Samstag, 22. Juni 2013

Das Murmeltier darf sein Schwänzchen behalten


Was macht der Bergbewohner, wenn er Appetit auf ein schönes Murmeltier bekommt? Er wartet auf die kalte Jahreszeit, bis das Tier seinen Winterschlaf hält. Dann geht der alpine Gourmet auf die Suche nach dem Murmeltierbau und gräbt den schlafenden Nager aus. Schlafen wie ein Murmeltier ist also durchaus mit Gefahren verbunden!

Was macht man aber, wenn gerade kein schlafendes Murmeltier zur Hand ist? Oder wenn einem diese Art der Jagd ganz einfach zu unsportlich erscheint? In diesem Fall müssen Ersatzdrogen her. Am ehesten wird man da bei den Schweizern fündig, denn die kennen sich mit sowas aus. Sie sollten sich dann nur nicht wundern, wenn wieder jemand kommt und sie schamlos nachahmt.


Wie schon bei früheren Gelegenheiten, aß ich im vergangenen Winter in den Bündner Bergen gerne Munggeschwänzli, also Murmeltierschwänzchen. Die Speisekarte im Bündner Rigi ließ keinen Zweifel daran, worauf ich mich freuen durfte: Zartes Hähnchenfeisch, in Teig ausgebacken und auf frischem Salat serviert, - köstlich! 

Der Nachbau ist eine Abwandlung, die vorwiegend dem Heißhunger auf orangefarbene Salatsauce geschuldet ist. Der Salatteller besteht aus Kraussalat, Rucola, Frühlingszwiebeln und Strauchtomaten.

Für die Salatsauce rühre ich eine kleine Mayonnaise aus Eigelb, Salz, Senf und Sonnenblumenöl an. Dann rühre ich Saure Sahne und Paprikamark sowie Sherryessig und Zitronensaft hinein. Abschmecken mit geriebenem Knoblauch, Zucker, Salz, Estragon und einer winzigen Spur Madras Curry.

Für den Backteig 2 geh. El. Mehl (Menge reicht mindestens für ein ganzes Huhn) mit Bier und Salz verrühren. 2 El. Sesamsaat und 1 Ei in den Teig rühren und den Teig ein paar Minuten stehen lassen.

Das Huhn in Stücke zerteilen: Die Brusfilets auslösen, das Beinfleisch auslösen und die Haut entfernen. Alles in mundgerechte Stücke schneiden.

In einer Pfanne reichlich (ca. 1 cm) Erdnussöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Fleischstücke mit einer Rouladennadel durch den Teig ziehen und in dem heißen Öl langsam ausbacken.

Die Salatsauce auf dem angerichteten Salat verteilen und die Munggeschwänzli darauf betten.


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8 Kommentare:

Ti saluto Ticino/Bonjour Alsace hat gesagt…

Jetzt habe ich auch Heisshunger auf diese herrliche Salatsauce - bei mir muss dann noch ein Schluck Cognac dran.

zorra hat gesagt…

Ich nehme bitte einmal alles! Richtiges Murmeltier habe ich noch nie gegessen und du?

nata hat gesagt…

@Sabine: Den Cognac nehme ich gerne für die rosa Sauce, mit der ich Garnelen anmache.

nata hat gesagt…

@zorra: Murmeltier würde ich gar nicht essen wollen. Es soll einen sehr starken Eigengeschmack haben, der an dieses Murmeltierfett erinnert, dass man bei Sportverletzungen verwendet. Bei dem Geruch dreht's mir den Magen um.

pimpimella hat gesagt…

Ich bevorzuge Deine Murmeltier-Variante. Sieht fein aus, und Du hast mich neugierig auf Deine Salatsosse gemacht.

Heike hat gesagt…

Wer hat's erfunden! ;)
Ich bin mir da auch sehr sicher, dass deine Murmeltiervariante die bessere ist. Und graben muss man dafür auch nicht!

berggasthaus bündner rigi hat gesagt…

...und das original gibt es im berggasthaus bündner rigi in surcuolm(obersaxen) ein besuch lohnt sich immer! noch einen kleinen tipp vom koch: am bierteig-rezept müsst ihr noch arbeiten, wenn er schön luftig sein solll...

nata hat gesagt…

@berggasthaus: Kleiner Tipp zurück: wenn man schon kostenlose Werbung bekommt, dann hält man sich mit herablassenden Bemerkungen besser zurück. ;o)

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