Sonntag, 30. Juni 2013

Montagskrümel

Angeknabbert, aufgegessen - und dann?

Na, schon in den Kühlschrank gesehen? Die Reste vom Wochenende reichen wahrscheinlich noch für ein schönes Abendessen, oder? 
Und wie sieht es morgen aus? Hast Du Pläne für die nächste Woche?


Dass wir alle ständig in den Kühlschrank sehen und uns darüber Gedanken machen, was wir in nächster Zeit essen werden, lässt mir am Sonntagabend keine Ruhe. Ich würde gerne wissen, wie es bei Euch so aussieht, mit den Resten vom Wochenende, mit den Vorräten und mit dem Ausblick auf die nächste Woche.

Ich habe mir 5 Fragen ausgedacht, um Euch zum Erzählen anzuregen und um mehr darüber zu erfahren, mit welchen Vorräten Ihr in die neue Woche startet.

Wer Lust hat, meine Fragen in seinem Blog zu beantworten, verlinkt den entsprechenden Blogbeitrag (nicht die Blog URL, sondern die URL des Beitrags) mit dem InLinkz  Button unter diesem Beitrag. Wenn wir alles richtig gemacht haben (was mich betrifft, bin ich gar nicht so sicher...), sollte unter diesem Blogpost eine schöne Linkliste erscheinen.

Für die Linkliste habt Ihr eine Woche Zeit. Das Kommentarfeld bleibt natürlich darüber hinaus geöffnet.

Was die Form Eurer Beiträge angeht, mache ich keine Vorgaben. Ein Wort, ein Satz oder eine ganze Geschichte pro Frage, - finde ich alles super, gerne auch mit Bild.

Wer keinen Blog führt und trotzdem Lust hat, Fragen zu beantworten, kann dafür bitte das Kommentarfeld nutzen.



1. Der Geschmack vom Wochenende?


Reibekuchen. Und Knoblauch!
 

2. Und die Reste? 


Vom marinierten Schweinefleisch blieb eine schöne Scheibe übrig.

3. Was kannst Du weiter verwenden?


Außer Fleisch blieben auch noch Tomaten, Gurken und Knoblauchquark übrig. Das gibt eine schöne Mahlzeit für den Wochenanfang.

4. Was muss entsorgt werden?

Mal wieder zu viele Eier gekauft, die ich nicht verwenden konnte...

5. Wonach schmeckt die nächste Woche?

Ich hoffe, die kommende Woche schmeckt endlich nach Erdbeeren. Es ist besseres Wetter angekündigt und ich freue mich, wenn ich noch ein paar schöne Früchte bekomme. Dann wird die nächste Woche sogar nach Marmelade schmecken.


So, und jetzt Du! Bitte beantworte diese 5 Fragen: 

1. Der Geschmack vom Wochenende?
2. Und die Reste?
3. Was kannst Du weiter verwenden?
4. Was muss entsorgt werden?  
5. Wonach schmeckt die nächste Woche? 


Freitag, 28. Juni 2013

Dicke Brause für die Zeit zwischen Frühling und Herbst

Im Sommer 2013 habe ich mir eine neue Marotte angewöhnt. Ich hole meine Sommerkleider aus dem Schrank, probiere mal das eine, mal das andere, und betrachte mich im Spiegel. Danach laufe ich durch das Haus und genieße das Gefühl, etwas unheimlich Beklopptes zu machen.

Früher war in meiner Erinnerung sehr viel mehr Sommer als heute. Die Älteren werden sich daran erinnern oder sie werden auch diese Ansicht für bekloppt halten. Aber in meiner Vergangenheit gab es viele endlose Sommer mit endlos langen Hitzetagen, die in dem 200-jährigen Gemäuer, in dem ich lebte, niemals richtig abkühlten.



Damals, Anfang/Mitte der 90er, traf ich mich gelegentlich mit meinen Eltern zum Feiern, zum Essen und zum Trinken in Luxemburg. Und es herrschte wirklich immer eine brütende Hitze, in dem kleinen Land an der Mosel. Die durchfeierten Nächte, die Fahrten über die kurvigen Straßen des nördlichen Saarlandes und das Gefühl, dass ich irgendwie nie das Richtige zum Anziehen hatte, für solche Temperaturen, sind mir noch gut im Gedächtnis geblieben.



Jetzt würde ich gerne erzählen, dass bei solchen Gelegenheiten immer der gute Crémant de Luxembourg getrunken wurde, aber nein... Tatsächlich wurde bei diesen Feiern damals sehr viel anderes Zeug getrunken, unter anderem auch Champagner. Aber der Cremant rückte im Laufe der Jahre erst so nach und nach in den Vordergrund. Zumindest legten die gelegentlichen Ausflüge ins Nachbarland den Grundstein für meine Schaumweinpräferenz. Crémant de Luxembourg ist da für meinen persönlichen Geschmack immer noch ganz weit vorne. Auch, wenn ich mich an diese heißen Sommer kaum noch erinnern kann. 

Mein ganz spezieller Liebling unter den Prickelwässerchen ist der Crémant St. Martin Brut, hergestellt nach Méthode traditionelle. Die Zusammenstellung von 48% Riesling, 49% Pinot Blanc und 3% Auxerrois reift in den Kalksteingewölben unter Remicher Stadtgebiet, direkt an der Mosel und mit Blick auf die deutschen Nachbarn. Für Leute wie mich, die zwar äußerst gerne, aber ebenso wenig trinken, gibt es freundliche halbe Flaschen.


Von so einer kleinen Flasche genehmige ich mir jetzt einen Schluck und dann erhebe ich mein Glas auf die 64. Weinrallye, die von Thorsten und Susa ausgerufen wurde. - Herzlichen Dank & Prost!



Donnerstag, 27. Juni 2013

Guten Morgen blödes Mistwetter! - Hallo Hefeteilchen!


Mein Frühstück ist mir heilig. Ich weiß, das sagt sich so leicht dahin, aber es ist wirklich sehr ernst gemeint! Wer je mit mir über Aktivitäten verhandeln musste, die vor dem ersten heißen Getränk am Morgen stattfinden, weiß bescheid. Da kenne ich keine Gnade. Als Minimalausstattung reicht ein exquisiter Darjeeling oder ein doppelter Espresso mit viel heißer Milch. Was danach kommt, ist von meinem Appetit abhängig und wechselt ständig. Frisches Hefegebäck ist aber grundsätzlich sehr attraktiv. Da ich mittlerweile nicht mehr in der Nähe einer guten Bäckerei lebe, bin ich dazu übergegangen, den Tiefkühler mit Selbstgebackenem vollzustopfen und dann später, - bei Bedarf, mich selbst.

Gestern, in den späten Abendstunden, habe ich noch frische Puddingschnecken und Mini-Quarktaschen produziert. Es war ein bisschen so, als ob ich gewusst hätte, wie schwer es mir fallen würde, heute in den Tag zu starten... Dank der heißen Hefeteilchen, die ich heute Morgen aus dem Ofen ziehen konnte, war aber alles nur halb so schlimm.

Die gefrorenen Teilchen lege ich in den kalten Ofen, schalte auf 170°C und dann stelle ich den Timer auf 12 Minuten. Größere Stücke mit Pudding brauchen eventuell ein paar Minuten länger.



Hefeteig für Puddingteilchen und Quarktaschen

500 g Mehl, Type 550
70 g Butter
250 ml Milch
3/4 Würfel Hefe
1 Tl Salz
3 El. Zucker
1 Ei 

Alle Zutaten miteinander zu einem weichen, aber formbareb Teig verkneten, eventuell noch ein bisschen Wasser hinzufügen. Den Teig an einem warmen Ort zu doppelter Größe aufgehen lassen und danach noch einmal zusammenkneten. Nach kurzer Entspannungspause (sobald der Teig wieder formbar ist) den Teig in zwei Hälften teilen.

Für jede Sorte Teilchen eine halbe Portion Teil quadratisch ausrollen. Für die Quarktaschen den Teig in 9 Quadrade schneiden, 2 El. von der Füllung in die Mitte geben und die Ecken zur Mitte hin einklappen. Vorsicht, die Füllung ist ziemlich flüssig!

Für die Pussingteilchen den Teig mit der abgekühlten Puddingfüllung dich bestreichen und dann zu einer Rolle aufwickeln. Die Rolle in etwa 9 Scheiben schneiden.

Die Teilchen nach dem Füllen und vor dem Backen noch 30 Minuten gehen lassen.

Für mich war es am günstigsten, die beiden Sorten nacheinander zu backen. Aber das hängt auch von den technischen Möglichkeiten des Ofens ab. Bei mir brauchen die Teilchen jeweils 25 Minuten bei 180°C Ober- und Unterhitze.


Puddingfüllung
0,5 l Milch
1 El. Vanilleextrakt
60 g Speisestärke
4 El. Zucker
30 g Butter
ca. 100 g Sultaninen (Menge nach Geschmack)

Die Hälfte der Milch mit dem Vanilleextrakt in einem Topf erhitzen. Den Rest der Milch mit der Stärke verrühren und sobald die Milch auf dem Herd kocht, unter Rühren hineingießen. Den Topf vom Herz ziehen, sobald die Mischung bindet. Den Zucker und die Butter in den Pudding rühen und zum Schluß die Sultaninen hinzufügen. Während der Pudding abkühlt, gelegentlich umrühren, damit sich keine Haut bildet (und damit es ein bisschen schneller geht).

Quarkfüllung
250 g Magerquark
3 Eier
80 g Zucker
1 geh. Tl. Mehl
1 geh. Tl. Speisestärke
1 Tl. Vanilleextrakt
1 Tl. Zitronensaft
1 Tl. Zitronenabrieb
30 g flüssige Butter, geschmolzen und wieder abgekühlt

Alle Zutaten gründlich miteinander verrühren.



Übrigens hatte ich ursprünglich vor, die Quarkteilchen ganz elegant zu verschweigen. Beim Zuschneiden des ausgewallten Teiges produzierte ich aus Versehen 16 Stücke, die natürlich viel zu klein waren. Aus diesem Grund mussten die winzig kleinen Teilchen in Muffinförmchen gebacken werden, was ich gar nicht so schön fand. Immerhin hatte ich mir doch große, flauschige Quarktaschen vorgestellt. Zu meiner Überraschung waren die kleinen Mini-Quarktaschen aber sehr schön locker und angemessen fluffig. Daher dürfen sie jetzt doch ins Internet.


Samstag, 22. Juni 2013

Das Murmeltier darf sein Schwänzchen behalten


Was macht der Bergbewohner, wenn er Appetit auf ein schönes Murmeltier bekommt? Er wartet auf die kalte Jahreszeit, bis das Tier seinen Winterschlaf hält. Dann geht der alpine Gourmet auf die Suche nach dem Murmeltierbau und gräbt den schlafenden Nager aus. Schlafen wie ein Murmeltier ist also durchaus mit Gefahren verbunden!

Was macht man aber, wenn gerade kein schlafendes Murmeltier zur Hand ist? Oder wenn einem diese Art der Jagd ganz einfach zu unsportlich erscheint? In diesem Fall müssen Ersatzdrogen her. Am ehesten wird man da bei den Schweizern fündig, denn die kennen sich mit sowas aus. Sie sollten sich dann nur nicht wundern, wenn wieder jemand kommt und sie schamlos nachahmt.


Wie schon bei früheren Gelegenheiten, aß ich im vergangenen Winter in den Bündner Bergen gerne Munggeschwänzli, also Murmeltierschwänzchen. Die Speisekarte im Bündner Rigi ließ keinen Zweifel daran, worauf ich mich freuen durfte: Zartes Hähnchenfeisch, in Teig ausgebacken und auf frischem Salat serviert, - köstlich! 

Der Nachbau ist eine Abwandlung, die vorwiegend dem Heißhunger auf orangefarbene Salatsauce geschuldet ist. Der Salatteller besteht aus Kraussalat, Rucola, Frühlingszwiebeln und Strauchtomaten.

Für die Salatsauce rühre ich eine kleine Mayonnaise aus Eigelb, Salz, Senf und Sonnenblumenöl an. Dann rühre ich Saure Sahne und Paprikamark sowie Sherryessig und Zitronensaft hinein. Abschmecken mit geriebenem Knoblauch, Zucker, Salz, Estragon und einer winzigen Spur Madras Curry.

Für den Backteig 2 geh. El. Mehl (Menge reicht mindestens für ein ganzes Huhn) mit Bier und Salz verrühren. 2 El. Sesamsaat und 1 Ei in den Teig rühren und den Teig ein paar Minuten stehen lassen.

Das Huhn in Stücke zerteilen: Die Brusfilets auslösen, das Beinfleisch auslösen und die Haut entfernen. Alles in mundgerechte Stücke schneiden.

In einer Pfanne reichlich (ca. 1 cm) Erdnussöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Fleischstücke mit einer Rouladennadel durch den Teig ziehen und in dem heißen Öl langsam ausbacken.

Die Salatsauce auf dem angerichteten Salat verteilen und die Munggeschwänzli darauf betten.


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Dienstag, 18. Juni 2013

Und wenn er aber kommt?


Was machen wir denn jetzt mit dem schönen Wetter? So unwahrscheinlich lange haben wir gewartet und jetzt ist es plötzlich da, zack! Die Hitze brüllt, der Planet brennt und der Magen knurrt trotzdem. Von wegen, bei der Hitze nur ein Scheibchen Wassermelone, - nee! 

Ich will auch im Sommer meist was Anständiges essen, etwas Warmes. Gebratenes Gemüse zum Beispiel, wie diese herrliche Aubergine mit Reis. Dieses vegetarische Sommergericht macht ganz wenig Arbeit, erfordert allerdings ein bisschen Zeit. Die Auberginenstücke werden zunächst gesalzen, müssen dann ein wenig abtropfen und werden schließlich sehr langsam in Olivenöl gebraten. Wer nicht die ganze Zeit daneben stehen will, bestreut die Auberginenstücke einfach mit Salz, gießt großzügig Olivenöl darüber und gibt sie für 40 Minuten in den 200° C heißen Backofen.



Gebratene Aubergine mit Joghurt und Reis

für 2 Personen

1 Aubergine
Olivenöl
Salz
Reis
1 Zwiebel
Gemüsebrühe
2 El. Sesamsaat
2 Knoblauchzehen
3-4 kleine Strauchtomaten
1 rote Paprika
Kreuzkümmel
Chili

Joghurt, cremig, 3,5% Fett


Die Aubergine waschen und den Stielansatz wegschneiden. Die Frucht längs vierteln und in fingerdicke Scheiben schneiden. Die Stücke in eine flache Schüssel geben und mit etwas Salz bestreuen.

Sobald das Wasser aus den Auberginenstücken tropft, reichlich Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Stücke darin bei mittlerer Hitze langsam braun braten. Die Stücke nehmen zunächst sehr viel von dem Öl auf. Sie sind gar, sobald sie den größten teil des Öls wieder abgegeben haben. Das dauert mindestens 30 Minuten. Für eine ganze Aubergine braucht man entweder eine sehr große Pfanne oder man muss die Stücke in zwei Portionen anbraten.

In der Zwischenzeit den Reis zubereiten: Zwiebel schälen, in Würfel schneiden und in Olivenöl anschwitzen. Brühe angießen, die Hitze reduzieren und den Reis quellen lassen.

Sesamsaat in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer bis starker Hitze rösten und dabei ständig in Bewegung halten. Der Sesam ist fertig, wenn die ersten Körnchen beginnen durch die Pfanne zu springen und wenn der Sesam schön nussig duftet.

Knoblauch pellen und fein würfeln.
Die Paprika putzen, mit einem Sparschäler schälen und in feine Würfel schneiden.
Die Tomaten ebenfalls in feine Würfel schneiden.
Kreuzkümmel mörsern.

Den Knoblauch kurz mit den Auberginen braten. Paprika und Tomatenstücke hinzufügen. Mit Kreuzkümmel und Chili würzen, mit Salz abschmecken und alles noch einmal kurz erhitzen.

Das Gemüse mit Reis und cremigem Joghurt servieren und die geröstete Sesamsaat darüber streuen.

Samstag, 15. Juni 2013

Das Eis mit dem amerikanischen Zungenschlag:
Cheese-Cake-Eiscreme


Ich war noch niemals in New York und Philadelphia reizt mich normalerweise gar nicht. Doch wenn Frau Küchenlatein erklärt, wie Cheese Cake Eis geht, dann glaube ich jedes Wort.

Sofern das Eis nach der Stadt am Hudson schmecken soll, muss unbedingt der Doppelrahmige mit dem P hinein. Unter den deutschen Vettern gibt es zwar welche mit einer blütenweißen Zutatenliste, aber aus diesem Grund fehlt ihnen auch eine gewisse transatlantische Geschmeidigkeit. Und gerade darauf kommt es an! Dieses Eis soll schließlich den amerikanischen Zungenschlag beherrschen...

Nachdem das Rezept von Moey über Foodfreak zu Küchenlatein gewandert ist, habe ich es nur noch ein winziges Bisschen verändert und etwas Zitronensaft sowie Vanilleessenz hinzugefügt. Für das richtige Kuchengefühl auf der Zunge sorgen mürbe Kekskrümel, die nebenbei auch noch als Rutschbremse taugen, falls die süße Köstlichkeit auf einer Atlantiküberquerung bei hohem Seegang serviert werden soll.

Auf geht's, mit einem wunderbar cremigen Eis, das mich übrigens sehr stark an das Frischkäseeis im Bodegón Alejandro erinnert hat.


Cheese-Cake-Eiscreme

230 g Philadelphia Doppelrahmfrischkäse
250 g Schmand, 20% Fett
100 g Saure Sahne, 10% Fett
130 g Zucker
1 Prise Salz

Die Zutaten in eine große Schüssel geben, zunächst mit einer Gabel durchrühren, bis der Frischkäse weich ist und dann mit einem Schneebesen glattrühren.

2 Tl. Zitronenabrieb
ca. 2 El. Zitronensaft (rantasten und abschmecken!)
ca. 2 Tl. Vanilleessenz (ebenso)

Die Zutaten für den Geschmack nach und nach hinzufügen und nach eigenem Geschmack abschmecken.

Die Creme nach Anweisung der Eismaschine einfüllen und zu cremigem Eis verarbeiten lassen.

In der Zwischenzeit die Kekskrümel herstellen.

Kekskrümel 

für 2-4 Portionen Eis

4 Butterkekse in einen Plastikbeutel geben und fein zerbröseln.
2 El. Butter schmelzen und 2 El. Zucker sowie 2 El. Haferflocken hinzufügen. Unter Rühren goldbraun werden lassen und dann sofort in eine hitzebeständige Schüssel umfüllen. Die Keksbrösel mit einem Löffel sorgfältig in die Mischung einarbeiten.

Das Eis auf den Kekskrümeln servieren.


Freitag, 14. Juni 2013

Die kleine Schnecke sieht alles


Es poltert und ich rufe, wer ist da? Obwohl ich weiß, dass meine Nichte vor der Tür steht.

Lass mich rein, hier ist die kleine Schnecke!

Sekunden später steht sie neben mir in der Küche und schaut beim Anrichten des Tellers zu: Das sieht aus wie in deinem Computer, sagt sie.

Au weia, denke ich. Schon eine Dreijährige erkennt, dass ich meinen Salat neuerdings öfter so anrichte. Aber jetzt ist es zu spät...

Der Spargel ist mit etwas Salz, Frühlingszwiebeln und Knoblauchstiften in Olivenöl gebraten und soll möglichst noch heiß auf die Platte. Den Büffelmozzarella habe ich zuvor in Stücke gerupft und auf einen Teller gelegt, damit ich die Stückchen nur auf dem Salat zu platzieren brauche. Auch den luftgetrockneten Serranoschinken habe ich zerzupft. Die Tomaten sind sauber und in Stücke geschnitten, und der frische Rucola hat nach dem Waschen bereits den Schleudergang hinter sich gebracht.

Alles anrichten und für das Foto aufbauen. Zum Schluss nur noch etwas schwarzen Pfeffer und gutes Olivenöl darüber geben. Für mich bitte ohne Essig oder Zitrone, obwohl beides nicht verkehrt wäre.



Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und ich wünsche uns allen richtig schönes Sommerwetter!


Mittwoch, 12. Juni 2013

Schöne Böhnchen aus dem Baskenland



Sehen die nicht toll aus? 
Nicht nur das satte Schwarz, sondern auch die pralle Haut verheißen etwas Großartiges. 
Welch ein Geschmack mag sich nur in den kleinen Perlen verbergen?


Die Hülsenfrüchte mit dem aufregenden Look brachte ich im März aus San Sebastián mit. Dort begegneten uns die schönen Böhnchen beinahe in jedem Laden, entweder als lose Ware oder hübsch verpackt, in solchen Stoffbeuteln (innen jedoch durch einen Plastikbeutel geschützt). Bei ihrem Anblick waren wir uns zunächst nicht ganz sicher, ob es sich wirklich um Trockenware handelte oder gar um frische Bohnen.

Dass die baskischen Bohnen eine eigene Homepage haben, entdeckte ich erst, als sie schon im kalten Wasser lagen. Dort hätte ich lesen können, dass das Einweichen der Böhnchen nicht nötig ist. Tatsächlich sind sie ziemlich schnell gar und sie garen auch schön gleichmäßig durch, was ich bei getrockneten Hülsenfrüchten immer sehr wichtig finde.


Schwarze Bohnen mit Speck
für 2 Personen
125 g schwarze Bohnen
1 Zwiebel
Salz
Olivenöl
4 große Strauchtomaten (etwa 300 g)
150 g durchwachsenen Speck
1 dicke Knoblauchzehe
Chiliflocken

Die Bohnen über Nacht einweichen (eigentlich nicht nötig) und am nächsten Morgen abschütten. Das Einweichwasser weggießen.
Die Zwiebel in Würfel schneiden und mit etwas Salz in Olivenöl anschwitzen. Die Bohnen hinzufügen und einen halben Liter Wasser angießen.

Die Tomaten in kleine Stücke schneiden. Den Speck in Stücke, Streifen oder Würfel schneiden und in einer Pfanne mit etwas Olivenöl anbraten. Den Knoblauch würfeln und zusammen mit den Chiliflocken hinzufügen. Kurz umrühren und dann direkt die Tomaten hinzufügen.

Nun kann man entweder die Bohnen und die Tomaten getrennt garen und getrennt servieren, oder man entscheidet sich dafür, beides zu mischen. Dann ist es günstiger, beides auch noch ein paar Minuten zusammen zu garen, damit sich die Aromen miteinander verbinden.

Die Bohnen brauchen höchstens eine Stunde, wenn sie über Nacht eingeweicht wurden.

Dazu schmeckt Reis.



Wahre Schönheit entstellt ja bekanntlich nichts. Aber, um ganz ehrlich zu sein, gibt es doch gewisse Unterschiede zwischen Vorher und Nachher, wie das folgende Bild zeigt.


Schon nach dem Einweichen (was nicht unbedingt notwendig ist), wirken die Bohnen leicht rötlich. Nach dem Kochen (links) sind sie rot-braun und nicht mehr so schön schwarz wie vorher (rechts).

Schwarze Bohnen habe ich seit dem vergangenen Jahr eigentlich immer im Vorrat. Damals wollte ich unbedingt Gallo Pinto probieren und musste dafür erst einmal herausfinden, wo es schwarze Bohnen überhaupt gibt. Die Ware im Bioladen war ganz zufriedenstellend, deutlich preiswerter als die baskischen Bohnen und stammte aus China. Diese, in Deutschland gekauften, Bohnen schmecken ebenfalls gut, aber ein bisschen anders als die baskischen.

Nach meiner Rückkehr aus San Sebastián habe ich sie für mein Risotto verwendet, weil ich die Packung mit den baskischen Bohnen noch nicht öffnen wollte.

Das Risottorezept hatte später noch einen Auftritt in einer Doppelrolle und glänzte vor allem in den Reiskroketten.

Montag, 10. Juni 2013

Brotlose Kunst


Oder fleischlose Kunst?

So ein Quatsch, eigentlich sind Frikadellen doch keine Kunst! - Oder doch? Man kann im Grunde reintun, was man will und wonach einem gerade der Sinn steht. Hackfleisch, Zwiebeln, Brot, Ei und Gewürze sind fast immer im Spiel. Wenn ich meine Metzgerfrikadellen zubereite, dann lasse ich Ei und Brot weg, und nehme stattdessen Paniermehl.

Doch auf die Idee, dass man sogar das Hackfleisch weglassen kann, musste mich natürlich ein Schwabenmädel bringen. In einer Facebookplauderei erwähnte Heike die brot fleischlosen Frikadellen, und schon war ich Feuer und Flamme für diese Idee. Alles so machen, als ob Fleisch drin wäre, meinte sie noch. Und so speicherte ich es in meinem Gedächtnis, fest davon ausgehend, dass ich ja sowieso nie altes Brot im Haus habe, weil bei mir nie welches übrig bleibt.


Die Gelegenheit bot sich schneller als gedacht. Ein Stück vom selbstgebackenen Baguette blieb übrig. Das ließ ich in Scheiben geschnitten trocknen und übergoss es mit heißer Milch. Dazu kamen angeschwitzte Zwiebeln und, nach dem Abkühlen der Masse, ein Ei. Zum Würzen nahm ich Pfeffer Salz, Muskat und reichlich (!) Pink Curry, dessen Farbe ich mit etwas Zitronensaft zu retten versuchte. Leider klappte das zum wiederholten Male nicht. Dafür verhielt sich die Masse auch optisch wie Fleisch. Beim Zusammenrühren war sie noch rötlich und nach dem Braten eher grau, - wie Frikadellen.


Die fleischlosen Frikadellen sind tatsächlich eine tolle Idee, gerade wenn man eine gemischte Runde von Fleischessern und Vegetariern versorgen möchte. Da sich die Rezepte nur durch eine einzige Zutat unterscheiden, lässt sich kinderleicht beides in einem Aufwasch herstellen.


Dazu gab es Spargel mit Hollandaise und Kartoffeln mit Maldon Salzflocken.

TIPP: Zum Braten Metallringe in die Pfanne setzen. Dann läuft der Teig nicht auseinander.

Sonntag, 9. Juni 2013

Sonntagsbraten


Unschlagbar einfach: Dicke Rippe vom Schwein ein bisschen mit Olivenöl einpinseln und in den Ofen schieben. Auf 180° C aufdrehen und dann einfach nur abwarten, bis das Fleisch braun und mürbe ist. Zwischendurch vielleicht noch einmal einpinseln und mit grobem Salz bestreuen. Wenn das Schweinefleisch von wirklich guter Qualität ist, kommt der Geschmack auf diese Weise optimal zur Geltung. Pro Kilo braucht der Braten etwa 1 Stunde. Wer etwas mehr Geduld hat, investiert zwei Stunden pro Kilo und dreht den Ofen nur auf 160° C. Ganz genau muss man es mit der Zeit nicht nehmen. Am Ende ist das gute Stück gar, wenn es regelrecht vom Knochen fällt. Dazu gibt es Rösti aus Kartoffeln vom Vortag, Quark mit Olivenöl und Knoblauch, aromatische kleine Tomaten und Gurkensalat.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Rhabarbersirup



Erinnerung an mich: Rhabarbersirup sieht schön aus, ist sehr leicht zu machen und wahnsinnig schnell leergetrunken. Unbedingt noch einmal machen, bevor die Saison vorüber ist!

Damit ich im nächsten Jahr gleich weiß, wo ich nach dem Rezept suchen muss: Juliane hat es aufgeschrieben.

Samstag, 1. Juni 2013

Teig rein, Kuchen raus


Über Richtig oder Falsch können Hobbyköche mitunter hungebungsvoll streiten. Das Originalrezept, die einzig wahren Zutaten, ein paar Grad mehr oder weniger, bringen die Gemüter schnell zum Kochen. Doch in vielen Fällen ist es bekanntlich so, dass mehr als nur ein Weg zum Ziel führt.

Der Kuchen soll nicht in der Form hängen bleiben, so viel ist klar. Da ich ein ungeklärt schwieriges Verhältnis zu Silikonformen habe (ich bilde mir ein, das Backwerk rächt sich mit Geruchseinbußen), nehme ich lieber meine uralten Formen aus Weißblech und kleide sie mit Backpapier aus.


Dazu habe ich mir eine Schablone gebastelt oder genauer gesagt, für jede Kastenform, die ich besitze, habe ich eine Schablone gebastelt. Die älteste Pappvorlage ist schon mindestens 15 Jahre alt, wahrscheinlich eher 20 Jahre. Wenn ich Brot oder Kuchen backen will, dann lege ich die Schablone auf ein Stück Backpapier, fahre rasch mit dem Bleistift herum und schneide dann ein passendes Stück aus.


Die einzelnen Glieder entspechen den Seiten der Kastenform und sind auf beiden Seiten mit Klebefilm an einander befestigt. Dadurch lässt sich die Schablone zusammenklappen und in der gespülten Form aufbewahren.

Wie das mit runden Backformen geht, habe ich hier schon einmal erklärt: Das Eckige soll in das Runde. Übrigens auch mit einem Sandkuchen. Das Rezept findet Ihr in dem verlinkten Beitrag.

Jaja, ich weiß, kann man auch alles ganz anders machen. Aber so geht es eben auch.

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