Samstag, 28. Februar 2015

Hopfen kann jetzt auch anders



Produktproben an Blogger zu senden, kann eine gute Idee sein oder auch nicht. Vorher freundlich zu fragen, ob die Probe erwünscht sei, schafft aber die richtigen Voraussetzungen. So war es in diesem Fall und ich habe erfreut zugestimmt, die neue Hopfenlimonade zu probieren.

Hopfen wird normalerweise dem Bier zugesetzt. Mit dem Boom der kleinen, handwerklichen Brauereien erlebt das Würzmittel zunehmende Aufmerksamkeit. Wenn man früher einen Brauer fragte, mit welchem Hopfen er sein Bier braute, lautete die Standardantwort eigentlich immer "Hallerthauer Aromahopfen". Inzwischen können einem schon mal die Ohren klingen, wenn die Bierbrauer erzählen, wie und womit sie ihr Bier würzen. Da kommen auf einmal fruchtige, blumige und verspielte Aromen in den Gerstensaft. Sie stammen alle vom Hopfen, der nicht länger einfach nur bitter schmeckt. - Ich mag das! Weil ich ein Fan dieser Entwicklung bin, war ich neugierig auf den Geschmack der "weltweit ersten Hopfenlimonade".

Hopster ist hell und klar wie ein Weißwein und sprudelt wie eine Limonade. Der Duft ist schwer einzuordnen, erinnert aber nicht an Bier. Dann die Überraschung: Hopster schmeckt auch nicht wie ein Biermischgetränk oder Brauerei-Fassbrause. Der Geschmack erinnert eher an Kräuterlimonade, ist aber rund und harmonisch und nur ganz leicht süßlich. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, dass auch Grüntee enthalten ist. Die verwendeten Hopfensorten aus der Hallerthau heißen Taurus, Tradition, Perle und Cascade. Für meinen Geschmack ein absoluter Volltreffer.

Für diesen Beitrag habe ich eine Produktprobe nach vorheriger Absprache kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Von unaufgeforderten Zusendungen bitte ich weiterhin abzusehen!

Samstag, 21. Februar 2015

Ausflug in die Rureifel - Immer noch schön da!

Wochenende, Samstag, eigentlich könnte, müsste man so viel machen... Die Lust auf einen kleinen Ausflug kam irgendwann beim Aufwachen und rückte alle anderen Pläne in den Hintergrund. 

Heute Morgen kurz angerufen und nach freien Plätzen gefragt. Könnte knapp werden, Wettsteins Restaurant ist meist gut besucht. Aber ja, zwei gehen noch. - Prima, wir sind bald da!

Lange Zeit war das Wettsteins in meiner Familie unangefochten erste Wahl für kurze Ausfahrten am Wochenende. Dass sich das irgendwann änderte, lag nicht am Lokal, sondern schlicht daran, dass die ebenso notwendigen wie gewohnheitsmäßigen Ausflüge irgendwann aussetzten. 

Umso mehr freute ich mich auf mein Mittagessen. Die Sonne leistete ihren Beitrag, was insofern erwähnenswert ist, weil die Voreifel in meiner Vorstellung immer eher ein bisschen schattig ist. Aber das spielt sich wohl vorwiegend in meinem Kopf ab. 

Nordsee-Bouillabaisse


In Merode gönnte ich mir gleich ein kühles Glas vom feinen Haussekt der Familie. Die Wirtin, Stefanie Faber-Wettstein, hat irgendwann den Weg von der Mosel an die Rur gefunden und dabei offenbar die Getränke mitgebracht. Ihr Mann, Rudolf Wettstein, schickt aus der Küche unter anderem solche Köstlichkeiten: Bouillabaisse von Nordseefischen mit Hummerravioli. Leider war ich nicht schnell genug, um auch noch das geröstete Brot mit der Rouille abzulichten.

Fritten!

Fritten, wie sie sein sollen, goldgelb und knusprig, nicht braun. Keine Angst, das wahnsinnig freundliche Personal kuckt einen auch dann nicht tadelnd an, wenn man mal Fritten nachordert. (Was heute Mittag echt unsere Kapazitäten gesprengt hätte.)

Skrei


Skrei mit Rote Bete, Meerettichschaum und eigentlich Petersilienkartoffeln. - Ja, netter Versuch... 

Seeteufel


Seeteufel mit Zitronen-Pfeffersauce und grünem Spargel. - Eine Vorspeise mit Jakobsmuscheln, Räucher-Kartoffelpüree und Blumenkohl schaffete es ebenfalls nicht aufs Foto. Wir hatten immerhin seit dem Frühstück, zirka zwei Stunden zuvor, nichts gegessen und brauchten dringend neue Energie!





Donnerstag, 19. Februar 2015

Kimchi - Die Abkürzung ist das Ziel

Schnelles Kimchi


Es geht also doch! Offenbar darf man sich beim Thema Kimchi nicht entmutigen lassen. Als ich vor etwa einem Jahr zum ersten Mal traditionelles Kimchi hergestellt habe, fing es schon beim Einkauf an. Drei wunderschöne Chinakohl-Köpfe legte ich im Bioladen auf das Band, als der Kassierer wissen wollte, was ich damit vorhabe. "Gefüllte Kohlköpfe?" mutmaßte er. Nein, ich komme gerade mit lauter Original-Zeug aus dem koreanischen Laden und ich werde Kimchi herstellen. Was dann folgte, war nicht gerade motivierend. Der Kassierer berichtete, wie oft er es schon versucht habe und dass er schließlich dazu übergegangen sei, seinen riesigen Kimchi-Bedarf durch Einkäufe in Düsseldorf zu decken. Upps.

Ein Jahr später erinnern wir uns, dass mit meinem Kimchi damals alles ganz wunderbar geklappt hat. Doch so richtige Lust auf einen neuen Versuch hatte ich bisher nicht. Die ganze Sache ist für meine Verhältnisse ein bisschen zu aufwändig. Der Kühlschrank ist danach wochenlang voller Plastikdosen mit gärendem Kohl und, -das stört mich eigentlich am meisten, eine fast jungfräuliche Packung Babyshrimps fliegt in den Müll, weil mir absolut keine andere Verwendungsmöglichkeit dafür einfällt.

Doch wie komme ich nun an mein Kimchi? Soll ich etwa auch *räusper* nach Düsseldorf fahren? Was ist, wenn mir da etwas passiert? Wenn mir zum Beispiel einer heimlich Blattgold unter den Chinakohl mischt? Vielleicht jagen sie mich auch mit ihrem Altbier aus der Stadt? Wie soll ich das meinen Eltern erklären?

Schnelles Kimchi im Glas


Ein Rezept von Petra Holzapfel versprach Hilfe und ich probierte es mit kleinen Abwandlungen aus. Das heißt, das Rezept ist schon super, aber ich habe alle Zutaten einfach nach Gusto bemessen und darüber hinaus Lauch statt Frühlingszwiebeln verwendet. Leider habe ich auch der Versuchung nachgegeben, etwas Reismehl unter das Gemüse zu mischen. Das würde ich beim nächsten Mal einfach unterlassen, weil die Mischung dadurch nicht wirklich Saft ziehen kann. Das Glas habe ich eine gute Woche bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Danach habe ich das Kimchi in zwei kleine Gläser umgefüllt, die nun im Kühlschrank stehen.


Kimchi, Spinat, Breitlauch, Reis, Spiegelei, Sesam, Gochugaru


Heute Mittag das erste Kimchi-Essen mit Reis, Spinat mit Salz und Sesamöl, Lauch mit Sojasauce, Kimchi, Spiegelei, Meersalz, Gochugaru und geröstetem Sesam.


Montag, 2. Februar 2015

Gib mir Saures - Oder: Fütter mich!

Schellis Alpenroggen

Das Alpenroggen ist ein Geschenk von Schelli. 
So sieht das Brot nämlich aus, 
wenn es vom Könner kommt. 
Mehr dazu bei Schelli kocht.


Der Mensch lebt nicht vom Kuchen allein. Ab und zu muss man auch Brot essen und gelegentlich sollte man sich den Spaß gönnen, sein Brot selber zu backen. Einem Sauerteig beim Entstehen zuzusehen, ist so faszinierend, dass ich es kürzlich zum zweiten Mal getan habe: Einfach nur 100 g Roggenmehl Type 1150 mit 100 ml lauwarmem Wasser verrühren und, mit einem Teller abgedeckt, an einem warmen Ort stehen lassen. Danach alle 12 Stunden füttern und jedes Mal 100 g Roggenmehl und 100 ml lauwarmes Wasser unterrühren. Meist habe ich ein bisschen mehr Wasser genommen, weil mir der Teig sonst zu fest schien. Auf diese Weise habe ich den Sauerteig vier oder fünf Tage gepflegt, bis eine ordentliche Menge zusammengekommen war. Außerdem blubberte der Teig und wollte aus der Schüssel raus, ins richtige Leben. Mein Sauerteig hat relativ früh eine deutliche Säure entwickelt (riecht angenehm nach Sauerteigbrot und schmeckt sauer) und die Blasen im Teig waren wohl ein Zeichen dafür, dass auch Hefepilze in meinem Sauerteig leben.


Blubbernder Sauerteig



Mit sowas kann man arbeiten. Also machte ich den Sauerteig backfertig, indem ich diesen Anweisungen folgte und mein erstes Roggenbrot vom neuen Sauerteig buk.
Beim zweiten Durchgang hielt ich mich auch noch an das Rezept von Pöt, denn die Anleitung zur Herstellung von Sauerteig entnahm ich ebenfalls seinem Forum und das hat alles sehr gut geklappt, so wie vor ein paar Jahren schon einmal.

Beim dritten Brot mit dem neuen Sauerteig habe ich mir jetzt ein paar Freiheiten genommen und einfach wieder drauf los gebacken. Im Prinzip versuche ich Pöts vereinfachter 3-Stufenführung zu folgen, aber man kann es sich nicht immer aussuchen. Ich renne also mit meinem Sauerteig und einem alten Thermometer durch die Wohnung, um Plätze mit der richtigen Temperatur zu finden. Mal geht das und mal fällt die Temperatur ohne mein Zutun über Nacht um 5°. Mal gehe ich mit dem Sauerteig schlafen und mal vergesse ich, ihn nach dem Aufstehen zu füttern, - was soll’s. Am Ende kommt ein ziemlich leckeres Weizenmischbrot dabei heraus. Weizenmischbrot esse ich ziemlich gerne, eigentlich noch viel lieber als reines Roggenbrot.  

Ganz besonders freut mich, dass ich jetzt auch regionales Mehl gefunden habe. Die Horbacher Mühle im Bergischen Land verwendet rheinisches Getreide und liefert mir die Qualität, die aus meinen stümperhaften Back-Skills leckeres Brot macht (und nein, das ist keine bezahlte Werbung!).


Zwei kleine Weizenmischbrote

Anfängerbrote. 
So sehen meine Weizenmischbrote aus, 
nachdem der junge Sauerteig 
die dritte Runde gedreht hat.

Weizenmischbrot mit Sauerteig

Samstagmittag

100 g Roggensauerteig
mit 100 g Roggenmehl 1150
und 100 ml lauwarmem Wasser verrühren und abgedeckt (z.B. auf einen Teller auf der Heizung), bei 28°C, 8 Stunden stehen lassen

Samstagabend

Wieder 100 g Roggenmehl und 100 ml lauwarmes Wasser darunter mischen und abgedeckt 12 h (z.B. neben der Heizung) stehen lassen, bei 23° C.

Sonntagmorgen 

Nochmals 100 g Roggenmehl und 100 ml lauwarmes Wasser unterrühren und 4 Stunden bei ca. 18°C abgedeckt stehen lassen.

Den Teig herstellen: 500g dunkles Weizenmehl (Type 1050), 20 g Salz und ca. 300 ml (vorsichtig rantasten!) lauwarmes Wasser hinzufügen und gründlich kneten, ca. 10 Minuten (länger macht es der Handrührer nicht, danach steigt Rauch auf).

Gärkörbchen und eine flache Form mit Tuch ausgelegt


2 Gärkörbchen einstäuben. Oder, wie bei mir, ein Gärkörbchen und eine Gratinierschale mit einer Serviette, die mit Stärke eingepudert wurde.

Aus dem Teig zwei Laibe formen und rund wirken. Zum Gehen in die Körbchen legen. Bisschen mit Wasser einpinseln. Bei eingeschalteter Lampe im Backofen ca. 2 h gehen lassen, bis sich die Laibe etwa verdoppelt haben.

Rausnehmen.

Backofen auf 250°C vorheizen.

Die Teiglinge vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech stürzen und in den Ofen schieben. Eine flache Schale mit heißem Wasser füllen und auf den Boden des Backofens stellen.

Nach 20 min. die Wasserschale rausnehmen und die Temperatur auf 200°C senken. 
Weitere 20 min backen.

Rausnehmen und unter einem Tuch abkühlen lassen.

Brot und Erbsensuppe



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