Donnerstag, 22. Mai 2014

Pasta #55 - Nachmachen absolut erlaubt!


Fleischersatz hat den Ruf, irgendwie uncool zu sein. Während der reine Verzicht auf Fleisch allgemein als etwas Gutes gilt, ist die Nachahmung tierischer Bauteile vielfach verpönt. Wenn der Vegetarier die Latte für Verzicht schon so hoch hängt, dann soll er gefälligst nicht mit Tofuschnitzel drunter durch tanzen. 

Obwohl ich mich früher auch schon gefragt habe, warum man einerseits auf Fleisch verzichten aber andererseits Fleischgerichte imitieren muss, bin ich inzwischen an einem ganz anderen Punkt angelangt. Ich finde, dass Nachmachen absolut erlaubt ist! Fleischimitate schmecken nämlich gut, sofern wir hier nicht von zweifelhaften Industrieprodukten mit meterlangen Zutatenlisten sprechen. Selbstgemachte Frikadellen ohne Fleisch, alle Arten von Gemüse- oder Getreidebratlingen... liebe ich ebenso, wie eine anständige Metzgerfrikadelle. Ja, sogar Geflügelgerichte, für die keine einzige Feder gerupft wurde, finde ich toll. Und mit Verzicht hat das wirklich nichts zu tun.

Nun stelle ich hier zum zweiten Mal eine vegetarische Bolo auf der Basis von Linsen vor. Während ich mich beim letzten Mal mit dem Namen noch etwas schwer tat, spreche ich es jetzt ganz offen aus. Das Ragú aus Linsen erinnert in dieser Version, durch Wein, Tomatenmark und Gewürze, noch mehr an eine Hackfleischsauce als die ursprünglich Vorgestellte. Ich denke, dass sie durchaus auch dazu taugt, einen leidenschaftlichen Fleischesser glücklich zu machen.

Vegetarische Bolo
1-2 Portionen
1-2 Portionen Tellerlinsen
1 Zwiebel
1 Möhre
3 EL Olivenöl
Salz
2-4 Zehen frischen Knoblauch
2 EL Tomatenmark
250 ml Rotwein
ca. 10 cm Lauch, in feine Streifen geschnitten
Kreuzkümmel, frisch gemörsert
schwarzer Pfeffer
französisches Bohnenkraut

Parmesan
Olivenöl

Parallel zu der Sauce können 1-2 Portionen Pasta in Salzwasser gekocht werden. Vor dem Abschütten daran denken: vom Kochwasser werden 100-200 ml für die Sauce verwendet. 

Die Linsen in einem Haarsieb unter fließendem Wasser abspülen. Dann mit Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze gar kochen. - Das dauert unterschiedlich lange, egal, was auf der Packung steht!

Zwiebel und Möhre in kleine Würfel schneiden. Zunächst die Zwiebel mit etwas Salz in Olivenöl anschwitzen, dann die Möhre hinzufügen. bei schwacher Hitze schmoren, bis alles ein bisschen Farbe angenommen hat. Den Knoblauch und das Tomatenmark hinzufügen und kurz rösten lassen. Mit Rotwein ablöschen. Den Lauch hinzufügen.

Die fertig gekochten Linsen durch ein Sieb schütten und zu dem Gemüse geben. Zusammen fünf Minuten kochen lassen. Etwas Nudelwasser angießen, um die Sauce geschmeidig zu machen. Mit Salz abschmecken, mit Kreuzkümmel, schwarzem Pfeffer und Bohnenkraut würzen.

Zum Servieren, die Linsen-Bolo unter die Pasta heben. Frisch geriebenen Parmesan und gutes Olivenöl dazu reichen.



9 Kommentare:

lamiacucina hat gesagt…

Dass diese Bolo auch Fleischesser glücklich macht, glaub ich Dir gerne, auch wenn hier kein Fleischmangel herrscht

Sandra / from-snuggs-kitchen hat gesagt…

Wir gleich mal vorgemerkt und nach dem Urlaub gekocht.

Suche auch schon länger nach einem guten Bolognese-Ersatz, denn weniger Fleisch schadet nicht. Wobei wir schon bei "nur" 2-3x die Woche Fleisch angekommen sind :)

nata hat gesagt…

@Robert: Was gut schmeckt, macht ja immer irgendwie glücklich. Bei Linsen hat man nur selten das Gefühl, dass etwas fehlt.

@Sandra: Dann wünsche ich einen schönen Urlaub!

Deichrunners Küche hat gesagt…

gefällt mir ausgesprochen gut, da ich eh nicht so der Fleischesser bin; werde ich mal testen und dann schauen, ob es der Fleischesser bei uns (doll) merkt

nata hat gesagt…

@Eva: Also merken wird er es hoffentlich schon. Aber ich denke, er wird nix vermissen. ;o) Falls doch, würde ich ihm dazu halt noch ein Schinkenbrot schmieren.

Sabine Schlimm hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele! Schließlich sind wir doch mehr oder weniger alle mit Fleischgerichten aufgewachsen, und selbst diejenigen, die dann Vegetarier_innen wurden, haben sie in der Regel gemocht. Warum sollten sie auf Frikadelle und Bolo verzichten müssen? Diese hier klingt lecker.

Anke Przybilla hat gesagt…

Ich bin absolut kein Fan von Tofu, aber ansonsten finde ich solche "Ersatz"varianten durchaus gut, wobei ich das gar nicht wirklich als Ersatz sehe, denn Gemüsebratlinge z.B. haben etwas ganz Eigenes, Leckeres. Und diese Linsen-Bolo klingt sofort nach: Muss ich mal ausprobieren. Vielen Dank dafür. LG Anke

Anke Przybilla hat gesagt…

Ich bin absolut kein Fan von Tofu, aber ansonsten finde ich solche "Ersatz"varianten durchaus gut, wobei ich das gar nicht wirklich als Ersatz sehe, denn Gemüsebratlinge z.B. haben etwas ganz Eigenes, Leckeres. Und diese Linsen-Bolo klingt sofort nach: Muss ich mal ausprobieren. Vielen Dank dafür. LG Anke

nata hat gesagt…

@Sabine: Das freut mich und ich denke, es ist erlaubt, was schmeckt.

@Anke: Tofu schmeckt mir sogar sehr gut, allerdings nur kalt. Ich habe hier im Blog zwei wunderbare Lieblingsrezepte mit kaltem Tofu: Spargelsalat mit Tofu und Seidentofu als Häppchen.

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