Montag, 21. November 2016

Aufgewärmtes und Alltägliches

Tagebuchbloggen: Sonntagswirsing und Gelbe Bete


Sonntagswirsing, Spiegelei, Gelbe-Bete-Salat | pastasciutta


Immer wieder denke ich darüber nach, mein ganz normales Mittagessen hier in diesen Blog zu posten. Der Platz wäre vorhanden und ich kann weitgehend machen, was ich will.

Ganz normales Mittagessen sieht meist so aus, wie auf diesem Foto. Aufgwärmtes und Alltägliches halt. Der Sonntagswirsing gehört zu den heißgeliebten Standards in meiner Küche und wurde bereits hier und hier öffentlich verspeist. Daneben leuchten Gelbe Bete mit Roten Zwiebeln und Spiegelei um die Wette, denn der graue Montag kann es vertragen. Das ist alles so banal, wie es überhaupt nur sein kann. Aber andererseits freue ich mich über ein derart simples Mittagessen eben so, dass ich es gerne irgendwo mitteilen möchte.

Während bei Facebook ja noch immer recht viele User unterwegs sind, deren Leben so außergewöhnlich und spektakulär ist, dass sie über die Foodfotos nur lachen können, ist hier im Blog eh nix anderes los. Nix als Essen, so weit man sieht. Nicht mal ne anständige Erörterung der Umweltaufreger Bio und Regional. Das Essen taugt dazu nicht, denn es ist nämlich beides. Und in der jüngeren Zeit muss man sich gerade wieder sehr stark bekennen und darf entweder Bio-Äpfel aus China oder konventionellen Kohlrabi aus dem Vorgebirge essen. Dazwischen geht momentan gar nix.

Am besten, wir vergessen das mit dem Alltagsessen und ich poste ab morgen wieder auf Instagram. Da muss es wenigstens nur #clean und #healthy sein.

6 Kommentare:

Suse hat gesagt…

Huch! Warum bist so verschnupft? Soll doch jeder schreiben worüber er will und bei den ganzen Aufregungen ist Alltagsküche doch wunderbar und verlässlich :-)

nata hat gesagt…

Verschnupft, - kommt das so rüber? Nö, zum Glück nicht! Nur nicht ganz schlüssig darüber, wohin mit meinem Essen. So ganz weiß ich es jetzt immer noch nicht. Vor einem halben Jahr habe ich schon einmal ne ganze Weile das normale Mittagessen hier gepostet und mich darüber gewundert, wie gern das gelesen wurde. Nachdem ich es ne Weile nicht gemacht habe, kommt es mir schon wieder so uninteressant vor. Das heißt, uninteressant für andere Leute. Mir selbst macht mein Essen ja jeden Tag Spaß.

Miz Threefivesix hat gesagt…

Ich glaube sehr an das ganz normale Essen im Blog. Ich habe mehr Ideen aus Blogs bezogen als aus all meinen Kochbüchern, weil die Rezepte - im Gegensatz zu irgendwelchen schön aussehenden, aber unrealistischen in Büchern und Zeitschriften - in irgendeiner normalen Küche erprobt und gekocht worden sind.

Barbara Furthmüller hat gesagt…

Für mich kommt das ganz normale Essen auf den Blog - da wird dokumentiert, was ich esse, fertig, aus. Die ganzen momentanen Aufreger bringen eh nichts, in den 1970ern dachte man auch, dass Eier böse fürs Cholesterin sind, inzwischen sind fast alle Mythen von damals entmystifiziert, und mit manchen Hypes von jetzt wird es bald genauso sein. Die Social Media Portale eignen sich meiner Meinung nach nur bedingt, um Foodfotos und Rezepte zu veröffentlichen. Da findet man ja nichts wieder, was mal da war, und lesen kann es auch nur derjenige, der gerade per werbeoptimiertem Algorithmus darauf gestoßen wird. Also: Weiter bloggen. Am liebsten Alltagsküche. Foodporn ist nur fürs Auge. Deine Rezepte sind zum Nachkochen.

nata hat gesagt…

@Ilse: Vielen Dank! - Eigentlich geht es mir bei anderen Blogs auch so. Mich interessiert meist viel mehr, was die Leute wirklich essen, als ein Rezept für einen gestylten Teller.

nata hat gesagt…

@Barbara: Danke! Die Auffindbarkeit ist noch so ein Stichpunkt. Auch wenn es hier nur um den Spaß am Essen geht, manchmal möchte ich mich doch an ein Essen erinnern, das mal gewesen ist. Das spricht ebenfalls dafür, den Platz im Blog zu nutzen.

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