Donnerstag, 19. Februar 2015

Kimchi - Die Abkürzung ist das Ziel

Schnelles Kimchi


Es geht also doch! Offenbar darf man sich beim Thema Kimchi nicht entmutigen lassen. Als ich vor etwa einem Jahr zum ersten Mal traditionelles Kimchi hergestellt habe, fing es schon beim Einkauf an. Drei wunderschöne Chinakohl-Köpfe legte ich im Bioladen auf das Band, als der Kassierer wissen wollte, was ich damit vorhabe. "Gefüllte Kohlköpfe?" mutmaßte er. Nein, ich komme gerade mit lauter Original-Zeug aus dem koreanischen Laden und ich werde Kimchi herstellen. Was dann folgte, war nicht gerade motivierend. Der Kassierer berichtete, wie oft er es schon versucht habe und dass er schließlich dazu übergegangen sei, seinen riesigen Kimchi-Bedarf durch Einkäufe in Düsseldorf zu decken. Upps.

Ein Jahr später erinnern wir uns, dass mit meinem Kimchi damals alles ganz wunderbar geklappt hat. Doch so richtige Lust auf einen neuen Versuch hatte ich bisher nicht. Die ganze Sache ist für meine Verhältnisse ein bisschen zu aufwändig. Der Kühlschrank ist danach wochenlang voller Plastikdosen mit gärendem Kohl und, -das stört mich eigentlich am meisten, eine fast jungfräuliche Packung Babyshrimps fliegt in den Müll, weil mir absolut keine andere Verwendungsmöglichkeit dafür einfällt.

Doch wie komme ich nun an mein Kimchi? Soll ich etwa auch *räusper* nach Düsseldorf fahren? Was ist, wenn mir da etwas passiert? Wenn mir zum Beispiel einer heimlich Blattgold unter den Chinakohl mischt? Vielleicht jagen sie mich auch mit ihrem Altbier aus der Stadt? Wie soll ich das meinen Eltern erklären?

Schnelles Kimchi im Glas


Ein Rezept von Petra Holzapfel versprach Hilfe und ich probierte es mit kleinen Abwandlungen aus. Das heißt, das Rezept ist schon super, aber ich habe alle Zutaten einfach nach Gusto bemessen und darüber hinaus Lauch statt Frühlingszwiebeln verwendet. Leider habe ich auch der Versuchung nachgegeben, etwas Reismehl unter das Gemüse zu mischen. Das würde ich beim nächsten Mal einfach unterlassen, weil die Mischung dadurch nicht wirklich Saft ziehen kann. Das Glas habe ich eine gute Woche bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Danach habe ich das Kimchi in zwei kleine Gläser umgefüllt, die nun im Kühlschrank stehen.


Kimchi, Spinat, Breitlauch, Reis, Spiegelei, Sesam, Gochugaru


Heute Mittag das erste Kimchi-Essen mit Reis, Spinat mit Salz und Sesamöl, Lauch mit Sojasauce, Kimchi, Spiegelei, Meersalz, Gochugaru und geröstetem Sesam.


4 Kommentare:

Frau M. vom zehnten Stock Links hat gesagt…

KIMCHI. Meine LIEBE!!! Bin vor Jahren durch eine koreanische Bekannte aufmerksam gemacht worden, ihre Mutter macht Kimchi selbst...mittlerweile oft und viel Kimchi gegessen und viele viele verschiedene Qualitätsunterschiede festgestellt. Mittlerweile ist es ja doch meistens europäisch entschärft. Und vielen Dank, jetzt hab ich Hunger.
Sei lieb gegrüsst!

nata hat gesagt…

@Frau M: Lieben Gruß zuück! So weit, dass ich Qualitätsunterschiede rauschmecken kann, bin ich definitv noch nicht.

Petra aka Cascabel hat gesagt…

Das sieht sehr gut aus! Was mich daran erinnert, dass noch ein Glas Kimchi im Kellerkühlschrank vor sich hin dümpelt, das sollte ich unbedingt vernichten. Kürzlich habe ich irgendwo eine Suppe gesehen, die mit gut gereiftem Kimchi gemacht werden sollte...

nata hat gesagt…

Danke, das Rezept ist ja auch prima! Gereiftes Kimchi brauchst Du Für Kimchi Jigae, diesen Eintopf. Den mag ich auch sehr gerne.

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