Montag, 15. April 2013

Rotauge, sei wachsam!



Sie sind überall und doch sind sie nirgendwo zu bekommen. Rotaugen kann man nicht einfach beim nächsten Fischhändler erwerben, wenn man gerade Appetit darauf hat. Dabei gibt es nördlich der Alpen wohl kaum ein Gewässer, in dem die kleinen Weißfische nicht zu Hause sind. Obwohl das Fleisch der Rotaugen gut schmeckt, sind sie auf dem Teller nur mittelmäßig attraktiv. Ihre Gräten sind wirklich ein Fluch. Neben den sehr spitzen, harten Hauptgräten haben sie auch noch heimtückische kleine V-Gräten, die beim Essen keinen Spaß machen. Um damit fertig zu werden, schicken Angler die kleinen Fischlein gerne durch einen Grätenschneider, der die Gräten so stark zerkleinert, dass sie keinen Schaden mehr anrichten können.

Anders ist es in Luxemburg. An der dortigen Mosel werden die Rotaugen zu "Friture de la Moselle" verarbeitet, ordentlich paniert und frittiert. Man isst sie aus der Hand, meist als Vorspeise. Nachdem man mit der Rückenflosse eine ganze Reihe kleiner Gräten wie einen Reißverschluss aus dem Fleisch gezogen hat, beißt man einfach beherzt in den knusprig heißen Fischrücken. Dazu gibt es natürlich einen Elbling.

Am Freitag brachte mein Fischhändler Rotaugen vom Ijsselmeer mit, für sagenhafte 5 Euro pro Kilo! Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Dummerweise habe ich die Fische nur in Mehl gewendet und dann ausgebacken. Beim nächsten Mal werde ich sie ganz sicher richtig panieren. Dazu gab es Kartoffeln aus dem Backofen und Mayo.


Auf diese und weitere Süßwasserfische weist auch Peggy Schatz hin. Die Berlinerin hat gleich das ganze Jahr 2013 zum Jahr des Süßwasserfischs  erklärt, - was ich für eine verdammt gute Idee halte! Ich halte also weiter die Augen offen, in der Hoffnung weitere interessante Süßwasserfische zu entdecken.

Süßwasserfische - Das Jahresevent 2013 von multikulinarisches.

6 Kommentare:

multikulinaria hat gesagt…

Oh, wie schön, die ersten Rotaugen im Pool! Wie hast Du die Grät(che)enfrage gelöst?

Ich frage mich gerade, ob die Rotaugen tatsächlich Rotaugen sind oder Rotfedern, die sehr ähnlich aussehen, aber keine rote Iris haben.
Hauptsache, sie haben geschmeckt! ;-)

nata hat gesagt…

Tja, die Gräten waren für mich ein Problem, das mir auch fast den Spaß am Essen verdorben hat. Es steht zwar überall zu lesen, man könne den Fisch mit dem Messer einschneiden, um die Gräten zu zerstören, aber was diese ganz feinen V-Gräten angeht, wage ich mal zu bezweifeln, dass ich das geschafft hätte...

Wilde Henne hat gesagt…

Plötzen kriege ich hier nicht, das habe ich schon mal geklärt. Und wenn ich an die Grätenfitzlerei denke... dann lasse ich das auch lieber.

Der Süsswasserfisch-Event ist toll, gell! Ich bin ganz begeistert davon. Ich mag Süsswasserfische sehr gerne, aber dank diesem Event befasse ich mich endlich mal ein bisschen intensiver mit dem Thema.

Anonym hat gesagt…

Als Angler (seit fast 40 Jahren) kann ich den Wohlgeschmack der Plötzen (oder Rotaugen) nur bestätigen, im Gegensatz zu den Rotfedern, welche nach meinem Geschmack eher minderwertig (weil süßliches Fleisch) sind.
Das Problem der Gräten lässt sich tatsächlich durch beidseitiges Einschneiden im Abstand von 2-3 mm lösen. Dies ist auch bei anderen sehr grätenreichen Fischen (z.B. Blei/Brassen) zu empgfehlen. Die Zubereitung: paniert (nicht mehliert ;-) und frittiert ist dabei auch mein absoluter Favorit. LG Micha

nata hat gesagt…

@Wilde Henne: Wahrscheinlich bekommst Du bei Di aber andere Süßwasserfische, oder?

@Micha: Vielen Dank für den Hinweis! Wenn die Rotfedern anders schmecken, dann waren dies ganz eindeutig Rotaugen, denn den Geschmack habe ich schon wiedererkannt. Beim nächsten Mal werde ich sie ganz sicher panieren. Und das mit dem Einschneiden versuche ich dann auch mal. Ganz herzliche Grüße!

Ti saluto Ticino hat gesagt…

Sehr schön angerichteter Teller, wobei mich das Grätenthema auch eher davon abhalten würde.

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