Mittwoch, 18. Juli 2012

Kicherwirsing



Kichererbsen sind angesagt. Wenn man durch die Blogs geht, liegen sie zur Zeit voll im Trend. Paule macht sie und Heike auch. Wundern muss man sich darüber nicht, denn das (tschuldigung, dass ich es erwähne...) gräßliche Sommerwetter macht Appetit auf trostspendende Magenwärmer. Dabei soll das Essen im Juli nicht zu sehr nach Herbst oder Winter schmecken. Herzhafte Sommerkost ist das gesuchte Mittel gegen leeren Magen und Wetterfrust.

Seit meinem Besuch im Agriturismo Corbella, letzten Herbst (nachzulesen und mit wunderschönen Fotos versehen bei Stevan Paul), habe ich mich ganz neu in den Geschmack von Kichererbsen verliebt. Ungeachtet der Tatsache, dass italienische Kicherebsen ganz anders schmecken als die Ware, die wir in Deutschland kaufen können, ziehe ich inzwischen selbstgekochte Bioware dem Gekicher aus der Dose vor.

In diem vegetarischen Wirsingeintopf stellen die Kichererbsen zweifellos so eine Art Fleischersatz dar. Bevor ich mich für diese Kombination entschied, ging mir nämlich ein Wirsingeintopf mit Hackbällchen im Kopf herum. Den ganzen Abend brachte ich gestern damit zu, über dem Problem zu grübeln. Im Geiste sah ich mich wie eine Comicfigur hin- und herspringen, abwechselnd Kichererbsen! und Hackbällchen! schreiend. Am Ende siegten die Hülsenfrüchte und ich konnte sie über Nacht einweichen.


Wirsing-Eintopf mit Kichererbsen
 Mengenangaben frei verhandelbar

1 Zwiebel, in Streifen geschnitten
Olivenöl
Salz
1 kl. Wirsing, in feine Streifen geschnitten
4-5 Knoblauchzehen, gehackt
150 g Kichererbsen, über Nacht eingeweicht und dann gekocht
+Kochwasser von den Kichererbsen
2 Möhren, in kleine Stücke geschnitten
3 große Strauchtomaten, in Stücken
0,5 l Gemüsebrühe
etwas (wenig!) Rosmarin
Oregano
viel Kreuzkümmel, frisch im Mörser zerrieben
1 gestr. TL Pimenton de la Vera, scharf  (ersatzweise ein anderes aromatisches Paprikapulver oder Piment d'Espelette)

Die Zwiebel mit etwas Salz in Olivenöl anschmoren. Den Wirsing kurz mitschwitzen lassen und dann den Knoblauch und die Möhren hineingeben. Wenn man alles noch ein bisschen anschwitzt, bekommt der Eintopf mehr Geschmack.
Dann die Kichererbsen mit Kochwasser hinzufügen, die Tomaten und die Brühe.
Alles nach Geschmack würzen. und kurz kochen lassen, bis der Wirsing weich ist.

Viele Leute schätzen es, wenn Eintöpfe sehr lange gekocht oder mehrfach aufgewärmt werden, weil sich dann so ein spezieller Geschmack entwickelt. - Ich gehöre nicht dazu. Bei mir wandert der Rest in die Kühlung und wird auch nur portionsweise wieder erhitzt. - Geschmackssache!

Dienstag, 17. Juli 2012

Premierenstimmung im Kochtopf

Blog-Event LXXIX - Das erste Ma(h)l (ZUSAMMENFASSUNG)



Schnell rüber, zu Zorras Kochtopf! Da gibt es seit heute die Zusammenfassung und ganz viele schöne Blogbeiträge zu lesen.


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Samstag, 14. Juli 2012

Plöpp! Plöpp plöpp! Plöpp plöpp-pöp-pöp-plöpp!


Das erste Essen, das ich in der Küche meiner Eltern zubereiten durfte, war Popcorn. Nicht, dass ich nicht vorher schon angeboten hätte, mal eine Kleinigkeit zu kochen. Doch meine Eltern meinten, das käme gar nicht in Frage. Neunjährige Kinder hätten am Herd nichts zu suchen und überhaupt, ich hinterließe doch wahrscheinlich nur fürchterliches Chaos.

Erst als ich ihnen "die kleine Brigitte" unter die Nase hielt, hatte ich gewonnen. Auf der Kinderseite der Frauenzeitschrift Brigitte wurde mit Text und Zeichnungen beschrieben, wie aus harten, gelben Körnen ein luftig leichter Snack wurde. - Toll!

Ich war damals völlig verblüfft, dass man sowas Magisches wie Popcorn überhaupt selber machen kann. Mit meinen Eltern vereinbarte ich eine viertel Stunde bei geschlossener Küchentür und danach wollte ich die Küche in ordnungsgemäßem Zustand wieder übergeben. Das Popcorn beeindruckte mich dann noch mehr als das Rezept selber. Fluffig und warm kam es aus dem Topf. Und es duftete so schön! - Der Geschmack war herrlich, ganz anders als das trockene Zeug von der Kirmes oder in den kleinen Tüten vom Karnevalszug. (Den jüngeren Lesern sei gesagt, dass es damals in unseren Breiten noch nicht üblich war, warmes Popcorn im Kino zu verzehren. - Es war also nicht alles schlecht.)

Popcorn wurde seit diesem Erlebnis zum Lieblingssnack meiner Kindheit. Ich verpackte es in Tüten und nahm es mit in die Schule. Gemeinsam mit einer Klassenkameradin stellte ich später eine größere Menge her und verkaufte das Popcorn auf dem Adventsbasar des Gymnasiums. Das Geschäft lief gar nicht so schlecht.

Als ich es heute, nach sehr langer Zeit, zum ersten Mal wieder hergestellt habe, war ich genauso begeistert wie früher. - Immer noch ein Lieblingssnack!



Popcorn
Neutrales Pflanzenöl
Mais
Salz oder Puderzucker

Etwas Öl in einen großen Topf gießen, sodass der Boden dünn bedeckt ist. So viel Mais in den Topf geben, dass der Boden gleichmäßig bedeckt ist. Die Körner sollten nicht übereinander liegen.

Den Deckel auf den Topf legen und den Herd auf höchste Stufe erhitzen. Bei mir sind es E-Platten. Wie die Hitze bei anderen Herden reguliert wird, weiß ich nicht. Sobald die ersten PLÖPPS zu vernehmen sind, kann die Hitze leicht reduziert werden. Wenn der Krach dann richtig losgeht, schalte ich die Platte ganz ab. Sobald nichts mehr zu hören ist, sofort den Deckel abnehmen und das Popcorn in eine große Schüssel füllen.

Mit ganz wenig Salz oder Puderzucker bestreuen.

Das Popcorn ist sehr gut gelungen, wenn keine verbrannten Körner darin sind und wenn möglichst alle Körner aufgepoppt sind.


Blog-Event LXXIX - Das erste Ma(h)l (Einsendeschluss 15. Juli 2012)

Montag, 9. Juli 2012

Meet Me at the MEATFEST



Ab sofort ist unser Menü zum Supperclub Summit online. Saffron and Salt & Rhineland Rockers feiern MEATFEST! Rheinische Deftigkeit, frische lokale Produkte und spezielle Grüße aus der Heimat swingen zusammen in London.




Dazu: göttliche deutsche Weine, liebevoll ausgesucht von Marqueee (der so viel über Wein weiß, dass er noch einen zweiten Blog braucht).



Foto: Marqueee/ Allem Anfang...


Freitag, 6. Juli 2012

Vegetarisches Couscous


Eigentlich braucht man für vegetarisches Couscous gar kein Rezept. Allerdings fand ich es so lecker und herrlich sommerlich, dass ich es nicht vergessen möchte.

1 Zucchini
Olivenöl
Salz
Thymian
1 Spitzpaprika
2 Zehen Knoblauch
Tomaten
1/2 Dose Kichererbsen
Kreuzkümmel
Chili
Instant Couscous
Butter
glatte Petersilie
Joghurt
Tahin

Die Zucchini in kleine Würfel schneiden und mit Salz in Olivenöl bei schwacher Hitze anbraten. Sobald die Würfel etwas Farbe angenommen haben, mit Thymian würzen. Die Spitzpaprika in feine Würfel schneiden und hinzufügen. Den Knoblauch klein schneiden und zu dem Gemüse geben.
Tomaten sehr fein schneiden und in die Pfanne geben. Zum Schluss die Kichererbsen hinzufügen. Den Kreuzkümmel im Mörser zerkleinern und das Gemüse damit würzen.

1 Tasse Wasser mit Salz aufkochen und dann vom Herd nehmen. Etwas Butter und 1 Tasse Couscous hineinrühren. den Deckel auflegen und das Couscous ein paar Minuten quellen lassen.

Petersilie waschen, trocken schütteln und in feine Streifen schneiden.

Das Couscous kurz mit einer Gabel auflockern und mit dem Gemüse servieren. Joghurt, Petersilie und Tahin dazu geben.






Mittwoch, 4. Juli 2012

Pasta #48 - Vergiss die Pasta!


Pasta bringt mich in so eine gewisse Stimmung. Wenn ich Bilder von gekochten Spaghetti sehe, schmelze ich dahin. Der bloße Anblick von Penne, Rigatoni und Farfalle macht mich einfach willenlos. Auch jetzt, da ich diese Tortiglioni auf dem Foto sehe, kann ich mich einer gewissen Anziehung nicht widersetzen.

Dabei ist der eigentliche Knüller auf dem Foto gar nicht so deutlich zu erkennen. Bei Geschmacksache begegnete mir das Rezept vor zwei Jahren. Beim ersten Lesen war sofort klar, das trifft punktgenau meinen Geschmack. Dicke Bohnen, ganz frisch verarbeitet, nur ein bisschen blanchiert und ohne Schale zerkleinert. Ein Pesto für meine Pasta!

Leider wurde aus dieser großen Liebe nichts, denn wir kamen einfach nicht zusammen, die Dicken Bohnen und ich. Kaum etwas hat so eine kurze Saison wie Dicke Bohnen. Da muss man sich schon ranhalten. Aber, wie das nunmal so ist, die große Liebe vergisst man nicht, auch wenn man sich für längere Zeit aus den Augen verliert. Wenn das einer beurteilen kann, dann bin ich das. Die Bohnenpaste ging mir nicht mehr aus dem Sinn und nun feiern wir zusammen eine kurze und heftige Saison.

Die erste Begegnung war durchaus so wie ich sie ersehnt hatte. Heiße Pasta, Bohnenpesto, Olivenöl und Parmesan feierten ein Fest. Einige Schnipsel von klein geschnittenen Tomaten sorgten für die nötige Erfrischung auf dem Teller.

Doch das Bohnenzeug kann auch ganz anders. Als vegetarisches Tatar kommt es ganz groß raus, wenn es nur von ein paar selbstgemachten Olivenöl-Kartoffelchips begleitet wird. Auf der Pasta kommt es grundsolide und lecker, aber pur ist das Pesto ein echter Hammer!




Pesto von Dicken Bohnen mit Olivenöl-Kartoffelchips
(Mengenangaben nach Geschmack)
1 kg Dicke Bohnen
1 Knoblauchzehe, geschält
2 EL Mandeln, blanchiert und gehäutet
50 g Parmesan
1 Prise Salz
ca. 100 ml. Olivenöl

Für die Chips
Olivenöl
Kartoffeln
Meersalz

Küchenpapier

Die Bohnen aus den Hülsen schälen und etwa 1 Minute blanchieren, danach kurz in Eiswasser abschrecken.
Die leuchtend grünen Bohnekerne aus der lederigen Haut pellen.

Die Bohnen mit den restlichen Zutaten im Mixer zerkleinern. Nach Geschmack nachwürzen.

Die Kartoffeln waschen und schälen. Mit einem Sparschäler dünne Scheiben abziehen.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, so dass der Boden gleichmäßig bedeckt ist. Die Kartoffelscheiben darin nebeneinander schwimmend ausbacken. Sofort aus der Pfanne nehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und salzen.

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