Donnerstag, 14. November 2013

Ein Blatz für die Gans für RTL



Vor ein paar Tagen durfte ich für die Sendung Punkt 12 bei RTL eine Martinsgans in den Ofen schieben. Die Einladung dazu kam recht kurzfristig. Obwohl mich Kameras nicht nervös machen, war ich doch einigermaßen aufgeregt in der kurzen Zeit, die mir blieb, um alles zu durchdenken.

Der Grund dafür war, dass die Zubereitung von Gänsebraten aus meiner Sicht immer ein bisschen heikel ist. Eine missratene Gans kann sehr zäh sein und ich wäre selbst unter Aufbietung meiner geballten schauspielerischen Fähigkeiten nicht in der Lage, das zu verschleiern. Außerdem hat man ja immer so einen kleinen Mann im Ohr, der ruft: Und wenn was schief geht...

Natürlich wäre es sicherer gewesen, die Gans über Nacht bei niedriger Temperatur zu garen. Das schied aber aus technischen wie aus logistischen Gründen aus. Als letzter Unsicherheitsfaktor blieb dann noch die Einkaufsquelle. So kurz vor Sankt Martin konnte ich nicht damit rechnen, beim Geflügelhof meiner Wahl noch ein schönes Tier zu bekommen. Für gewöhnlich haben die meisten Leute bereits lange im Voraus ihren Festtagsbraten vorbestellt. Also überließ ich den RTL-Leuten den Einkauf der Hauptzutat. Sie besorgten ein wunderschönes Prachtexemplar von 5 Kilo, von einem ausgezeichneten Hof in der Umgebung.

Die Gans war nicht besonders fett, sehr gut gerupft und ganz frisch. Im Inneren lagen die Organe in einem Beutel und zusätzlich gab es reichlich frische Kräuter. Glück gehabt! Bei so hervorragender Qualität kann eigentlich nicht mehr so wahnsinnig viel schief gehen.

Noch mehr Zuversicht machte sich breit, als kurze Zeit nach dem Schließen der Ofentür ein phantastischer Duft durch die Wohnung zog. Was so gut riecht, kann eigentlich nicht schlecht werden, oder? Am Ende zogen wir einen Vogel aus dem Rohr, der so knusprig war, dass ich es kaum glauben konnte. Der erste Anschnitt erfolgte vor der Kamera. Lotte, die Moderatorin, reichte mir ein schönes Stück aus der Gänsebrust, saftig und knusprig. - Puh, geschafft! Das war wirklich gelungen!

Der Beitrag ist jetzt online zu sehen, und zwar bei Punkt 12 und bei kochbar.de.

Die erste Frage, die danach auf Facebook gestellt wurde, galt dem Blatz /Platz, den ich in der Füllung verarbeitet habe. Dabei handelt es sich um süßes Brot, das man normalerweise bei jedem Bäcker kaufen kann. Für den Beitrag habe ich selbst gebackenen Blatz verwendet, und zwar nach diesem extrem einfachen Rezept:

Blatz

500 g Mehl
1 Würfel Hefe, 42 g
3 EL Zucker
1 TL Salz
60 g weiche Butter
250 ml handwarme Milch
1 Ei

Alle Zutaten miteinander zu einem glatten Teig verkneten, am besten mit einem Rührgerät. Den Teig zugedeckt eine halbe Stunde gehen lassen und dann noch einmal kurz kneten.
Eine Kastenform (30cm) mit Backpapier auskleiden. Den Teig zu einem länglichen Laib formen, in die Form legen und mit einem sauberen Tuch bedecken.

Nach etwa einer Stunde sollte der Teig bis zur Kante der Form aufgegangen sein.
Den Backofen auf 200° C vorheizen.
Die Oberfläche mit Wasser einpinseln und die Form mit dem Teig in den Ofen schieben.
Die Temperatur auf 180°C senken.
Nach 40 min. den Blatz aus der Form nehmen und weitere 10-15 Minuten ohne Form backen.

7 Kommentare:

Arthurs Tochter hat gesagt…

Und? Denkst Du jetzt endlich über den Druck von Autogrammkarten nach,oder soll ich mir immer noch Dein Facebookprofilfoto ausplottern? :D

nata hat gesagt…

@AT: Nein, kommt immer noch nicht in Frage. Das Honorar für solche Beiträge ist so niedrig, dass man keine Höhenflüge bekommt.

Ilse Threefivesix hat gesagt…

Ich bin beeindruckt. Eine Gans, einfach so aus dem Ärmel schütteln, und zwar so, dass dabei noch ein Hefekuchen herausfällt, der für mich schon eine abendfüllende Aufgabe wäre. Aber für meinen gierigen Geschmack bist du zu sparsam mit Bildern...Man möchte doch alles sehen,den Blatz, die Füllung...Werde mich daher jetzt in die Mediathek begeben. Gratuliere!

...Frau Kampi... hat gesagt…

WOW! Mein Respekt!
Bei Gans bin ich raus. Ich kann vieles, aber nicht Gans. Dafür habe ich den absoluten Gänseprofi zu Hause. Der kann sonst nichts kochen, außer Gans. Und genau der ist beeindruckt! Kannste dir was drauf einbilden!

nata hat gesagt…

@Ilse: Vielen Dank! Ich hoffe, der Clip hat Spaß gemacht.

@Sandra: Auch Dir danke ich für das großzügige Kompliment! Ich denke allerdings wirklich, dass ich Glück hatte. Die Ware war erstklassig, das war sicherlich entscheidend.

kochschlampe.com hat gesagt…

Ich wollte nur mal am Rande erwähnen, dass Blatz in anderen Gegenden des deutschprachigen Raumes andere Namen hat. Stuten zum Beispiel. Oder süsser Zopf.

Mich würden die Bäcker hier verständnislos anschauen, wenn ich nach Blatz fragte.

nata hat gesagt…

@kochschlampe: Wenn man ein Rezept hätte, könnte man seinen Blatz auch selber backen... ;o)

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