Sonntag, 30. Januar 2011

So geht also Lammkeule


Die Blogger raten mehrheitlich zu niedriger Temperatur bei diesem edlen Fleisch. Lea Linsters Rezept hat seit 2004 wohl ein bisschen Staub angesetzt. Mit 220° C geht heute niemand mehr an sowas ran. Nach der Lektüre quer durch die Blogs entschließe ich mich, die gelesenen Zahlen großzügig aufzurunden und lege los. Der Plan sieht vor, das Fleisch anzubraten und danach in den 80° C warmen Ofen zu geben, bis es eine Kerntemperatur von 60° erreicht hat.

Doch das Kochen beginnt bereits am Freitag, auf dem Wochenmarkt. Die Wild- und Geflügelhändlerin hat eine angesäbelte Lammkeule von etwas mehr als 600 g  da liegen, die sie mir für glatte zehn Euro überlässt. Ich freue mich über das Schnäppchen ebenso wie über das gute Fleisch. Das Lamm stammt aus der Voreifel und zeichnet sich durch eindeutiges Aroma aus, ganz anders, als das weit verbreitete Neuseelandlamm, das für mein Empfinden praktisch geschmacksneutral ist.

Nachdem das Fleisch rundum gesalzen und angebraten ist, darf es sich schonmal an den warmen Ofen gewöhnen. Unterdessen reinige ich die Pfanne und brate darin Zwiebeln, Möhren und Knoblauch mit Salz, Rosmarin, Chili und Oregano an. Dann kommt ein Rest Kalbsfond, eine Büchse Tomaten und etwas Rotwein in die Pfanne und darf zusammen kurze Zeit kochen.


Danach lege ich das Fleisch zurück in die Pfanne, setze ein Thermometer in die dickste Stelle, jedoch nicht direkt an den Knochen. Und schon kann die komplette Pfanne wieder in den Ofen.

Eigentlich ist jetzt genügend Zeit, um die Beilagen vorzubereiten. Doch ich pflege lieber meinen Pessimismus: Das wird niemals etwas. Wie lange soll das denn dauern, bis die Temperatur auf 60° C steigt? Nach zwei oder drei Stunden, so genau weiß ich das wirklich nicht mehr, klettert das Thermometer auf 60° C. Zum Glück habe ich inzwischen doch etwas Sahnewirsing zubereitet.

Das Fleisch hebe ich aus der Pfanne und stelle es wieder zurück in die Wärme. Bei 80° kann eigentlich nicht viel damit passieren. Das ganze übrige Zeug aus der Pfanne gebe ich durch ein Sieb und lasse es ordentlich kochen, bis eine dicke Sauce entsteht. Diese würze ich mit Kreuzkümmel und schmecke sie mit Salz ab. Zum Schluss alles mit kalter Butter tunen.

Irgendwann zwischen Sauce und Foto muss man dann noch Zeit für das Kartoffelküchlein finden. Es besteht aus grob geraffelten rohen Kartoffeln, die leicht gesalzen und bei mittlerer Hitze in Erdnussöl knusprig gebraten werden.


Wenn Leute am Tisch sitzen, die derart rosiges Fleisch nicht mögen, dann kann man die abgeschnittenen Fleischstücke problemlos in der Sauce nachziehen lassen. Das Fleisch bleibt trotzdem sehr zart und saftig. Ich bereue nichts, ich würde es wieder so machen.


Wild und Geflügel Blatzheim 

Freitag, 28. Januar 2011

Sonnenfutter


Wenn hier schon versehentlich die Sonne rauskommt, dann hat sie ein wenig Unterstützung verdient. Das ungewohnt strahlende Winterwetter schreit förmlich nach Farbe und Frische.

Dazu passt dieser Wintersalat mit Riesengarnelen. Obendrauf liegen ein paar Riesengarnelen, mit Knoblauch und glatter Petersilie in Olivenöl und Butter gebraten.

Darunter ein bequemes Bett aus folgenden Zutaten:
  • Radicchio
  • Chiccorée
  • vollreife Mango
  • Hass Avocado
  • Rote Rettichsprossen
  • Kresse
  • Linsensprossen
  • Sonnenblumensprossen
  • Vinaigrette

Donnerstag, 27. Januar 2011

Stimmungskanonendessert



Kindheitserinnerungen mal wieder. Als ich noch klein war, gab es bei meiner Oma gelegentlich ein Dessert, das sie Weinsupp nannte. Es schmeckte nach Moselwein und war mit Sago gebunden. Als Kind mochte ich nicht nur den Geschmack, sondern auch die sonderbare Konsistenz der glibberigen Kügelchen.

Heute Mittag habe ich versucht, die Weinsuppe aus der Erinnerung nachzubauen. Doch ob es mir gelungen ist, kann ich gar nicht sagen. Pfälzer Riesling schmeckt halt ganz anders als Moselriesling. Und ich bin auch nicht sicher, ob dieser Nachtisch damals wirklich so eine hochprozentige Stimmungskanone war. So wie ich meine Oma in Erinnerung habe, hätte sie sicherlich nichts dagegen gehabt. Sie war auf einem Weingut aufgewachsen und pflegte ein recht unverkrampftes Verhältnis zum Alkohol. Aber nach einem winzigen Löffelchen musste ich heute Mittag bereits aufgeben. Die fürs Foto angerichtete Portion habe ich in den Kühlschrank verfrachtet, weil ich heute Nachmittag noch einen halbwegs klaren Kopf brauche.

Weinsuppe mit Schneeklösschen
2 Portionen

400 ml Riesling
50 ml Sago
3 - 4 El. Zucker
1 El. Zitronensaft

Zucker im Riesling auflösen und die Flüssigkeit zum Kochen bringen. Sago in den Wein rühren, kurz aufkochen lassen und danach auf der ausgeschalteten Herdplatte oder bei kleinster Hitze mit aufgelegtem Deckel mindestens 20 Minuten ausquellen lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Das Dessert ist fertig, wenn die Sagokügelchen nicht mehr weiß, sondern fast klar sind.

Für die Schneebällchen 1 Eiweiß mit 1 El. Vanillezucker steif schlagen. Dabei den Zucker erst einrieseln lassen, wenn der Eischnee schon fast steif ist. Mit zwei Teelöffeln kleine Nocken formen und in siedendes Wasser setzen. Den Topf vom Herd ziehen und die Klösschen mit aufgelegtem Deckel ein paar Minuten ziehen lassen.

Das übrig gebliebene Eigelb mit etwa 100 ml Sahne und 1 El. Zucker sowie 1 Tl. Vanilleextrakt bei niedriger Hitze zu einer geschmeidigen Vanillesoße rühren.

Alles abkühlen lassen und zusammen anrichten, aufessen und danach nicht mehr Auto fahren! - Prost!

Mittwoch, 26. Januar 2011

Gegen jede Kreativität ist ein Kraut gewachsen


Dass ich nicht besonders kreativ bin, ist schon klar. Ich denke zum Beispiel jeden Tag die selben Gedanken. Was gibt es zu Essen? Was könnte ich bloggen? Was ist noch im Kühlschrank? - Gestern lagen zwei Möhren in der Gemüseschublade, die dort nicht ewig bleiben sollten. Klein geschnitten, in Würfelchen, sah ich die beiden Karotten als sonnige Glanzlichter in meinem Sauerkraut. - Hübsch anzusehen und total kreativ, oder?

Denkste! Der pfiffige Schweizer war wieder schneller! Lamiacucina postet bereits im Morgengrauen, was mittags auf dem Teller landet. Der Hobbykoch aus Basel schießt quasi schneller als sein Schatten, während ich mein Mittagessen erst mittags koche und nachmittags blogge. So wird das nie etwas, mit der Kreativität.

Sauerkraut mit Möhren
1 dicke Zwiebel in neutralem Öl anschwitzen.
2 Möhren in Würfel schneiden und hinzufügen.
3 Knoblauchzehen hacken, 1 Tl. Kümmel mörsern, ein paar Pfefferkörner im Mörser zerstoßen und alles ganz kurz mitschwitzen.
Etwa 600 g rohes Sauerkraut in den Topf geben und bei starker Hitze ebenfalls kurz schwitzen lassen.
Mit einem kräftigen Weißwein (ich hatte einen Riesling aus der Pfalz vom Weingut Henninger) und Gemüsebrühe auffüllen. Einen Esslöffel Wacholderbeeren im Mörser anstoßen und zum Kraut geben.

Wenn Fleisch mit dem Kraut gegart werden soll, dann kann man es auf das Kraut legen und im geschlossenen Topf bei niedriger Hitze kochen lassen. Das Kraut ist meiner Ansicht nach schon nach ein paar Minuten fertig. Ich weiß aber, dass die meisten Leute es lieber mögen, wenn das Kraut richtig weich gekocht wird. Das dauert, je nach Geschmack, 30 bis 60 Minuten.

Bei mir gab es zum Möhrenkraut Kasseler, durchwachsenen Speck und Kartoffelpüree.

Sonntag, 23. Januar 2011

Der Hirsch aus der Pfanne


Ah, darauf habe ich mich gefreut! Seit ich einen größeren Vorrat an Kalbsfond angelegt hatte, dachte ich die ganze Zeit an dieses Essen: Hirschsteak mit dunkelbrauner Sauce, Rösti und Gemüse. Um es gleich vorweg zu sagen, ja, es war genau so wie es sein sollte. Ein großes Vergnügen!

Die beste Möglichkeit, frisches, heimisches Wildfleisch zu bekommen, bietet sich für mich freitags, auf dem Wochenmarkt. Weil das aber auch der Stichtag für so viele andere Leckereien ist, musste der Hirsch nun einem Weile warten. Dieser hier stammte übrigens aus Blankenheim in der Eifel.

Im rohen Zustand ist das Fleisch ganz dunkelrot und weist keinerlei sichtbares Fett auf. Bei mir verursachte der Anblick leise Zweifel, ob es mir gelingen würde, dieses zarte Fleisch optimal zu braten. Und auch da muss ich die Antwort gleich vorweg geben: Es ist absolut perfekt gelungen und ich bin jetzt noch ganz begeistert!

Die Steaks habe ich in einer gusseisernen Pfanne auf einem dünnen Film Olivenöl und etwas Salz scharf angebraten. Danach durften das Fleisch bei 80° C in den Backofen, während ich die Sauce bereitete: Fein geschnittene Zwiebeln in der Pfanne anbraten, Kalbsfond und Rotwein hinzufügen und einkochen lassen. Zwischendurch mit Salz würzen, am Schluss mit Rübenkraut abrunden und mit Butter aufmontieren.

Bei meinen beiden Steaks von etwa 125 g wusste ich nicht genau, wie lange sie brauchen würden. Als die Sauce fertig war, habe ich das Fleisch noch ein wenig darin ziehen lassen, bis es sich auf Fingerdruck richtig anfühlte. Das Ergebnis fand ich großartig, denn die Stücke waren innen eher rot als rosa (etwas dunkler, als es auf dem Foto scheint) und dabei trotzdem schön zart.


Dazu gab es gemischtes Gemüse aus Brokkoli, Lauch und Möhren. Und natürlich Rösti! Schließlich habe ich gestern den Schweizertest bestanden, den Zorra bei FB verlinkt hatte. Da darf man sich an solche Nationalheiligtümer auch schon mal heranwagen, selbst, wenn sie den Nachbarn gehören. Dieses Rösti besteht jedenfalls aus gekochen Kartoffeln, die in Späne gerieben und in Erdnussöl in einer beschichteten Pfanne gebraten wurden.

Freitag, 21. Januar 2011

Vor dem Putzen


Jaja, erst faulenzen und hinterher alles entschuldigen... das haben wir gern! Eigentlich war gestern abend noch der Küchenboden fällig. Statt aber alles schön sauber zu putzen, habe ich lustig am Telefon geplaudert und bin danach schlafen gegangen.

Heute stellt sich dann heraus, wozu es gut war. Der Fischholländer hat frische Wolfsbarsche mitgebracht, die unschlagbar lecker aussehen. Doch diese Gesellen müssen leider auch noch geputzt werden, und das bedeutet bei meiner überragenden Technik, dass hinterher die ganze Küche mit Schuppen tapeziert ist. So gesehen, wäre es also völlig sinnlos gewesen, vorher den Wischmopp zu schwingen.

Bevor ich mich an den Fisch mache, putze ich erst Möhren und Lauch. Die Möhren schneide ich in Stifte und den Lauch in feine Streifen. Dann filettiere ich den Fisch, würze die Filets mit Salz und wende sie in Mehl.

In einer beschichteten Pfanne schäume ich Butter mit Olivenöl auf und brate den Fisch auf der Hautseite an. Sobald das Filet an den Rändern beginnt zu garen, wende ich es kurz in der Pfanne und nehme es dann heraus, um es bis zum Servieren warm zu halten.

Das Gemüse kommt dann in die frei gewordene Pfanne und wird richtig heiß angebraten. Mit etwas Gemüsebrühe und Pastis ablöschen, ein bisschen Butter drunterziehen und als Gemüsebett auf einen Teller geben. Den Wolfsbarsch darauf betten und mit Kartoffelspalten aus dem Ofen servieren.

Dazu gab es eine Art gebackenen Quark mit Petersilienöl. Das Rezept folgt, sobald ich es ausgetüftelt habe. Bisher schmeckt das Zeug leider noch nicht so wie ich es mir vorstelle.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Bauchwärmer für Sichtvegetarier


Diese herzhafte Suppe könnte ich glatt als Vegetarisch verkaufen. Niemand würde auch nur das winzigste Fitzelchen Fleisch darin entdecken. Nur hundertprozentig fleischfreies Gemüse schwimmt im Topf, wie Breitlauch, Brokkoli, Möhren und Kartoffeln. Dazu kommen noch ein paar Grünkernkörner, für den kräftigen Geschmack, sowie ein paar weiße Bohnen und ein Schlückchen Sahne, damit das Süppchen auch satt macht.

Soweit also alles ganz Vegetarisch, wenn da nur nicht die Brühe wäre. Mit selbstgemachtem Hühnerfond fängt die Suppenkocherei nämlich an. Erst ein paar Zwiebeln und etwas Knoblauch mit gemörsertem Kümmel anschwitzen, und dann mit guter Suppe aufgießen. Das ist die Basis. Darin badet alles an Gemüse, was ein kalter Wintertag hergab. Natürlich geht das ebenso gut mit einer würzigen Gemüsebrühe.

Montag, 17. Januar 2011

Heißhunger


Die reine Gier trieb mich kurz vor Mittag aus dem Haus. Das ganze Wochenende hatte ich mit viel zuviel Süßkram zugebracht. Seit spätestens Sonntagnachmittag war der Heißhunger auf etwas Deftiges ziemlich dringend. Die verlockendste Aussicht schien ein Kessel voll Gulasch, aber leider hatte ich dafür gar nicht eingekauft.

Am Ende blieb dann keine Zeit mehr für Geschmortes. Daher mal wieder ein Schnellschuss, -schnell gekauft und schnell gekocht. Rumpsteak, rückwärts gegart, auf Paprika-Kartoffelpüree. Für das Bettchen wurden rote und grüne Paprika mit Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl angebraten und mit geschnittenen Tomaten vermischt. Nach dem Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel alles locker unter eine Portion Kartoffelpüree ziehen. Dazu ein leckeres Sößchen aus Bratensatz, Kalbsfond, Rotwein und einem winzigen (immer rein mit dem Zeug!) Klecks Butter.

Danach kann man dann wieder etwas Süßes vertragen.

Sonntag, 16. Januar 2011

Sonntagsfrühstückswaffeln


Hat man erstmal Waffeln im Tiefkühler, dann kann man sich glücklich schätzen. Denn man braucht nichts weiter zu machen, als morgens einfach aufzustehen, und mit ein paar Handgriffen ist das Frühstück fertig. Feinen Darjeeling aufgießen, Waffeln in den Toaster, bisschen Puderzucker drauf, eventuell ein paar Früchte dazu. - Et voila! Wenn jetzt noch die Sonne dazu scheint, dann ist das wie an einem Sonntag. - Is' klar, sonntags scheint schließlich immer die Sonne, oder?


Bei den kleinen Kugeln handelt es sich übrigens um eingemachte Mirabellen, die meine Eltern mir irgendwann mal aus Frankreich mitgebracht haben. Zu meiner großen Überraschung stellte ich beim Öffnen des Glases fest, dass sie nicht in Flüssigkeit schwimmen, sondern in Gelee liegen. Die Früchte duften herrlich, schwächeln dafür aber etwas im Geschmack.

Freitag, 14. Januar 2011

Pasta #37 und gute Vorsätze

Blog-Event LXIII - Gute Vorsätze für das Neue Jahr (Einsendeschluss 15. Januar 2011)

Gute Vorsätze? - Ja, hatte ich auch schon. Aber das ist lange her. Geklappt hat eigentlich nie etwas. Jedenfalls nicht, wenn ich es mir ausdrücklich vorgenommen hatte. Selbst mit dem Rauchen habe ich irgendwann zwischendurch aufgehört, ohne besonderen Anlass. Das ist lange her und ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wie lange eigentlich.

Als das vergangene Jahr zuende ging, habe ich nachgedacht. Es hatte nicht mit guten Vorsätzen begonnen. Trotzdem hatte sich im Laufe des Jahres mein größter Herzenswunsch erfüllt. Dieser Wunsch war kein Anliegen, kein Projekt, kein Vorhaben, das ich anvisiert, geplant und erträumt hätte. Es war schlicht und ergreifend ein Wunsch, der in meinem Innersten einfach ohne mein Zutun vorhanden war. Dass er sich erfüllen würde, hielt ich für nicht sehr wahrscheinlich. Unvernünftig und albern war es zudem. Heute denke ich, dass ich mir besser etwas Größeres und etwas Vernünftigeres gewünscht hätte, wie einen Sack voll Geld, eine Kitchen Aid oder ein neues Fahrrad.

Kluge Wünsche wären für die Jahresbilanz also zweifellos besser, falls sie sich erfüllten. Die Frage ist nur, ob das mit solchen Vernunftprojekten ebenso gelingt, wie mit wahren Herzenswünschen.

Während ich mir für alle Bereiche meines Lebens viele gute Vorsätze vorstellen könnte, die ich dann sowieso nicht hinkriege, verhält es sich beim Thema Essen ganz anders. Ich esse jeden Tag, was mir schmeckt. Wer mich kennt, weiß, dass ich alles mit großer Leidenschaft esse. - Was soll ich daran also ändern?

Meistens denke ich, dass ich etwas hübscher und sorgfältiger kochen könnte, damit ich bessere Sachen in meinem Blog zeigen könnte. Dass ich meine Texte nicht immer zwischen Tür und Angel in die Tastatur haue. Dass ich mal den ganzen Kram fürs Foto ordentlich aufbauen und für vernünftiges Licht sorgen könnte.

Aber, seien wir ehrlich, das wird wahscheinlich nicht passieren. Hier gibt es weiterhin Pastasciutta, manchmal auch mit einer Riesengarnele obendrauf, so wie heute Mittag. Ihr seht hier, was ich jeden Tag auf dem Tisch habe, nicht mehr und nicht weniger. Ich freue mich aber sehr, wenn Ihr trotzdem dabei bleibt!


Capellini in Currycreme mit Lauch, Tomaten und Riesengarnelen
Die Pasta in Salzwasser kochen.
Während der Kochzeit das Gemüse für die Sauce putzen und kleinschneiden: Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Tomaten.
Riesengarnelen (in diesem Fall aufgetaut, mit Schale und ohne Darm) in heißem Olivenöl anbraten und aus der Pfanne nehmen. Zwiebeln mit etwas Butter in die Pfanne geben und glasig braten. Mit Salz würzen und mit Madras Curry bestäuben. Knoblauch und Lauch hinzufügen, kurz schwitzen lassen und Sahne sowie etwas Gemüsebrühe in die Pfanne gießen. Kurz köcheln lassen, bis der Lauch gar ist. Riesengarnelen und Tomatenstückchen in die Sauce geben und heiß werden lassen. Mit Salz und Zitronenpfeffer abschmecken.
Pasta abgießen und mit der Sauße mischen.

Beinahe vergessen: Das Blog Event "Gute Vorsätze" findet bei Zorras Kochtopf statt und wird von Juliane von Schöner Tag noch! betreut. Vielen Dank dafür!!!

Hier ist die Zusammenfassung des Blog Events mit allen Teilnehmern.

Wie jeden Freitag

Wenn ich mal nicht hingehe, findet der Wochenmarkt trotzdem statt:
Markttag in Frechen (Kölner Stadt-Anzeiger). Ist doch auch schön.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Feinripp aus dem Suppentopf

 
Grünkern klingt immer blöd, denn der Name ist irgendwie unsexy. Wer die achtziger und neunziger Jahre in Deutschland erlebt hat, kann sich von gewissen Gedanken nicht ganz frei machen. Körnerkost, spaßbefreite Vollkornmissionare, Grünkernbratling statt Frikadelle. Ungerecht daran ist, dass Grünkern wirklich gut schmeckt. Das unreif geerntete Dinkelkorn macht satt und stellt selbst eingefleischte Grünzeugächter zufrieden. Allein aufgrund seines Images bleibt Grünkern der Feinrippschlüpfer unter den Getreidesorten.

Grünkerngemüseeintopf (für etwa 2 l )
1 Zwiebel und 1 große Möhre in Olivenöl anschwitzen.
250 g Grünkern (oder Grünkernschrot), eine gehackte Knoblauchzehe und etwas Chili kurz mitschwitzen und mit 1,5 bis 2 l Gemüsebrühe aufgießen.
Die Suppe etwa 30 Minuten (bei Schrot etwas kürzer) auf niedrigster Stufe kochen lassen.

1 Stange Lauch in ganz kleine Stückchen schneiden.
Sobald der Grünkern weich gekocht ist, die Suppe mit einem Mixstab nicht ganz fein pürieren. Den klein geschnittenen Lauch sowie 100 ml. Sahne hinzufügen und die Suppe weitere 10 Minuten kochen.
Abschmecken mit Meeralz, Zitronenpfeffer und Muskat.

Eventuell dickt die Suppe nach dem Pürieren zu stark an. In diesem Fall einfach etwas mehr Gemüsebrühe oder Sahne nehmen.

Montag, 10. Januar 2011

So viele schöne Food Blogs


Das fängt schonmal gut an. Gleich zu Beginn des neuen Bloggerjahres verleihen die Kochbanausen mir einen Award. Und was für einen! Die Idee ist nämlich klasse. Auch kleine, unbekannte Blogs wie meiner bekommen damit etwas mehr Aufmerksamkeit. Ich vermute also, dass Sabine und Stefan gar keine richtigen Banausen sind, sondern eigentlich sehr nette und sympathische Blogger. Vielen Dank für diesen Award und die damit verbundene Ehre!

Da es noch ganz viele andere Food Blogs gibt, die ich täglich lese, weil sie Spaß machen und mich immer wieder begeistern, gebe ich den Award gerne weiter.

Und zwar an:







Am liebsten würde ich den Award an viele weitere Blogs vergeben, aber das geht nicht. Die Spielregeln sehen nämlich so aus:

“Dir wurde der Award verliehen und du möchtest ihn gerne weitergeben?
Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postest und die Anleitung reinkopierst (= der Text den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat und sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimmst und ihr den Link deines Award Posts da lassen.
Danach überlegst du dir 3 – 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst und die Besitzer jeweils per Kommentarfunktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.
Liebe Bloggergemeinde: Das Ziel dieser Aktion ist, weniger bekannte, gute Blogs an’s Licht zu bringen. Deswegen würde ich euch bitten keine Blogs zu Posten, die ohnehin schon täglich 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger und Leute, die zwar schon ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.”

Freitag, 7. Januar 2011

Ferienabschluss


Die blitzsaubere Küche steht in einer warmen Bündner Gaststube, blankes Edelstahl fügt sich in holzgetäfelte Gemütlichkeit. Gut gelaunte Gäste, die voller Vorfreude warten und kleine Brote aus Tontöpfchen mit frisch geschlagener Kräuterbutter verzehren. Die freundliche Serviertochter bringt ein paar Scheiben gefüllte Kalbsbrust, die fast schon als komplette Mahlzeit durchgehen. Das dünn geschnittene Fleisch schmeckt aber so unwiderstehlich frisch, dass jede Vernunft besser gleich über Bord geht. Zum Amuse gueule gibt es Rosé mit Holunderblütensirup und Wasser, frisch vom Brunnen vor der Tür.

Manch ein Koch träumt davon, in solch einem Szenario seine Gäste zu bewirten. Die Küche so offen, wie es überhaupt nur geht, enger Kontakt, herzliche Gastlichkeit, einfach nur kochen, was einem selber schmeckt. So bereitet man Speisen für Leute, die gerne essen. - Obwohl ich den Reiz solcher Träume gut verstehen kann, träume ich seit heute etwas anderes: Beat Reinmann steht am Herd und kocht das, was er gerade kocht. Mir ist egal was es ist, es wird schon schmecken.

Die Ustria Casa Da Luzi hat mich vom ersten Augenblick an überzeugt. Als ich den sympathischen Gastgeber durch seine Küche schreiten sehe, ist mir instinktiv klar, dass hier nur Gutes wartet. Die Speisekarte trägt der Meister mündlich vor und ich glaube ihm jedes Wort. Hier kocht einer, der mit Liebe bei der Sache ist.

 

Den Wein suchen wir selber aus. Im Felsenkeller lagern Rotweine, die von den Gästen geöffnet werden.


Für mich gibt es Entenleber mit Salat.


Pastetli mit Kalbfleisch. - Nein, nicht auch noch für mich!


Lammentrecote aus dem Val Lumnezia. Der Hirschbraten aus eigener Jagd fiel leider meiner Gier zum Opfer. Für's Foto zu spät.


Beilagen für alle, mitten auf dem Tisch. Möhren und gebratene Pizokels.


Das beste Risotto, das ich je gegessen habe. - Echt!


Nachtisch war nicht lebensnotwendig aber köstlich: Vanilleglace mit hausgemachtem Anisschnaps.

Als wir uns nach dem Mittagsmahl zufrieden zurücklehnen, duftet es schon wieder so verführerisch aus der Küchenecke, dass der Sättigungszustand kurz verfliegt. - Verdammt nochmal, da will wohl jemand bezwecken, dass wir noch einmal wiederkommen!

Ustria Casa Da Luzi
Beat Reinmann

CH-7115 Surcasti
www.casa-da-luzi.ch

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