Mittwoch, 8. Januar 2014

Such den Senf!

St Galler Bratwurst mit Sauerkrautküchlein und Wintersalat


Einen ganz schönen Klops mussten die Leser aus der Schweiz gestern schlucken. Genauer gesagt, für die St. Galler ging es hier um die Wurst. Die kantonale Bratwurst wurde schändlicherweise mit Senf abgelichtet, - und das geht ja nun gar nicht! Senf! 

Auf Facebook wurde ich dankenswerterweise auf diesen schlimmen Fehltritt aufmerksam gemacht. Die St. Galler Bratwurst wird nun einmal nicht mit Senf gegessen. Und an dieser Stelle hört die Neutralität echt auf.

Tja, aber wie das eben so ist, mit diesen kulturlosen Deutschen, wenn man ihnen etwas verbietet, dann machen sie es heimlich. Man muss den Senf ja nicht so penetrant in den Vordergrund schieben. Man kann ihn ja auch in einer Beilage verstecken. Wir sind gerade in der Schweiz für unsere Zurückhaltung bekannt, wie man weiß.

Wintersalat: Möhre, Apfel, Chicoree, geröstete Sonnenblumenkerne, Kresse

St. Galler Bratwurst mit Sauerkrautküchlein und Wintersalat

Vom Vortag war noch Knoblauch-Kartoffelpüree und Sauerkraut übrig. Beides habe ich vermischt und noch einmal kräftig gewürzt (Salz, Pfeffer, Kümmel, Muskat). Dann habe ich ein Ei und etwas Mehl darunter gemengt. In einer großen Pfanne habe ich neutrales Öl erhitzt und mit zwei Esslöffeln kleine Küchlein hinein gesetzt. Die Küchlein schmecken sehr gut, wenn sie ganz langsam bei schwacher bis mittlerer Hitze gebraten werden.

Weil ich die Küchlein schon gestern gebraten und über Nacht unter Folie im Kühlschrank aufbewahrt habe, konnte ich sie zusammen in den letzten Minuten mit der Bratwurst im Backofen erwärmen.
Währenddessen war Zeit für den kleinen Wintersalat

1 EL Sonnenblumenkerne, in einer beschichteten Pfanne geröstet
2 Möhren, grob geraspelt
1 rotschaliger Apfel, grob geraspelt
1 Chicoree, in feine Streifen geschnitten
Kresse

Sauce:
2 TL Crème fraîche
1 TL Senf
1 TL Zucker
1 Prise Salz
Melfor (oder milder Essig)

Die Sauce anrühren und mit den übrigen Zutaten in einer Schüssel mischen.

Wintersalat

9 Kommentare:

Ilse Threefivesix hat gesagt…

Du bist ja raffiniert!

Christina hat gesagt…

Du Schlauberger! Obwohl... Senf zur Wurst ist zu wichtig. Ich könnte den nicht verstecken ;)

Liebe Grüße, Christina

nata hat gesagt…

@Ilse: Total raffiniert! Und man sieht es mir gar nicht an ;o)

@Christina: Ich glaube, wir essen sowieso viel mehr Senf als die Schweizer. Manchmal esse ich auch Wurst, weil ich Appetit auf Senf habe.

Julia hat gesagt…

Also ausser den St Gallern nimmt das Bratwurst-ohne-Senf-Gebot auch im Rest der Schweiz niemand so richtig ernst. Wenn dir die Wurst mit Senf besser schmeckt als ohne, dann ist das halt so. Aber ausser den Bayern stört sich ja auch niemand wirklich daran, wenn man Weisswürste auch nach 12 Uhr noch isst, oder täusche ich mich da? Alpennähe führt offenbar einfach zu eigenartigen Wursttraditionen... ;)

LG, Julia

nata hat gesagt…

@Julia: Ich hatte es sowieso eher als freundlichen Hinweis aufgefasst. Im Grunde bin ich ja froh, dass es so unterschiedliche Traditionen gibt. So kann man immer nett über Wurst plaudern.

paprikameetskardamom hat gesagt…

Du Fuchs, Du! Aber ich finde Senf passt ja auch wunderbar zu Sauerkraut! Oder Eiern! Oder Käse! Aber besonders gut trotzdem zur Wurst :-)
Grüße
Anikó

Merle hat gesagt…

Ja ja ja, diese Schweizer :)
Das die Bratwurst ohne Senf gegessen wird wusste ich aber auch nicht, wo das doch so lecker schmeckt!
Hast Du jedenfalls sehr raffiniert gelöst das Problem :)
glg

Heike hat gesagt…

Wurst hin, Senf her.
Ich will jetzt diesen Salat!

nata hat gesagt…

@Anikò: Yep, passt zu fast allem, aber am besten zur Wurst. Sehe ich auch so.

@Merle: Die St. Galler ist ja wirklich eine feine Wurst. Und die St. Galler Kalbsbratwurst ist noch ein bisschen feiner. So gesehen, kann man sie zur Not schon ohne Senf essen. ;o)

@Heike: Den Salat hat mir ganz ausgezeichnet geschmeckt. Aber er verträgt durchaus noch ein bisschen mehr von den gerösteten Sonnenblumenkernen, denke ich.

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