Dienstag, 23. August 2011

Wie man aggressive Säure neutralisiert und Spitzenköche für sich arbeiten lässt



Einen Tag mit Staatl. Fachingen hatte ich mir schon immer so ausgemalt. - Offenbar wird in Köln sogar das Heilwasser heiter.


Da stehe ich also mit einem Glas Roederer in der Hand und blicke in die Runde, die hauptsächlich aus Bloggern besteht. Neben mir steht Frank Buchholz und klärt schonmal die wichtigsten Fragen: Am Champagner wird nicht bloß genippt, und in einem Glas sind soundso viele kleine Bläschen drin. Hintereinander gelegt ergeben die Gasperlen eine Strecke von weißichnichtwas. Frank hat sie wahrscheinlich mal gezählt, als er gerade Zeit hatte. Ich kann mir schon nüchtern keine Zahlen merken, also runter mit der dicken Brause! Dafür hätten sie bei mir keine Reklame machen müssen. Um uns herum wandelt ein Kamerateam, und ich bin wirklich froh, dass wir alle so unwahrscheinlich gut aussehen.

Foto: Juliane Haller / http://schoenertagnoch.blogspot.com

Jetzt trinken wir aber nur noch Heilwasser, oder? - Für mich dürfen es gerne ein paar Gläser sein, sowieso, und an diesem schwül-warmen Sonntag erst recht. Frank Buchholz mahnt, wir seien zum Arbeiten angeheuert und er selbst würde höchstens mal korrigierend eingreifen.

Tatsächlich hat der Meister mit seinem Küchenchef Sebastian Kreicarek mächtig vorgelegt. Mit Kisten voller Lebensmitteln und Küchengeräten sind die Köche an diesem Morgen aus Mainz angereist. Frische Ware, wie Frank Bucholz sie auch in seinem Restaurant verwendet, liegt in dieser riesigen Küche der Malzfabrik bereit. Die Nudelwalze wurde bereits an der Arbeitsplatte montiert. Mehl, Grieß und Mascarpone stehen dort, wo später Ravioli hergestellt werden. Die Anzeige des Niedertemperaturgarers springt zwischen 59,5°C und 60°C hin und her. Auf der Arbeitsfläche thront ein ganzer Lammrücken, beeindruckend schön, mit Fett durchsetzt, und Frank wird ihm später sogar noch an die Nieren gehen.



So richtig in Arbeit ausarten will die ganze Sache aber nicht, trotz mahnender Worte von Frank. Dauernd schenkt jemand teuflisch guten Wein in mein Glas und jeder hat etwas verflixt Interessantes zu erzählen. So ist das halt, wenn man Blogger einlädt. Bereits am Samstag habe ich Juliane kennen gelernt und bin mit ihr durch Köln spaziert. Am Abend waren auch noch Barbara und Zorra hinzu gekommen, und am Sonntag sind wir nun alle gemeinsam hier, ebenso wie Peter und Marie. Für die Firma Fachingen plaudert Marketing Manager Heiner Wolters mit uns, der ganz offensichtlich großen Spaß hat.

Aber wir sind doch zum Arbeiten hier! Die Sache mit dem Nudelteig kann ich gerade noch verhindern, denn wenn ich schon unter Alkoholeinfluss arbeite, dann doch wenigstens mit scharfen Messern. So lande ich erst einmal bei den Artischocken. Das Distelgemüse wird entblättert, entstrüppt und schließlich in feine Würfel geschnitten. Nachher wird daraus eine leckere Kruste für den Lammrücken. Die richtige Arbeit macht natürlich Sebastian.



Zwischendurch kommt Christiane Schröder zu Wort. Die Apothekerin hat mit mir gemeinsam Artischocken massakriert und demonstriert nun mit Hilfe von Salzsäure, was das Heilwasser kann. Noch viel besser als Mineralwasser ist Staatl. Fachingen in der Lage, aggressive Säure zu neutralisieren, weil so viel Hydrogencarbonat enthalten ist. Heiner Wolters nimmt sogar einen Schluck aus dem Glas, das Christiane zuvor mit Salzsäure aus einer Pipette geimpft hat. Die gleiche Konzentration von Salzsäure in Mineralwasser hält die Expertin hingegen nicht für trinkbar. - Na gut, da bin ich schon überzeugt.



Zum Thema Säure-Basen-Kost vernehme ich an diesem Tag wenig Theoretisches, und das halte ich auch für ganz gut so. In der Praxis passt für mich sowieso alles. Das herrliche Essen mit frischen Kräutern, knackigem Gemüse und ehrlichem Fleisch, ebenso wie das Heilwasser von der Lahn. Das meiste davon hatte bisher schon einen Platz in meinem Leben, und das Heilwasser ist mir tatsächlich sehr sympathisch geworden.

Nachdem nun alle irgendwie ein bisschen am Kochen beteiligt waren, sorgen Frank und Sebastian dafür, dass sich die Teller füllen. Hungrig mache ich mich über die Vorspeise her: Frischkäse-Ravioli mit Oliven-Tomaten Vinaigrette und Wildkräutersalat. Ich bin total begeistert!


Aber, halt! Das muss vorher auch noch sein:
Wenn Du es nicht fotografiert hast, kannst Du es nicht essen!


Zum Hauptgang gibt es niedergegartes Lamm unter Artischockenkruste mit kleinen Gemüsen. Der Lammrücken ruht auf einem Bettchen aus schwarzem Risotto. Wahnsinnig lecker!


Der schwarze Reis trägt den Namen der Venus (ital. Venere) und kommt aus dem Piemont. Frank hat ihn im Schnellkochtopf zu einem abenteuerlich schwarzen Risotto gekocht, ganz so, wie es die Göttin persönlich getan hätte. Der Reis bleibt schön körnig und nussig, zergeht dabei trotzdem auf der Zunge.

Während ich die Bilder betrachte, merke ich, wie gut alles zusammenpasst. Julius Cäsar und Augustus, dessen Abkömmlinge diese Stadt am Rhein gegründet haben, waren glühende Verehrer der römischen Liebesgöttin, und ich bin es jetzt auch. - Ihr Reis ist jedenfalls die reine Lebensfreude.



Zwei Tage später bin ich immer noch ganz hin und weg von diesem herrlichen Tag mit wunderbaren Menschen. Ich bin sehr froh, dass ich viel Zeit mit großartigen Bloggern verbringen durfte. Darüber hinaus war es eine echte Freude, Frank Buchholz kennen zu lernen. Der Koch ist sympathisch, frech und geradlinig, ganz auf die Ruhrpottart, so wie ich es mag. Nicht weniger sympathisch fand ich auch seinen Küchenchef Sebastian Kreicarek, dessen Unterarme einen gewissen Herrn P. ganz schön alt aussehen lassen. 

Ein besonderer Gruß geht an Judith Max, den guten Geist, der uns so freundlich umsorgt hat, bis ein kleines Missgeschick passierte. - Gute Genesung!


Ich bedanke mich ganz herzlich bei Heiner Wolters von Staatl. Fachingen und bei den fleißigen PR Arbeiterinnen von Ketchum Pleon, Sabine Lorenz und Nadine Vehoff. Sie haben uns an diesem Tag alle zusammengebracht und wirklich ganz hervorragende Arbeit geleistet. Es war schön, Euch kennen zu lernen! - DANKE!


Sobald Berichte von weiteren Bloggern veröffentlich werden, sind diese hier verlinkt!


17 Kommentare:

Geniesser hat gesagt…

Vielleicht hätte ich doch nicht gleich nach Hause fahren sollen. Ich habe gehört, du hast noch eine Stadtführung mit den Frauen gemacht.

nata hat gesagt…

@Peter: Nee, das war nur ein gemütlicher Spaziergang. Aber wir hätten Dich trotzdem gerne dabei gehabt!

sammelhamster hat gesagt…

Das glaub' ich gern, dass du jetzt Mineralwasserfan bist :-))
Ihr habt echt super Sachen gekocht, sieht lecker aus.

nata hat gesagt…

@sammelhamster: Ich bin schon immer ein sagenhafter Vernichter von Mineralwasser, aber Heilwasser ist nochmal was ganz Spezielles. Seit Sonntag mag ich es schon wesentlich lieber.

ostwestwind hat gesagt…

Klingt nach einer schönen Veranstaltung.

nata hat gesagt…

@Ulrike: Das war tatsächlich eine sehr schöne Sache.

Freundin des guten Geschmacks hat gesagt…

Schöner Bericht und tolle Fotos. Hätte mir auch Spaß gemacht.

zorra hat gesagt…

Es geht mir wie dir. Ich bin auch noch am Schwelgen, und das nicht nur weil ich gerade die Fotos sichte. War schön dich kennenzulernen und danke nochmals, dass du dir die Zeit für uns genommen hast uns durch Köln zu führen. So eine exklusive Tour ist nicht selbstverständlich.

Juliane hat gesagt…

Ein sehr schöner Bericht! Ob wir wirklich alle so gut aussahen, wird sich ja zeigen, wenn das Video fertig ist, ich habe bei mir da leichte Zweifel, ob das mit einer Fernsehkarriere noch was wird ;-))

Es war toll, Dich kennenzulernen! Hat mich sehr gefreut. Ein rundum gelungenes Wochenende, an das ich mich gerne erinnern werde.

Viele Grüße und schöner Tag noch,
Juliane

nata hat gesagt…

@Freundin: Vielen Dank! Ich hoffe auch noch auf die Veranstaltung, bei der wir uns mal kennen lernen!

@Zorra: Doch, doch, doch, das ist alles ganz selbstverständlich. Wenn gute Leute kommen, dann führt man sie ein bisschen rum und zeigt ihnen die Heimat. Ich habe mich schließlich wie jeck gefreut, Dich endlich mal zu treffen.

@Juliane: Wenn der Film erst in den Kinos ist, hast Du keine Zweifel mehr. - Es war supertoll mit Dir!

Suse hat gesagt…

Ui, da hatten ihr ja eine tolle Veranstaltung.
Sach Bescheid, wenn man euhc im Fernsehen bewundern kann, dann tu ich was für die Einschaltquoten :o)))

Dzoli hat gesagt…

Was ein schoener Tag dies war.:) Hoffe Du hast manche gute Rezepte mit nach Hause genommen:)

Christina hat gesagt…

Tolle Berichte von euch allen, das hört sich wirklich nach einer gelungenen Veranstaltung an. Meine Tante meint ja, dass sie das Verschwinden ihres Sodbrennens tatsächlich nur diesem Wässerchen zu verdanken hat... Könnte dann wohl was dran sein, zumindest als unterstützende Komponente. :-)

utecht hat gesagt…

Hatte schon bei Peter davon gelesen - kochst Du Deine Pasta nun nur noch mit Heilwasser?

Täglich Freude am Kochen hat gesagt…

Ist nett euch einmal alle auf Fotos zu sehen, die man nicht kennt! Wäre sicher toll bei so einem Event dabei zu sein. Buchholz kenne ich nur, weil er Werbung für Fissler macht.

nata hat gesagt…

@Suse: Fernsehen? - Noch viel besser: Internet!

@Dzoli: Die Rezepte sind alle verlinkt, am Ende des Beitrags. Sie sind es auch alle wert, nachgekocht zu werden.

@Christina: Wenn das Wasser sogar Salzsäure neutralisiert, dann muss es eine Wirkung haben. Wasser zu trinken, kann wahrscheinlich sowieso nicht schaden.

@Utecht: Ich koche natürlich alles nur noch in Heilwasser!

nata hat gesagt…

@Magdi: Die meisten Leute kennen Buchholz eigentlich, weil er vor vielen Jahren mal beim Kochduell auf Vox mitgemacht hat, damals noch mit Britta von Lojewski. Mittlerweile macht er, seiner eigenen Aussage nach, nicht mehr so viel Fernsehen. Wenn ein Koch für Töpfe und Pfannen Werbung macht, dann finde ich das sehr passend. - Besser als für Fertigmampf ;o)

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