ÜBER DAS HIER*

Regional und saisonal – rheinisch und jahreszeitlich

Mein Essen kommt auf den Tisch, wenn es reif ist. Alles hat seine Saison, auch wenn von allen Seiten dagegen gearbeitet wird. Muscheln schmecken trotzdem in den Monaten mit R am besten, und irgendwann sollte mit den Muzemändelchen sowieso Schluss sein, - warum nicht also am Aschermittwoch?

Man muss auf Erdbeeren aus Spanien und Spargel aus Peru auch gar nicht so lautstark schimpfen. Die Aggressionen und der Snobismus, die in diesem Zusammenhang verbreitet werden, gehen mir gewaltig auf die Nerven. Das Zeug kommt in erstaunlicher Qualität und Frische in unsere Läden und manch einer freut sich bestimmt darüber, vor allem, wenn im rheinischen Sommer mal wieder Erdbeeren und Spargel im Regen absaufen. - Ich warte dann beharrlich auf einen besseren Sommer, freue mich, wenn ich mit dem Fahrrad zum Spargelfeld radeln kann und wenn meine sonnenwarmen Erdbeeren im Körbchen auf dem Gepäckträger stehen. Doch das geht tatsächlich auch ohne alle anderen für bildungsfern und geschmacksbehindert zu halten.

Bio oder nicht?

Lange habe ich das Mantra runtergebetet, Regional gehe mir vor Bio. Im Prinzip hat sich nichts daran geändert. Ehe ich ein ehemals frisches Lebensmittel im Bio-Supermarkt kaufe, ohne zu wissen, wie viele Kilometer schon auf dem Tacho stehen, kaufe ich lieber beim Nachbarn. Und der Landwirt, der mir geradeaus in die Augen schauen kann, darf meinetwegen auch konventionell produzieren. Es bedeutet ja nicht, dass er seine Tiere quält und mit Medikamenten vollstopft. Doch solche Produzenten, die im konventionellen Betrieb die erforderliche Qualität hervorbringen, muss man suchen. Nur weil die Hühner nebenan im Mist kratzen, legen sie nicht unbedingt die besten Eier. – Oder vielleicht doch? Man kann zumindest die Chance nutzen, sich mit den Landwirten, Metzgern und Bäckern zu unterhalten, Fragen zu stellen und ihnen in die Augen zu sehen. Das ist der Vorteil von regionalen Lebensmitteln.

Nicht aus Prinzip, aber aus Geschmack

Dennoch führt an Bio kein Weg mehr vorbei. Die Zahl der Lebensmittel, die mir nur noch in Bioqualität auf den Teller kommen, nimmt ständig zu. Nicht, weil es nicht möglich wäre, ein Mindestmaß an Qualität auch konventionell zu produzieren, sondern weil Bioware im Geschmack und in der Qualität meist ganz einfach besser ist. Doch es verhält sich ebenso wie mit der regionalen Ware, und wie eigentlich immer in der Küche: Man muss es ausprobieren!

Wenn die Richtung stimmt, kann man auch mal vom Weg abkommen

Wichtig ist mir ein entspannter Umgang mit Essen. Und ich kann das wirklich empfehlen! Qualitätsprodukte, Handwerk, Bio, Soul-Food, Tradition, Nachbarschaft, Saison und Region, - das ist alles toll und macht das Leben schöner. Aber, wenn wir mal ehrlich sind, bringt es uns nicht um, mal beim Burgerbrater zu essen. Auch macht es den Anspruch an die Qualität unserer Lebensmittel nicht unglaubwürdig, wenn wir gelegentlich mal unter Sterneniveau essen. - Die Richtung muss halt stimmen!



Mehr ist es nicht. Einfach nur Spaß am Essen.

Ich wünsche allen Lesern ebenfalls viel Spaß und guten Appetit!

nata















Mehr über nata? - Einfach auf das Bild klicken!






LINKS (EXTERN)

Die Geschichte der Food Blogs / Saveur

Wie Food Blogging das Leben verändern kann / Saveur

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails