Mittwoch, 30. Dezember 2015

Ewige Vorsätze für das neue Jahr
und ihre aktuelle Bewertung


Gesünder ernähren 

Du solltest Dich fragen, ob es im abgelaufenen Jahr Momente gab, in denen Du wirklich ganz sicher warst, etwas Ungesundes zu essen. Hast Du je bedauert, nicht genug grüne Smoothies oder Chiasamen zu Dir genommen zu haben? – Im Ernst?

Weniger Alkohol trinken? 

Jetzt mal ehrlich, … Und dann?

Endlich abnehmen 

Bloß nicht! Man hört ja so viel über ausgemergelte Gesichter, Falten und schlimme Fettschürzen. Und dann ist da immer die Angst, dass man wieder zunimmt. Wer will schon bis an sein Lebensende nur grüne Blättchen essen?

Nett sein 

Lohnt sich bekanntlich immer. Wir arbeiten daran. Und gelegentlich klappt es auch.

Mehr Vorräte anlegen 

Ganz unbedingt! Jedes Jahr nehme ich mit vor, mein eigenes Zeug im Garten oder auf dem Balkon zu ziehen, mehr Marmelade zu kochen und endlich wieder größere Mengen Fond anzusetzen. Die Sache hat zwei entscheidende Vorteile: 1. Mehr Freude an selbstgemachten Sachen 2. Endlich wieder ein Grund, beim Schwarzmarkt im Marieneck mitzumachen.

Nur noch beschriftete Sachen einfrieren

Nie wieder TK-Bingo!

Mit dem Rauchen aufhören

Aber sofort! Das ist ein kostenloser Tipp von mir. Diesen Mist habe ich schon vor vielen Jahren abgehakt und keinen Tag bereut. Das Beste, was man machen kann, ganz ehrlich!

Mehr Sport machen

Können vor Lachen. Wegen anhaltender Wehwehchen hatte ich in diesem Jahr nicht die leiseste Chance dazu. Aber pünktlich zum Jahreswechsel sieht alles schön aus und ich kann es gar nicht abwarten, die alten Knochen wieder zu bewegen.

Weniger fernsehen
Unbedingt! Gibt ja Netflix.

Mehr bloggen
Jedes Jahr gelobe ich Besserung an dieser Stelle und auch dieses Mal ist es ganz ehrlich gemeint: Ich will wirklich wieder mehr bloggen. Und ich freue mich, wenn möglichst viele es genauso machen. Gehet hin und macht Blogs, schreibt, fotografiert, filmt, sendet!

Ich wünsche Euch allen einen guten Start ins neue Jahr und jede Menge Glück, Liebe, Erfolg für 2016!    

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten 2015


Frohe Weihnachten, Ihr lieben Menschen! Ich wünsche Euch allen ein schönes Fest! 

Dienstag, 22. Dezember 2015

Weihnachtsplätzchen, Versuch und Volltreffer

Ein Herz für Weihnachtsplätzchen!



Endlich gibt es hier leckere Weihnachtsplätzchen! Fleißige Hausfrauen backen sowas ja schon Wochen im Voraus. Ganz anders sieht es dagegen bei mir aus. Die Adventsbäckerei habe ich die ganze Zeit vor mir her geschoben. Dann war ich plötzlich fest entschlossen und bin doch wieder gescheitert. Wer kennt das nicht, - man steht ein bisschen unentschlossen in der Küche rum und ZACK!, einen Moment später hat man die Pfanne aufgesetzt und schält Kartoffeln. Sowas passiert, wenn man ohne Rezept arbeitet!


Zum Glück fielen mir dann die zauberhaften Polvorones von der lieben Evi wieder ein. Vor einiger Zeit  hatte ich sie bereits nachgebacken und ich muss sagen, diese Plätzchen bewegen sich schneller als meine geliebten Papageien vor dem Fenster. Manche Sachen sind echt schwierig zu fotografgieren. Doch wenn man sich auf die Lauer legt und ein bisschen Geduld hat, kriegt man auch mal so einen grünen Schreihals vor die Linse.

Halsbandsittich vor meinem Fenster


So ähnlich ist das mit den Polvorones dann auch. Gestern habe ich nicht nur einen Halsbandsittich erwischt, sondern auch noch mal Polvorones gebacken. Und dann habe ich hinter der Kamera abgewartet, bis heute morgen die Sonne aufging, um die Plätzchen zu fotografieren.

Das Rezept wurde in zwei Stufen ganz heftig abgewandelt, - zunächst von Evi und dann noch einmal von mir. Was bleibt, sind ziemlich schweinöse Plätzchen, die genau wie Polvorones in Mund zu Staub zerspringen, mit einem leichten Schoko-Nussaroma. - Ich bin sehr begeistert! Der Teig schmeckt ungebacken schon unverschämt gut, lässt sich schnell und unkompliziert herstellen und verarbeiten. Meine Schwarzpulverones sind absolut last-minutetauglich, schmecken allerdings noch besser, wenn sie eine Übernachtung in einer geschlossenen Dose hinter sich haben.


Schwarzpulverones - Schoko-Haselnuss-Bomben


Schwarzpulverones

Zutaten:

abgewandelt nach Evis Kyche



100 g Haselnüsse
350 g Butter
225 g Zucker
1 Prise Salz
1 TL Vanilleextrakt
240 g Mehl
2 geh. TL Kakaopulver









































Die Haselnüsse im Mixer fein zerschreddern. 

Die Butter bei sanfter Hitze schmelzen, leicht abkühlen lassen und den Schaum abschöpfen. Das klare Butterfett in eine Schüssel gießen und die milchigen Anteile im Topf zurück halten. Das Butterfett sollte ungefähr 225 g ausmachen. 

Das Butterfett mit dem Zucker, Salz und dem Vanilleextrakt mischen und für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. 

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. 

Den Ofen auf 190°C vorheizen.  
Die Butter-Zuckermischung mit einem Handrührer schaumig schlagen. 

Mehl, Kakao und Haselnüsse untermischen, bis ein leicht krümeliger Teig entsteht. Den Teig in zwei bis drei Portionen jeweils auf 1-1,5 cm Stärke ausrollen. Daraus dicke Plätzchen von 5 cm Durchmesser ausstechen. 

Die Plätzchen mit etwas Abstand (laufen nicht sehr stark auseinander) auf zwei Bleche verteilen (notfalls noch ein drittes). Die Bleche dann nacheinander jeweils 10 bis 12 Minuten (bei mir waren es eher 12) backen. 

Die Schwarzpulverones etwa 5 Minuten auf dem Blech abkühlen lassen und dann sehr vorsichtig auf einen kühleren Untergrund heben und ganz abkühlen lassen. - Vorsicht! Die Plätzchen sollen erst im Mund und nicht schon vorher zu Staub zerspringen!

Montag, 7. Dezember 2015

Klassisch und experimentell: Bordeaux in Ehrenfeld
#bordeauxlicious

Normalerweise freue ich mich, wenn ich auf ein schönes Essen mit Bordeaux-Wein eingeladen werde. Wenn Bordeaux auf den Tisch kommt, dann darf man erwarten, dass es ein bisschen festlich wird. - Gestern Abend waren es die Bordeaux-Weine, die mich ins Marieneck nach Ehrenfeld einluden. Das Essen sollte ich selber kochen, zusammen mit einigen anderen Bloggern, hieß es in der Einladung. 

Sebastian Bordthäuser, Sommelier mit Germanistikhintergrund, gab uns einen Einblick in die Vielfalt der Bordeaux-Weine, die nicht immer nur schwer und teuer sein müssen. Das riesige Anbaugebiet im Südwesten Frankreichs bringt neben den klassischen, körperreichen Begleitern zu Rindfleisch und Schmorgerichten auch erstaunlich frische und fruchtige Weine hervor, die mühelos die frische und moderne Küche begleiten.

Tippschein


Beim Blindtest der Aromen versage ich auf ganzer Linie. Wo ich Speck rieche, ist eigentlich Kaffee im Glas.

Stevan Paul hat sich zuvor schon für die Kampagne der Bordeaux-Weine acht passende Begleiter ausgedacht. - Nun sind wir diejenigen, die ran müssen! Für die Bloggerrunde ist der Autor/Blogger/Koch/Food-Stylist ausgiebig einkaufen gegangen und hat einen üppigen Warenkorb aus frischer Herbstware zusammengetragen. Die Foodblogger sollen daraus ein viergängiges Menü nach ihrem Geschmack kochen. Unter den Bordeaux-Weinen, die uns zur Verfügung stehen, wählen wir jeweils eine klassische Kombination und eine eher ungewöhnliche Weinbegleitung.

Sofort bricht im Marieneck fröhliche Betriebsamkeit aus. Die meisten der Anwesenden kennen sich in der Ehrenfelder Kochschule ganz gut aus. 

Ich habe Glück und darf mit Maja und Johannes den Nachtisch zubereiten! Die beiden sind sofort auf dem selben Trip und wollen was mit Rote Bete machen, Hauptsache Gemüse im Nachtisch. Der grobe Fahrplan steht also fest: Maja macht einen saftigen Kürbiskuchen mit Schokolade. Johannes bereitet Birnen mit Rote Bete in Weißwein zu, und reicht dazu einen Dill-Zucker. Ich begleite das Ganze mit einer Creme, die möglichst intensiv nach Pastinake schmecken soll. Eigentlich habe ich das große Los gezogen, denn meine Aufgabe ist wirklich nicht die Schwierigste.

Rote Bete, Birne, Dillzucker


Johannes kann aus Birnen Erdbeeren machen. Aus Rote Bete, Birnen und Weißwein zaubert er etwas ganz Frisches und Fruchtiges.

Süße Pastinakencreme
(leider ohne Gewichtsangaben) Pastinaken schälen und grob in Stücke schneiden. Mit einer Prise Salz in reichlich Butter ganz langsam braten, bis die Stücke von allen Seiten goldbraun sind und ein intensives Aroma entwickeln.
Reichlich Sahne aufgießen und bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Pastinakenstücke weich sind. Mit einem Pürierstab gründlich mixen und danach durch ein Sieb streichen. Mit Salz und Zucker abschmecken. Vor dem Servieren nochmals erhitzen und mit dem Pürierstab etwas aufschäumen.

Während der Kuchen abkühlt und das Kompott durchzieht, machen wir uns über vier wunderbare Gänge mit jeweils zwei Weinen her:

Saibling, Pastinakenchips, Rosenkohl, Pink Curry

Saiblingstatar auf lauwarmen Rosenkohlblättchen mit Petersilienwurzelchips, gebratenem Saibling und Pink-Curry-Creme von Astrid und Claudia. Klassischer Weintipp: Chartron La Fleur (Bordeaux Blanc), experimentell: Monconseil Gazin (Blaye Côtes de Bordeaux)

Räucherforelle, Graupen, Sauerteigbrot


Forellenterzett von Torsten, Annette und Kerstin: Räucherforelle auf selbstgemachtem Sauerteigbrot, Graupen, Forellenessenz mit Nocken. Klassischer Weintipp: Château Penin (Clairet), experimentell: Château Monconseil Gazin (Blaye Côtes de Bordeaux).

Kaninchenleber mit Brombeere, Nierchen und Bauchlappen

Schon öfter versucht, aber zum ersten Mal wirklich Spaß dabei gehabt: Kaninchen schmeckt mir überraschenderweise doch! Die beiden Kaninchengänge kamen von Sophia Christian und Michael: Leber mit Brombeere, Feldsalat, Nierchen und Bauchlappen. Klassischer Weintipp: Château Mémoires (Cadillac). Experimenteller Weintipp: Château Rauzan Despagne (Rosé).

Lapin au Vin | pastasciutta


Nicht, dass hier Missverständnisse aufkommen, ich hatte extra um das kleinere Kaninchenbein gebeten! Es stellte sich heraus, dass das ein Fehler war, aber na gut, es war wirklich allein meine Schuld. Das butterzarte Fleisch wurde von einer kräftigen Sauce aus Wein und Sternanis begleitet. Mit der dunklen Sauce hat sich Michael wohl den Titel "Saucen-King" eingefangen. Klassischer Weintipp: Château de la Rivière (Fronsac), experimenteller Weintipp: Château Puybarbe (Côtes de Bourg).

Rote Bete, Birne, Kürbis, Pastinake, Dill | pastasciutta


Ebenfalls sehr überraschend fand ich unseren eigenen Gang. Wenn man sich so ad hoc darauf einigt, zu dritt etwas aus vorhandenen Zutaten zusammenzustellen, dann gibt es keine Möglichkeit für Testläufe. Mit dem Konzept Gemüse zum Dessert beschritten wir auch nicht gerade den ausgelatschten Rotweinwanderweg. Umso erstaunlicher war es für mich, wie harmonisch sich das alles auf dem kleinen Tellerchen zusammenfügte. Klassischer Weintipp: Reserve Mouton Cadet (Sauternes), experimentell: Château Penin (Clairet).

Herzlichen Dank an Bordeaux-Wein für die Einladung, es war ein großartiger Abend! Vielen Dank auch an alle, die dabei waren, es hat großen Spaß gemacht!


Eine wunderschöne Beschreibung des Abends gibt es auf Nachschlag bei Johannes J. Arens. Er verrät auch, wie aus Rote Bete und Birne so ein knallroter Knaller wird. 

Der Küchenjunge Christian Lersch hatte zu Beginn des Abends seine Kamera unter der Decke festgeschraubt. Das Video zeigt einen großen Teil des Abends im Zeitraffer. - Was geschah, nachdem die Batterien leer waren, wird nie jemand erfahren!




Mittwoch, 2. Dezember 2015

Pastasciutta in New York City - Teil 2

Der erste Kontakt - Die perfekte Show!


Manhattan Skyline | pastasciutta.de


Am Morgen liegt Manhattan vor mir wie eine Theaterkulisse. Wir nähern uns der weltberühmten Skyline zu Fuß.

Seit unsere Pläne konkreter geworden waren, stand für mich fest, dass ich in Brooklyn wohnen wollte. Ich war zuvor noch nie in den USA gewesen und wollte in der kurzen Zeit möglichst viele Eindrücke sammeln. Es stellt sich heraus, dass Manhattan aus dieser Perspektive geradezu unwirklich schön erscheint. Der blaue Himmel und die Sonne verstärken den Eindruck, in einer Film- oder Fernsehkulisse herumzulaufen. - Ein Gefühl, das ich auch in den kommenden Tagen nicht ganz loswerde. Auch nicht, als wir über die Brooklyn Bridge hinüber laufen.

Zu Fuß nach Manhattan über die Brooklyn Bridge | pastasciutta.de


Das Ziel die ganze Zeit im Blick, bewegen wir uns auf das One World Trade Center zu, das höchste Gebäude der westlichen Welt.

One World Trade Center | pastasciutta.de

Für ein einfaches Besucherticket muss man sich auf einen Timeslot von 15 Minuten festlegen und pünktlich am Eingang stehen. Jeder Meter bis zum Aufzug ist mit Personal gesäumt, das amerikanisch-freundlich Anweisungen erteilt, wie man einen Schritt vor den anderen setzt.

Der Aufzug an sich ist eine solche Sensation, dass ich sicher bin, etwas Ähnliches würde auch ganz ohne 541,3 m-Wolkenkratzer zum Kassenschlager. In einer Art vierseitigem HD-Monitor wird ein kleines Grüppchen von Besuchern in weniger als einer Minute auf die untere der drei Observatoryebenen geschossen. In dieser kurzen Zeit läuft auf dem High-Tech-Screen, in dem man sich gerade befindet, die Baugeschichte von Lower Manhattan ab.

Ziemlich beeindruckt tritt man aus dem Sky-Pod in einen dunklen Raum und folgt der freundlichen Anweisung des Personals, sich in einer Reihe aufzustellen. Es folgt eine kurze Ansprache, deren Inhalt ich in dem Moment vergessen habe, als sich zu feierlicher Musik die Vorhänge heben und der Blick auf die Stadt im gleißenden Sonnenlicht frei wird. - Holla! Ganz kurz habe ich Tränen in den Augen, aber das kommt sicherlich nur vom Licht.

Dann darf man sich auf den Observatory-Ebenen amüsieren, raus kucken, Vorträgen lauschen, Sachen kaufen, essen, trinken... Entertainment ist eine amerikanische Erfindung. Selbst, wenn Manhattan Dir zu Füßen liegt, heißt das ja nicht, dass man nicht noch einen Burger essen oder einen Latte trinken kann.

Manhattan, Hudson River, New Jersey | pastasciutta.de


Manhattan von oben ist viel mehr, als ich eigentlich verarbeiten kann. 

Manhattan, East River, Brooklyn | pastasciutta.de


Aaah, Brooklyn, das kenne ich! Da habe ich übernachtet, bevor ich am Morgen nach Manhattan kam.


Weil der Ritt mit dem Aufzug wirklich eine Sensation ist, gibt es hier einen kleinen Einblick. Man muss sich dabei nur vorstellen, nicht vor einem Bildschirm zu stehen, sondern von HD-Monitoren umschlossen zu sein. Die Rückfahrt ins Erdgeschoss ist übrigens nicht weniger beeindruckend!


Bald erzähle ich, was ich noch in New York erlebt habe und was es zu Essen gab.

Mehr über den Grund meiner Reise gibt es in Pastasciutta in New York City - Teil 1

Und in Teil 3 gibt's dann endlich was zu Futtern.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Pastasciutta in New York City - Teil 1

Warum ich nach New York flog - Billy Joel im Madison Square Garden


Die Versuchung ist groß, dieses Blogpost mit New York State of Mind zu überschreiben. Aber Pop Songs zu zitieren ist billig. Sogar, wenn es sich um Klassiker handelt, die von einer lebenden Legende geschrieben wurden. Doch tatsächlich war es genau diese Legende, die mich in die USA gezogen hat. Billy Joel ist so sehr New York wie die Bläck Fööss Kölle sind. Und ich finde Billy Joel schon großartig, seit ich ihn erstmals auf meinem Radiowecker hörte, - damals, als man noch vom Radiowecker für die Schule geweckt wurde.

In der Kölner Sporthalle habe ich ihn dann 1990 gesehen (mit Rainald hingefahren, der das Auto von seinen Eltern ausgeliehen hatte) und in der Dortmunder Westfalenhalle 1994. Irgendwann hieß es, er ginge nicht mehr auf Tour, spiele nur noch im Madison Square Garden (was inzwischen nicht mehr stimmt, er tourt wieder!). Seit 2013 spielt Billy Joel dort jeden Monat ein Konzert vor ausverkauftem Haus und ich stelle mir vor, wie bewegend es sein muss, dieses New Yorker Urgestein auf seinem ureigenen Spielplatz zu erleben.

Der Lieblingsmann machte die Reise möglich, indem er mich einlud und die Tickets noch vor dem offiziellen Vorverkauf bei einem deutschsprachigen Portal erwarb, nicht über das offizielle Ticketportal. Mutig, oder? Na ja, wir kauften früh, und so hatte ich reichlich Zeit mir Sorgen zu machen. Die Tickets kamen und kamen nicht. Man hört ja so viel über Sachen, die man im Internet kauft... Wir flogen in die USA und am Ende erreichten uns die Tickets einen Tag vor dem Konzert. Wir ließen sie an der Rezeption des Hotels ausdrucken. Da stand dann sogar der Schriftzug von Ticketmaster drauf. - Ganz ehrlich, so richtig erleichtert war ich erst, als wir den Madison Square Garden von innen sahen!

Wie vom Veranstalter dringend empfohlen, stiegen wir mehr als eine Stunde vor Konzertbeginn an der Pennsylvania Station aus der U-Bahn und stellten uns vor der legendären Arena in die Schlange. Die Türen öffneten sich pünktlich und das New Yorker Publikum bewegte sich geschmeidig, ohne jede Drängelei in die Lobby und durch den Sicherheitscheck. Kurzes Durchatmen, wir sind drin! Und dann ging es ähnlich zivilisiert und locker über zehn Stockwerke mit Rolltreppen auf die Galerie. Ein freundlicher Opa empfing uns, als wären wir seine persönlichen Gäste. Er zeigte uns die Plätze in einer der Lounges, erzählte von den Billy Joel Konzerten, ermunterte uns, Essen und Trinken an den Platz zu holen, uns in der Lounge frei zu bewegen und das Konzert zu genießen. Platz hatten wir wirklich genug, denn das Abteil auf der Galerie war nicht einmal annähernd voll. Doch die Halle wollte sich ebenfalls nicht füllen. Noch, als es wirklich unmittelbar losgehen sollte, herrschte zu unseren Füßen gähnende Leere.

Geht's bald los? Madison Square Garden kurz vor dem Konzert


Wir hatten uns inzwischen mit Bier und Snacks versorgt. Der Lieblingsmann zog später noch mal los, um weiteres Zeug zu kaufen, während ich versuchte, lieber jeden Moment von der Arena und der Atmosphäre einzusaugen. Es stellte sich heraus, dass der ganze Madison Square Garden voll von Futterkrippen und Imbissbuden ist und das einheimische Publikum sich wohl, bis es wirklich los geht, mit Essen und Trinken vergnügt. In der Halle selber geht der Spaß dann weiter.

Snacks im Madison Square Garden | pastasciutta.de


Erlaubt sind außerdem Handys und kleine Fotoapparate, nur keine Stative oder Profi-Ausrüstung. Der Sicherheitscheck am Eingang ist zwar sehr schnell und unaufdringlich, aber aufwändige Elektronik würde wahrscheinlich doch auffallen. Freundlicherweise stellt der Madison Square Garden sogar kosenloses Wifi zur Verfügung. So postete ich noch während der Veranstaltung ein Foto, auf dem absolut nichts zu erkennen war. Man stelle sich einfach vor, da unten singt Billy Joel und ich sehe durch meine Freudentränen hindurch ungefähr dieses Bild.

Billy Joel, irgendwo da unten | pastasciutta.de


Etwas mehr über das Konzert am 19. November 2015 gibt es auf der offiziellen Seite von Billy Joel zu sehen.

Und einen ziemlich umfassenden Überblick bekommt man inzwischen auch bei Youtube über Billy Joel, live im Madison Square Garden, 19. November 2015.


Noch mehr über New York, in Teil 2 meines Reiseberichts.

In Teil 3 geht es vorwiegend ums Essen in New York City

Sonntag, 15. November 2015

Edelfleischfrühschoppen

Lucki Maurer zückt ein Steak

Wie gut, dass ich in fast jeder Lebenslage Bier mag, auch kurz nach dem Frühstück. Ein kleiner Ausflug führte mich gestern Morgen auf die eat&style in der Kölner Messe. Dort war ein Workshop mit Lucki Maurer und Bloggern angekündigt. Wie ich es bereits im vergangenen Jahr am Stand von Otto Gourmet gesehen hatte, wurde ein spezielles Grillgerät für Edelfleisch vorgeführt und es duftete phantastisch. Um die Absperrung, die das Fleisch-Event umzäunte, tummelte sich eine beachtliche Ansammlung von Zuschauern, darunter erfreulicherweise auch Heiko Antoniewicz. Als Julia Buchheister, sympathische Pressesprecherin und Bier-Sommeliere der Veltins-Brauerei, einen appetitlichen kleinen Humpen mit Grevensteiner anbot, fiel mir auf, dass ich zum Frühstück nur einen Toast gegessen hatte. Aber das Bier schmeckte trotzdem ausgezeichnet und machte Appetit auf die kleinen Fleischhäppchen, die vom Meister herum gereicht wurden. Das Fleisch, das zum überwiegenden Teil dann doch in der Pfanne gebraten wurde, kam wie im Vorjahr vom Lieferanten aus Heinsberg. Die eigenen Tiere würde der Rinderzüchter aus Niederbayern nie verzehren, - wirlich nie! Ihr Leben ist zwar auch endlich, aber bis dahin können sie auf dem Schergengrub-Hof praktisch alles erreichen, wovon man als Rind nur träumen kann. Maurer ist der erste und einzige Züchter von Bio-Wagyu Rindern in Europa. In schöner Eintracht und auch ein bisschen in wilder Ehe leben die bulligen Wagyus mit seinen zierlichen Angusrindern. Sechs von ihnen landen jährlich auf den Tellern der Top-Gastronomie. Tim Mälzer gehöre auch zu seinen Kunden, sagt Maurer.

Obwohl Bier am Vormittag wirklich gut schmeckt, beeinträchtigt es doch die Konzentration. So vergaß ich leider zu fragen, warum ich so viel Gemüse in der Kulisse sehe.

Bier mit Gemüse

Dienstag, 10. November 2015

Kaffeefahrt nach Frankfurt

Kaffeegeräte einer Teetrinkerin | pastasciutta.de

Wenn ich Lust auf Kaffee habe, denn macht mich meist meine kleine Herdkanne glücklich:
Mit Espresso füllen, 50 ml Wasser eingießen, Platte aufdrehen. 


Ein bisschen warten, bis es blubbert. Dann die Platte runter schalten, und nach vier Minuten genieße ich den ersehnten Schluck. Für mein Empfinden zaubert die kleine Kanne den perfekten italienischen Geschmack, den ich so liebe.
Doch wenn ich so in meinen Küchenschrank sehe, finden sich darin noch andere Gerätschaften zur Zubereitung des heißen Frischmachers. Da steht eine etwas größere Herdkanne neben einer Frenchpress und einem Kaffeefilter mit Papier und Thermoskanne. Neuerdings habe ich auch noch eine kleine Chemex. Ganz schön viele Kaffeeutensilien für eine gewohnheitsmäßige Teetrinkerin, oder?

Espresso macchiato von der Meisterin | pastasciutta.de

Kürzlich war ich zum Kaffeetrinken in Frankfurt. Nicht irgendwo, sondern bei Lavazza. Das Familienunternehmen aus Turin betreibt weltweit 50 Schulungszentren, und eines davon befindet sich in Frankfurt. Ulrike Neiss bildet hier normalerweise Profis aus, die an beeindruckenden Siebträgermaschinen sagenhafte Sachen machen: Espresso, Ristretto, Americano, Coretto, Cappuccino, Flat White, Mocca… So weit reicht mein Ehrgeiz allerdings nicht.

Zum Willkommen bereitet mir die Leiterin des Trainingcenters erst einmal einen sehr leckeren Espresso mit einem Schluck Milch - oder Espresso Macchiato, wie ich jetzt weiß. Die Marketing Managerin Silke Riebel reicht dazu italienische Dolci von allerfeinster Qualität, die meine Selbstdisziplin sehr auf die Probe stellen. 

Aus reiner Höflichkeit verputze ich nur wenige Cannoli und Sfogliatelle und lasse den anderen Bloggern auch noch was übrig.

Feine Dolci bei Lavazza | pastasciutta.de


Mit leuchtenden Augen präsentieren Silke und Ulli die Imagefilme des Hauses und betonen mehrfach, dass es sich bei dem Espressogiganten aus Turin immer noch um ein Familienunternehmen handelt. Tatsächlich wird Lavazza in vierter Generation von der Familie Lavazza geführt.

Wir erfahren einige Basics über Kaffee. 


Kaffee wächst hauptsächlich in Brasilien und Vietnam. - Kaffeepflanzen stehen immer mit anderen Pflanzen zusammen. - Das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche könnte möglicherweise doch interessant sein, zum Beispiel für Kaffeekirschentee, wird aber bisher kaum verwendet. - Bei den Sorten unterscheidet man zwischen Arabica und Robusta. Die Arabicabohne ist länglich und hat meist einen S-förmig geschwungen Schlitz. Die Robustabohne ist dagegen etwas kleiner und rund. Die Sache mit 100% Arabica ist zwar ein Werbespruch, sagt aber im Grunde nix aus. Ich persönlich trinke gerne eine Mischung mit relativ hohem Robustaanteil, wie zum Beispiel Lavazza Crema e Gusto.

Lavazza Training Center Frankfurt | pastasciutta.de

Wichtige Tipps der Expertin:

  • Licht und Luft schaden dem Kaffee! Da gilt es so manche Sitte zu überdenken. Kaffeebohnen lange in einem lichtdurchlässigen Gefäß rumstehen lassen, wie zum Beispiel im Vorratsbehälter der Kaffeemühle, ist keine gute Idee.
  • Im Kühlschrank hat die geöffnete Packung nichts zu suchen, denn der Kaffee zieht darin die Feuchtigkeit an.
  • Wer den Kaffee bereits gemahlen kauft, sollte auf das Umfüllen verzichten und einfach die geöffnete Packung so gut es geht (z.B. mit einem Vakuumclip) wieder verschließen und dann komplett in eine festverschließbare Dose geben.
  • Sauberkeit ist wichtig und wirkt sich positiv auf den Geschmack aus. Im Lavazza Trainingcenter ist daher alles blitzsauber. Profis reinigen das Mahlwerk ihrer Maschinen sowieso regelmäßig mit speziellen Pellets, die alle Rückstände des Kaffees entfernen.
  • Es versteht sich von selbst, dass das Milchmodul ständig sauber gehalten wird.

Mein erster Cold brew! | pastasciutta.de

Und dann geht es ans Probieren! 


Ulli reicht mir den ersten Cold brew meines Lebens, ganz schlicht, auf Eis. Den kalten Kaffee kann ich mir ganz gut mit etwas Süßem oder mit Alkohol vorstellen. Zur Zubereitung empfiehlt sie eine French Press.

Ulrike Neiss von Lavazza macht Mokka | pastasciutta.de

Kaffee aus dem Siphon und aus der Aeropress | pastasciutta.de

Die Expertin legt jetzt so richtig los. Ulrike mahlt den Kaffee mal fein, mal grob. Nach Art des türkischen Mokka kocht sie den Kaffee auf dem Herd. Sie lässt das Wasser aufkochen und abkühlen, gibt das Kaffeepulver in einen Stahlfilter, in die Aeropress oder in einen Siphon. Wir trinken einen Kaffee nach dem anderen und zum Schluss noch Espresso aus der Profimaschine mit unterschiedlichen Kontaktzeiten. Jeder Schluck ist ein völlig neues Erlebnis, denn jeder Kaffee schmeckt anders. Ich bin wirklich beeindruckt. - Das Geheimnis? Es handelt sich immer um den selben Kaffee, Lavazza Qualità Oro, der bei jeder Zubereitung ganz andere Nuancen entwickelt. Kaum zu glauben, dass es immer der selbe Kaffee ist.

Ulrike Neiss, Leiterin des Trainingcenters, in ihrem Element

Nun sehe ich meine kleine Sammlung von wenigen Kaffeegeräten in einem anderen Licht. Es lohnt sich wirklich, den Lieblingskaffee mal unterschiedlich zuzubereiten. Auch wenn ich nicht ansatzweise so virtuos darin bin wie die Expertin, nehme ich mir das Erlebnis im Trainingcenter zu Herzen und ganz fest vor, öfter mal was Neues mit Kaffee auszuprobieren.

Vielen herzlichen Dank an Lavazza! Ich wurde zu dem Ausflug nach Frankfurt eingeladen und Lavazza hat sowohl die Reisekosten als auch Unterkunft und Verpflegung übernommen.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Auch nur mit Wasser gekocht: Pot-au-feu

Pot-au-feu | pastasciutta


Wie heißt das noch mal, wenn Lebensmittel in Wasser statt in Öl gegart werden? - Ach, stimmt ja, Kochen! Wie die meisten Köche lasse ich mich gerne von den Zutaten inspirieren. Was gibt es auf dem Markt? Welcher Fisch ist gerade frisch? Welches Gemüse lacht mich an? Was gut aussieht, darf gegessen werden. Der zweite Schritt führt dann relativ häufig ins Frittenfett. Jedenfalls denke ich bei den meisten Lebensmitteln, dass sie frittiert ziemlich gut schmecken, und dann werden sie eben in Öl gebadet. Aber manchmal mache ich auch ganz extrem ausgeflippte Sachen, - und dann koche ich mein Essen. So richtig in Wasser!

Heute Mittag also klassisches Pot-au-feu. Saftig-zartes Suppenfleisch und aromatisches Gemüse mit einem Schluck kräftiger Brühe, einer winzigen Prise Meersalz und einem Tröpfchen Kernöl.

Pot-au-feu



Pot-au-feu

Zutaten

für 2 Personen, mit einem Rest Brühe zum Aufbewahren








2 dicke Beinscheiben, etwa 1,2 kg
1 mittelgroßer Sellerie
4 Möhren
1 dicke Stange Breitlauch
4 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
2 Tomaten
Salz
Pfefferkörner








zum Servieren:
Maldon oder Fleur de Sel
etwas Kürbiskernöl

Das Fleisch in kaltes Wasser legen und langsam zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze insgesamt zwei bis drei Stunden sanft köcheln lassen.

In dieser Zeit das Gemüse putzen und in grobe Stücke schneiden. Die dunklen Teile vom Porree, die Stiele und Blätter vom Sellerie, sowie zwei Möhren, die Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, die Tomaten und die Pfefferkörner zu dem Fleisch geben und mit kochen lassen. - Wenn der Topf nicht groß genug ist, einfach einen zweiten aufsetzen und einen Teil des Gemüses darin kochen.

Sobald das Fleisch weich ist, darf es raus. Die Brühe (aus beiden Töpfen) durch ein Sieb geben und mit Salz würzen. Die Selleriestücke, die Möhrenstücke und die hellen Teile vom Porree in der Brühe knapp gar kochen und das Fleisch vor dem Servieren kurz in der Brühe erwärmen.

Gemüse mit Fleisch anrichten und ein bisschen Brühe darüber geben. Ein wenig Kürbiskernöl und feines Meersalz auf das Fleisch geben.

Normalerweise würde ich Röstkartoffeln dazu essen oder Fadennudeln. Heute Mittag war ich aber so schräg drauf, dass es unbedingt Reis sein musste. Es schmeckte erstaunlich gut.

Montag, 5. Oktober 2015

Schöner Dekorieren:
Cookies mit Schoko- und Mandelstückchen


Hübsch dekorierte Räume sind ja etwas Beeindruckendes. - Früher lehrten uns Frauenzeitschriften, wie das eigene Heim ansprechend zu gestalten sei. Gleich hinter den Diätrezepten und Bilderstrecken mit textilen Verhüllungsvorschlägen kam sowas. Aber die Zeiten ändern sich. Heute macht niemand mehr "Diät", sondern man soll "Detoxen", und das möglichst freiwillig. Zum Glück kann ich seit ein paar Jahren alles, was mich im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln interessiert, im Internet lesen. Und dabei jedes Blog, das mir vom Diäten, Fasten oder Detoxen erzählen will, ganz entspannt umfahren.

Auch das mit dem Wohnen haben die Blogs für meinen Geschmack besser drauf. Immerhin handelt es sich um lebende, echte Menschen, die ihr durchgestyltes Interior in Szene setzen. So viel Authentizität beeindruckt natürlich noch viel mehr und ich versinke vor Scham im Boden, weil bei mir so gar nix gestylt ist. Ich vermute aber, es kommt darauf an, irgendwie die Jahreszeiten zu berücksichtigen. Und es sollte ganz allgemein auch aufgeräumt sein, bevor man ein paar Kürbisse in die Kulisse wirft. - Soweit der Einführungskurs, an dem ich leider nicht regelmäßig teilnehmen konnte.

Ein bisschen Mühe gebe ich mir trotzdem hin und wieder. Seit ein paar Jahren steht hier ein großes Bonbonglas, das ich vorwiegend zur Dekoration erworben habe. Echt! Ich habe es extra zu diesem Zweck gekauft. Die gähnende Leere in diesem Gefäß sah auch wirklich hübsch aus. Als das Dekofieber völlig mit mir durchging, landete eine akkubetriebene Lichterkette in dem Glas. Danach diente es zur Aufbewahrung von diesen Maiswürmern, die als Füllmaterial für Pakete benutzt werden. Doch jedes Mal, wenn ich des Anblicks gewahr wurde, stellte ich mir vor, wie schön das Glas aussehen könnte, wenn sich darin süße kleine Törtchen oder Kekse befänden. Daran lässt sich erkennen, dass der Drang zur Gestaltung irgendwie an mir nagt. 

Obwohl ich immer denke, wie hübsch das mit den Törtchen aussähe, schaffen es die meisten Süßgkeiten nie hinein. Eigentlich kaufe ich nur sehr selten Schokolade oder Bonbons, und selbstgemachtes Zeug ist immer so schnell verteilt oder verputzt, dass es sich kaum lohnt, die Luft aus dem Glas zu lassen.

Nun trifft es sich gut, dass ich kürzlich ausnahmsweise mal Cookies aus dem Ofen zog, die als solche erkennbar waren. Bisher war das zumindest mit hellem Teig immer so eine unvorhersehbare Sache und ich weiß jetzt auch nicht, ob dieses Rezept wirklich jedes mal gelingen wird. Als ich es zuvor mit kleinen Modifikationen (z.B. weißen Zucker durch braunen Zucker ersetzt) buk, hatte ich riesige Teigflatschen auf dem Blech, die ich nachträglich mit einem Ring ausstechen musste. Nun also wieder mehr nach dem ursprünglichen Rezept gebacken, und so geht's. Es wurden sehr weiche Kekse, von der Kosistenz her eher wie Rührkuchen als wie Kekse. (Dunkle Schokoladen-Cookies scheinen mir dagegen eine äußerst sichere Sache zu sein.)

Zur Dekoqueen bin ich damit auch nicht geworden. Der Glasinhalt hat knapp die Verschlusszeit der Kamera überlebt.


Cookies mit Schoko- und Mandelstückchen

Abgewandelt nach Küchen derWelt. Amerika, Angela G. Grant, GU 1995










Zutaten

125 g weiche Butter
70 g weißer Zucker
70 g brauner Zucker (ich habe dunkle Cassonade aus Belgien verwendet)
1/4 TL Salz
1-2 TL Vanilleessenz
2 Eier
1 TL Backpulver
150 g Mehl
100 g Mandeln, mit der braunen Schale, grob gehackt
100 g dunkle Schokolade, grob gehackt

Den Backofen auf 200° C vorheizen,
Zwei Bleche mit Backpapier auslegen

Die Butter mit Zucker, Salz und Vanilleessenz schaumig schlagen. Die Eier sorgfältig unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und unter den Teig rühren. Mandeln und Schokolade unter den Teig rühren.

Den Teig esslöffelweise auf die vorbereiteten Bleche setzen. Für eine schönere Form hilft es, einen passenden Ring zu verwenden. Den Teig etwas darin versteichen und den Ring dann wieder abziehen. Beim Backen gehen die Cookies sehr stark in die Breite, daher aussreichend Platz für die Zwischenräume lassen.

Die Bleche nach einander im vorgeheizten Backofen etwa 12 Minuten backen. Die Cookies zunächst auf dem Blech und dann auf einem Gitter auskühlen lassen.



















Sonntag, 6. September 2015

Prummetaat Inside out



Sommer vorbei, aber noch nicht Herbst, das ist der Zustand draußen. Als Food-Blogger ist man ganz schön auf sowas fixiert. Das Wetter und die Jahreszeiten bestimmen mit, was auf den Tisch kommt und was gegessen wird. Hier, im Rheinland, sind gerade die Plaumen reif. Das heißt die Lieblingszwetschgen vom Lieblingsbaum, den ich erst letztes Jahr entdeckt habe, könnten wohl noch ein paar Tage Sonne vertragen. Trotzdem hatte ich gleich Appetit auf Prummetaat, als ich die Prumme auf dem Wochenmarkt erblickte. Wie in jedem Jahr endet es damit, dass ich gut die Hälfte vom Teig abzweige und Buchteln daraus backe. Handtellergroß ausgerollte Teigstücke fülle ich mit entkernten Plaumen, in die etwas Cassonade kommt. Dann schließe ich den Teig um die Früchte und setze sie in eine Form, mit reichlich Platz um jeden Kloß herum. Alles eine halbe Stunde gehen lassen und dann Milch warm machen, Zucker darin auflösen und Zimt hinein streuen. (Hier war es eine kleine Form, etwa halb so groß wie ein Backblech. Dafür nahm ich 150 ml Milch, 3 EL Zucker und eine ordentliche Prise Zimt.) Die süße Milch über die Klöße gießen und die Form in den auf 180°C vorgeheizten Backofen schieben. Etwa 25 Minuten backen.

Wenn es dann so schön duftet, nach Hefekuchen, nach Zimt und Prumme, dann sieht man sich im Geiste schon durch farbiges Laub tanzen. Natürlich ausschließlich bei strahlendem Sonnenschein! Und dann zu Hause angekommen, hat man rosige Wangen und macht sich über frischen Zwetschgenkuchen her, den ganzen Herbst hindurch, ununterbrochen. Wir trinken Federweißen und sammeln Nüsse. Der Herbstanfang ist die reine Phantasie, - rotgefrorene Nasen und graue Novembertage kommen darin nicht vor.

Montag, 31. August 2015

Backhendl auf Amerikanisch

Fried Chicken | pastasciutta


Frittierte Hähnchenteile scheinen in New York City gerade wahnsinnig populär zu sein, soweit man das aus der Ferne sagen kann. Natürlich gehört Fried Chicken zu den Klassikern der amerikanischen Südstaaten-Küche und ist auch im Rest des Landes ein Dauerbrenner. Doch derzeit gibt es wohl in NYC einen lokalen Hype um das fettige Geflügelfleisch. Ein sicheres Zeichen, dass dieser Trend noch andauert, läßt sich daran ablesen, dass David Chang seinem Imperium zuletzt eine Fried-Chicken-Sandwich-Bar hinzugefügt hat, das Fuku.

Seit ich bei David Lebovitz las, dass Fried Chicken gerade der Knüller in der New Yorker Food-Szene sein soll, gingen mir die knusprigen Batzen mit dem saftigen Innenleben nicht mehr aus dem Sinn. - In grauer Vorzeit hatte ich mal ein Erweckungserlebnis, als ich das Wiener Backhendl für mich entdeckte, was möglicherweise die großartigste Erfindung der Ösis überhaupt ist. Irgendwie so ähnlich stellte ich mir die amerikanische Variante vor. David Lebovitz geht in seiner Schwärmerei sogar so weit, dass er frittierte Hühnerteile als letzte Mahlzeit seines Lebens zu sich nehmen möchte und aus diesem Grund gerne noch einmal danach greift, bevor er in den USA einen Flieger besteigt.

Dann also mal ans Werk und quer durch das Internet gelesen! Ein paar Rezepte überflogen, zuletzt dann bei einem nackten Engländer hängen geblieben. Das Grundprinzip besteht darin, das Huhn in Buttermilch einzulegen und danach in Mehl zu panieren. Der Weg in die Fritteuse führt also nicht durch die Panierstraße. Frittiert wird natürlich in Öl, David Lebovitz kennt auch eine französische Variante, mit Entenfett. Da ich gerade zufällig über einen nicht unerheblichen Vorrat an Frittieröl verfüge, brauche ich keinen Gedanken an solche Spielereien zu verschwenden.

Fried Chicken im Wellness-Bad | pastasciutta


Grundsätzlich muss man sich entscheiden, ob man lieber ganze Teile mit Haut und Knochen frittieren möchte oder lieber nur das reine Fleisch. So ein kompletter Hühnerschenkel sieht nett aus. Jedoch ist es ein bisschen schwieriger, ihn komplett durchzugaren. Mir persönlich schmecken die Stücke ohne Haut und Knochen deutlich besser.

Fried Chicken, ganze Keule | pastasciutta

Mit der Buttermilch-und-Mehl-Methode werde ich noch ein bisschen rumspielen und vielleicht auch mal Maismehl unter das Weizenmehl mischen, so wie Lebovitz es macht. Während das Wiener Backhendl für mich geschmacklich unerreicht ist, schneidet die amerikanische Methode bei den Arbeitsabläufen (jedenfalls in meiner Küche) besser ab. 

Fried Chicken, Brust | pastasciutta



Southern Fried Chicken
Rezept von Jamie Oliver (Amerika-Kochbuch) als Anregung

Einen Becher (500 ml) Buttermilch in ein Gefäß (Schüssel mit Deckel) geben, das groß genug für ein zerteiltes Huhn ist. 
Mit Pfeffer, Salz, Thymian, Kreuzkümmel, Oregano, Räucherpaprika, Chili, Knoblauch kräftig würzen.

Ein Huhn in Stücke zerlegen. Die Brüste auslösen und von der Haut befreien. Die Schenkel von Haut und Knochen befreien. Alle Stücke in die gewürzte Buttermilch legen und darauf achten, dass alles gut überzogen ist.

Mindestens zwei Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Etwa 300 g Mehl in eine flache Schüssel schütten. Eventuell braucht man ein bisschen mehr. Das Mehl mit Salz würzen und eventuell noch Paprikapulver oder Chili hinzufügen.

Erdnussöl nach flüchtigem Kontakt mit Paprikapulver
Öl zum Frittieren erhitzen. Die Menge richtet sich nach dem gewählten Topf. Das Öl kann nach dem Abkühlen wieder verwendet werden. Jedoch wird es sich stark verfärben, wenn man mit dem Paprikapulver in der Panade sehr großzügig war.

Die Hühnerteile leicht abtropfen lassen und dann in dem Mehl wenden. Wenn alle Teile mit Mehl überzogen sind, nochmals in die Buttermilch tauchen und wieder in Mehl wenden.

Die frittierten Stücke auf Küchenpapier abtropfen lassen und danach auf ein Gitter legen, damit die Kruste nicht weich wird.

Dazu passt gemischter Salat oder Cole Slaw.

Donnerstag, 27. August 2015

So sieht Social Media aus: Blogger für Flüchtlinge

Eigentlich wollte ich zu dem Thema gar nichts schreiben, aus vielerlei Gründen. Ich fühle mich dazu nicht berufen und es wird schon zu viel dummes Zeug geschrieben und gesagt. Im Gegensatz zu vielen aus meiner Bubble komme ich nicht mit Asylgegnern in Kontakt, was vielleicht Zufall ist. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich diesen Kontakt nicht suche.
Dass diese virtuellen Schulhofschlägereien weder sinnvoll noch klug sind, beschreibt hier Robin Mesarosch sehr schön. Sich für einen kurzen Moment sehr überlegen fühlen, weil man glaubt, für eine gute Sache zu pöbeln, reißt nur noch tiefere Gräben auf.
Es gibt bei diesem Thema auch nichts Grundsätzliches zu diskutieren. Wer seine Heimat verloren hat oder dort nicht mehr leben kann, den kann man nicht am Grenzzaun sterben oder auf dem Mittelmeer ertrinken lassen. Dass wir in solchen Fällen Schutz gewähren, gehört zu unserer Kultur und zum Menschsein, denke ich.

Dass die Notleidenden dieser Welt seit einiger Zeit massenhaft Einlass begehren, mag manch einen überfordern. Gerade die Bilder der jüngsten Zeit vermitteln den Eindruck, die Flüchtlingsboote kämen über den nächsten Baggersee und die Flüchtlingstrecks endeten unmittelbar vor der eigenen Haustür. Wenn man mit diesen Bildern alleine vor dem Fernseher sitzt, kann man leicht dem Glauben erliegen, dass das alles zu viel wird. Wer hingegen den Hass und die Gewalt sieht, die sich gegen das Lindern von bitterster Not richten, verliert den Glauben an die Menschheit. Doch tatsächlich muss niemand alleine die Probleme der Welt lösen. Das ist es vielleicht, was unbedingt noch gesagt werden müsste.
Über die Balkanroute landen täglich hunderte Flüchtlinge in Passau. Die Zeit beschreibt, wie die Bewohner damit umgehen.
Wahnsinnig viele Menschen bringen sich ein, opfern Zeit, spenden Geld, geben Essen, Kleider, Spielzeug; lindern Not. Eine Welle der Hilfsbereitschaft geht durch Europa. Selbst in den echten Brennpunkten, wie Süditalien, der Türkei oder Griechenland sind die Hilfsbereiten in der Überzahl.
Aus diesem Grund gibt es hier und jetzt doch einen Eintrag zu diesem Thema. Menschen, die helfen, sind der Grund. Den Helfern mehr Beachtung zu schenken als den Zerstörern, ist dringend notwendig. Und den Anlass liefert eine Initiative von Bloggern, die bereits in den ersten Tagen wahnsinnig viel bewegt hat.

Das Logo taucht derzeit in sehr vielen Blogs auf. Buchstäblich über Nacht entstanden und genauso schnell mit einer Riesenspendensumme am Start. Innerhalb von drei Tagen wurden über 22.000 € gesammelt, und es geht noch weiter. So sieht nämlich Social Media aus.


Schon seit geraumer Zeit hat Jörg eine kleine Gruppe von Flüchtlingen unter seine Fittiche genommen. Die Männer aus unterschiedlichen Ländern warten darauf, dass über ihr Schicksal entschieden wird. Bis dahin lernen sie mit Jörgs Hilfe, sich am Niederrhein zurecht zu finden.

Wie Sachspenden an die richtige Adresse kommen, weiß der Stern: Versandkostenfrei Spenden an Flüchtlinge schicken

Noch mehr Menschen, die Gutes tun, im Stern: So unterstützen Deutsche Flüchtlinge

Mit einer beispiellosen Infrastruktur an Hilfsangeboten ist das Erzbistum Köln in unserer Region automatisch vor Ort, praktisch überall. Über das Netzwerk der Kirche kommt Hilfe schnell an die richtige Stelle: Aktion neue Nachbarn.

Dazu auch das Domradio: Flüchtlingshilfe

Der Spiegel: Welcome to Germany. Locals Step In to Help Refugees in Need
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Die Zeit: Wie kann ich Flüchtlingen helfen?

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Montag, 24. August 2015

Gib mir Gelbe Bete!



Weiche Sachen soll ich essen, meint der Zahnarzt, nachdem er ein Massaker an meinem Beisswerkzeug angerichtet hat. Als ob ich das nicht selber wüsste. Außerdem steht mir der Sinn sowieso nach flauschweichem Fleisch, das man mit dem Löffel zerdrücken und mit butterigem Püree vermischen kann. Das Rindfleisch brate ich an und gebe es zu langsam geschmorten Zwiebeln, Stangensellerie, Möhren, grünen Abschnitten vom Breitlauch, Knoblauch. Klein geschnittene Tomaten, ein paar Lorbeerblätter und eine Flasche Rowein hinein, und dann einfach mal bei kleiner Hitze schmoren lassen, bis alles schön weich ist.

Für die Lust auf sämige Sauce ist das nix, denn das Fleisch liegt eher in einer Art Sud. Weil die fleischliche Komponente so schön mager ist, passt dazu ein eher reichhaltiges Kartoffelpüree.


Gelbe Bete


Dazu gibt's Gelbe Bete. Die kenne ich sonst nur aus dem Internet und Foodfotos. Bis heute Mittag wusste ich gar nicht wie die schmecken. - Und die schmecken toll! Nicht so erdig, sondern eher fruchtig. Mir haben sie sogar so gut geschmeckt, dass ich eine, so groß wie ein Tennisball, einfach gekocht und in Spalten geschnitten, ohne jegliche Zugabe, als Beilage gegessen habe.

Gelbe Bete, gekocht

Der Anblick täuscht ein bisschen, denn das Gemüse sieht auf dem Foto irgendwie faserig aus. - Das war es aber auf keinen Fall.

Eine gabs pur, als Beilage zu Fleisch und Püree, aus dem Rest wurde ein Salat. Dazu habe ich ich das Gemüse gar gekocht, geschält und in Würfel geschnitten und dann mit Olivenöl, Salz und Rotweinessig angemacht.


Samstag, 15. August 2015

Richtig und falsch gewickelt

Falsch gewickelt, nein so geht das nicht!

Zorra und Janke fordern zum Füllen und Wickeln auf. Das 111. Blog-Event im Kochtopf rückt Crêpes und Wraps in den Mittelpunkt.

Während ich Wraps echt genial finde und wirklich gerne esse, weil man eine ganze Mahlzeit lecker darin einpacken kann, stehe ich mit Crêpes von je her ein bisschen auf dem Kriegsfuß. Die hauchdünnen französischen Pfannekuchen sind leider am Ende doch nur Pfannekuchen, und diese schmecken mir höchstens ein paar Mal im Jahr. Als Kind und bis weit ins Erwachsenenalter mochte ich Pfannekuchen und sämtliche Unterarten eigentlich gar nicht. Selbst bei meinen zahllosen Frankreich-Aufenthalten fand ich Crêpes und Galettes nie besonders attraktiv. - Bis auf eine einzige Ausnahme! Ein einziges Gericht mit Crêpes ist mir als, auch früher schon, sagenhaft wohlschmeckend in Erinnerung geblieben.


Als ich noch ein Kind war, pflegten meine Eltern die Anreise zu unserem Ferienort in der Nähe von Nizza als Ereignis zu planen. Mindestens einmal übernachteten wir auf jeder Strecke, und wir zelebrierten jede Übernachtung mit einem riesigen Abendessen. Manche Fahrten wurden sogar ein zweites Mal für eine Übernachtung unterbrochen. Diese Zwischenstopps gehörten in jedem Jahr zu den Höhepunkten der Sommerferien, - auch wegen des Essens. Während die meisten Adressen auf dem Weg aus dem Rheinland an die Côte d'Azur aus Büchern, aus Zeitschriften oder aus dem Guide Michelin stammten, verschlug uns gelegentlich auch der Zufall mal in das eine oder andere Hotel. Ich erinnere mich an ein winziges Haus am Lac d'Annecy, das meiner Mutter wohl ein wenig zu einfach war und das auf einer zauberhaften Laubenterrasse gebackene Fischlein aus dem See servierte. - Köstlich!

Ein Hotel, das wir mehr als einmal besuchten, lag in einem winzigen Ort in der Nähe von Grenoble. Das Haus war uns von einem guten Freund empfohlen worden, der sich während des zweiten Weltkriegs auf der Flucht vor den Deutschen in dieses verlassene Nest gerettet hatte, um dort seine spätere Frau zu treffen. Als wir das kleine Dorf in den achtziger Jahren kennenlernten, litt es ein wenig unter Verlassenheitsgefühlen, die nach den Winterspielen 1968 wohl eine Weile anhielten. Im Gunde war dort gar nichts los und in dem Hotel, das unser Freund empfohlen hatte, war auch irgendwie der Lack ab. Dennoch. Die französischen Alpen sind zauberhaft, die Leute waren damals sehr freundlich und wir genossen ein altmodisches, mehrgängiges, französisches Menü. Die Küche passte zu den Gästen, die dort ihre Ferien verbrachten. Ohne die junge Familie aus Köln lag der Altersdurchschnitt bei zirka achtzig Jahren. Obwohl ich die Einzelheiten nicht mehr präsent habe, erinnere ich mich, dass dieses altmodische Essen herrlich schmeckte. Leider ist mir bis heute nur ein einziges Gericht in Erinnerung geblieben: Crêpes mit Kalbfleischfüllung. Hauchdünne Pfannekuchen, mit Kalbshackfleisch gefüllt, mit einer cremigen Sauce. Zwei Stück waren damals offenbar sowas wie eine angemessene Portion für einen Zwischengang, den man einem Kind servierte. - Bei allen späteren Diskussionen über künftige Urlaubsreisen stimmte ich immer sehr dafür, wieder in diesem kleinen, alten Hotel zu übernachten.

Hier meine Version 2015:

Crêpes farcis au veau hachis - Crepes mit Kalbfleischfüllung

für 4 Crêpes
3 Eier
150 ml Milch
100 g Mehl
1/2 TL Salz
Butter zum Backen
beschichtete Pfanne
Pinsel

500 g Kalbshack
Olivenöl zum Anbraten
1 dicke Zwiebel, fein gewürfelt
ca. 150 g fein gewürfelter Stangensellerie
Salz
100-200 ml Brühe

1 EL Butter
1 EL Mehl
200 ml Milch
50-100 ml trockenen Wermut
100 g Sahne
Salz
Pfeffer
Muskat

2 EL geriebenen Käse, zB Parmesan, Gruyère Emmentaler


Zunächst die Crêpes backen. Die Zutaten gründlich verquirlen und den Teig etwa 15 Minuten stehen lassen. Die Pfanne erhitzen und mit etwas Butter auspinseln. Vier dünne Crêpes backen und beiseite stellen.

Kalbfleisch mit Zwiebeln, Sellerie und Salz in einer großen Pfanne anbraten. Das Gemüse sollte weich sein. Brühe angießen, kurz aufkochen und dann abkühlen lassen.

Mehl in Butter kurz anschwitzen, nicht dunkel werden lassen. Milch aufgießen und rühren, bis eine glatte Sauce entsteht. Wermut und Sahne unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Und dann kommt es! Das folgende Bild dient nur der Abschreckung. - So geht das nicht!

Falsch gewickelt, nein so geht das nicht!


Bei manchen Gerichten kommt es nicht so genau darauf an. In diesem Fall ist das Wie aber entscheidend. Es geht darum, dass richtig gewickelt wird und nicht einfach irgendwie. 
Beim ersten Versuch habe ich eine relativ kleine Menge Füllung verwendet und die Crepes wie eine Frühlingsrolle gewickelt. Den unteren Rand über die Fülung gelegt, die Seiten eingeklappt und den Rest stramm aufgerollt. Hält bombenfest und löst sich mit etwas Kleber (Eiweiß oder Wasser/Mehl) am oberen rand selbst in der Friteuse nicht auf. Deshalb wickelt man Frühlingsrollen auf diese Art 
Die feinen Crepes mit Kalbfleisch mögen das aber gar nicht. Viel zu viele Schichten Teig liegen so übereinander und das ganze Gericht ist vollkommen unausgewogen.
Richtig ist es hingegen, die möglichst hauchdünnen Crepes locker über der Füllung einzuschlagen und sie dann mit dem Schlüss nach unten in eine Form zu legen. Auf diese Art liegen nur an einer kleinen Stelle zwei Teigschichten übereinander. der Rest besteht aus einer hauchdünnen Hülle, die mit feinem Ragout gefüllt, von cremiger Sauce umschmeichelt und mit etwas Käse aufgeknuspert wird.

Die Crêpes also mit dem Fleisch füllen, locker einwickeln und in eine flache Auflaufform legen. Mit Sauce übergießen und Käse darüber streuen. Bei 180°C backen, bis alles eine schöne Farbe hat. Das dauert so etwa 20-30 Minuten.


Vielen Dank an Zorras Kochtopf und Jankes*Soulfood für dieses Event. Ich habe den Ausflug in die Vergangenheit sehr genossen!

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