Sonntag, 9. März 2014

Linsen auf den Frühling

Lachs Sous vide mit Linsensprossen-Kartoffelsalat

Was ist denn jetzt mit dem Frühling? Jeder, der kocht und isst, hat es längst festgestellt, das Wetter ist noch nicht im Gemüseregal angekommen. Dabei wäre ich bereit für Spargel und Erdbeeren. Oder wenigstens für grüne Blättchen.

Was Hoffnung macht, ist die hektische Betriebsamkeit auf dem Spargelfeld. Ich habe das beobachtet, da tut sich was, auch wenn wir auf die Ernte noch warten müssen. Der Blick in den Kalender räumt leider sämtliche Zweifel aus, schade!

Linsensprossen, gekeimte Linsen

Inzwischen sorgen Linsen für ein bisschen Frische auf dem Teller. Im Gegensatz zu vielen anderen Samen müssen sie nicht sehr lange keimen. Daher haben auch Schimmelpilze keine echte Chance. Zum Keimen nehme ich immer kleine Linsen, nicht die großen Tellerlinsen. Mit denen habe ich es noch nie ausprobiert. Über Nacht weiche ich die Linsen in kaltem Wasser ein. Dann seihe ich das Wasser ab und lasse die Linsen etwa zwei Tage vor sich hin keimen. Alle paar Stunden spüle ich sie mit kaltem Wasser durch. Wenn die Schale sehr trocken aussieht, lasse ich sie auch noch mal länger im Wasser stehen. Gekeimte Linsen schmecken aromatisch und frisch. Jeder Salat darf sich geehrt fühlen, wenn er davon etwas abbekommt.

Lachs mit Olivenöl im Gefrierbeutel

Der Lachs hat sich aber auch gefreut. So sehr, dass er in die Tüte musste, mit etwas Olivenöl. Die Tüte drückt man in einen großen Topf mit Wasser, so dass die Öffnung noch heraus schaut. Dann entweicht die Luft aus dem Beutel und man kann den Beutel mit einem Vakuumclip verschließen. Ist dann vielleicht nicht ganz Sous vide aber immerhin vide. - Für den Lachs reicht das vollkommen. Das Wasser in dem Topf erhitze ich auf 45°C. Die Temperatur muss ich mit einem Thermometer beobachten und zur Korrektur halte ich ein bisschen heißes und kaltes Wasser bereit. Der Lachs darf nun in seinem Beutel 15 Minuten schwimmen.

Lachs, supersaftig

Das Ergebnis ist gut sichtbar, oder? Derartig zubereiteter Lachs ist toll für alle, die es gerne saftig aber nicht glibberig mögen. Ich mag das zwar auch, bin aber letztlich ein Gewohnheits-Esser. Das heißt bei mir wird es den Lachs auch weiterhin eher kurz angebraten aus der Pfanne geben, schön glibberig in der Mitte. Gewürzt wird derzeit nur mit Fleur de Sel und Gochugaru. Und ein bisschen zerlassener Butter.

Und dann heißt es für die Linsensprossen, eine Riesenaufgabe zu bewätigen! Dem rheinischen Kartoffelsalat sollen sie eine Frühjahrskur verpassen. Ich kann mir, ehrlich gesagt, nichts schwereres und fettigeres als Rheinischen Kartoffelsalat vorstellen. Die Kartoffeln müssen ja so richtig in selbst gerührter Mayonnaise schwimmen.

Doch zur Wunschjahreszeit will das nicht so recht passen. Die Mayo bekommt von mir einen ordentlichen Klecks cremigen Joghurt. Dann kommt noch der letzte Rest von den Erbsensprossen und etwas TK-Dill dazu. Und schließlich dürfen die Linsen ran und das ist wirklich der Bringer! Die Linsen machen aus diesem Salat ein frühlingsffrisches, knackiges Vergnügen.

Rheinischer Kartoffelsalat mit Linsensprossen


Linsensprossen-Kartoffelsalat

500 g Kartoffeln
1 Eigelb
1 TL Senf
Salz
75 ml neutrales Öl
Essig und/oder Zitronensaft zum Abschmecken
50-75 g cremigen Joghurt
1 kl. gehackte Gewürzgurke
1 Msp. Madrascurry
Dill
eventuell Erbsensprossen
ca. 100 g Linsensprossen

Die Kartoffeln in der Schale kochen, etwas abkühlen lassen und pellen.

Das Eigelb mit dem Senf und dem Salz in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen gründlich verrühren. Unter ständigem Rühren das Öl zunächst tröpfchenweise und dann in dünnem Strahl hinzufügen. Mit Essig und/oder Zitronensaft abschmecken. Joghurt, Gewürzgurke und Dill hinzufügen. Mit Salz abschmecken. Curry so vorsichtig hinzufügen, dass es nicht herauszuschmecken ist, aber den Geschmack abrundet.

Die Kartoffeln in Scheiben schneiden und mit der Sauce vermischen. Die Erbsensprossen klein schneiden und hinzufügen. Zum Schluss die Linsensprossen in den Salat mischen.


Zu diesem Linsengericht hat mich das Blog Event XCVI - Linsen angeregt. Tina von Lunch for One hat es sich ausgedacht. Das Event findet natürlich im 1x umrühren aka kochtopf bei der guten zorra statt.

Vielen Dank für Eure Mühe!


Blog-Event XCVI - Linsen (Einsendeschluss 15. März 2014)

8 Kommentare:

Ti saluto Ticino/Bonjour Alsace hat gesagt…

Das erinnert mich daran, dass ich endlich mal wieder Sprossen ansetzen wollte - danke fürs Erinnern und einen schönen sonnigen Sonntag.

multikulinaria hat gesagt…

Schöne Idee, die Linsen keimen zu lassen! Und der butterweiche Lachs, hach! Obwohl ich ihn glaube ich, doch am liebsten mit paar Röstaromen auf der Haut mag. ;-)

nata hat gesagt…

@Sabine: Nichts zu danken! Die Linsensprossen gehen ja auch superschnell.

@Peggy: Die Linsen helfen mir schon seit ein paar Jahren über die letzten Winterwehen hinweg. Spätestens im März fehlt mir das frische Grünzeug doch sehr.

Das mit den Röstaromen sehe ich im Grunde wie Du.

...Frau Kampi... hat gesagt…

An die Stirn tipp: warum kommt man selber auf die einfachsten Sachen nicht? Ich bring ja so ziemlich vieles zum keimen (z.B. Koriander- oder Senfkörner), um es zu verspeisen. Warum bin ich bis jetzt nicht auf Linsen gekommen?
Das muss ich unbedingt ausprobieren!

nata hat gesagt…

@Sandra: Oh bitte, kannst Du mir sagen, wie man Koriander zum Keimen bringt. Der rührt sich bei mir nämlich kein Stück. Braucht der Licht? Oder eher Dunkelheit?

...Frau Kampi... hat gesagt…

Das wichtigste ist gleichmäßige Feuchtigkeit.

Theresa hat gesagt…

mmh, das klingt nach einem hervorragenden Rezept! An Sprossen möchte ich mich jetzt auch mehr herantasten und habe mir schon extra ein Keimglas besorgt ;) Und den Lachs würde ich zu gerne auch einmal so zubereiten, allerdings tue ich mich mit der Vorstellung, ihn in Plastik zu kochen, etwas schwer... aber das Rezept kann man ja auch prima mit gebratenem Lachs abwandeln! Hab dank für die Inspiration! Liebe Grüße, Theresa

nata hat gesagt…

@Theresa: Danke Dir! Wie gesagt, die Methode mit dem Gefrierbeutel ist ebenso interessant wie das Ergebnis. Auch hat man hinterher nicht das fischige Fett in der Pfanne. Aber meine Lieblingsmethode wird das dann doch nicht.

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