Freitag, 9. November 2012

Wehe, Du bist nicht dabei gewesen!


An diesen Tagen damals stank die ganze Stadt nach Knoblauch. Oh, ja! Hier wurde ganz bewusst das Wort stinken gewählt! Wenn die schwefelhaltigen Gase aus den Öffnungen fremder Körper dringen, hat das keineswegs mit Chanel No.5 zu tun. In überfüllten Bussen sollten nicht alle Fahrgäste vorher Zaziki gegessen haben.*

Damals, als ich in Saarbrücken wohnte, konnte man eigentlich nicht allein dem Zaziki die Schuld geben. Es wurde allgemein viel Knoblauch gegessen. Doch an manchen Tagen servierte die Mensa mittags das Lieblingsgericht aller Saarbrücker Studenten: Frittierten Schafskäse mit Kartoffeln und Knoblauchsauce. Aus humanitären Gründen hätten öffentliche Verkehrsmittel an solchen Tagen eigentlich stillgelegt werden müssen. Es waren die Neunziger und es gab massenhaft Studenten. Wir alle liebten dieses Essen! Am Abend fuhren wir noch einmal zur Uni und tanzten im überfüllten Keller der Mensa. Zur Nikolausparty, die einmal jährlich von den BWLern veranstaltet wurde, füllte sich sogar das gesamte riesige Mensagebäude. In meiner, von Knoblauchdünsten umnebelten, Erinnerung hatten wir an solchen Tagen grundsätzlich immer Schafskäse mit Knoblauchsauce gegessen (was wahrscheinlich gar nicht stimmt). - Wehe, wenn Du mittags nicht dabei gewesen bist. Dann hast Du den Abend besser gleich allein zu Hause verbracht.

Schafskäse mit Kartoffeln und Knoblauchsauce schmeckt heute bei mir ein bisschen anders als damals. Natürlich nehme ich den guten Schafskäse. Statt Salatcreme aus dem Glas verwende ich selbstgerührte Mayonnaise. Die Mayo wird mit viel fein geriebenem Knoblauch verrührt, mit Quark glattgerührt und mit Salz, Zucker und Zitronensaft abgeschmeckt. Den feinen Schafskäse habe ich in relativ großen Stücken paniert und dann frittiert. Dazu gehören eigentlich Pellkartoffeln, aber hier sind es heute in Butter geschwenkte Salzkartoffeln. Dazu passen eingelegte Peperoni oder saure Gurken.

*Die Knoblauchproblematik habe ich früher schon einmal erwähnt.

3 Kommentare:

356 Tage hat gesagt…

:))

Bonjour Alsace hat gesagt…

DUUUU auch!!! Hach, Saaarbrücken, meine Heimatstadt, da bin ich geboren. Jugenderinnerungen kommen hoch... Canossa, Malefiz-spielen ;-))))

nata hat gesagt…

@356 Tage: :))
@Sabine: Im Canossa (das zu meiner Zeit eigentlich le Metro hieß, aber der Name konnte sich nicht wirklich durchsetzen) habe ich nie Malefiz gespielt. Eigentlich ging man da eher hin, um tagsüber schon Bier zu trinken, sehr preiswerte und leckere Pizza zu essen und um abends zu tanzen oder mit dem Bier weiter zu machen.

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