Dienstag, 10. November 2015

Kaffeefahrt nach Frankfurt

Kaffeegeräte einer Teetrinkerin | pastasciutta.de

Wenn ich Lust auf Kaffee habe, denn macht mich meist meine kleine Herdkanne glücklich:
Mit Espresso füllen, 50 ml Wasser eingießen, Platte aufdrehen. 


Ein bisschen warten, bis es blubbert. Dann die Platte runter schalten, und nach vier Minuten genieße ich den ersehnten Schluck. Für mein Empfinden zaubert die kleine Kanne den perfekten italienischen Geschmack, den ich so liebe.
Doch wenn ich so in meinen Küchenschrank sehe, finden sich darin noch andere Gerätschaften zur Zubereitung des heißen Frischmachers. Da steht eine etwas größere Herdkanne neben einer Frenchpress und einem Kaffeefilter mit Papier und Thermoskanne. Neuerdings habe ich auch noch eine kleine Chemex. Ganz schön viele Kaffeeutensilien für eine gewohnheitsmäßige Teetrinkerin, oder?

Espresso macchiato von der Meisterin | pastasciutta.de

Kürzlich war ich zum Kaffeetrinken in Frankfurt. Nicht irgendwo, sondern bei Lavazza. Das Familienunternehmen aus Turin betreibt weltweit 50 Schulungszentren, und eines davon befindet sich in Frankfurt. Ulrike Neiss bildet hier normalerweise Profis aus, die an beeindruckenden Siebträgermaschinen sagenhafte Sachen machen: Espresso, Ristretto, Americano, Coretto, Cappuccino, Flat White, Mocca… So weit reicht mein Ehrgeiz allerdings nicht.

Zum Willkommen bereitet mir die Leiterin des Trainingcenters erst einmal einen sehr leckeren Espresso mit einem Schluck Milch - oder Espresso Macchiato, wie ich jetzt weiß. Die Marketing Managerin Silke Riebel reicht dazu italienische Dolci von allerfeinster Qualität, die meine Selbstdisziplin sehr auf die Probe stellen. 

Aus reiner Höflichkeit verputze ich nur wenige Cannoli und Sfogliatelle und lasse den anderen Bloggern auch noch was übrig.

Feine Dolci bei Lavazza | pastasciutta.de


Mit leuchtenden Augen präsentieren Silke und Ulli die Imagefilme des Hauses und betonen mehrfach, dass es sich bei dem Espressogiganten aus Turin immer noch um ein Familienunternehmen handelt. Tatsächlich wird Lavazza in vierter Generation von der Familie Lavazza geführt.

Wir erfahren einige Basics über Kaffee. 


Kaffee wächst hauptsächlich in Brasilien und Vietnam. - Kaffeepflanzen stehen immer mit anderen Pflanzen zusammen. - Das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche könnte möglicherweise doch interessant sein, zum Beispiel für Kaffeekirschentee, wird aber bisher kaum verwendet. - Bei den Sorten unterscheidet man zwischen Arabica und Robusta. Die Arabicabohne ist länglich und hat meist einen S-förmig geschwungen Schlitz. Die Robustabohne ist dagegen etwas kleiner und rund. Die Sache mit 100% Arabica ist zwar ein Werbespruch, sagt aber im Grunde nix aus. Ich persönlich trinke gerne eine Mischung mit relativ hohem Robustaanteil, wie zum Beispiel Lavazza Crema e Gusto.

Lavazza Training Center Frankfurt | pastasciutta.de

Wichtige Tipps der Expertin:

  • Licht und Luft schaden dem Kaffee! Da gilt es so manche Sitte zu überdenken. Kaffeebohnen lange in einem lichtdurchlässigen Gefäß rumstehen lassen, wie zum Beispiel im Vorratsbehälter der Kaffeemühle, ist keine gute Idee.
  • Im Kühlschrank hat die geöffnete Packung nichts zu suchen, denn der Kaffee zieht darin die Feuchtigkeit an.
  • Wer den Kaffee bereits gemahlen kauft, sollte auf das Umfüllen verzichten und einfach die geöffnete Packung so gut es geht (z.B. mit einem Vakuumclip) wieder verschließen und dann komplett in eine festverschließbare Dose geben.
  • Sauberkeit ist wichtig und wirkt sich positiv auf den Geschmack aus. Im Lavazza Trainingcenter ist daher alles blitzsauber. Profis reinigen das Mahlwerk ihrer Maschinen sowieso regelmäßig mit speziellen Pellets, die alle Rückstände des Kaffees entfernen.
  • Es versteht sich von selbst, dass das Milchmodul ständig sauber gehalten wird.

Mein erster Cold brew! | pastasciutta.de

Und dann geht es ans Probieren! 


Ulli reicht mir den ersten Cold brew meines Lebens, ganz schlicht, auf Eis. Den kalten Kaffee kann ich mir ganz gut mit etwas Süßem oder mit Alkohol vorstellen. Zur Zubereitung empfiehlt sie eine French Press.

Ulrike Neiss von Lavazza macht Mokka | pastasciutta.de

Kaffee aus dem Siphon und aus der Aeropress | pastasciutta.de

Die Expertin legt jetzt so richtig los. Ulrike mahlt den Kaffee mal fein, mal grob. Nach Art des türkischen Mokka kocht sie den Kaffee auf dem Herd. Sie lässt das Wasser aufkochen und abkühlen, gibt das Kaffeepulver in einen Stahlfilter, in die Aeropress oder in einen Siphon. Wir trinken einen Kaffee nach dem anderen und zum Schluss noch Espresso aus der Profimaschine mit unterschiedlichen Kontaktzeiten. Jeder Schluck ist ein völlig neues Erlebnis, denn jeder Kaffee schmeckt anders. Ich bin wirklich beeindruckt. - Das Geheimnis? Es handelt sich immer um den selben Kaffee, Lavazza Qualità Oro, der bei jeder Zubereitung ganz andere Nuancen entwickelt. Kaum zu glauben, dass es immer der selbe Kaffee ist.

Ulrike Neiss, Leiterin des Trainingcenters, in ihrem Element

Nun sehe ich meine kleine Sammlung von wenigen Kaffeegeräten in einem anderen Licht. Es lohnt sich wirklich, den Lieblingskaffee mal unterschiedlich zuzubereiten. Auch wenn ich nicht ansatzweise so virtuos darin bin wie die Expertin, nehme ich mir das Erlebnis im Trainingcenter zu Herzen und ganz fest vor, öfter mal was Neues mit Kaffee auszuprobieren.

Vielen herzlichen Dank an Lavazza! Ich wurde zu dem Ausflug nach Frankfurt eingeladen und Lavazza hat sowohl die Reisekosten als auch Unterkunft und Verpflegung übernommen.

3 Kommentare:

Nachgekocht hat gesagt…

Das hört sich nach einem richtig tollen Tag an. Kaffee ist so ein interessantes und zum teil komplexes Thema. Die schöne Chemex steht auch noch auf meine Wunschliste. Die Hario Siphon auf dem Bild auch ;-)

nata hat gesagt…

Jetzt kann ich solche Wünsche auch verstehen. Nachdem ich die unterschiedlichen Zubereitungen genossen habe, verstehe ich zum ersten Mal, wieso man verschiedene Gerätschaften braucht. Aber dieser Siphon macht natürlich auch optisch was her.

Nachgekocht hat gesagt…

Oh ja :) Habe mir fürs Büro eine Areopress zugelegt, weil der Kaffee aus der damaligen Kaffeemaschine mir nicht besonders schmeckte. Wie sich raus stellte wars nicht nur die Machine, sondern auch der Kaffee ;-)

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