Montag, 17. Dezember 2012

Quadratur der Dreiecke


Diese Kartoffelplätzchen geistern gerade durch mein Blog-Universum. Mal was anderes, dachte ich, als ich die kleinen Püfferchen bei Petra sah. Gewohnheitsmäßig hätte ich heute angesichts der Reste im Kühlschrank einfach ein paar Reibekuchen oder roh gebratene Bratkartoffeln gemacht. Vom Wochenende war noch Räucherlachs mit Dillcreme übrig sowie Shrimpssalat mit Mayo&Mango. Zu diesem Zeitpunkt war ich längst überredet. Dann kam auch noch Fräulein Boulette, spitzte mich mit ihrer verbesserten Form an und gab ihr Kimchi dazu. Gute Idee! Jeder weiß schließlich, dass viel mehr Dreiecke als Kreise in eine runde Pfanne passen. Und für die beiden letzten Frühlingszwiebeln ist dann ganz sicher auch noch Platz. Während die kleinen Dreiecke in der optimal ausgenutzten Pfanne aufknuspern, werfe ich einen Blick ins 356-Tage Blog und tatsächlich, ...das war ja klar!

Im Grunde handelt es sich um einen ganz einfachen Teig, wie ich ihn für Klöße oder Gnocchi machen würde. Gestampfte Pellkartoffeln, Mehl, Hartweizengrieß (wegen der schönen Farbe), Ei, Salz und Muskat. Weil die Plätzchen in der Pfanne nicht auseinanderfallen können, darf man ruhig mutig sein und auf Mengenangaben verzichten. Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden und unter den Teig kneten. Auf einer Schicht Hartweizengrieß ausrollen, in Stücke schneiden und in Olivenöl mit Butter langsam braten.


Montag, 10. Dezember 2012

Kräutergruß aus dem Puschlav


Städte und Landschaften, die ich nie gesehen habe, üben manchmal auf mich eine derartige Faszination aus, dass ich glaube, dort zu Hause zu sein. Meist lässt sich diese Anziehung gar nicht so konkret festmachen. Aber im Fall des Valposchiavo liegen die Dinge anders, und zwar sehr eindeutig. Dieses italienischsprachige Tal im Schweizer Kanton Graubünden reizt mich schlicht mit seinem Essen. 

Immer wieder passiert es, dass mir irgendeiner etwas Verlockendes unter die Nase hält und dann überrascht es gar nicht, dass diese Leckerei nun auch wieder aus dem Puschlav (so der deutsche Name) kommt. So schwelge ich im vollkommenen Glück, wenn ein Schinken mit dem Postauto das Tal verlässt, um am Ende von meinen Eltern an ihrem Urlaubsort in Empfang genommen zu werden. Wenn ich Glück habe, säbeln sie mir ein paar Scheiben davon ab und dann kann mir jede noch so berühmte Schweinebacke aus Italien oder Spanien dagegen gestohlen bleiben.

Doch die Steinbockitaliener kennen noch andere gute Sachen, wie zum Beispiel das Ringbrot mit Anis oder den herrlichen Puschlaver Berggeist. Beides ist zum Glück auch in anderen Teilen der Schweiz erhältlich. Allgemein unterscheidet sich die Küche im Puschlav nur wenig von den Nachbarregionen. Wenn ich so richtig Sehnsucht nach dem unbekannten Tal habe, es ist gerade kein Schinken zur Hand, dann blättere ich ein wenig bei lamiacucina. Robert nahm uns schon öfter mit auf die Reise in das sonnige Tal.

Dabei trinke ich feinen Bergkräutertee, den Claudia Lazzarini und Elmo Zanetti auf 1000 Meter Höhe anbauen. Die Bioware wird von einer japanischen Abfüllanlage in originelle Pyramidensäckchen aus Kunstseide gefüllt und in der ganzen Schweiz vertrieben. Al Canton bedeutet "in der Ecke" und ist sowohl der Name des Hofes als auch der Markenname. Ein Päckchen Orangenminze-Tee brachten meine Eltern mir aus dem Urlaub mit.

Mit solch einem Kräutertee rutscht dann auch gleich das Mittagessen viel besser. Hirschragout, mit sehr fein geschnittenem Gemüse und Rinderfond in Unmengen von etwas Rotwein gekocht. Dazu ein bisschen Rotkohl und ein paar knusprig gebratene Kartoffelspäne.




Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um bezahlte Werbung, sondern lediglich um meine private Meinung.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Kochen mit Heilwasser - Fernsehen ist kalter Kaffee

   
Irgendwann an diesem Tag wird mir bewusst, dass ich die Rezepte offenbar gar nicht so genau gelesen habe. Amaretto? In der Kartoffel-Selleriesuppe? - Das wär mir doch ganz sicher aufgefallen! Und wer gibt überhaupt Mandellikör in eine herzhafte Suppe? Jedenfalls hoffe ich doch, dass die Suppe herzhaft ist...

Nun stehe ich in einer schicken Event-Küche und werde von zwei Kameras dabei gefilmt, wie ich diese Suppe probiere. Das mit dem Amaretto halte ich eigentlich für einen Scherz von Matthias Ruta. Doch dann schmecke ich die leichte Gemüsecreme und bin total begeistert. Der Amaretto befördert das Süppchen in eine andere Dimension. - Hammer!

Ein kurzer Clip ist übrigens bei youtube zu sehen!

Auf das Bild klicken, Amaretto kaufen und nachkochen!

Staatl. Fachingen hat uns zur Kochshow nach Köln eingeladen und ich komme mir vor wie im Fernsehen. Doch Fernsehen ist kalter Kaffee, gegen das, was wir gerade machen. Das ist live im Internet auf der ganzen Welt zu sehen und jeder kann mitmachen. Via Twitter schaltet sich Karin aus Zürich ein und fragt, ob der Amaretto auch gut zur Brokkolisuppe passen würde. Matthias blickt in die Kamera und denkt laut vor sich hin. Die Kombination von Mandeln und Brokkoli ist nicht abwegig, also warum nicht? Karin, versuch' es einfach mal!

An verschiedenden Orten in Deutschland stehen unterdessen sechs Blogger in ihren Küchen. Neben Töpfen und Pfannen haben sie ihre Laptops mit Kameras aufgestellt und ihr Bild geht ebenfalls zeitgleich ins Internet. Wir kochen tatsächlich zusammen! Damit nicht alle durcheinander reden, senden die Blogger ohne Ton. Ihre Kommentare und Fragen erreichen uns in der Chatbox, die ebenso öffentlich zu sehen ist wie die Twitter Wall.

Matthias ist ein Profi, der den Umgang mit kochenden Dilettanten wie mir gewöhnt ist. Die Rezepte hat der sympathische Koch vorbereitet, die Zutaten mitgebracht und bereit gestellt. Welche Aufgabe ich beim Kochen übernehmen soll, haben wir nicht abgesprochen. Der Junge aus dem Ruhrgebiet hat sowieso alles ganz locker im Griff. Wir wollen mal sehen, welche Tätigkeit sich so anbietet und wieviel Aufmerksamkeit das Laptop, das vor meinem Arbeitsplatz aufgebaut ist, verlangt. Während ich mit dem Super-Luxus-Wahnsinns-Küchenmesser des Profis Zwiebeln schneide, versuche ich gleichzeitig, die anderen Blogger, die Twitter Wall und die Chatbox im Auge zu behalten. Ab und zu schaue ich in die Kamera und gebe mir Mühe, etwas Verständliches zu sagen.

Stolz präsentiert Matthias seine Auswahl an frischen Pilzen, die er ergattern konnte. Er weiß zwar, dass ich die Pilze nicht essen werde, aber Anfassen und interessiert Kucken geht ja. Ein paar von den gelben, die so ähnlich wie Pfifferlinge aussehen, landen auf meinem Arbeitsbrett und ich soll sie mit einem kleinen Messerchen putzen wie Matthias es mir gezeigt hat. Eigentlich wollte ich meine Aversion gegen Pilze gar nicht so thematisieren, aber aus Andalusien kommt der Tweet, der mich entlarvt: Zorra, die offenbar mein Gesicht gut lesen kann, schreibt:


Als Hauptgericht hat Matthias ein Lammkarree vorgesehen. Wir sind glücklich, weil er hervorragendes irisches Fleisch bekommen hat, schön von Fett durchzogen und sehr saftig. Das Fleisch wird zunächst in der Pfanne kräftig angebraten und geht dann bei 80°C in den Backofen. Als die kochenden Blogger wissen wollen, woran man erkennt, dass das Fleisch innen rosa ist, lässt sich Matthias von einer Kamera zum Backofen begleiten und führt es vor.

Das Werkeln an Herd und das Plaudern mit Matthias und den Bloggern macht großen Spaß. Wir bekommen sofort Feedback auf alles, was wir tun, während wir beobachten wie es in den anderen Küchen läuft. Irgendwann kann ich kaum noch erwarten, dass die ganze Kocherei vorbei ist und wir endlich zum Höhepunkt kommen. Das Lamm duftet herrlich und der kleine Probierschluck von der Kartoffelsuppe hat meinen Appetit angeregt. Ich habe Hunger! Außerdem soll es für das gesamte Team noch spanischen Rotwein geben. Die Blogger werden mit dem Kochen spielend vor uns fertig und die ersten senden schon Fotos ihrer angerichteten Teller via Twitter und Facebook.

Und dann sind zwei Stunden rum wie nichts. Heiner Wolters von Staatl. Fachingen kommt wieder zu uns vor die Kamera und überreicht mir einen monströsen Blumenstrauß. Ich werde hinterher noch mehrmals fragen, ob wir wirklich volle zwei Stunden vor der Kamera standen. Erst, nachdem alles vorbei ist, wird mir bewusst, wie aufregend es war. 
 

Daher bedanke ich mich ganz herzlich für die freundliche Einladung zu diesem Event von Staatl. Fachingen. Mein allerherzlichster Dank geht an Sabine Lorenz  von Ketchum Pleon und an ihre Kollegin Laura Sodano. Ich sage auch danke und sende herzliche Grüße an Matthias Ruta, der alles so perfekt im Griff hatte und der sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ. Es war ein riesengroßer Spaß mit Dir!!! Ebenso geht mein Dank an Michael Wurzer und sein Team. Ohne die intelligente Technik von very.tv wäre dieses Event kaum möglich gewesen.

Herzlichen Dank auch an alle, die unsere Koch-Show am Bildschirm verfolgt haben sowie die Blogger, die mit uns gekocht haben, es war toll mit Euch!

Uwe Spitzmüller, Highfoodality
Lena Becker, Leonie Löwenherz
Daniel Briest, Gaumenthrill
Denise Souter, Nachgekocht
Lea Stegemann, Buntleben 
Helena, Hypnotized


Samstag, 24. November 2012

Wir seh'n uns!

[klick!]

So langsam wird es echt spannend! Schon seit einiger Zeit weiß ich, dass ich am Donnerstag mit Matthias Ruta kochen werde. Aber nun rückt der Termin wirklich näher und mir wird langsam klar, wie aufregend das ist.

Die Idee ist nämlich, dass weitere Blogger zeitgleich in ihren Küchen zu Hause mitkochen. Via Webcam können wir den Köchen dabei in ihre Töpfe sehen und alles wird live im Internet gezeigt. Wer am Donnerstag oben, auf das Bild oder direkt auf den Link, klickt, kann also nicht nur sehen, was wir in Köln auf der Pfanne haben, sondern auch, wie es in anderen Küchen brodelt. Ich freue mich schon sehr darauf, die Blogger kennen zu lernen, die mit uns kochen werden:

Uwe Spitzmüller, Highfoodality
Lena Becker, Leonie Löwenherz
Daniel Briest, Gaumenthrill
Denise Souter, Nachgekocht
Lea Stegemann, Buntleben

Jeder, der sich daran beteiligen möchte, klickt einfach in den Livestream und mischt sich bei uns ein. Wir wollen Meinungen, Kommentare und Fragen! Twittert mit dem Hashtag #sfkocht.

Wir kochen Kartoffel-Sellerie-Suppe mit Pfifferlingen sowie Rosa Lammcarree mit Bohnen-Schalottengemüse und Rosmarinkartoffeln aus dem Buch Natürlich besser Kochen von Staatl. Fachingen.
Da ich bereits das Vergnügen hatte, gemeinsam mit Staatl. Fachingen in den Töpfen zu rühren, freue ich mich sehr auf dieses Event. Und ich freue mich ganz besonders auf Euch! Hoffentlich schaut Ihr alle rein und beteiligt Euch munter auf der Twitterwall.

                                                                                                             

Mittwoch, 21. November 2012

Noch ein bisschen einfacher?


Meine liebste Süßspeise zur Zeit: Vanillejoghurt! Blütenweißer, ganz reiner Vanillejoghurt ohne dubiose Zusätze und alberne Extras. So einfach im Geschmack wie in der Zubereitung. Im Kühlschrank steht eine Flasche mit Sirup. Dazu einfach ein paar Vanilleschoten (ich habe 3 genommen) öffnen, auskratzen und kleinschneiden. Mit 200 ml Wasser und 250 g Zucker aufkochen. Das Ganze ein bisschen blubbern lassen und dann durch ein Haarsieb in eine saubere Flasche füllen. Cremiger weißer Joghurt ist sowieso immer im Vorrat. Und so steht dem Vergnügen nichts mehr im Weg. Einfach ein paar Löffelchen Sirup unter den Joghurt rühren und genießen.

Sonntag, 18. November 2012

Unaussprechlich und ohne Russenknall



Irgendwie habe ich geahnt, dass dieser kräftige Eintopf aus Rindfleisch und Rote Bete mir schmecken würde. - Allein diese Farbe!

Eines Tages wurde mein Verlangen nach einem schönen Borschtsch übermächtig und ich hatte keine Ahnung in welche Richtung der Appetit mich treiben würde. Wie muss richtiger Borschtsch beschaffen sein? Kommen da bestimmte Gewürze rein? - Woher soll ich das wissen? Borschtsch ist quasi unaussprechlich und auf alle Fälle russisch, oder nicht? Wer sich für russische Küche interessiert, hat einen Russenknall, meint Wladimir Kaminer, und der muss es bekanntlich wissen. Auf mich kann das kaum zutreffen, denn ich interessiere mich ja nur für einen schönen Borschtsch.

Eine liebe Freundin aus dem Internet wusste es besser. Sie war im Osten aufgewachsen, wies mich auf Varianten wie polnischen Barszcz oder ostpreußischen Beetenbartsch hin und schickte gleich ein paar Rezepte. Offenbar fährt ganz Osteuropa auf die Suppe ab und es gibt nicht nur dort einen Borschtsch-Gürtel, sondern es gab früher sogar einen Borschtsch-Belt in New York.

Der unaussprechliche Name geht auf das slawische Wort für Bärenklau zurück, das wohl im Mittelalter unbedingt in einen amtlich korrekten Borschtsch gehörte. Heute sind die Zeiten liberaler und ganz allgemein isst eigentlich kaum wer Bärenklau. Ich las mich kreuz und quer durchs Internet und entschied mich am Ende für die Ukraine. Dort kennt man sich ganz sicher mit Borschtsch sehr gut aus und man bereitet ihn als kräftigen Eintopf mit sehr viel Gemüse zu. Genau so wollte ich es machen, wenn auch ohne Rezept. Das Ergebnis war genau das, worauf ich so großen Appetit gehabt hatte.

Jetzt habe ich die knallrote Suppe zum zweiten Mal gekocht, wieder ohne genaue Mengenangaben.

Mein Borschtsch

1. Zunächst eine kräftige Rindfleischsuppe kochen. Suppenfleisch mit Knochen, Möhren, Sellerie und den dunkelgrünen Teilen vom Lauch, Knoblauch und Lorbeerblättern kalt aufsetzen und mindestens zwei Stunden sanft ziehen lassen. Alles durch ein Sieb schütten und die Brühe auffangen. Die Brühe mit Salz abschmecken. Das Fleisch in Stücke schneiden.

2. Mehlig kochende Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden in der Brühe gar kochen.

3. Rote Bete kochen und in kleine Stücke schneiden.

4. Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden, Weißkohl vierteln und in Streifen schneiden. Zwiebeln mit etwas Salz in Öl anschwitzen. Weißkohl und Tomatenmark hinzufügen und alles zusammen schwitzen lassen. Kümmel und schwarzen Pfeffer im Mörser zerkleinern und hinzufügen.

5. Fleischbrühe auf den geschmorten Weißkohl gießen, Rote Bete und Fleisch hinzufügen. Eventuell mit Wasser oder Gemüsebrühe verlängern. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken.

6. Mit Crème fraîche und viel frischem Dill servieren.




Dienstag, 13. November 2012

Die moderne Miesmuschel und ihre Anwendung


Die Welt der Muscheln ist nicht mehr das, was sie einmal war. Abgesehen davon, dass Miesmuscheln nach meinem Eindruck immer beliebter werden, hat sich auch der Umgang damit etwas verändert. Klar, die Sache mit den R-Monaten ist Folklore. Wenn wir wollen, dürfen wir auch im Mai oder Juni Muscheln essen, das weiß inzwischen jeder. - Und wenn man das gar nicht will? Ja, dann freut sich die kleine Rheinländerin eben auf den Beginn der Muschelsaison, wie in jedem Jahr! Im Sommer genießen schließlich andere Dinge den Vorrang, wie Erdbeeren, Eiscreme oder Grillwürstchen. Jetzt ist Muschelsaison!

Mittlerweile kommen die meisten Muscheln in verschweißten Plastikschalen in die Haushalte. Der Verkauf von loser Ware findet zwar immer noch statt, ist aber inzwischen eher selten. Allgemein sind die Miesmuscheln sauberer als früher und müssen nicht mehr geschrubbt werden. 

Für diese Muscheln, die mit einem Sauerstoffgemisch unter Folie eingeschweißt werden, gelten die alten Hausfrauenregeln nicht. Wer noch im Gedächtnis hat, dass offene Muscheln tot seien und in den Müll gehörten, hätte ein Problem. Sobald die Schutzfolie entfernt wird, schnappen diese Muscheln erst einmal nach Luft. Das heißt, die Schalen sind alle leicht geöffnet. Man sollte die Muscheln unter fließendem Wasser abspülen und die beschädigten aussortieren. Wer noch Zweifel an der Vitalität hat, kann die Muscheln ein wenig drücken oder auf die Schale klopfen. Nützliche Informationen dazu findet man bei den Föhrer Muscheln. Nach wie vor gilt aber, dass Muscheln, die nach dem Kochen noch geschlossen sind, aussortiert werden sollten.

Im Außenbereich wurde ebenfalls nachhaltig renoviert. Mir scheint, dass sich die klassisch rheinische Beilage, das gebutterte Schwarzbot, immer weniger durchsetzen kann. Wer nimmt schon Schwarzbrot, wenn er Fritten haben kann? - Na, eben!

Hier gibt es jetzt eine winzig kleine Abweichung, die aber nicht wirklich schlimm ist. Die frittierten Schweinereien der vergangenen Tage gingen an die Ölreserven. Doch bevor ich auf den klassischen Begleiter zu rheinischen Miesmuscheln, zurückgreife, komme ich zur Besinnung. Kartoffeln schälen, in Spalten schneiden und mit etwas Olivenöl bei 180° C in den Backofen geben, bis sie goldbraun sind. Zwischendurch mal wenden und mit dem herabgelaufenen Öl benetzen. Salzen unbedingt erst zum Schluss! Nebenbei rühre ich eine Mayo an, wie sie in Belgien zu Moules frites gereicht wird, schön säuerlich abgeschmeckt, in diesem Fall mal mit Sherryessig. 

Die Muscheln bereite ich so einfach wie möglich zu, denn so schmecken sie mir am besten. In den Sud  kommen Meersalz, Zwiebeln, Stangensellerie, Möhren, Knoblauch und sonst nix. Volle Pulle aufdrehen! Die gewaschenen Schalentiere in den Topf schütten und den Deckel auflegen. Nach wenigen Minuten haben sich alle Schalen geöffnet. Dann sind die Muscheln noch ganz zart und schmecken am besten. Mit jeder weiteren Minute geht das Aroma zurück und das Fleisch wird fester. Ab einem gewissen Punkt (zu Hause nie erreicht, aber schon öfter in Kneipen erlebt) werden die kleinen Biester sogar leicht zäh. Also, runter vom Herd und ab damit, auf den Teller! Oder direkt aus dem Topf futtern, wie es in belgischen Gaststätten üblich ist.

Was darf auf gar keinen Fall fehlen? - Die Mayo!

Was fehlt hier offensichtlich? - Das Bier!

Na gut, die Muschelsaison dauert ja noch eine Weile...

Die Muscheln auf dem Foto kamen übrigens aus den Niederlanden.

Sonntag, 11. November 2012

Die absolut schweinösen Haxen


Schweinehaxen sind nahrhaft und gesund. Eigentlich sollte man sie viel öfter essen. Viele Leute stören sich jedoch daran, dass das Bein vom Schwein immer so groß und schwer ist. Besonders Frauen, die sich bekanntermaßen sehr ernsthaft mit Ernährung auseinandersetzen, empfinden Haxen gelegentlich als derb und plump.

Dieses Problem scheint nun gelöst! Man kann sagen, dass ein Durchbruch in der Größenoptimierung wie in der Handhabung und Sicherheit erzielt wurde. Die Schweinehaxe 2.0 präsentiert sich als formschöne Krokette in ansprechendem Design. Eine knackige Hülle ummantelt die zartschmelzende Melange aus heißer Crème und saftigem Schwein. Dieser Snack enthält praktisch alle wichtigen Substanzen, die der Mensch braucht: Schwein und Knusper. - Nur das Bier muss vorläufig noch extra serviert werden.


Haxenkroketten

Das Fleisch vorbereiten:
1 Vordereisbein, ungepökelt, ca. 900 g (oder mehr) in Salzwasser bei schwacher Hitze mindestens 2 Stunden köcheln, bis das Fleisch sich ganz leicht vom Knochen lösen lässt.
Das Fleisch etwas abkühlen lassen und dann vom Knochen lösen. Mit den Händen oder mit einer Gabel in ganz kleine Fasern reißen.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Fleischfasern bei schwacher Hitze braten, bis sie ganz weich sind. 1 Zwiebel in Würfel schneiden und mit braten, bis die Würfel glasig sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Masse vorbereiten:
2 EL Butter in einem Topf aufschäumen
2 EL Mehl darin anschwitzen
1/2 l Milch aufgießen und mit einem Schneebesen glattrühren. Unter Rühren kurz kochen lassen.
Kräftig abschmecken mit Salz, Pfeffer, Muskat, Nelkenpulver.

Das Fleisch mit der Sauce vermischen und das Ganze leicht abkühlen lassen.
2 Handvoll geriebenen Parmesan unterrühren.

1 flache Form (etwa 20 x 20 cm) mit Klarsichtfolie auskleiden und die Masse hineingeben. Mit der Klarsichtfolie verschließen und einige Stunden abkühlen lassen.

Die Panierstraße vorbereiten: 3 Eier mit Salz und Paprikapulver verrühren. 1 Teller mit Mehl und 2 Teller mit Paniermehl vorbereiten.

Die abgekühlte Masse in kleine Stücke schneiden. Wenn man die Kroketten hinterher einfrieren will, sollten die zu panierenden Stücke wirklich sehr klein sein. Wenn man die Kroketten gleich nach dem Panieren frittieren will, dann kann man sie auch etwas größer formen.

Die Stücke in Mehl, Ei und Paniermehl wenden und dann auf dem zweiten Paniermehlteller ablegen.

Etwas neutrales Öl in einem Topf erhitzen und die Kroketten bei mittlerer Hitze (nicht zu heiß werden lassen!) frittieren und danach auf Küchenpapier abtropfen lassen.




Freitag, 9. November 2012

Wehe, Du bist nicht dabei gewesen!


An diesen Tagen damals stank die ganze Stadt nach Knoblauch. Oh, ja! Hier wurde ganz bewusst das Wort stinken gewählt! Wenn die schwefelhaltigen Gase aus den Öffnungen fremder Körper dringen, hat das keineswegs mit Chanel No.5 zu tun. In überfüllten Bussen sollten nicht alle Fahrgäste vorher Zaziki gegessen haben.*

Damals, als ich in Saarbrücken wohnte, konnte man eigentlich nicht allein dem Zaziki die Schuld geben. Es wurde allgemein viel Knoblauch gegessen. Doch an manchen Tagen servierte die Mensa mittags das Lieblingsgericht aller Saarbrücker Studenten: Frittierten Schafskäse mit Kartoffeln und Knoblauchsauce. Aus humanitären Gründen hätten öffentliche Verkehrsmittel an solchen Tagen eigentlich stillgelegt werden müssen. Es waren die Neunziger und es gab massenhaft Studenten. Wir alle liebten dieses Essen! Am Abend fuhren wir noch einmal zur Uni und tanzten im überfüllten Keller der Mensa. Zur Nikolausparty, die einmal jährlich von den BWLern veranstaltet wurde, füllte sich sogar das gesamte riesige Mensagebäude. In meiner, von Knoblauchdünsten umnebelten, Erinnerung hatten wir an solchen Tagen grundsätzlich immer Schafskäse mit Knoblauchsauce gegessen (was wahrscheinlich gar nicht stimmt). - Wehe, wenn Du mittags nicht dabei gewesen bist. Dann hast Du den Abend besser gleich allein zu Hause verbracht.

Schafskäse mit Kartoffeln und Knoblauchsauce schmeckt heute bei mir ein bisschen anders als damals. Natürlich nehme ich den guten Schafskäse. Statt Salatcreme aus dem Glas verwende ich selbstgerührte Mayonnaise. Die Mayo wird mit viel fein geriebenem Knoblauch verrührt, mit Quark glattgerührt und mit Salz, Zucker und Zitronensaft abgeschmeckt. Den feinen Schafskäse habe ich in relativ großen Stücken paniert und dann frittiert. Dazu gehören eigentlich Pellkartoffeln, aber hier sind es heute in Butter geschwenkte Salzkartoffeln. Dazu passen eingelegte Peperoni oder saure Gurken.

*Die Knoblauchproblematik habe ich früher schon einmal erwähnt.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Pasta #49 - Winterspaghetti mit Schafskäse

Wie haltet Ihr es mit den guten Sachen? Guten Wein ans Sößchen kippen? Aromatischen Rohmilchkäse weiterverarbeiten? Richtig teuren Essig zum Marinieren nehmen? 

Mit dem richtig guten Stoff den Fond stundenlang reduzieren lassen, wäre schon ein bisschen verwegen. Aber von nix kommt nix, so viel steht ebenfalls fest. Zum Schluss die Sauce mit einem edlen Schluck abschmecken, bringt die Sache schon gewaltig nach vorn.

Und so beschäftigt mich immer wieder, ob die einfache Qualität nicht ausreichend wäre. Oder ob es eben doch The Real Stuff sein soll. Ich habe tatsächlich darüber gegrübelt, ob ich den guten Schafskäse, also den wirklich guten, total leckeren Schafskäse über meine Winterspaghetti bröseln soll. Das Zeug kostet eigentlich kein Vermögen. Genau genommen kostet der Schafskäse vom Schäferhof (auf 100 g umgerechnet) nur unwesentlich mehr als der etwas bessere Feta im Supermarkt. Trotzdem liegen Welten dazwischen. Der Geschmack ist so phänomenal, dass ich dem Supermarkt-Feta und seinen Verwandten die Freundschaft gekündigt habe. Entdeckt habe ich das Superzeug übrigens bei Marqueee, der unser Pop-up Dinner damit bereicherte.



Das kleine Töpfchen mit dem Käse in Meersalzlake stand nun schon eine Weile im Kühlschrank und ich hatte nicht so recht Verwendung dafür. Seit es draußen so schweinekalt geworden ist, könnte ich mich pausenlos von Kohlgerichten mit Kartoffelpüree ernähren.

Sprütchen mit Hackfleisch, Zwiebeln und Kartoffelpüree / Wirsingrouladen mit Hackfleischfüllung und Möhren untereinander

Heute mittag kam dann überraschend der große Spaghettihunger. Und zum Glück traf er auf den wunderbaren Schafskäse: Richtig viele Zwiebeln mit Salz, Möhren und viel Knoblauch anbraten. Tomatenpüree angießen und mit kalabrischem Oregano würzen. Mit Salz abschmecken und alles mit Spaghetti mischen. Und dann kommt das cremig-aromatische Extra: Schafskäse zerbröseln und auf die fertig angerichtete Portion geben. Der Käse sollte nicht zu heiß werden. - Lecker!




Das ist übrigens keine kommerzielle Werbung, sondern eine unentgeltliche Empfehlung!


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Lesen und lesen lassen

Wenn Stevan Paul sagt, er kommt nach Köln, dann löse ich gleich eine Fahrkarte nach Ehrenfeld.
Ist ja klar, dass Stevan sein neues Buch im Marieneck vorstellen wird. Wo sonst könnte der Titel Schlaraffenland so schlaraffenlandmäßig vorgestellt werden, wenn nicht in dieser gemütlichen Kochschule?


Auf den Abend mit Stevan Paul habe ich mich gefreut. Nicht nur, weil Stevan so ein netter Blogger ist. Auch nicht allein, weil ich seine freundliche und motivierende Art sehr zu schätzen weiß, seit wir mal gemeinsam in einer süditalienischen Küche Schweinebraten in den Ofen schoben.

Klar, Stevan hat viele wunderbare Eigenschaften und kann unwahrscheinlich tolle Dinge. Aber ganz besonders haut mich seine Art zu Lesen vom Hocker. Davon durfte ich mich schon vor ungefähr zwei Jahren in Saarbrücken überzeugen. Und dafür dürfte er gerne öfter mal vorbei kommen.


Stevans Geschichten drehen sich ums Essen und um die Menschen, die damit zu tun haben. Der Autor liest dem begeisterten Publikum den Mund wässrig, während Marco Kramer und Andreas Prophet in der offenen Küche dafür sorgen, dass uns die gebratenen Jakobsmuscheln bald in den Mund fliegen. So wechselt sich Stevans sympathischer Vortrag mit gefüllten Tellern ab. Das Essen schmeckt großartig. Torsten Goffin hat die passenden Weine dazu ausgesucht und unterstützt die Unschlüssigen mit Sachverstand.


Während des Essens amüsiere ich mich vorzüglich mit der netten Runde an meinem Tisch. Darunter befindet sich zu meiner großen Freude auch das Team von Chezuli. Die beiden sind bekannt dafür, dass sie schneller bloggen als ihr Schatten. Natürlich ist die Schlaraffenland-Lesung bei ihnen längst online.


Zum Schluss gibt es Grießbrei, - oder eine feinere Variante davon, nämlich Grießmousse. Bei praktisch allen Schlaraffenland-Lesungen gibt es am Ende Grießbrei. Da muss der reisende Vorleser jetzt durch. Ich bin sehr gespannt, was Stevan darüber berichten wird, wenn seine Lesereise hinter ihm liegt.

Bis dahin gibt es noch einige Gelegenheiten, einen großartigen Abend zu erleben. Wer bei Nutriculinary einen Termin in einer Stadt seiner Wahl erspäht, sollte hingehen und Stevans Worten lauschen.

Darüber hinaus besteht natürlich auch die Möglichkeit, selber in dem Buch zu lesen oder anderen, zum Beispiel dem Vater, der Freundin oder den Kindern etwas daraus vorzulesen. - Viel Vergnügen!


Stevan Paul
Schlaraffenland

Ein Buch über die tröstliche Wirkung von warmem Milchreis, die Kunst, ein Linsengericht zu kochen, und die Unwägbarkeiten der Liebe

Hardcover in Feinleinen
192 Seiten | 18,90 €
ISBN 978-3-938539-24-8
September 2012

Samstag, 6. Oktober 2012

Siegertypen im Doppelpack


Liebe Zorra, ich habe Dir einen Kuchen gebacken. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und danke für acht Jahre Bloggen und Kochen! Keine hält diese Food Bloggerwelt so zusammen wie Du. Mach bitte immer so weiter. Und komm bitte bald mal wieder nach Köln!


Für das Geburtstags-Blogevent haben sich zwei zusammengetan, die gerade Hochsaison feiern: Kürbis und Zwiebelkuchen. Am Ende des Jahres siegt eben doch das Warme und Deftige. - So schmeckt der Herbst!



Kürbis-Zwiebelkuchen

1 Tarteform (26 cm) mit Butter ausfetten.
Den Backofen auf 200° C vorheizen.

Mürbeteig:
200 g Mehl
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
125 g Butter
1 Ei

Alle Zutaten in der Küchenmaschine zu einem festen Teig kneten.

Den Teig dünn ausrollen und die vorbereitete Tarteform damit auskleiden. Den Boden mit einer Gabel ein paar Mal einstechen und dann 10 Minuten im vorgeheizten Ofen backen,

Die Füllung:
700 g Zwiebeln, geschält und in feine Streifen geschnitten
Olivenöl
Salz
Pfeffer
Muskat
Thymian
Kümmel, gemörsert

200 g Crème fraîche
3 Eier
Salz

200 g Kürbis (Hokkaido oder Butternut), in Stücke mit 1-2 cm Kantenlänge geschnitten

Die Zwiebeln mit etwas Salz und Öl in eine Pfanne geben. Einen Deckel auflegen und die Zwiebeln so langsam wie möglich schmoren, bis sie ganz weich und glasig sind. Das dauert etwa 15-30 Minuten.

Zum Schluss kräftig mit Salz abschmecken und vorsichtig mit Pfeffer, Muskat, Thymian und Kümmel würzen.

Die Crème fraîche mit den Eiern verquirlen und mit dem Salz würzen.
Die Kürbisstücke mit den Zwiebeln vermischen und auf den vorgebackenen Boden geben. Die Eiersahne darübergießen. Den Kürbis-Zwiebelkuchen im immer noch vorgeheizten Ofen 40 Minuten backen.



8 Jahre kochtopf Geburtstags-Blog-Event - Rezepte für Sieger und mehr! (Einsendeschluss 6. Oktober 2012)

Sonntag, 2. September 2012

Süß & fein zum Schwein



So eine geniale Idee! Wieso bin ich darauf nicht längst selbst gekommen? Vermutlich wird es daran liegen, dass ich nicht so genial bin wie die Köche im Ten Bells. Dort kam das saftige Schweinefleisch mit einem Klecks von süßem Maispüree auf den Tisch. Richtig aromatisch süß und dabei ganz fein schmelzend im Mund. - Köstlich! Nun weiß ich nicht, wie die Jungs das gekocht haben und ich muss ganz ehrlich sagen, ich hab mir auch nicht die Mühe gemacht, der Sache nachzugehen.

Stattdessen schritt ich einfach zur Tat und kochte frischen Mais ein paar Minuten in Salzwasser. Die Körnchen vom Kolben runtergeschnitten und dann ab in den Mixer, ganz fein püriert. Eine winzige Spur Butter und etwas Salz dazu, und dann durch ein feines Sieb gestrichen. So erhält man ein ganz feines Mus, das sich herrlich als Sauce zum Schweinefleisch eignet. In diesem Fall handelt es sich um Haxenfleisch aus dem Ofen mit etwas Salat, Kartoffeln und Fleur de Sel. Über das Maispüree noch eine Spur schwarzen Pfeffer geben, - herrlich, unbedingt nachmachen!

Mittwoch, 29. August 2012

Upstairs at the Ten Bells

Zum Schluss noch die Krönung unserer Reise nach London, der Besuch im Ten Bells. Torsten hat alles so treffend beschrieben, dass ich gar nicht mehr dazu sagen möchte. Daher gibt es hier nur eine kleine Diashow und alles weitere bei Glasklare Gefühle.


Dienstag, 28. August 2012

Finkenwerder nach Londoner Art

Supperclub Summit London 2012 Teil III

Erst vor ein paar Wochen hatte ich erfahren, dass Florian Siepert sich diesen genialen Supperclub Summit ausgedacht hat. Supperclubs aus England und aus Deutschland sollten im Goethe Institut London kochen. Kaum war die Nachricht zu mir vorgedrungen, stand auch schon fest, dass wir daran teilnehmen würden. Mit Marco und Torsten hatte ich bereits in Köln und im Cilento am Herd gestanden, Markus war mir aus Köln bekannt und nun mit an Bord. Ruth lernten wir via Skype kennen. Wir waren hellauf begeistert und total euphorisch.



Für mich stand relativ schnell fest, dass ich gerne etwas mit Fisch machen wollte. Meine letzten Besuche in Großbritannien lagen rund zwanzig Jahre zurück, aber ich hatte immer noch den sagenhaft frischen Fisch in Erinnerung, den man dort überall bekam. Ausnahmsweise meldete sich auch mein Ehrgeiz mal zu Wort, der mir gebot, mit einem kreativen Gericht nach England zu reisen. So stand von Anfang an der Plan fest, einen deutschen Klassiker neu zu interpretieren. - Nur was?

Gedanklich spielte ich mit verschiedenen Fischgerichten herum, bis alles auf Finkenwerder Art hinauslief. Fisch und Speck. Scholle wollte ich dafür nicht nehmen, aber jeder andere weiße Meerwasserfisch würde gehen. Ich grübelte tagelang, was ich mit dem Speck machen wollte. Ein paar Versuche mit Sous vide überzeugten mich nicht besonders, Schließlich kam ich zurück auf die Idee mit dem Brandteig, die ich ursprünglich für ein anderes Rezept angedacht hatte. Der Speckgeschmack musste in ein fluffig-weiches Brötchen aus Brandteig!

Der Rest entstand dann um diese Idee herum. Im Vorfeld kochte ich das komplette Gericht und fotografierte es. Beim gemeinsamen Probekochen warnten mich meine Mitstreiter, dass der Teller in der Serienproduktion gewisse Tücken aufweisen würde. Das Gericht war schlicht zu kompliziert zum Anrichten, es erforderte zu viele Handgriffe. Daher gingen wir in London mit der vereinfachten Version an den Start. Trotzdem gelang es uns erst am zweiten Abend, den Fischteller Finkenwerder Art im einwandfreien Zustand auf die Tische zu bringen. Weil es am ersten Abend Probleme mit der Temperatur des Fisches gegeben hatte, hatte ich die Filets nicht mehr gebraten, sondern ganz einfach bei 55° C  in Öl gargezogen. - Florians geniale Idee und meine Rettung!


Der Samstag war unser zweiter Abend auf dem Supperclub Summit. Soweit ich mich erinnere, war es der heißeste Tag, den ich in diesem Jahr erlebt habe. Also eigentlich ideal, um den Nachmittag und Abend in der Küche zu verbringen. Trotzdem ging uns an diesem Samstag vieles leichter von der Hand als am Tag davor. Immerhin waren die Einkäufe erledigt, vieles war bereits vorbereitet und wir hatten unsere Erfahrungen gemacht. Der stellvertretende Direktor des Goethe Instituts London, Uwe Rau war an diesem Abend unser Gast. In seiner kurzen Ansprache erwähnte er seine besondere Verbundenheit zu Hamburg-Finkenwerder und seine Vorfreude auf dieses Gericht. Ich hoffe, die freie Interpretation hat ihm geschmeckt.


Fischteller Finkenwerder Art 
(London Version)

1. Speckmarmelade nach dem Rezept von missboulette kochen. Vor dem Servieren leicht erwärmen.

2. Specksäcke backen (für ca. 30 Portionen)

Speckkäse vorbereiten: 0,5 l Vollmilch mit 300 g Schinkenspeck (gepökelt und geräuchert) langsam zum Kochen bringen. Falls die Milch ausflockt gut, falls sie nicht ausflockt, 1 EL Zitronensaft oder Essig hinzufügen. Abkühlen lassen, die Speckstrücke herausfischen und den Käse dann in einem Tuch oder einem Haarsieb abtropfen lassen.

Brandteig vorbereiten, Zutaten:

1/4 l Wasser
1/2 TL Salz
100 g Butter
150 g Mehl
4 Eier

1/2 TL Pimenton de la Vera

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Salz mit Wasser aufkochen.

Butter hieningeben und schmelzen lassen.

Das Mehl auf einmal hineinschütten und dabei ständig rühren, bis ein glatter Kloß entsteht. Den Teigkloß etwa 2 Minuten von allen Seiten erhitzen und den Topf dann vom Herd nehmen.

Den Teig in eine Schüssel umfüllen. Das Pimenton de la Vera sowie nach und nach de Eier in den Teig rühren. Zum Schluss den abgekühlten und abgetropften Speckkäse in den Teig rühren.

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Nocken mit Teelöffeln abstechen und etwa 20 - 25 Minuten backen.


3. Mousseline vorbereiten

2 Eigelb mit einem Schuss Wein bei niedriger Hitze verrühren, mit Salz würzen. Nach und nach 100 g Butter hineinrühren, bis die Sauce bindet. Vom Herd nehmen und kurz durchrühren, bis die Sauce ganz abgekühlt ist. Bis zur weiteren Verwendung abdecken und kühl stellen. Zum Fertigstellen 100 ml Sahne steif schlagen. Die Sauce unter Rühren wieder erwärmen und die Sahne unterziehen.


4. Garnitur vorbereiten
- Schnittlauchwaschen, trocken tupfen und in sehr feine Röllchen schneiden.
- Dill waschen, trocken schütteln und zerzupfen.
- Rote Bete mit dem Sparschäler dünn abziehen und Öl oder Butter knusprig braten.
- Nordseekrabben in Butter schwenken.

5. Den Fisch anrichten

Eigentlich soll der Fisch in Butter gebraten und leicht gesalzen werden. Geeignet sind alle weißen Nordseefische. In London haben wir Schellfisch verwendet. Für größere Anlässe, bei denen  viele Teller angerichtet werden, empfiehlt es sich, das Fischfilet in ein flaches Gefäß mit Olivenöl zu legen und im Backofen auf 55° C zu bringen. Sobald die Temperatur erreicht ist, gart der Fisch nicht weiter und kann problemlos noch einige Zeit warmgehalten werden.

Die Teller werden nun mit kleinen Klecken von der Speckmarmelade versehen, die mit Schnittlauch gekrönt werden. In die Mitte kommen Fisch und Specksäcke. Dazu gesellen sich ein paar Krabben. Auf dem ganzen Teller verteilen wir Rote Bete Flocken und Dill. Der Fisch bekommt außerdem noch einen Klecks Sauce Mousseline.



Heiß und heißer - Teil II Supperclub Summit London

It's getting hotter - Part II Supperclub Summit London

Schmoren in London - Teil I Supperclub Summit London


London calling - Glasklare Gefühle

Ready for Take off - Vorbereitungen bei Glasklare Gefühle


Sonntag, 26. August 2012

Heiß und heißer

Supperclub Summit London 2012, Teil II
Click here to read this in English




Zwei Tage kochen wir in London. Zwei Tage brennt die Sonne wie verrückt.

Es ist Freitag und wir müssen an diesem Tag alles vorbereiten. Wir gehen die Einkaufslisten nochmal durch und stimmen uns ab. Ruth, die in London lebt, hat bereits Bestellungen aufgegeben und ich nehme an der Tür des Goethe Instituts eine Lieferung mit wunderbar frischem Schellfisch von allerbester Qualität entgegen. Dann heißt es, stark sein und die Nerven bewahren, wir entern einen großen englischen Supermarkt. Ein englischer Supermarkt! Für mich der erste seit zwanzig Jahren! 

Für sowas würde ich normalerweise einen halben Tag einplanen. Jetzt kaufen wir hier, so schnell es eben geht, das Abendessen für 50 bis 60 Personen ein. Was die hier alles haben! Statt Sahne wie wir sie von zu Hause kennen, schlagen wir bei Double Cream mit 50 % Fett zu. Was soll jetzt noch schiefgehen?  Vor dem Supermarkt warten Taxis, denn das ist hier so üblich. Der Fahrer hilft uns, den Wagen mit Mehltüten, Frühlingszwiebeln und Ginflaschen zu beladen. Nach kurzer Fahrt durch den Londoner Stadtverkehr laden wir das Zeug in der Exhibition Road wieder aus.


Und dann wird es langsam ernst. Ruth, Markus, Marco, Torsten und ich müssen uns in der Küche zurechtfinden. Jeder braucht Platz zum Arbeiten und sucht nach Schneebesen, Töpfen, Schüsseln oder  Schneidebrettern. In dieser provisorischen Küche ist alles vorhanden, was man braucht und es funktioniert auch sensationell gut. Der Backofen wird geradezu explosionsartig heiß, das Wasser kommt mit fast 90° C aus der Leitung, die Induktionsplatten bringen meine Buttersauce schön langsam auf Touren, können genauso aber auch eine Pfanne voll Fett zum Glühen bringen.  - Glücklicherweise vermeiden wir letzteres, denn Florian hatte uns ausdrücklich davor gewarnt, den Feueralarm auszulösen.



Die wenigen Stunden, bevor die ersten Gäste erscheinen, nutzen wir zum Backen, Abkühlen und Stocken lassen. Wir marinieren, garen auf niedriger Temperatur, räuchern und bereiten alles vor, was man vorbereiten kann.

Schließlich treffen kurz hintereinander die Gäste ein. Torsten, unsere Geheimwaffe mit dem Korkenzieher, schenkt seinen selbst importierten Stoff aus. - Deutscher Wein, glasweise, passend zu jedem Gang unseres Menüs! Allein dafür hätte ich den Abend im Goethe Institut schon gebucht. Aber ich bin ja zum Kochen hier. Von Anfang an macht sich angenehme Stimmung im Saal bemerkbar. - Die Leute haben eindeutig gute Laune!

Wir treten kurz vor unsere Gäste, Ruth sagt ein paar Worte zur Begrüßung und dann verschwinden wir wieder in die Küche. Die ersten Teller mit Appetithäppchen können schon raus. Ruth hat selber Landjäger hergestellt und sie sind richtig gut gelungen. Kaum zu glauben, dass sie noch nie vorher welche gegessen hat. Danach lässt das Tempo nicht mehr nach. Wir tragen volle Teller raus und holen leere Teller zurück. Immer wieder plaudern wir zwischendurch mit unseren unwahrscheinlich sympathischen Gästen. Mein persönlicher Star des Abends ist die freundliche Hilfskraft, die ohne Unterbrechung unsere Teller spült. - danke, puh!



Im Hintergrund wirkt Ed Smith, der im Gegensatz zu uns ein Profi ist. Er hatte uns zu Beginn des Abends geraten, einen strikten Zeitplan einzuhalten. Also schreiben wir Uhrzeiten an unser Menü und halten uns tatsächlich daran. Die Gäste sitzen nie lange vor leeren Tellern und ein Gang folgt ziemlich schnell auf den anderen. Das Tempo spüre ich am Ende in meinen alten Knochen und vor allem in meinen Füßen. - Macht gar nichts, denn ich fand unseren ersten Abend beim Supperclub Summit super. Mir hat es Spaß gemacht und unsere Gäste machen einen glücklichen Eindruck.



Zwei von ihnen sind Freunde aus Deutschland, die extra zu meiner Unterstützung nach London gereist sind. Damit bin ich auf der sicheren Seite, weil ich weiß, dass sie niemals über mein Essen meckern würden. Mit ihnen teile ich mir das hübsche Appartement in Kensington und auf der nächtlichen Fahrt in unser Quartier genieße ich ihre freundschaftliche Voreingenommenheit. Natürlich fanden sie alles super und natürlich war der Gang, den ich gekocht habe, der beste überhaupt und selbstverständlich macht es ihnen gar nichts aus, am nächsten Tag noch einmal dasselbe zu essen... Danke, Ihr Lieben, Ihr seid die besten Freunde, die man sich wünschen kann!

Beim nächsten Mal erzähle ich dann, wie es weiter ging. Dann steigen die Temperaturen gewaltig, es geht um unser Menü und ich verrate auch das Rezept für meinen Fischteller Finkenwerder Art.


Hier geht's weiter: London, Supper Club Summit, Teil III

It's getting hotter

 Supperclub London Summit 2012, Part II
(Diesen Text auf Deutsch lesen)


Two days cooking in London. Two days the sun burns like crazy.

It's Friday and we must prepare everything for this evening. We go through the shopping list again. Ruth, who lives in London, has already placed orders and I receive wonderful fresh haddock of the best quality at the the door of the Goethe Institute. Then we have to be strong and keep the nerves, we boarded a large British supermarket. A British supermarket! For me, the first time in twenty years!

For something like that I would normally schedule a half-day. Now we buy here, as soon as possible just a dinner for 50 to 60 people. Can't believe what I see here! Instead of cream as we know from home, we go for Double Cream with 50% fat. What is now to go wrong? Taxis wait outside the supermarket, because this seems to be usual here. The driver helps us to load up the car with bags of flour, scallions and gin bottles. After a short drive through the London traffic, we load the stuff in the back of Exhibition Road.

And then things get serious. Ruth, Markus, Marco, Torsten and I have to find our way around in the kitchen. Everyone needs space to work and is looking for whisks, pots, bowls and cutting boards. The temporary kitchen, everything that you need is there and it works sensationally well. The oven is hot like an explosion, water comes with almost 90 ° C from the line, the induction plates bring my butter sauce nice and slow to speed, might as well bring a pan full of grease to glow. - Fortunately, we are able to avoid this, as Florian had expressly warned not to trigger the fire alarm.

The few hours before the first guests are going to appear, we can use for baking and cooling. We marinate, smoke, cook at a low temperature, and prepare everything, what you can prepare.





Finally, in quick succession, the guests arrive. Torsten, our secret weapon with the corkscrew, gives out its own imported material. - German wines, by the glass to match each course of our menu! Only for this I would have already booked an evening at the Goethe Institute. But I'm here to work in the kitchen. From the beginning, pleasant atmosphere in the hall is noticeable. - People are clearly in a very good mood!





We show ourselves to our guests, Ruth says a few words of welcome and then we disappear into the kitchen. The first plate of appetizers can already out. Ruth herself has made Landjäger and they are really good. Hard to believe that she has never eaten that before.

We carry out full plates and bring back empty plates. Again and again, we chat between our unbelievable sympathetic guests. My personal star of the evening is the friendly assistant who continuously cleans our plates. - Thank you, phew!

In the background works Ed Smith, who is unlike us a pro. He had advised us earlier in the evening to follow a strict schedule. So we write times on our menu and we actually keep it. The guests never sit long before empty plates and a transition follows fairly quickly on the other. At the end I feel the pace in my old bones and especially in my feet. - Doesn't matter, because I found our first evening at the Supper Club Summit simply great. To me it was fun and our guests look quite happy.




Two of them are friends from Germany, who are specially traveled to London to support me. So I'm on the safe side, because I know that they would never complain about my food. I share with them the beautiful apartment in Kensington and on the night journey to our beds, I enjoy their friendship bias. Of course, they found everything great and the best of course was the course which I have cooked, the best ever and of course they don't mind to eat the same thing again next evening... Thank you, dear ones, you are the best friends ever!

Next time I'll tell you then, as it went on. Then the temperatures rise enormously, it's about our menu and you all know the recipe for my fish plate Finkenwerder Art

Mittwoch, 22. August 2012

Schmoren in London



Wie war es denn in London? - Heiß! 
(scroll down to read this in English)


Ich komme zurück von einer Reise, an die ich mich bis ans Ende meines Lebens erinnern werde. Doch die Hitze vaporisiert jeden klaren Gedanken. Auf beiden Seiten des Ärmelkanals herrschen Mitte August 2012 tropische Temperaturen. Zu Beginn meiner sagenhaften Tour nach London konnte man höchstens ahnen, dass es heiß werden würde.



London begrüßt mich am Donnerstag so freundlich wie es nur die Engländer können. Ich darf in einem entzückenden Appartement in Kensington wohnen und der Vermieter ist wahnsinnig nett. Vor Aufregung, weil ich wirklich zum Supperclub Summit reise, habe ich morgens, vor dem Flug, mein Frühstück nicht runtergekriegt. Der Gedanke an mein Lieblingsessen, das in Hammersmith wartet, hält mich am Leben. Schließlich lande ich auf schnellstem Weg bei Kerbisher&Malt.



Dann darf ich mich im Goethe Institut umsehen. Mein Team aus Deutschland ist schon da. Wir nennen uns jetzt Rhineland Rockers. Marco, Markus und Torsten sind an diesem Morgen mit dem Auto angereist und haben auch nicht länger gebraucht, als ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Flieger.

Das Gipfeltreffen der Supperclubs findet den ganzen Monat in einem beeindruckenden Gebäude an der Exibition Road statt. Florian Siepert hat seine magischen Kräfte angewendet: Im Erdgeschoss hat er eine enorm leistungsfähige Küche mit Profigeräten eingebaut und aus einem ungenutzten Saal ein Restaurant auf Zeit gemacht. Während wir uns umsehen und ich versuche die zahlreichen Eindrücke zu sortieren, wirbeln ein paar Frauen durch die Küche und den Saal. Dort, wo unser MEATFEST am nächsten Abend stattfinden soll, bereiten sie gerade einen russischen Abend vor. Die Mädels haben gute Laune und ich könnte mir schon vorstellen, mit ihnen zu feiern.



Doch wir sind ja nicht nur zum Vergnügen hier. Besprechung ist angesagt. Gleich werden wir zum ersten Mal auf Ruth treffen, die am nächsten Abend mit uns kochen soll. Sie hat Würste zum Trocknen aufgehängt, einige Dinge eingekauft und Bestellungen getätigt. Sie wächst mir ziemlich schnell ans Herz und ich möchte mir das Ganze keinesfalls ohne sie vorstellen.

Ein, zwei Runden im Pub, und dann ist das Vorspiel beendet. Die Rhineland Rockers und Miss Saffron and Salt begeben sich zur Nachtruhe in verschiedenen Teilen der Stadt. Ich bin verwirrt, extrem müde, aber sehr zuversichtlich.

Morgen geht es weiter. Die Temperaturen steigen und wir kochen für zahlende Gäste.

Doch dazu bald mehr...! 

Heiß und heißer - London Teil II
 

-> London Calling (a.k.a. Supperclub Summit, Teil 1), Glasklare Gefühle

Vorbereitungen: Ready for Take off, Glasklare Gefühle



 
How was your trip to London? - Hot!


I come back from a journey, which I will remember the rest of my life. But the heat vaporizes any clear memory. Tropical temperatures on both sides of the Channel in mid August 2012. At the beginning of my fabulous trip to London one could only guess that it would be hot.



London gave me a nice and friendly welcome on Thursday as only the English can. I stay in a lovely apartment in Kensington and the owner is very nice. Because I really travel to Supperclub Summit, I am so excited that I could not get down my breakfast before the flight this morning. But the thought of my favorite food waiting in Hammersmith keeps me alive. Finally, I land in the quickest way at Kerbisher & Malt.


Then I take a look inside the Goethe Institut. My team from Germany is already there. We now call us Rhineland Rockers. Marco, Markus and Torsten have traveled this morning by car from Cologne and have used no more time than I did using public transport and the plane.



The supperclub summit takes place throughout the month in an impressive building at the Exibition Road. Florian Siepert has used his magical powers: On the ground floor he has built an extremely efficient kitchen with professional equipment and in an unused room he made a restaurant on time. As we look around and I'm trying to sort out the many impressions, a couple of women are flying through the kitchen and the hall. Where our MEAT FEST will take place the next night, they are preparing a Russian evening. The girls have a good mood and I could imagine, to celebrate with them.

But we're not only here for fun. Meeting is announced. Soon we will meet for the first time with Ruth, who is going to cook with us the next night. She dryed sausages, bought some things and already made some orders. Ruth grows quite quickly to my heart and I don't want to imagine this whole thing without her.One or two rounds at the pub, and then the prelude ends. The Rhineland Rockers and Miss Saffron and Salt go to their beds in different parts of the city. I am confused, very tired, but also confident. 

Tomorrow it will go on.  
Temperatures are rising and we will cook for paying guests.  

Read more next time!

See also Torsten's report:
-> London Calling (a.k.a. Supperclub Summit, Teil 1), Glasklare Gefühle

Sonntag, 12. August 2012

Eins, zwei, ...dry!



Um den Martini Dry ranken sich zahllose Weisheiten und Legenden. So sagt man zum Beispiel, für einen knochentrockenen Martini genüge es, wenn sich der Barkeeper einmal in Richtung Frankreich verneige. Der Rest sei nur noch Gin und Oliven. Für mich darf es dann trotzdem ein winziges Schlückchen trockenen Wermuths sein. Die Hauptzutat bleibt natürlich gut gekühlter Gin. Damit erhebe ich mein Glas und verneige mich in Richtung Ingelheim.  - Prost Astrid, ich wünsche Arthurs Tochter alles Gute zum Bloggeburtstag!



Damit wir nicht so schnell angesäuselt werden, bereite ich zum Cocktail Klassiker eine leckere Tapa. Da es sich um Auberginen handelt, treffe ich damit höchstwahrscheinlich Astrid Geschmack. Die Zubereitung ist ein bisschen ungewöhnlich, aber das Ergebnis erstaunt am Ende doch. Normalerweise würde ich Auberginen nie ohne Schale zubereiten und ich teile auch Astrids Leidenschaft für das langsame Schmoren der nackten Frucht in Olivenöl. Trotzdem hat mich dieses Rezept von A Spicy Perspective jetzt spontan begeistert.

Auberginen mit Honig und Thymian

1 große Aubergine mit dem Sparschäler schälen und in 7 mm dicke Scheiben schneiden.
Die Scheiben in einen verschließbaren Behälter legen und mit etwa 0,5 l Milch übergießen.
Den Behälter schließen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag etwa 150 g Mehl auf einem großen Teller ausbreiten und etwas Salz darauf streuen.
In einer Pfanne Olivenöl erhitzen.
Die Auberginenscheiben aus der Milch nehmen, in dem Mehl wenden und dann langsam braten.
Die Scheiben sind fertig, wenn sie leicht Farbe angenommen haben und außen knusprig sind.

Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Thymianblättchen darüber streuen und etwas Honig (Ingelheimer Sommerblüte) darüber träufeln.

Fleur de Sel darüber streuen und 3 Happen zum Getränk servieren.


Geschenke für 3 Jahre Arthurs Tochter kocht

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