Montag, 21. November 2011

Nochmal ganz von Anfang an



Früher dachte ich, dass mir das Geling-Gen für Klöße aller Art fehlt. Damit meine ich die Summe an Erfahrungen, die man braucht, um ein Gefühl dafür zu entwickeln. Wenn man mit Knödeln und Klößen aufwächst, dann weiß man wie sie schmecken müssen und vermutlich auch wie sie gemacht werden. - So dachte ich. Menschen mit entspechendem Erbgut wähnte ich jenseits des Weißwurstäquators und in den östlichen Bundesländern. Für eine kleine Rheinländerin wäre die Knödelei viel zu schwierig, nahm ich an. Und überhaupt passen ins Rheinland doch eher Fritten! Ganz analog dazu waren meine Vorurteile zum Thema Gnocchi gelagert. Das können doch höchstens italienische Nonnas, sowas Schwieriges! 

Obwohl ich lange Zeit großen Abstand von den Knödeln hielt, war es mir bereits vor zwanzig Jahren einmal gelungen, recht ordentliche Gnocchi herzustellen. Weil die Zubereitung ja so wahnsinnig schwierig sein sollte, nahm ich seither an, dass ein sagenhafter Zufall damals für das spielerische Gelingen verantwortlich war. Eine andere Erklärung konnte es kaum geben.

An Halbseidene und Gekochte Klöße hatte ich mich bereits mit Schuhbecks Hilfe rangetraut. Auch sein Rezept für Serviettenknödel hatte sich als idiotensicher herausgestellt. Warum sollte ich also nicht noch einmal mein Glück versuchen? Vielleicht sogar ohne Schuhbeck?

Vor ein paar Wochen packte mich also der Übermut und ich rollte flugs ein paar kleine Kartoffelklößchen zusammen, aus Resten von Kartoffelpüree. - Unfassbar einfach und sensationell gut! Sollte das schon wieder ein Zufallstreffer sein? Nein, Little Jamie machte quasi zeitgleich eine ganz ähnliche Erfahrung. Spätestens jetzt war klar, dass ich all die Jahre einem Irrtum aufgesessen war.

Heute Mittag dann nochmal Gnocchi, ganz von Anfang an, ohne Reste vom Pü. Ich schreib's hier auf, damit ich es nicht wieder vergesse: Es geht ganz leicht und es schmeckt super.

Gnocchi

500 g mehligkochende Kartoffeln in Salzwasser kochen, etwas abkühlen lassen und dann pellen.
Kartoffeln durch eine Presse drücken oder stampfen.
Etwas Butter, Sahne, Salz und Muskat hinzufügen.
Kartoffelbrei mit 150 g Instantmehl  + 1 Ei zu einem lockeren Teig kneten.
Den Teig zu 2 cm dünnen Strängen rollen und in kleine Stücke schneiden.
Die Teigstücke über die Zinken einer Gabel rollen und portionsweise in einem großen Topf mit Salzwasser gar ziehen lassen.
Die gekochten Gnocchi in einer Schüssel mit kaltem Wasser abschrecken.

Zum Servieren können die Gnocchi in heißem Salzwasser erhitzt werden. Oder man brät sie langsam, bei schwacher Hitze, in Butter an.

Bei mir gabs dazu heute Mittag Ragù Bolognese.

6 Kommentare:

Ti saluto Ticino hat gesagt…

Offensichtlich hast Du die "Knödelei" jetzt absolut drauf, Kompliment. Es sieht köstlich aus. Jetzt könntest Du es ja auch mal mit etwas Super-Leichtem probieren. Kennst Du schon die Ricotta-Gnochi von Nicki von delicious days? Schau mal hier:

http://tisalutoticino.blogspot.com/2011/05/meine-ferienkuche-blitzschnelle-ricotta.html

nata hat gesagt…

@Ti saluto Ticino: Danke! Auch, dass Du mich an die Ricottagnocchi erinnerst. Die will ich doch schon ewig nachkochen, vergesse es aber ständig wieder...

Freundin des guten Geschmacks hat gesagt…

Das es so einfach geht finde ich toll. Ich nehme immer den schwereren Weg und deshalb gibt es sie selten.

Lemon hat gesagt…

Gute Idee, mal wieder Gnocchi selbst zu machen. Gnocchi können sooo lecker sein wenn sie frisch sind, danke für die Anregung und das Rezept.

pimpimella hat gesagt…

NNNjjjjocki. Fein. Hatte ich schon desaströse Erfahrungen mit Matsch im Topf.

nata hat gesagt…

@Freundin: Na ja, dies ist ja schon der vergleichsweise schwere Weg. Bei mir gibt es die kleinen Knödelchen jetzt wohl öfter.

@Lemon: Danke! Ich musste es aufschreiben, damit ich es nicht wieder vergesse ;o)

@pimpinella: Echt? Solche Berichte haben mich wohl bisher in die Irre geführt. Vielleicht muss man darauf achten, dass man wirklich mehlig kochende Kartoffeln hat? Aber letztlich kann ich auch nicht sagen, woran es liegt.

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