Samstag, 11. Februar 2017

Superflausch für den Hotdog

Tangzhong - Auch nur mit Wasser und Mehl gekocht

Hotdog mit klassischen Zutaten | pastasciutta.de

Schon mal von Thangzong gehört? - Nee, ich auch nicht. Als ich vor einiger Zeit das Wort irgendwo aufschnappte, musste ich erst mal googeln. Es handelt sich nicht etwa um eine Stadt in China (oder vielleicht doch, wer weiß?), sondern um eine clevere Brotzutat, die auch als Mehlkochstück oder Water roux bezeichnet wird.  Die Suchmaschine führte zu dem Rezept für ein angeblich superfluffiges Milchbrot. Mit diesem Rezept haute es bei mir irgendwie nicht so ganz hin. Der Teig wurde viel zu flüssig. Aber am Ergebnis ließ sich durchaus absehen, wie es gemeint war. Mit ein bisschen mehr Mehl im Teig musste das die ideale Basis für Burger Buns oder Hotdog Brötchen sein, dachte ich mir.

Was muss das perfekte Sandwichbrötchen können? 

Schon klar, dass die Geschmäcker unterschiedlich sind. Auch bei Backwaren die nur als Träger für Fleisch und Wurst herhalten, haben Menschen unterschiedliche Vorstellungen. Doch bei mir ist die Sache eindeutig. Für mich muss das perfekte Bun vor allem fluffig sein. Eine ganz zarte, weiche Krume und kaum vorhandene Kruste soll sich um gebratenes Fleisch oder Wurst legen, ohne zusätzlichen Druck auf Sauce und Salat auszuüben und ohne alles an den Seiten rauszuquetschen, sobald man reinbeißt. - So jedenfalls stelle ich mir das vor. Und deswegen bin ich froh, dass diese flauschig weichen Brötchen nun in meinem Tiefkühler wohnen. Beim Aufbacken mache ich es wie immer: Die Brötchen kommen in den kalten Ofen. Dann schalte ich auf 170°C und nehme die Brötchen nach 12 Minuten raus. Richtig weich werden sie, wenn man sie unter einem Tuch oder in einem Gefrierbeutel abkühlen lässt. Wobei die Sache mit dem Gefrierbeutel fast schon ein bisschen zu viel des Guten ist.

Und was kommt drauf?

Weil der Teig so leicht und flauschig ist, eignet er sich gleichermaßen für Hotdog-Brötchen wie für Burger-Buns. Für Hotdogs stelle ich rechtzeitig alle Zutaten bereit: Wiener Würstchen, Dänischen Gurkensalat, Röstzwiebeln, rohe Zwiebelwürfelchen, eifreie Mayo, Ketchup und Senf. Oder meinetwegen Hummer oder Eiersalat oder was gerade Spaß macht.

Hotdog-Brötchen vor dem Backen | pastasciutta


EDIT [2017-02-13, 09:09]: Barbara von der Spielwiese hat noch was Interessantes zum Tangzhong zu sagen. Daher hebe ich das mal von den Kommentaren hier hoch. Vielen Dank, liebe Barbara, da wär ich natürlich im Leben nicht drauf gekommen. 😗
Blogger Barbara Furthmüller hat gesagt...
Hast Du noch eins übrig? Ich hätte jetzt richtig Lust auf so ein flauschiges Brötchen!!!

Jetzt musste ich doch mal recherchieren... Also, vorneweg: Ich mag ja in Ostasien das Brot so überhaupt nicht! Die machen dort diese relativ süßen aber superflauschigen Brote ohne Konsistenz. Egal ob Du in Japan, China oder Thailand bist, überall ähnlich. In Vietnam und Kambodscha gibt's baguetteähnliches Brot, dank der französischen Kolonialzeit. Die Chinesen und Japaner haben während der kurzen deutschen Kolonialzeit zwar Bierbrauchen gelernt, aber nicht Brot nach meinem Geschmack machen... Man kann nicht alles haben.

汤种面包: Das sind vier chinesische Silben, die zusammengesetzt Sinn machen: 汤 tāng: Suppe, 种 zhǒng: Art/nach Art von, 面包 miànbāo: Brot, und das jetzt umgedreht: "Brot nach Art einer Suppe", also heiß und gekocht. Acht Jahre Sinologiestudium müssen doch zu was nütze sein. ;-)

Da ich jetzt schon eine Weile nicht mehr in Ostasien war, könnte ich mir sogar vorstellen, das mal zu essen. Ich kann ja am Folgetag ein Sauerteigbauernbrot vom Bäcker meines Vertrauens kaufen. :-)

Superfluffige Hotdog Buns

Zutaten:

für 10 Hotdog-Brötchen

Tangzhong:
25 g Mehl, Type 550
100 ml Wasser

Teig:
125 ml Milch
1 Pck. Trockenhefe
400 g Mehl, Type 550
50 g Zucker
1 TL Salz
1 großes Ei
30 g Butter

eventuell mehr Mehl zum Kneten
Zunächst das Tangzong zubereiten. Dazu Mehl und Wasser in einem kleinen Topf miteinander verrühren. Bei schwacher Hitze weiterrühren, bis ein dicker Brei entsteht. Den Brei beiseite stellen und abkühlen lassen.

Die übrigen Zutaten zusammenrühren und den abgekühlten Mehlbrei unterrühren. Kurz kneten, bis ein homogener Teig entsteht. Den Teig 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig in 10 gleichgroße Stücke teilen und die Stücke (eventuell mit ein bisschen Mehl) in die gewünschte Form bringen.
Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Teiglinge darauf etwa 30-60 Minuten gehen lassen, bis sie ihr Volumen deutlich vergrößert haben.
Den Backofen auf 175°C vorheizen. Eine Schale mit heißem Wasser auf den Boden des Ofens stellen. Die Brötchen insgesamt 20-25 Minuten backen, wobei nach 10 Minuten das Wasser entfernt und der Dampf abgelassen werden kann. Die Brötchen unter einem Tuch abkühlen lassen. 

5 Kommentare:

Miz Threefivesix hat gesagt…

Null Erfahrung mit Brotbacken: ist das Tangzhong dann eine Art Sauerteig?

nata hat gesagt…

Nein, @Ilse, das ist nur Wasser mit Mehl. Der Sauerteig ist ja lebendig. Da sind Kulturen drin, die Stärke verstoffwechseln und dafür hübsche Luftblasen im Teig hinterlassen. Ungefähr so wie Kinder, die den Süßigkeitenschrank leerfuttern und Dir dafür in die Bude pupsen. ;-)

Barbara Furthmüller hat gesagt…

Hast Du noch eins übrig? Ich hätte jetzt richtig Lust auf so ein flauschiges Brötchen!!!

Jetzt musste ich doch mal recherchieren... Also, vorneweg: Ich mag ja in Ostasien das Brot so überhaupt nicht! Die machen dort diese relativ süßen aber superflauschigen Brote ohne Konsistenz. Egal ob Du in Japan, China oder Thailand bist, überall ähnlich. In Vietnam und Kambodscha gibt's baguetteähnliches Brot, dank der französischen Kolonialzeit. Die Chinesen und Japaner haben während der kurzen deutschen Kolonialzeit zwar Bierbrauchen gelernt, aber nicht Brot nach meinem Geschmack machen... Man kann nicht alles haben.

汤种面包: Das sind vier chinesische Silben, die zusammengesetzt Sinn machen: 汤 tāng: Suppe, 种 zhǒng: Art/nach Art von, 面包 miànbāo: Brot, und das jetzt umgedreht: "Brot nach Art einer Suppe", also heiß und gekocht. Acht Jahre Sinologiestudium müssen doch zu was nütze sein. ;-)

Da ich jetzt schon eine Weile nicht mehr in Ostasien war, könnte ich mir sogar vorstellen, das mal zu essen. Ich kann ja am Folgetag ein Sauerteigbauernbrot vom Bäcker meines Vertrauens kaufen. :-)




nata hat gesagt…

Vielen Dank, Barbara, ich hab den Kommentar mal nach oben, in den Text gehoben. Da wird er wahrscheinlich eher gelesen.

Barbara Furthmüller hat gesagt…

Tausche Bierbrauchen durch Bierbrauen... ;-)

Ja, das ist interessant, wie so Rezepte dann durch die Welt reisen.

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