacho kennen, zu eingeweichtem Brot. Dies also ein Hinweis für alle, die es gerne ganz original wollen. Allerdings scheint mir das Rezept im Netz nicht ganz ehrlich in Bezug auf den Knoblauchgehalt. Gerade die kräftige Knoblauchnote hat mir das kleine Sößchen so ins Gedächtnis gebrannt. Anderthalb Zehen auf 750 g Tomaten hätte ich nach 5 Sekunden wohl schon vergessen.

Cantinho do Avillez, April 2017 |pastasciutta.de




Mein Versuch einer Nachahmung endete mit der Erkenntnis, dass vegane Mayo auch ganz ohne Soja möglich ist. Es ist schlicht und ergreifend so, dass die Zutaten in diesem Rezept emulgieren und sich auch nicht sofort wieder trennen. Möglicherweise funktioniert das noch etwas besser, wenn man den Ölanteil reduziert. In diesem Fall bietet sich sogar an, die Sauce bei Tisch mit ein paar Tropfen vom richtig Guten zu toppen. Das Rezept ist eine Einladung an alle, damit zu experimentieren!
Die Tomatonaise geht praktisch mit allem, schmeckt bei jeder Gelegenheit und kann als Beitrag zur Verbesserung der Welt angesehen werden.

Tomatonaise, ohne Ei, Milchprodukte, Soja | pastasciutta.de

Tomatonaise

Zutaten:

für ca. 250 ml 


150 g Cherrytomaten
100 ml Sonnenblumenöl
Salz
1 Msp. Madras Curry
1 dicke, frische Knoblauchzehe
1 TL Akazienhonig
1 Spritzer Sriracha

Die Tomaten waschen und abtropfen lassen. Alle Zutaten zusammen im Standmixer oder mit einem Mixstab in einem hohen Becher zu einer Sauce mixen. Eventuell abschmecken.

Geschmackszutaten wie Honig oder Sriracha können natürlich nach Belieben getauscht werden. 

Der Ölanteil lässt sich auch reduzieren. Die fertige Sauce in diesm Fall mit gutem Olivenöl servieren!
Lammhüfte, Rösti, Zucchini, Tomatonaise | pastasciutta.de


Sonntag, 15. Juli 2018

Brot und Senf hätten auch gereicht

Blog-Event CXLIII - Chäsplättli mit Schweizer Käse

Chäsplättli mit Schweizer Käse | pastasciutta.de

WERBUNG* Wenn wir im Rheinland irgendwann auf diesen Sommer zurückblicken, dann werden wir ganz sicher noch von diesem Traumwetterchen sprechen. Wochenlang ging das so, abgesehen von kleinen Unterbrechungen. Alles fand plötzlich nur noch draußen statt. Vor der Arbeit ging es schon ins Freibad und abends saßen alle lange draußen. Ungefähr zu der Zeit als dieses tropische Lebensgefühl einsetzte, erreichte mich ein riesiges Paket mit Schweizer Käse. Was machst Du denn damit? fragte man mich. Und ich antwortete, ein Chäsplättli! Eine original Schweizer Käseplatte sollte aus den wunderbaren sieben Sorten Schweizer Käse entstehen, die mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

Die Aufgabe: Das kreativste Chäsplättli!


Chäsplättli für das Blog-Event | pastasciutta.de

Das Blog-Event CXLIII von Zorras kochtopf.me hat es wirklich in sich. Und damit meine ich nicht die zungenbrecherische Herausforderung, flüssig und und selbstverständlich das Wort Chäsplättli aufzusagen. Nein! Das Problem liegt ganz woanders. Schweizer Käse ist im Grunde eine absolut perfekte Sache. Tut mir gar nicht leid, aber in meinen käseverliebten Augen ist das so. Guten Käse kann man einfach nicht besser machen. Wenn wir einmal von der perfekten Käseplatte reden, dann besteht diese für mich ganz einfach aus Käse und Brot. Als Begleitung zum Schweizer Käse schätze ich an meinen ganz ausgeflippten Tagen ein wenig Schweizer Senf von der milden Sorte, sauer eingelegte Cornichons und ein Glas Milch oder Rotwein. An dieser Stelle wird klar, worin die Schwierigkeit besteht. Kreativ ist das wirklich nicht.


Zur Käsejury ins Käseland


Nun lockt aber ein ganz phantastischer Preis bei diesem Event. Der Sieger mit dem kreativsten Plättli darf mit der wunderbaren Zorra in ihre Heimatstadt Luzern reisen und dort in einer Käsejury sitzen! Ich überlege daher tatsächlich, ob ich mit brennenden Fackeln jonglieren soll, auf denen der Käse geschmolzen wird? Hole ich den molekularen Zauberkasten raus und lasse Käseschnee von oben ins Bild rieseln? Oder lasse ich mich aus einer Kanone schießen, um auf dem Weg durch die Luft sowas wie die schnellste Käseplatte aller Zeiten anzurichten? Lasse ich mir einen Apfel vom Kopf schießen, während ich den Käse hübsch arrangiere? - Nee, so was ähnliches hat in der Schweiz schon mal jemand gemacht, glaube ich...?


Die beste Nebenrolle


Wie es aussieht, bin ich wirklich nicht so kreativ und am Ende mache ich einfach etwas, was nur lecker schmeckt. Fangen wir also an: Auf meinem Chäsplättli befinden sich sieben wohlschmeckende Sorten Schweizer Käse: Cremig-weicher Tomme Vaudoise, mild-würziger Appenzeller®, nussiger Schweizer Emmentaler AOP, butteriger Sbrinz AOP, aromatischer Le Gruyère AOP, zartschmelzender Vacherin Fribourgeois AOP und der leicht abgedrehte Tête de Moine AOP sind die Stars auf der großen Platte. Jetzt gilt es nur, die Nebenrollen passend zu besetzen. Alles, was den feinen, würzigen und vollmundigen Geschmack der Schweizer Spezialitäten hebt, ist erlaubt. Wenn es nur ein bisschen abgefahrener ist, als nur ein Glas Milch und eine Scheibe Brot, dann ist es kreativ.

Der passende Rahmen



Käseplatten sollen nicht viel Arbeit machen. Das Schöne ist ja, dass der Käse den ganzen Geschmack schon mitbringt. Auch aus diesem Grund wäre es völlig unsinnig, für eine Käseplatte durch den brennenden Reifen zu springen. (Obwohl, vielleicht merke ich mir die Idee für's nächste Mal...). Als erstes gehe ich also zum Kühlschrank und nehme ein Glas Aprikosenchutney raus, das ich bereits vor Wochen gekocht habe. Dann fehlt noch etwas Milchiges, weil Milch den Geschmack der meisten Schweizer Käsesorten hebt. Weil ein Glas Milch dann eben doch zu schlicht ist, lasse ich Joghurt abtropfen und mische ihn mit einer kleinen Menge Knoblauch, Kräutern und Meersalz. Diese Zutaten wiederum heben den Milchgeschmack des Joghurts etwas hervor. Zuletzt soll noch ein leichter Senfgeschmack den Käse begleiten. Ich wähle dazu einen hervorragenden Senf aus der Eifel, den ich 1:1 mit Schmand mische. Außerdem verrühre ich scharfen Düsseldorfer Senf mit Erdbeersauce. Dazu passt ein aromatiches Weißbrot oder mildes Graubrot. Für mich sieht so der passende Rahmen für sieben phantastische Hauptdarsteller aus.

Rezept: Schweizer Käseplatte für den Sommer


1. Schweizer Käse auf einer Platte anrichten. Zum Beispiel Tomme Vaudoise, Appenzeller®, Schweizer Emmentaler AOP, Sbrinz AOPLe Gruyère AOP, Vacherin Fribourgeois AOP und Tête de Moine AOP. Für den Sprinz gibt es übrigens den original Möcklistecher, mit dem sich herrlich kleine Bröckchen aus dem Käse brechen lassen. Wer kein solches Wunderwerkzeug besitzt, kann auch einen guten Sparschäler verwenden, um hauchdünne Scheiben von dem Sbrinz abzuziehen. Das ist mindestens ebenso köstlich und geht, nebenbei bemerkt, auch ganz gut mit Gruyère.
Tête de Moines AOP

Den Tête de Moine habe ich richtig original zu kleinen Rüschen gezogen. Die Girolle, die unbedingt zu dem kleinen Mönchskopf gehört, ist ein verführerisches Spielzeug, das den Kässeappetit ganz schön anreizen kann.
Erdbeersenf zum Käse

2. Erdbeersenf
Wir mischen scharfen Düsseldorfer Senf mit Erdbeersauce im Verhältnis 1:1. Die Erdbeersauce besteht aus Erdbeeren und Zucker (1:1) sowie einem Spritzer Zitronensaft. Ersatzweise kann man den senf einfach mit einer Marmelade ohne Stückchen verrühren.
Monschauer Senf und Schmand

3. Creme fraîche-Senf
Monschauer Senf und Schmand im Verhältnis 1:1 mischen.

4. Kräuter-Joghurt
1 kg Bio-Joghurt (3,5%) in einem Tuch etwa 4 Stunden abtropfen lassen. Den abgetropften Joghurt glattrühren und mit 1 EL sehr fein gehackter Petersilie, 1 EL gehacktem Dill, 1 Msp. geriebenem Knoblauch und 1 Prise Maldon Sea Salt mischen.

5. Brot
Rustikales Weißbrot und helles Mischbrot in Scheiben schneiden.

6. Aprikosen- Chutney mit frischem Kurkuma
1/2 Zimtstange
1 Anisstern
1 TL Kreuzkümmel
2 Zehen Knoblauch
1 Schalotte
275 g Aprikosen
1 daumengroßes Stück Kurkuma
1 EL neutrales Öl
1 EL Weinessig
1 EL Limettensaft
250 g Rohrzucker

Außerdem: 1 Teebeutel mit Clip

Die Zimtstange, den Anisstern und den Kreuzkümel in einen Teebeutel füllen und mit dem Clip verschließen.
Den Knoblauch und die Schalotte schälen und in feine Würfel schneiden. Die Aprikosen waschen, abtropfen lassen und in kleine Stückchen schneiden. Den Kurkuma schälen und fein reiben
Knoblauch und Schalotte in dem Öl andünsten, aber nicht bräunen. Mit Weinessig und Limettensaft ablöschen. Die Aprikosenstückchen, Kurkuma und Zucker dazugeben. Den Teebeutel mit dem Gewürzen in den Topf hängen. Bei schwacher Hitze sanft köcheln, bis die Aprikosenstüchchen leicht zerfallen sind. Ab und zu umrühren. Falls das Ganze sich am Topfboden festzusetzen droht, 1 EL Wasser unterrühren. Das fertige Chutney in sterilisierte Gläser füllen. Es schmeckt nach 1 bis 2 Wochen am besten.







Und zum Schluss packe ich den ganzen Käse auch noch ein und verschwinde zum Grillen in den lauen Sommerabend. Das Tolle an so einer Käseplatte ist nämlich, dass sie unwahrscheinlich gesellig und praktisch ist. Mein ganz besonderer Tipp für den nächsten Käsegroßeinkauf: Einfach mal beim Händler nach Käsepapier fragen. Die meisten Sorten halten sich darin besonders gut! Das Material ist aber auch ganz ohne Käse erhältlich und eignet sich vorzüglich zum Einwickeln von klebrigen Bonbons und zum Verpacken von Wurst. Ich habe mir vor längerer Zeit einen kleinen Vorrat Wachspapier (manchmal auch als Einschlagpapier bezeichnet) besorgt.





Blog-Event CXLIII - Kreative Chäsplättli mit Schweizer Käse gesucht  (Einsendeschluss 15. Juli 2018)

*Ein Paket mit Schweizer Käse und Zubehör wurde mir im Rahmen des Blog-Events von Switzerland Cheese Marketing GmbH kostenlos zur Verfügung gestellt. - Vielen herzlichen Dank dafür!

Donnerstag, 28. Juni 2018

Alfredo ist auch nur ein Name

Saisonal schmeckt's besser: Chicken Brokkoli Pasta

Chicken Brokkoli Pasta Alfredo | pastasciutta.de

Wer nach einem Rezept für Huhn, Brokkoli und Pasta sucht, kommt ziemlich schnell auf ein Gericht namens „Alfredo“. Unter gleichem Namen ist eine Zubereitung aus Italien bekannt. Hauchdünne frische Fettucine, überzogen mit einem Mäntelchen aus Butter und Parmesan. Die Mischung ist so göttlich wie sie klingt und es gehört wirklich unwahrscheinlich viel Disziplin dazu, die Gabel aus der Hand zu legen und mit dem Essen aufzuhören, so lange die genannten Zutaten noch im Haus sind. Ein typisch italienisches Rezept eben. Die Italienische Küche ist berühmt dafür, dass einfach alles unnachahmlich gut schmeckt. Dieser Alfredo, der einst einem Teller Nudeln seinen Namen gab, muss ein echter Schatz gewesen sein. - Italiener halt.

Der Typ ist echt rumgekommen


Doch kommen wir noch einmal zurück auf die Suche. Im Internet führen alle Wege nach Amerika, auch bei einem römischen Gericht. Es stellt sich heraus, dass Alfredo ebenfalls in den USA kein Unbekannter ist. Der Typ ist echt rumgekommen, kann man sagen. Und so erachten viele Amerikaner ein Gericht namens Chicken Alfredo als klassisches Comfort Food. Hähnchenfleisch auf einem Bett aus Pasta in cremiger Käsesauce oder gleich alles gemischt. Pragmatisch, wie die Amis nun mal sind, ist alles erlaubt, was sich grob unter Huhn, Pasta, Creamy Sauce verschlagworten lässt, Hauptsache, es schmeckt. Da muss man sich nicht wundern, dass unter den zahleichen Varianten auch wieder neue Klassiker entstehen, wie zum Beispiel Chicken Brokkoli Pasta Alfredo. Vegane Abwandlungen mit Cashews anstelle von Käse sieht man zudem häufig. Die künstlerische Freiheit drückt ein Auge zu. Einfach an alles denken, was bisher genannt wurde (oder etwas Ähnliches) und Brokkoli hineinwerfen, fertig! Das Gericht ist wirklich eine gute Idee. Es schmeckt gut, ist sehr schnell und leicht zuzubereiten, außerdem macht es satt und zufrieden.

Chicken Brokkoli Pasta Alfredo auf dem Teller | pastasciutta.de

Nichts ist heiliger als das Originalrezept


Da wäre nur ein kleines Problem. - Ich verehre die Italiener und ihre Lebensmittel wirklich sehr. Man kann auch reichlich Spaß mit ihnen haben. Italiener haben einen großartigen Humor und sie können über alles herzhaft lachen. Außer über italienische Originalrezepte. Selbstverständlich. 

Man kann das ruhig so sagen, denn ich erzähle ja hier nix Neues. Wer es nicht glaubt, testet es am lebenden Objekt. Einfach mal beherzt einen unkonventionellen Vorschlag für eine Lasagnefüllung machen, ungefragt Sahne an die Carbonara kippen oder das Risotto nicht in vorgeschriebener Richtung rühren. Darauf noch eine augenzwinkernde Einladung zum Nachmittags-Cappucino aussprechen, - und sofort großzügig Beruhigungspillen verteilen.

Puh, alles nur ein Scherz!


Aber nix da! Das alles wäre ein schöner Frevel. Deswegen würde ich hier nie so ein heiliges Originalrezept verunstalten. Niemals!!! - Die wirklich originale Geschichte zu Fettucine Alfredo gibt es übrigens bei der wunderbaren Ariane. Sie lebt in Rom und ist bei solchen Sachen so nah dran, wie es nur geht. - Ich vermute stark, dass es sich bei dem Alfredo, der für mein Rezept Pate stand, um einen ganz anderen Alfredo handelt, als jenen, der die feine Italienische Nudel-Parmesan-Bombe erfand. Ist schließlich ein ganz normaler, weit verbreiteter Vorname, Alfred oder Alfredo. Kennt man ja.

Farfalle mit Brokkoli und cremiger Sauce | pastasciutta.fr


Saisonal schmeckt's besser im Juni: Blumenkohl | Fenchel | Brokkoli | Kohlrabi | Spinat | Mangold | Radieschen | Spitzkohl | Möhren



Es folgt also gleich, ganz unten, am Ende des Beitrags, ein leckeres Pastagericht mit Brokkoli, von einem unbekannten Alfredo, der mit dem berühmten Namensvetter aus Rom nicht verwandt oder verschwägert ist. Überhaupt gar nicht! Nebenbei kriegen wir auf diese Weise eine ordentliche Portion Grünzeug auf den Teller. Brokkoli gehört zu den zahlreichen Gemüsen, die jetzt aktuell Saison haben. Also nix wie ran und lecker Brokkoli kochen! 

Oder nach Herzenslust in den zahlreichen anderen Sorten schwelgen, die jetzt erntefrisch zu haben sind. Dafür empfehle ich liebevoll einen Klick zu den Bloggerkollegen. Wie immer überbieten sie sich alle gegenseitig mit Phantasie und Raffinesse. - Viel Spaß beim Stöbern!

Saisonal schmeckt's besser im Juni: Foodblogs und Beiträge🌱🍴

Kleiner Kuriositätenladen - Ganzer gebackener Blumenkohl aus dem Ofen mit Kräutersauce
Herbs & Chocolate - Würzige Blumenkohl-Bratlinge
Feed me up before you go-go - Gerösteter-Blumenkohl-Salat mit Kichererbsen, Radieschen, Dill und Avocadodressing
Lebkuchennest - Blumenkohlpüreee mit Tonkaschaum und Hühnerhautchip
S-Küche - Frittata mit Fenchel und Mangold
feines gemüse – Gerösteter Blumenkohl mit Miso & Tahin
Möhreneck - Pasta mit gebratenem Fenchel
Küchenlatein - Kohlrabi-Tartar
Jankes Soulfood - Kohlrabi-Lasagne
Wunderbrunnen - Brokkoli-Frittata
thecookingknitter - Brokkolinuggets mit Radieschen-Dipp
Madam Rote Rübe - Knusprige Blumenkohl-Nuggets mit Tomaten-Chili-Dip
Münchner Küche - Carrot Cake Donuts aus dem Backofen
Ina Is(s)t - Cremige Blumenkohlsuppe mit Salbei-Pesto und Haselnuss Naan
Kochen mit Diana - Blumenkohl-Reis
Raspberrysue - Fenchel-Blätterteig-Päckchen mit Ricotta 
Pottlecker - Kohlrabisalat mit Apfel und Möhrchen
moey’s kitchen - Grüne Shakshuka mit Spinat und Mangold
Ye Olde Kitchen - Lauwarmer Fenchelsalat 
Haut Gout – gefüllte Kohlrabi mit Wildschweinhack
Schlemmerkatze - Fenchelsalat mit Mozzarella und Basilikumöl


Leckere Pasta auf dem Teller | pastasciutta.de


Chicken 🐔 Brokkoli-Pasta Alfredo 🍛

Zutaten

pro Person:

100 g Farfalle
150 g Brokkoli in kleinen Röschen
50 g Hähnchenfleisch (frisch, in kleinen Stücken oder Reste vom Brathuhn, gezupft)
1 TL Olivenöl
1 Zehe Knoblauch
100 ml Hühnerfond
50 ml Sahne
Pfeffer
Salz
Muskat
50 g geriebenen Parmesan
1 TL Butter
glatte Petersilie, gehackt

Die Pasta nach Packungsvorschrift kochen.In einer beschichteten Pfanne das Hühnerfleisch in Öl anbraten. Brokkoli mitbraten. Den Knoblauch fein hacken und hinzufügen. Mit Hühnerfond und Sahne ablöschen und kurz aufkochen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die Pfanne vom Herz ziehen und 1/3 des Parmesans einrühren. 

Die gekochte, abgeschüttete Pasta mit der Butter in die Sauce mischen. Den restlichen Parmesan untermischen. 
Petersilie darüber streuen.

Montag, 4. Juni 2018

Backe bei Regen, dann hast du Süßes im Sonnenschein

Schoko-Mandel-Cookies

Schoko-Mandel-Cookies | pastasciutta.de

Der überaus warme Frühsommer machte eine kurze Pause und sogleich stellte sich die gewohnte Stimmungslage wieder ein: Hunger auf was Süßes. Da ich nicht der größte Fan von Plastikfraß bin, habe ich Süßigkeiten selten bis nie im Vorrat. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin da auch nicht gnadenlos konsequent und will mich auch nicht selbst beweihräuchern. Allerdings stört mich die Plastikflut vor meiner Haustür, die ganzen Verpackungen von Schokoriegeln und Snacks, die vom Gehweg in den Hof und in den Garten geweht werden, schon sehr. Und wenn ich gerade mal wieder den ganzen Verpackungsmüll zusammenfege, damit der Garten in naher Zukunft nicht aussieht, wie das Kielwasser eines Kreuzfahrtschiffes, dann bin ich einigermaßen froh, dass ich diesen ganzen Mist nur in Kleinstmengen konsumiere.

Ohne Zucker geht es natürlich trotzdem nicht. Das einzige, was mir die Laune zuverlässig noch mehr verdirbt als der ganze Plastikscheiß, ist eine Unterversorgung mit Süßkram. Das Gemüt will Zucker, gerade bei Regenwetter. Und das Gehirn meldet sich sogleich mit Hinweisen zu einem Rezept. In Gedanken gehe ich die Vorräte durch und nur wenig später duftet die Wohnung nach herrlichen Schoko-Mandel-Cookies. - Kann man mal machen, auch wenn fertig Gekauftes natürlich schneller geht. Das Schöne daran ist, selbst wenn der Sommer dann zurückkehrt, schmecken die Cookies immer noch wunderbar. Zum Beispiel mit selbstgemachter Eiscreme und frischen Erdbeeren. - Ich geh dann schon mal die Eismaschine rauskramen...


Schoko-Mandel-Cookies frisch aus dem Ofen | pastasciutta.de


Schoki-Mandel-Cookies

Zutaten:

für ca. 25 Stück


50 g Mandelkerne mit Schale
75 g Vollmilchschokolade
50 g Bitterschokolade, 85 %
125 g weiche Butter
1 TL Vanilleextrakt
75 g Vollrohrzucker
25 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
150 g Mehl
1 gestr. TL Backpulver
Zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Die Mandeln im Blitzhacker schreddern und die Schokolade mit einem schweren Messer hacken.

Die Butter mit Vanille in der Küchenmaschine cremig schlagen, den Zucker mit dem Salz einstreuen und quirlen, bis die Mischung dick und schaumig wird. Das Ei rein rühren, dann das Mehl mit dem Backpulver. Zuletzt Mandeln und Schokolade kurz unterrühren.

Mit zwei TL walnussgroße Kugeln formen. Mit einer nassen Gabel (immer wieder in kaltes Wasser tauchen) plattdrücken.


Beide Bleche nacheinander im vorgeheizten Ofen backen, jeweils 12 Minuten.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Ja, hat das Zeug denn schon wieder Saison?

Saisonal schmeckt's besser: Tortilla Española mit Spinat


Hab ich es nicht gesagt? - Spinat hat immer Saison! Und ich muss ebenfalls sagen, ich habe ein klitzekleine Schwäche für dieses herrliche Gemüse. Schon beim letzten Mal, als es hier um die Aktion #saisonalschmecktsbesser ging, war mein Thema Spinat. Tatsächlich hätte es gleich mehrere Gemüse zur Auswahl gegeben, doch es musste unbedingt der Spinat sein. Über Spargel, Mairübe/Rettich, Blumenkohl, Kohlrabi, Rhabarber, Radieschen und Spitzkohl habe ich eine Weile nachgedacht. Alle Maigemüse sind wirklich toll. Aber nichts hat so eindeutig nach einem bestimmten Gericht verlangt, wie der Spinat.


Spinattortilla ist nämlich auch toll! Gab es sogar in den vergangenen Wochen öfter zum Mittagessen. Dabei stellte sich heraus, dass Tortilla ein ganz hervorragendes Büroessen ist. Kurzes Aufwärmen in der Mikrowelle nimmt das spanische Kartoffelomelette nicht übel. Und selbst der Spinat macht sich nach der Prozedur noch ganz gut.

Saisonal schmeckt's besser - im Mai: Spargel, Mairübe/Rettich, Blumenkohl, Kohlrabi, Rhabarber, Spinat, Radieschen und Spitzkohl!


Im Mai gibt es Gemüse satt und ich habe den Eindruck, nie haben wir mehr Hunger auf all das frische Grünzeug, als zu dieser Jahreszeit. Mir geht es jedenfalls so und als wir auf den letzten Donnerstag im Monat zusteuerten, konnte ich mich lange für nichts entscheiden. Eigentlich möchte ich wirklich jedes saisonale Gemüse empfehlen. Aber andererseits esse ich die meisten Gemüse so pur wie möglich und ich wollte keine Anleitung dazu posten, wie ich ein Bund Radieschen ohne Salz esse.

Dafür empfehle ich aber wie immer den Klick zu den Bloggerkollegen. Wie immer überbieten sie sich alle gegenseitig mit Phantasie und Raffinesse. - Viel Spaß beim Stöbern!

Saisonal schmeckt's besser im Mai: Foodblogs und Beiträge🌱🍴

Kleiner Kuriositätenladen - Hühnerfrikasse mit zweierlei Spargel
trickytine - kumpir mit gebratenem grünen spargel, radieschendip, bulgursalat und pulled lachs
Haut Goût – Gegrillter Spargel und Rippchen mit Rauchbier vom wilden Schwein
S-Küche - Frühlings Spargel Bowl - Spring has Sprung
Cuisine Violette - Ofenlachs mit grünem Spargel mit einem Mairübchensalat
moey’s kitchen -  Vegetarische Spitzkohl-Steaks mit Ziegenkäse, Apfel und Smashed Potatoes
Lebkuchennest - Panzanella mit grünem Spargel & Zitronenvinaigrette
Delicious Stories - Spargel Mousse mit Fischtatar und Fenchelsalat
Kochen mit Diana - Pizza Fiorentina
Wunderbrunnen - Blumenkohlsteak mit Ofenkartoffeln und Blumenkohlpesto
Ina Is(s)t - Kalte Kohlrabisuppe mit Buttermilch
Wallygusto - Frittierter Blumenkohl in Bierteig mit Kräuterquark & Kartoffelspalten
Münchner Küche - Lauwarmer Graupensalat mit weißem Spargel und Radieschen
Madam Rote Rübe - Grüner Spargel-Kartoffelsalat mit Ei auf Kopfsalat
Raspberrysue - Vietnamesische Pfannkuchen mit Mairübchen
Schlemmerkatze - Sauer eingelegte Radieschen
thecookingknitter - Blumenkohl in der Baconbomb
NOM NOMS food - Crostini mit Ofen-Rhabarber, Ziegenkäse, Pistazien & Honig
Ye Olde Kitchen - Spinatpfannkuchen Torte  
ZimtkeksundApfeltarte Rhabarber Popsicles mit Joghurt





Tortilla Española mit Spinat

Zutaten:

für 1-2 Portionen

1 Kartoffel, 200 g
Olivenöl zum Frittieren in der Pfanne
150 g Spinat (oder mehr!)
3 Zehen Knoblauch
3 Eier
Salz
Muskat
Paprikapulver
Die Kartoffel waschen, schälen und in Scheiben schneiden, ca. 3 bis 4 mm.
Die Kartoffelscheiben in einer kleinen Pfanne bei schwacher bis mittlerer Hitze in reichlich Olivenöl frittieren. Aus dem Öl heben und auf einem Teller ausbreiten. Das Öl in eine hitzebeständige Schüssel gießen.

Den Spinat verlesen und waschen. Kurz in kochendes Salzwasser werfen und zusammenfallen lassen. In eiskaltem Wasser abschrecken. Den Spinat mit den Händen gut ausdrücken.
Die Knoblauchzehen schälen und hacken. Etwas von dem Olivenöl zurück in die Pfanne geben und die Knoblauchzehen darin leicht anbraten. Den Spinat hinzufügen und mit Salz würzen.
Die Eier in einer Schüssel mit zwei EL kaltem Wasser verquirlen. Mit Salz, Muskat und Paprika würzen.
Die Kartoffelscheiben auf den Spinat legen. Dabei möglichst viel von dem Öl, das an den Scheiben klebt, abtropfen lassen und die Kartoffeln salzen.
Die verquirlten Eier zu dem Gemüse in die Pfanne gießen und stocken lassen. Sobald der Rand fest geworden ist, die Pfanne bei 180° Umluft in den Ofen stellen. Nach wenigen Minuten sollte die Oberseite ebenfalls gestockt sein.

Sonntag, 15. April 2018

Früher, als wir keine Vanille hatten

Rezept: Milk Bar Birthday Cake


Zu meinem 18. Geburtstag stand meine Oma mit einer Torte in der Tür. Mehrere Schichten Biskuit, Schokolade und Sahne, ummantelt mit Marzipan und nochmals Schokolade, soweit ich mich erinnere. Darauf prangte ein Schild aus Marzipan mit der Zahl des Tages. Die üppige Torte war natürlich nicht selbstgebacken, denn niemand, den ich damals kannte, hätte sich in seine winzig kleine Küche gestellt, um mehrere Cremes anzurühren und Bisquitböden damit zu füllen. - Viel zu aufwendig! Dafür ging man zum Konditor, machte eine Vorbestellung und trug die fertige Torte immerhin eigenhändig nach Hause.

Entgegen aller Vergangenheitsromantik waren alte Damen mit weißer Schürze, die aufwändige Kreationen aus dem Ofen zauberten, in meiner Welt eher die Ausnahme. Zu Hause rührten die Leute alle in den gleichen Plastikschüsseln die gleichen Rührteige und Quarkmassen. Es gab Apfelkuchen, Kirschkuchen und immer wieder Marmorkuchen und alles schmeckte nach diesen künstlichen Aromen aus den kleinen Glasröhrchen, Butter-Vanille, Zitrone und Rum. Vor allem schmeckte aber immer alles nach Vanillinzucker. - Echte Vanille, das waren mickrige, schwarze Stangen, die in einer Art Reagenzglas mit einem Plastikstopfen verkauft wurden. Die verhältnismäßig hochwertige Verpackung rechtfertigte einen eher saftigen Preis, obwohl das Produkt meist schon so gut wie vertrocknet war. Ein weiterer Grund für den sagenhaften Erfolg des synthetischen Vanillearomas, könnte man sagen.

Zum Glück ist es heute einfacher geworden, wirklich hochwertige Vanilleschoten zu erwerben. In den letzten Jahren habe ich das aromatische Gewürz eigentlich nur noch online gekauft. In dieser Zeit habe ich praktisch vergessen, dass künstliches Vanillin überhaupt existiert.

Kindergeburtstag auf Amerikanisch

Doch jetzt kam die synthetische Vanillebombe zurück in mein Leben und sie traf mich mit voller Wucht. Der berühmte Birthday Cake von Christina Tosi ist praktisch randvoll damit. Die erfolgreiche Inhaberin der New Yorker Milk Bar preist Clear Vanilla Extract als unverzichtbare Geheimzutat für ihren Kuchen - Nichts anderes also, als künstliches Vanillearoma. Auch bei Christina ist es der Geschmack ihrer Kindheit und ihrer Geburtstage als kleines Mädchen. Und so schuf sie den Birthday Cake, der wie die aufpolierte Version eines ziemlich leckeren Fertigkuchens schmeckt. Unmengen von Clear Vanilla Extract und verschiedene Zuckerarten verbinden sich zu ziemlich intensivem Süßkram. - Ganz sicher nichts für Leute, die eher was Leichtes oder lieber nicht so süß essen wollen. Der Rest ist Texturentheater, und gebackene Crumbles mit bunten Zuckerstreuseln spielen dabei eine Hauptrolle. Um diesen industriellen Geschmackshammer ein bisschen spannender zu machen, habe ich den Hauptanteil der Backvanille in den Crumbles verbacken. Jeder weitere Tortenbestandteil erhielt dagegen nur einen zarten Hauch der Geheimzutat.

Unschönerweise muss bei diesem Konzept auch der Buttergeschmack ganz stark in den Hintergrund gedrängt werden. Deshalb verwendet Tosi ein geschmacksneutrales, weiches Pflanzenfett. Um so nahe wie möglich am Original zu bleiben, habe ich neutrales, weiches Kokosfett genommen, nicht das neuerdings ubiquitäre Kokosöl. Es scheint mir am ehesten dem Vegetable Shortening zu entsprechen. Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man es mit Süßrahmbutter nicht genauso schön hinkriegt. 

Wem diese ganze Sache jetzt so merkwürdig bekannt vorkommt, der hat vielleicht mitbekommen, dass am Freitag die vierte Staffel Chef's Table auf Netflix online ging. Den Auftakt macht Christina Tosi.







Rezept: Birthday Cake

Original bei der Milk Bar

für einen Tortenring, 15 cm ∅

Zutaten
Für die Crumbles:
100 g Zucker
25 g Rohrzucker
90 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
20 g bunte Streusel
40 g Traubenkernöl
1 Röhrchen Buttervanille

Zubereitung
Den Backofen auf 150°C vorheizen. Die trockenen Zutaten in die Küchenmaschine geben und bei niedriger Geschwindigkeit mischen. Das Öl mit dem Backaroma mischen und in die trockene Mischung gießen, während die Maschine weiter läuft. Auf diese Art sollten ziemlich runde Streusen entstehen. Kann man aber auch von Hand machen, dann wird es eher krümelig. In Backblech mit Backpapier auslegen und dei Streusel darauf backen. - Nicht schlimm, wenn die Mischung eher krümelig und sandig wird. Im Kuchen erfüllt sie ihren Zweck dennoch. Die Streusel auf dem Blech abkühlen lassen.

Zutaten
Für den Kuchen
55 g weiche Butter
60 g Palmin soft
250 g Zucker
50 g Rohrzucker
3 Eier
110 g Buttermilch
65g  Traubenkernöl
wenige Tropfen Vanillearoma
245 g Mehl
6 g Natron
3 g Salz
75 g bunte Streusel

Zubereitung

Ein Backblech von etwa 33x23cm mit Backpapier belegen. Bei mir war es ein Bräter von 24x30 cm. 

Den Backofen auf 180° C vorheizen.

Die Butter mit dem Pflanzenfett in der Küchenmaschine cremig schlagen. Beide Zucker hinzufügen und kräftig quirlen, bis die Mischung weißschaumig wird. Eier, Buttermilch, Öl, Vanillearoma bei geringer Geschwindigkeit unterrühren und dann kurz auf höherer Stufe schlagen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat. Wenn man zu lange quirlt, setzt sich das Fett wieder ab. Das Mehl, Natron, Salz und bunte Streusel kurz in den Teig rühren. Den Teig auf das vorbereitete Blech gießen und im vorgeheizten Ofen etwa 30 Minuten backen. Auf einem Gitter zunächst einige Minuten in der Frm abkühlen lassn und dann vorsichtig auf das Gitter stürzen und vollständig abkühlen lassen.

Zutaten
Für das Frosting
115 g weiche Butter
50 g Palmin soft
55 g Doppelrahmfrischkäse
25 g Traubenzucker
20 g Grafschafter Karamell
wenige Tropfen Buttervanille
200 g Puderzucker
2 g Salz
kl. Prise Natron
wenige Tropfen Zitronensaft

Zubereitung
Die Zutaten nach und nach in der Küchenmaschine oder in einer Schüssel mit dem Handrührgerät zusammenrühren.

Zutaten
Für die Vanillemilch
55 ml Milch
einige Tropfen Buttervanille

Zubereitung
Beide Zutaten kurz vor der Verwendung miteinander verquirlen.

Zusammensetzen der Torte
Das Backpapier von dem abgekühlten Kuchen vorsichtig abziehen. Den Tortenring auf 15 cm arretieren und damit zwei schöne vollständige Kreise aus dem Kuchen ausstechen. Der restliche Kuchen sollte dann noch für zwei Halbkreise reichen, die in der Torte die mittlere Lage abgeben.

Den Tortenring abwischen und auf der Arbeitsfläche (z.B. Backpapier) aufstellen. Den Ring von innen mit Backpapier oder einer stabilen Folie auskleiden. Diese Schicht sollte den Kuchen deutlich überragen, weil die Torte höher gestapelt wird, als der Ring sie halten würde.

Eine Lage Kuchen in den Ring drücken. Die Hälfte der Vanillemilch darauf sprenkeln. Das Frosting in fünf gleichgroße Portionen aufteilen. Die erste Portion auf den untersten Boden streichen. Ein Drittel der gebackenen Streusl darauf verteilen und mit der Hand leicht festdrücken. Eine zweite Portion Creme darauf verteilen und glattstreichen. Die beiden Bodenhälften als ganzen Boden darauf zusammensetzen und mit Vanillemilch besprenkeln. Mit einer Portion Frosting bestreichen, Crumble darauf geben und mit Frosting bedecken. Den Letzten Boden darauf setzen und mit dem Frosting bestreiche. Mit den letzten Crumbles verzieren. Die Torte etwa 3 Stunden kühlen und dann aus der Form lösen.

Donnerstag, 29. März 2018

Lieblingsessen... - mit Spinat und was, bitte?

Saisonal schmeckt's besser: Superspinatsuppe


Hochverehrtes Publikum, es ist mir eine besondere Freude, den heutigen Stargast anzukündigen! Ich kann wirklich sagen, dass uns etwas ganz Besonderes verbindet. Es handelt sich um eine Sie, denn es ist die Suppe. Die Einzigartige, die Köstliche, die Wahrhaftige, - die Super-Spinatsuppe!

Wirklich wahr, ich bin sowas von froh, hier eins meiner Lieblingsessen vorstellen zu können. Die Spinatsuppe ist entstanden, seit ich mal eine Suppe mit japanischen Nudeln und irgendwas Grünem  drin auf einem Foto sah. Sofort wußte ich, wie sie schmecken musste und ein Prototyp war geboren. Zu Anfang war der Bauchwärmer ganz und gar fleischlos. Inzwischen koche ich die Suppe häufiger und weiß würzige, kleine Rindfleischbällchen darin enorm zu schätzen.

Manch einen mag es wundern, dass eine Mahlzeit mit Spinat hier als Lieblingsessen bezeichnet wird. Doch ich wundere mich über mich selbst, weil ich auf diese Art sogar freiwillig Vollkornnudeln zu mir nehme. Eigentlich eine meiner meistgehassten Zutaten überhaupt, aber überraschenderweise in dieser Kombination genau das Richtige. Weil ich bei dem ursprünglichen Rezept ein bisschen an Japan gedacht habe, kommt eigentlich ein Löffelchen Miso in die heiße Suppe. Doch neuerdings neige ich mehr dazu, die Paste wegzulassen und frischen Kurkuma in die Suppe zu reiben. Weil beides den Geschmack jeweils in eine eindeutige Richtung lenkt, würde ich es nicht mischen. Aber hey, wer weiß, ob das nicht sogar richtig klasse schmeckt?

Saisonal schmeckt's besser - im März: Bärlauch, Pastinake & Spinat


Das Schöne an der Spinatsuppe ist, dass sie sich in unseren Breiten ganzjährig mit frischem Grünzeug herstellen lässt. Frischer Spinat aus der Region ist theoretisch übers ganze Jahr erhältlich und schmeckt, - man mag es kaum glauben, eben doch frischer und leckerer als der tiefgefrorene. Jetzt, im März hat er seine ganz große Zeit. Spinat ist nämlich der Retter, wenn das gelagerte Gemüse vom Herbst knapper wird und so richtig viel frisches Grünzeug noch gar nicht aus dem Boden schießt.

Grund genug, den Spinat zum Saisongemüse für den Monat März zu ernennen. Unter dem Motto Saisonal schmeckt's besser kommt der Spinat ganz groß raus, gemeinsam mit Bärlauch und Pastinake. Tolle Rezepte mit diesen Köstlichkeiten erscheinen heute in ganz vielen Blogs.

Saisonal schmeckt's besser im März: Foodblogs und Blogposts🌱🍴

Kleiner Kuriositätenladen - Agnolotti mit Bärlauch & Ricotta
Lebkuchennest - Getrüffeltes Pastinakenpüree mit Pastinakenstroh & Schweinefilet in Madeirasauce
NOM NOMS food - Süßkartoffel-Waffeln mit Spinat und Ei
Schlemmerkatze - Spinatrisotto mit Trüffelbutter
S-Küche - One pot Spinat Pasta     
trickytine - würzige pastinaken pommes vom blech mit knoblauch crème fraîche dip
Dinner4Friends - grüner (Spinat)-Smoothie                                        
Ye Olde Kitchen - Pastinakencrumble
Jankes*Soulfood - Bärlauch-Hummus
Möhreneck - Süßkartoffel-Gnocchi auf Rahmspinat
Kochen mit Diana - Bärlauchwaffeln
Madam Rote Rübe - Spinatsalat mit karamellisierten Honig-Radieschen und Linsen-Vinaigrette
Herbs & Chocolate - Pastinaken-Reiberdatschi
Feed me up before you go-go - Pastinakenkuchen mit Pekannuss, Orange und Anis
feines gemüse – Bärlauch Monkey Bread
Wunderbrunnen - Pastinaken-Spinat-Ravioli
Wallygusto - Spinat-Salzzitronen-Risotto
Emilies Treats - Spinatsalat mit Süßkartoffeln und Oliven
ZimtkeksundApfeltarte - Spinat-Bärlauch-Frittata               
Münchner Küche - Pasta mit Spinat und Walnusscrunch
Haut Gôut – selbst gemachte Wildschweinbratwurst mit Bärlauch
Raspberrysue - Spinat-Süßkartoffel-Strudel
moey’s kitchen - Bärlauch-Ricotta-Gnocchi
Cuisine Violette - Kräuter-Zupfbrot mit Bärlauch
ninastrada - Herzhafte Waffeln mit Spinat und Ei








Rezept: Superspinatsuppe mit Vollkornnudeln

Zutaten:

für 2 Personen

3/4 l Gemüsebrühe

15 cm Lauch, dunkelgrüne Teile in feinen Streifen
150 g geputzten Spinat
60 g VK Spaghetti

Für die Fleischbällchen:
1 EL Sesam
1 kl Knoblauchzehe
1 EL salzarme Sojasauce
1/2 TL Zucker
Gochugaru
(1 TL Paniermehl)
100 g Rinderhack



Nach Geschmack:
frischer Kurkuma, fein gerieben
oder 1 TL Misopaste

Die Fleischbällchen vorbereiten: Die Sesamkörner in einer heißen Pfanne rösten, aber nicht anbrennen lassen. Die Knoblauchzehe schälen und fein würfeln. Sojasauce, Zucker, Gochugaru und nach Geschmack auch Paniermehl (macht die Bällchen etwas weicher)mit dem Rindfleisch verkneten. Aus dem Fleisch möglichst winzige Bällchen formen. 

Die Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Die Vollkornnudeln kurz darin kochen lassen. Die Lauchstreifen hinein werfen und den Spinat in der Brühe kurz zusammenfallen lassen. 

Die Fleischbällchen hinzufügen und bei schwacher Hitze gar ziehen lassen. 

Nach Geschmack Misopaste oder Kurkuma in die heiße Suppe rühren.




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