Dienstag, 17. September 2013

Suses Take-5-Sandwich


Gleich wird man sich vermutlich fragen, wieso ich mich an dieser Sache beteilige, die eigentlich eine Herausforderung sein soll. Denn so besonders herausfordernd ist dieses Gericht nun wirklich nicht. Ehe ich es lange erkläre, die Antwort lautet ganz schlicht, weil ich Hunger hatte. Genau genommen hatte ich einen Riesenappetit auf eine Art Waldorfsalat mit Hokkaido, seit Tagen schon. Das habe ich mir so lecker vorgestellt, als ich neulich in der Küche stand und so vor mich hinschnippelte. Der Kürbis sollte roh sein und sich mit Apfel und Walnuss in einer frischen Joghurtmayonnaise verbinden. Die restlichen drei Zutaten könnte ich dann auch noch rasch dazu verarbeiten.



Anders als Suse habe ich allerdings keinen besonders üppigen Vorrat zur Zeit und muss für fast jede Mahlzeit extra einkaufen gehen, Hüfte kommt praktisch nie auf den Teller, was an der Macht der Gewohnheit liegt. Und dann das Problem mit den Nüssen. Die Walnüsse! Hier sind noch gar keine Walnüsse reif. Das bedeutet, dass ich jetzt leider welche aus Chile kaufen musste, ziemlich überteuert und von unfassbar mieser Qualität. Der einzige Trumpf, den ich zu bieten habe, ist wohl das Burgerbrötchen. Weil mir die gekauften Dinger nicht schmecken, habe ich gerade am Wochenende mal wieder selber welche gebacken und mir den Tiefkühler damit vollgepackt. Damit war dann auch irgendwie klar, was mit der Hüfte passieren würde.



Take 5° - Hüftsandwich mit Tomate und Parmesan, dazu Hokkaido-Waldorfsalat

Als Beilage habe ich eine große Kartoffel zu Kartoffelspalten verarbeitet. Dazu die Kartoffel waschen, schälen und in Spalten schneiden. In einer feuerfesten Form in Erdnussöl wenden und dann in den kalten Ofen schieben. Ein tiefgefrorenes Burgerbrötchen ebenfalls in den Ofen legen und dann auf 180° C schalten. Nach 11 Minuten das Brötchen rausnehmen und fest in eine saubere Plastiktüte einpacken. Die Kartoffelspalten  zwischendurch mal wenden und im Ofen lassen, bis sie goldbraun und gar sind. Erst unmittelbar vor dem Servieren salzen.

In der Zwischenzeit eine Mayonnaise anrühren: Eigelb mit Senf und Salz verrühren, Sonnenblumenöl erst tröpfchenweise, dann in dünnem Strahl unterrühren. Mit Zitronensaft, Weißweinessig, Salz und Cayenne, evtl. Knoblauch, abschmecken. Von der Mayo 2 Tl. wegnehmen und für das Sandwich aufbewahren. Die restliche Mayo mit cremigem Joghurt verrühren und süß-sauer abschmecken.

Ein Stück Hokkaido und einen kleinen Apfel in feine Stifte schneiden (oder über eine Röstireibe ziehen). Ein paar Walnüsse grob hacken. Kürbis, Apfel und Nüsse mit der Joghurtsauce mischen.

Eine gusseiserne Grillpfanne aufheizen. Das Fleisch von beiden Seiten mit Olivenöl bestreichen und in die heiße Pfanne legen. Grobes Meersalz darauf streuen. Das Fleisch einmal wenden, erneut mit Meersalz bestreuen und dann die Pfanne in den inzwischen ausgeschalteten Ofen stellen.

Das Burgerbrötchen aus der Tüte nehmen und aufschneiden. Die untere Hälfte mit Mayo bestreichen. Aus einer großen Fleischtomate (meine trägt übrigens den Namen Matias) eine dünne Scheibe herausschneiden und auf die Mayo legen.



Das Fleisch aus dem Ofen nehmen und in sehr dünne Streifen schneiden. Die Streifen auf die Tomate betten und schwarzen Pfeffer darüber geben. Parmesan mit einem Sparschäler in Flocken abziehen und auf das Fleisch geben. Den Deckel schließen und das Sandwich mit den Kartoffelspalten und dem Salat servieren.



Vielen Dank, liebes 180° Team, Ihr habt mal wieder eine lustige Idee gehabt und ich hatte einen Riesenappetit darauf. Den Salat verlangt allerdings nach einer Korrektur. Ich werde ihn demnächst noch einmal machen, wenn die hiesigen Walnüsse reif sind.



Montag, 16. September 2013

Mein Weg nach oben

Oder: Eine Reise in die höheren Lagen Graubündens


Graubünden hätte ich nie verlassen sollen. Eigentlich stand der Plan ziemlich schnell fest, dass ich nicht wieder abreisen würde. Rauf auf die Berge wollte ich, das Licht und die klare Luft genießen. Irgendwas würde mir schon einfallen, diesen Spaß nicht enden zu lassen, wenn ich nur erst dort wäre. Zuerst aber musste ich einmal hinkommen. Und dabei hatte ich mich auch noch ziemlich zu sputen. Um 13:58 Uhr sollte ein Sonderwagen der Rhätischen Bahn am Bahnhof von Chur auf mich warten. Das heißt, warten würde er vermutlich nicht, denn in der Schweiz pflegen die Bahnen pünktlich zu fahren. Um also ebenfalls pünktlich in der Bündner Metropole (34.000 Einwohner) am Bahnsteig zu stehen, reiste ich in die Schweiz mit dem Flugzeug und ließ mich angenehm erstklassig von der Schweizer Bahn nach Chur bringen. Graubünden. hatte mir zu diesem Zweck einen Swiss Pass für das Netz der SBB zur Verfügung gestellt.

Köln-Bonn Airport, ziemlich früh

In Chur klettere ich bei strahlendem Sonnenschein und brütender Hitze aus dem Zug und etwas später
treffe ich meine kleine Reisegruppe. Das Team von Graubünden, Franzi und Jeannine, nimmt uns herzlich in Empfang. Mit Petra / Foodfreak bin ich schon ab Zürich gemeinsam gereist und im Bahnhof lerne ich Ailine / Aicuisine und Henrik / WHUDAT kennen. Die weiteren sechs Mitreisenden haben jeweils paarweise die Teilnahme bei Facebook gewonnen.

Chur, Sommerwetter

Und dann startet das Fanevent auf die stilvolle Art: Im Piano Barwagen der Rhätischen Bahn begeben wir uns auf eine der spektakulärsten Bahnstrecken Europas. Während die Reisegruppe im gediegenen Ambiente des alten Pullmanwagens mit Pinot Blanc aus Fläsch auf eine schöne Reise anstößt, schraubt sich der Zug hinauf, auf die Berninastrecke.

Piano Bar RhB
Pinot Blanc aus der Bündner Herrschaft




Immer wieder halte ich den Kopf aus dem Fenster und genieße den Fahrtwind, während der Zug durch die unglaubliche Landschaft in die Höhe steigt. Auf 2.234 m.ü.M zieht der Lago Bianco an uns vorbei, riesengroß und in unwirklichem Südseeblau. Wenn die Scheiben des Luxuswagens nicht geöffnet wären, würde ich die Farbe wahrscheinlich für einen Trick halten.

Lago Bianco, Südsee mitten in den Alpen
Unser erstes Etappenziel erreichen wir nach fast drei Stunden Fahrt. Alp Grüm, eine Bahnstation auf 2.091 m.ü.M, die nicht mit dem Auto erreichbar ist.

Station Alp Grüm
Rund 100 Meter oberhalb der Station liegt unser Hotel. Obwohl ich ein bisschen fluche, weil ich den schweren Koffer schleppen muss, freue ich mich auf das, was mich erwartet.

Blick nach oben, von der Station zum Hotel

Auf dem letzten Stück vor dem Bergrestaurant Belvedere kommt mir Battesta Albin, der Wirt, entgegen und schnappt sich meinen Koffer.


Mit seiner Frau, Annamaria, hat Battesta hier oben etwas Einmaliges geschaffen. In vollkommener Abgeschiedenheit (das Haus ist mit dem Auto nur umständlich über einen alten Ziehweg erreichbar) bieten sie Gästen ein gemütliches Nest und anständige Bündner Kost. Die meisten Zimmer sind sehr einfach, aber einladend und sauber. Luxuriös wirkt dagegen die nach Arvenholz duftende Alpensuite, die sowohl ein komfortables Mehrbettzimmer mit Specksteinofen sein kann, als auch (mit hochgeklappten Wandbetten) ein freundlicher Seminarraum. Dass man sich im Belvedere die Duschen und WCs mit anderen Gästen teilen muss, empfinde ich nicht als Nachteil. Die Anlagen sind modern und sehr sauber.

Nachdem die Batterie meiner Kamera schon längst schlafen gegangen ist, zaubert Annamaria mit der netten Serviertochter leckere Capuns auf den Tisch. Die Krautwickel gelten als Bündner Nationalspeise und werden in jedem Haushalt ein bisschen anders zubereitet. Im Grunde handelt es sich um Spätzleteig, der mit Trockenfleisch (Landjäger, Salsiz, Schinken, Bündnerfleisch, je nach dem...) angereichert und in Schnittmangold eingewickelt wird. Meist werden die Röllchen dann in einer Mischung aus Brühe und Sahne im Ofen gebacken. - Sehr lecker! Danach folgt das ewige Mysterium der Schweizer Berggasthäuser. Immer wieder staune ich darüber, wie es den Schweizern nur gelingt, selbst in den entlegensten Höhenlagen der Alpen frischen Salat auf den Tisch zu bringen. Verstehen werde ich es wohl nie. Der Hauptgang ist üppig und schmeckt mir sehr gut. Zum Kalbsbraten gibt es Bramata (grobe Polenta) mit dicken Butterflocken und Rahmsauce. Dazu nehme ich ein ganz ausgezeichnetes Palü Bier. Annamaria ermuntert uns mehrfach, noch nachzunehmen, bevor sie den Nachtisch aufträgt, kleine Tässchen mit Schaum aus Zwetschen und etwas Rotwein.



In der Nacht vermisse ich die Geräusche. Das ganze Haus ist vollkommen still und von draußen hört man gar nichts. Das Fanevent Graubünden hat ganz groß angefangen. Ich bin gespannt, wie es am nächsten Tag weitergeht.

Aber das erzähle ich im nächsten Beitrag.
(...)

Henriks Geschichte über unsere Reise nach Graubünnden

Dienstag, 10. September 2013

Großartige Aussicht auf Graubünden



Pastasciutta war in den Alpen und hat Atemberaubendes erlebt. Bilderbuchschweiz, Spätsommer und Gruppenerfahrung. Mehl, das müde macht, Eisenbahnen, die Kurven zum Klettern brauchen, Töpfe, in denen nichts gekocht wird und eine Gondel, die Käse zum Schmelzen bringt...


Als Appetithäppchen zeige ich diese wunderbaren Fotos von Gian Andri Giovanoli, der uns auf unserer Reise begleitet hat. Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Na, auf den Geschmack gekommen? - Die ganze Geschichte gibt es demnächst an dieser Stelle.

Bildmaterial in diesem Beitrrag von KMU Fotografie

Dienstag, 3. September 2013

Neun Jahre, und sie rührt noch immer!


Seit neun Jahren heißt es in Zorras Kochtopf "bitte umrühren!" Wie oft die Exilschweizerin in dieser Zeit tatsächlich im Kochtopf gerührt hat, weiß ich nicht. Vermutlich ließe sich das aber ganz einfach nachvollziehen, denn das Ergebnis sehen wir beinahe täglich in ihrem Blog. Auch wenn da nicht immer nur gerührt wird. Ziemlich oft wird ja auch grilliert, und sehr oft ist ein Poulet davon betroffen. Als Eidgenossen würden Zorra und der geheimnisvolle "Y" wohl die Schweizer Familien Feuerstelle vermissen, wenn sie nicht einen eigenen Grillplatz unter andalusischer Sonne eingerichtet hätten. Mindestens ebenso oft lässt Zorra auch in der Küchenmaschine etwas kneten, und zwar eine Vielzahl an herrlichen Broten, die sich fast alle auf die selbe großartige Universalanleitung zurückführen lassen. Und am Ende wird Zorra dann doch wieder ganz rührend, wenn sie ihr Gelateria Labor öffnet, in dem ihre Eiskreationen entstehen.

Aber nicht nur aus diesen Gründen können wir alle froh sein, dass Zorra damals, als eine der ersten überhaupt, auf die Idee gekommen ist, mit ihren täglichen Mahlzeiten ins deutschsprachige Netz zu gehen. Die Bloggerin der ersten Stunde hat mittlerweile auch unter den Hobbyköchen, Foodenthusiasten und Netzbewohnern eine Menge angerührt und angerichtet.

Mir kommt es immer so vor, als wäre Zorra die Mutter, die den ganzen Laden irgendwie zusammenhält. Obwohl sich kaum jemand so bescheiden im Hintergrund hält wie die Schweizerin, von der viele nicht einmal den richtigen Namen wissen, ist sie doch überall präsent. Ich bin froh, dass wir uns persönlich kennen und dass ích Zorra zu meinen Freunden zählen darf. Daher gratuliere ich von ganzem Herzen zum Bloggeburtstag und ich freue mich auf die nächsten neun Jahre. Wer weiß schon, wie unsere Bloggerwelt dann aussehen wird?

Zum Geburtstagstee bringe ich für Zorra ein paar kleine Chüechli mit, die einen leichten Bündner Zungenschlag haben. Ihr Aroma erhalten die kleinen Küchlein nämlich durch den Churer Röteli, einen ziemlich süßen Kirschlikör, den man im Bündnerland sehr gerne an kalten Winterabenden in unwissende deutsche Touristen füllt. Also, das habe ich mal so gehört, *räusper*.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Zorra!


Röteli-Chüechli
für 12 Stück

125 g weiche Butter
125 g brauner Zucker (Vollrohrzucker)
1 Prise Salz
1 Prise Nelkenpulver
1 Prise Zimtpulver
3 Eier
200 g Mehl
1 geh. TL Backpulver
1 Glas abgetropfte Schattenmorellen, Abtropfgewicht 175 g
3 EL Saft von den Kirschen
2-3 EL Bündner Röteli (Kirschlikör)
Puderzucker zum Anrühren des Zuckerguss


Den Backofen auf 180° C vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auskleiden.
Butter mit Zucker schaumig schlagen, Salz und Gewürze hinzufügen.
Nach und nach die Eier in den Teig quirlen.
Das Mehl mit dem Backpulver mischen und in den Teig rühren.
Etwa 3 Esslöffel Saft von den Kirschen in den Teig rühren.
Den Teig gleichmäßig auf 12 Muffinförmchen aufteilen.
Auf jede Portion 4 bis 5 Kirschen geben und in den Teig drücken.
Das  gefüllte Muffinblech in den Ofen schieben. und etwa 30 bis 35 Minuten backen.
Die Chüechli zunächst in der Form leicht abkühlen lassen und dann auf ein Kuchengitter heben.
Einen Zuckerguss aus Röteli und Puderzucker anrühren. Den Zuckerguss auf die abgekühlten Kuchen streichen.


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