Samstag, 20. November 2010

Oh, wie süß!


Dafür braucht man einen großartigen Koch. Wenn man abends, ganz nebenbei, zwischen Telefon und einer Folge Castle, ein paar Karamellbonbons kochen will, dann nur auf diese Art. Das Rezept stammt von Andreas Caminada, immerhin Koch des Jahres im Gault Millau 2010 und 2009.

Caminada ist der Star unter den Schweizer Köchen, nicht nur wegen seiner erstklassigen Bewertung mit 19 Punkten. Dass mehr dahinter steckt, als nur die reine Kochkunst, ahnt der Googlenutzer, wenn die Suchmaschine gleich das Schlagwort "Freundin" anbietet, sobald man "Caminada" eintippt. - Aha, der erfolgreiche Bündner sieht also auch ganz lecker aus!

Ich tröste mich derweil mit Zuckerzeug, nach diesem Rezept. Ich habe die Hälfte der angegebenen Mengen verwendet und zusätzlich ein bisschen Vanilleessenz hineingegeben. Das sieht dann so aus:

75 g Süßrahmbutter
250 g Sahne
375 g Zucker
110 g Traubenzucker
1/2 Tl. Fleur de Sel
1 Tl. Vanilleessenz

Eine quadratische Form (20 x 20 cm) mit Backpapier auslegen. Alle Zutaten zusammen in einem großen Topf zum Kochen bringen. Sobald die Zuckermasse 120° C erreicht, wird sie hellbraun und kann auf das Pergamentpapier gegossen werden. Das heiße Zuckerzeug vollständig abkühlen lassen und dann in Stücke schneiden. Das geht sehr gut mit einem Messer, dessen Klinge immer wieder in Öl getaucht wird.

Wenn man den richtigen Zeitpunkt verpasst, um den Zucker vom Herd zu nehmen, dann wird die Masse sehr schnell dunkel und härtet nach dem Abkühlen vollständig aus. Sie lässt sich dann nicht mehr schneiden.

Während des Abkühlens lässt sich die Zeit sinnvoll nutzen, um Wachspapier zurecht zu schneiden. Das ist die ideale Verpackung für klebrige Karamellbonbons. Der Tipp stammt von Nicole Stich, nachzulesen bei Küchengötter.

Die Bonbondose aus Keramik stammt aus der Werkstatt von Hedwig Bollhagen. Ich liebe das Design der Keramikkünstlerin. Sie verstarb 2001 nach einem langen und äußerst produktiven Leben. In ihrer Jugend verbrachte sie kurze Zeit in meiner Heimatstadt Frechen, wo sie in der Werkstatt von Toni Ooms im Steinzeugwerk Kalscheuer & Cie. arbeitete.

Mittwoch, 17. November 2010

Oh, es ist ein Fresspaket!

Rosa Kekse! Evi hat mir tatsächlich rosa Kekse gebacken! Mexikanische Polvorones in Rosa!


Sowas Großartiges! Wer hätte gedacht, dass Wichteln so viel Spaß macht? - Also, ich hätte niemals damit gerechnet. Obwohl man eigentlich gar nicht von Wichtelei sprechen darf, denn in Wahrheit handelt es sich um das hier:


DFssgF! Die Abkürzung steht für Deutsche Foodblogger schicken sich gegenseitig Fresspakete.Diese wunderbare Aktion hat Rosa von Schnuppensuppe erdacht. Die Urheberin nimmt natürlich ebenfalls teil und betreut uns ganz liebevoll, indem sie zum Beispiel die Adresse auslost, an die man sein Fresspaket senden darf. Inzwischen meistert Rosa wohl alles ganz routiniert, denn beim aktuellen Fresspaktetausch handelt es sich bereits um die sechste Runde.

Für mich war es das erste Mal, dass ich überhaupt an einer Wichtelei teilgenommen habe. - Es hat mich regelrecht umgehauen! So ein Spaß! Mein Paket kam von der wunderbaren Evi, aus der kyche.


Evi sendet einen Gruß aus Franken und trifft damit bei mir voll ins Schwarze. Wie sehr ich mich auf die appetitliche Rotwurst freue, kann ich gar nicht sagen. Und den Estragon Senf kann ich mir schon so richtig auf der Zunge vorstellen. Das Verkosten der Plätzchen duldete leider gar keinen Aufschub, da das empfindliche Gebäck und die zarten Choco Crossies dringend neu verpackt werden mussten.


Die selbstgemachten Köstlichkeiten hatten immerhin schon den weiten Weg mit der Post heil überstanden. Da hätte ich mir niemals verzeihen können, wenn sie vor Ort noch Schaden genommen hätten. Leider hat sich die Menge dadurch etwas verringert. Die Nürnberger Lebkuchen haben wie durch ein Wunder die ersten Stunden in meinem Haushalt überlebt. Ich muss leider sagen, dass mir bei dieser Spezialität jede Selbstbeherrschung flöten geht. Das Zeug ist einfach zu gut.


Zum Hiffenmark schreibt Evi, dass sie sich die Arbeit des Selbermachens nicht antun wollte. - Das sehe ich ganz genau so! Daher freue ich mich ganz besonders über die leckere Hagebuttenkonfitüre, wie sie auf Hochdeutsch heißt.

Dazu gibt es noch zwei Gewürzmischungen, auf die ich echt neugierig bin. Eine Mischung für Shoarma ist sicher vielseitig für Gegrilltes und Kurzgebratenes einsetzbar. Das South African Spice Rub "Peri Peri Chicken" werde ich an einem schönen Hähnchen vom Wochenmarkt testen.

Liebe Evi! Ich danke Dir von Herzen! Das Paket hast Du wirklich wunderbar zusammengestellt. Und ich danke Dir auch nochmals für Deinen schönen handgeschriebenen Brief.


An Rosa geht mein Dank für die Organisation. Es ist wirklich toll, dass ich dabei sein konnte!


Und jetzt hoffe ich sehr, dass mein Päckchen ebenfalls bald seinen Empfänger erreicht...

Komplette Zusammenfassung bei Rosas Schnuppensuppe

Evis Kyche

EDIT: Mein Paketbeitrag wurde offenbar im selben Moment gebloggt wie dieses hier.
Zu sehen bei Henning von Wurstsucht.

Montag, 15. November 2010

Als Fernsehwerbung noch Appetit machte


Kindheitserinnerungen mal wieder. Es muss in den Siebzigern gewesen sein, als die Fernsehwerbung "Böhmische Knödel" zeigte. Sowas kannte damals bei uns kein Mensch. Das Produkt war größer als das, was wir uns unter Klößen vorstellten. Es war länglich und wurde, hey, ganz spektakulär, mit einem Faden durchgeschnitten.

Ich ging der Werbung voll auf den Leim. Weil bei uns zu Hause nicht gerade Wunschkonzert für Kinder stattfand, mussten eben die Großeltern daran glauben. Meine Oma kaufte das Fertigprodukt mir zuliebe, bereitete es zu und schnitt vor meinen Augen mit einem Stück Zwirn dicke Scheiben runter. Ich war begeistert! Zeitweise waren Böhmische Knödel meine absolute Wunschbeilage, abgesehen von Fritten, denn die laufen außer Konkurrenz.

Irgendwann habe ich die Böhmischen Knödel aus den Augen verloren und inzwischen hege ich den Verdacht, dass es das damals beworbene Produkt gar nicht mehr gibt. Vergangenen Winter sah ich die länglichen Klöße dann in verschiedenen Blogs. Jetzt habe ich sie endlich selber zubereitet, mit einem Rezept von Alfons Schuhbeck.

Obwohl mich die Erfahrung mit den Kartoffelklößen lehrt, dass Schuhbecks Rezepte ziemlich genau passen, musste ich in diesem Fall ein paar kleine Änderungen vornehmen, die aber nur meinen Wunsch geschuldet waren, während der Zubereitung eine Runde um den Weiher drehen zu wollen. Außerdem wollte ich statt Stoffserviette lieber Frischhaltefolie verwenden. Hat aber alles problemlos geklappt.

Hier also meine Version von Schuhbecks Rezept:

5 Scheiben Toasbrot in feine Würfel schneiden und in Butter goldbraun braten und etwas abkühlen lassen.

In einer Schüssel 250 g Mehl, 175 ml Milch, 1/2 Tl. Salz, 1 Prise Zucker, etwas Muskatnuss, 1 Ei, 1 Eigelb, 1/2 Würfel Hefe zu einem glatten Teig rühren.

Brotwürfel unter den Teig mischen und den Teig etwa 20 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Den Teig auf drei Stücke Frischhaltefolie, die mit neutralem Öl eingepinselt wurden, aufteilen und dabei zu einer Art "Wurst" formen. Die Folie locker schließen, so dass der Hefeteig sich ausdehnen kann.

Die Teigrollen für anderthalb Stunden in den Kühlschrank geben.

Nach der Gehzeit die Folien dicht verschließen und mit einer zweiten Lage Folie umwickeln. Dabei wieder so verfahren, dass noch etwas Platz zum Ausdehnen bleibt.

Klöße in leicht siedendem Wasser etwa 35 Minuten garen und zwischendurch wenden.


Reste aufwärmen: In einem Topf mit Dämpfeinsatz Wasser zum Kochen bringen und den Einsatz mit einem Blatt Backpapier belegen. Eine Kloßrolle in Scheiben schneiden und die Scheiben auf das Papier legen. Im heißen Dampf etwa drei Minuten aufwärmen. Schmecken aufgewärmt so gut wie frisch.




Dieses Foto hättet Ihr zu sehen bekommen, wenn ich gleich gestern abend gebloggt hätte. Tolle Erkenntnis, abends isses dunkel.

Noch eine Erkenntnis: Mit einem scharfen Messer lassen sich die Klöße mindestens ebenso gut schneiden wie mit dem albernen Faden!

Sonntag, 14. November 2010

Technik zum Dahinschmelzen


Wer hat's erfunden? - Klar, die Schweizer! Wer sonst macht sich so viele Gedanken darüber, wie man Käse zum Schmelzen bringt? In diesem Fall auch noch ganz ohne Strom, nur mit haushaltsüblichen Teelichtern betrieben. 

Die Alpenbewohner wissen wie es geht. Zuerst schicken sie ihre herrlichen braunen Kühe auf die Berge, um Wiesenblumen, Gras und Kräuter zu fressen. Dann nehmen sie die sagenhaft gute Milch und machen daraus köstliche Laibe, wie Greyerzer, Emmentaler oder Appenzeller. Beinahe jedes Bergdorf hat seinen eigenen Käse und auf jeder Alm schmeckt der Käse anders. Als Touristin freue ich mich darüber und genieße jedes Stück, das ich bekomme.

Doch dann kommt der Teil, über den ich nur Vermutungen anstellen kann. Wahrscheinlich ist es so, dass in einer ganz entlegenen Bergregion eine geheime Forschungsanstalt betrieben wird. Womöglich nutzen die Schweizer dafür ehemalige Anlagen des stark dezimierten Militärs oder einen alten Atombunker im Gotthardmassiv. Dort ist die Kaderschmiede der Käseschmelzer damit beschäftigt, ständig neue Geräte zu erfinden. Auf diese Weise bringen die Eidgenossen die erstaunlichsten Innovationen hervor, die alle einem einzigen Zweck dienen: Das Zeug muss schmelzen!

Um ganz ehrlich zu sein, ich war sehr skeptisch. Den kleinen Racletteofen bekam ich vor ein paar Tagen geschenkt, und ich konnte mir absolut nicht vorstellen, dass vier Teelichter genügend Hitze entwickeln würden. Um so mehr hat mich das kleine H'eat Cheese! überrascht. Geht ruckzuck, bringt den Käse zum Brodeln und ist ebenfalls ruckzuck wieder gespült und weggeräumt. Ein großer Spaß.

Leider war der Käse, den ich zum Gerät geschenkt bekam, nicht sehr aromatisch. Daher mussten die Scheiben unbedingt mit ein paar Zwiebelwürfelchen und etwas Raclettegewürz aufgewertet werden.



NACHTRAG: Bei meinem Gerät handelt es sich um das H'eat Cheese! von Nouvel AG. Dieses Gerät muss nicht zusammengebaut werden. Man zündet die Teelichter an, setzt die Pfanne auf und kann loslegen.

Anders ist es bei dem Gerät, das bei Globetrotter erhältlich ist. Evi hat in den Kommentaren darauf hingewiesen. - Unbedingt den entzückenden kleinen Film über Raclette im Büro ansehen!


Mittwoch, 10. November 2010

Schlampencurry kann jeder mal machen


Bloggen hilft, Bloggen macht schön und Bloggen ist immer ganz nah am Leben dran. Die Frau Kochschlampe stand vor den Resten ihres Vorrates und zauberte daraus ein Kinderkurry. Das kann ja mal vorkommen, - eigentlich sogar sehr oft. Bei mir sah es recht ähnlich aus. Warum sollte ich daraus nicht auch etwas Ähnliches kochen? Dem Tofu habe ich nach dem Foto eine andere Rolle zugewiesen, denn mir fiel ein, dass mir Sojabohnenquark im Curry gar nicht schmeckt. Stattdessen kam noch frischer Ingwer hinzu.

Zwiebel, Apfel, Möhre grob zerkleinern und mit etwas Salz in neutralem Öl anschwitzen. Zuletzt Ingwer hinzufügen und kurz mitschwitzen lassen. Wer morgen keinen Zahnarzttermin hat, darf auch Knoblauch nehmen. Reichlich Madrascurry über das Gemüse stäuben und ebenfalls ganz kurz schwitzen lassen, bis es duftet. Dann kommen Dosentomaten und Kokosmilch dazu. Mit gekörnter Brühe und gemörsertem Kreuzkümmel abschmecken. Etwas Kurkuma für die schöne Farbe war in in diesem Fall wichtig , wegen der roten Killermöhren. Das Curry lasse ich nur ganz kurz kochen. Tiefkühlerbsen füge ich erst am Schluss hinzu und lasse sie in der Sauce nicht mehr kochen, sondern nur noch heiß werden.

Servieren mit Basmatireis, Joghurt und Koriandergrün.

Montag, 8. November 2010

Verwechslungsopfer



Alles ganz einfach, könnte man meinen. - Hühnerbrühe aus dem Tiefkühler, Lauch, Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch dazu. Ein Nest Instantnudeln kochen, Brühe mit Gemüse darauf gießen, Limette und Koriandergrün dazu, - fertig. Ja, aber manche von uns brauchen halt zwei Anläufe dazu! Bevor die eiskalte Hühnerbrühe gefunden ist, landet erstmal heller Kalbsfond im Topf. Man kann ja nicht ahnen, dass die Industrie schon Klebeetiketten und Filzstifte erfunden hat.

Wie haltet Ihr das? Beschriftet Ihr immer alles ordentlich? Obwohl mir solche Verwechslungspannen immer wieder passieren, sind gute Vorsätze schnell vergessen. Wenn ich etwas in den Tiefkühler schiebe, bin ich stets der festen Überzeugung, dass ich weiß, was in den Packungen ist und dass ich es garantiert auch nicht vergessen werde...

Sonntag, 7. November 2010

Zimtschneckentag verpasst


Es ist durchaus erlaubt, Zimtschnecken zu backen, auch wenn gerade gar kein Zimtzickentag gefeiert wird. Das habe ich mir von Fachleuten sagen lassen. Appetit auf frisches Hefegebäck habe ich sowieso immer. Nach dem Jubel um schwedische Zimtschnecken, war der Appetit zwar besonders groß, jedoch war ich nicht ganz sicher, ob ich unbedingt Kardamom im Teig haben wollte. Ich finde dieses Gewürz ein bisschen schwierig, experimentiere gerne damit herum, aber vergesse es dann auch wieder. Irgendwie erinnert mich das Aroma eher an Badewasser als an Gebäck.

Anikó, schwärmte schamlos von ihren Zimtschnecken, als wäre pures Gold im Teig eingebacken. Ich solle unbedingt Kardamom verwenden, riet mir die Bloggerin. Der Geschmack gehöre zum Zimtschneckenerlebnis dazu. - Klar, sowas musste sie wohl sagen, denn schließlich wird sie von der internationalen Kardamomindustrie finanziert. (Dass die Paprikabrüder bei ihrem Blog auch die Finger im Spiel haben, ist nur eine Vermutung... pssst!)

Bei Ulrike von Küchenlatein habe ich gleich drei verschiedene Rezepte für Zimtschnecken gefunden. Wenn man die alle nachbacken will, kann man sich ohnehin nicht an Terminvorgaben halten.

Mein Gebäck wurde groß und flauschig. Es duftet verführerisch und schmeckt ganz köstlich. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal etwas weniger Kardamom.




Zimtteilchen mit Kardamom

Einen Teig herstellen aus:
500 g Mehl, Type 550
70 g Butter
250 ml Milch
3/4 Würfel Hefe
1 Tl Salz
3 El. Zucker
1 Tl. Kardamom, frisch gemörsert
EDIT: + 1 Ei

Den Teig an einem warmen Ort etwa eine halbe Stunde gehen lassen. Danach kurz zusammenfalten, zu einem Rechteck ausrollen und mit der Füllung bestreichen:

125 g weiche Butter
2 Tl. Zimt
3 El. Zucker

Zusammengerollten Teig in 12 Scheiben schneiden. Jede einzelne Scheibe = Schnecke in der Mitte etwas zusamendrücken und an den Enden gegeneinander verdrehen. Die Teilchen mit reichlich Abstand auf ein Blech oder in eine große Backform mit Backpapier legen und nochmals gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 180°C aufheizen. Die Teilchen mit verquirltem Eigelb mit etwas Sahne bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen, sobald sie deutlich aufgegangen sind.

Etwa 25 Minuten backen.
Unter einem Tuch auskühlen lassen.

Samstag, 6. November 2010

Sushi, - der Tag danach



Bei Fisch kenne ich keine Zurückhaltung. Daher hatte ich nach der gestrigen Sushischlacht (Ich hatte erwähnt, wie meine Küche aussah?) noch Fisch übrig. Außerdem war da gekochter Sushireis und Gurken- sowie Möhrenstifte und ein paar Lauchzwiebelschnipsel. Da Sushireis mit Reisessig, Zucker und Salz gewürzt wird, muss man keine großartigen Mätzchen mehr damit veranstalten. Reis und Gemüsesticks türme ich als kaltes Salatbett auf einen Teller. Dann röste ich einen Esslöffel Sesamsaat an. Sobald die Sesamkörner fertig sind, wird die Pfanne frei für den Fisch. Lachsfilet in schmale Streife schneiden und bei starker Hitze sehr kurz, zackzack, in Olivenöl anbraten. Lachs auf den Reissalat betten, Lauchzwiebeln, Sesamsaat und Korianderblätter darüber streuen. Alles mit Teriyakisauce beträufeln. Wer es gerne etwas kräftiger würzen möchte, kann zusätzlich Limette und Sojasauce verwenden. Süße Chilisauce könnte ich mir auch gut dazu vorstellen.

Eigentlich stimmt die Überschrift gar nicht. Ich habe den Salat ja gestern abend gegessen, also am selben Tag. - Bitte einmal streichen und was anderes einfügen!

Freitag, 5. November 2010

Wir basteln uns eine Erinnerungsrolle

Insideout Rollen mit Kabeljau-Tempura, Teriyakisauce und Gari.

Seit einer Woche brüte ich Pläne aus, um an Nachschub zu kommen. Hensslers Insideout Maki mit Zandertempura lässt mir einfach keine Ruhe. Zuerst suchte ich nach einer Möglichkeit, den sympathischen Hamburger als Leibkoch zu beschäftigen. Au prima, dann wickelt er Tag und Nacht Sushi mit Zanderfüllung! Nach drei Sekunden musste ich den Plan leider verwerfen, weil mir meine finanzielle Lage bewusst wurde. Fernsehköche sind bestimmt nicht billig. Wie komme ich also an mein Sushi?

Okay, wir haben ein Bild.
Den Geschmack vergesse ich sowieso nicht.
Und hier ist ein Rezept für etwas ganz Ähnliches.
Nachbauen ist also die sinnvollste Alternative.

Zwei Tage, bevor es losgehen soll, lege ich den Ingwer ein. Nach diesem Rezept schmeckt mir das Gari ganz hervorragend.

Statt Remoulade, wie im Rezept, will ich Teriyakisauce nehmen. Ich denke, bei Henssler & Henssler war ebenfalls Teriyakisauce auf den Insideout-Rollen. Den Fahrplan entnehmen wir hier. Ingwer, Sesamöl und Frühlingszwiebel lasse ich weg. Statt Sake nehme ich trockenen Sherry. Die Sauce einkochen lassen, bis sie dick und sehr köstlich wird.

Nun kommt es darauf an. Hat der Fischhändler Zander mitgebracht? - Nee, nix zu machen. Zander gibt es nicht. Nun komme ich also doch auf das Rezept aus dem Internet zurück und kaufe Kabeljau.

Während ich den Fisch frittiere, den Reis befummele und meine Sushi rolle, verwüstet irgendjemand meine Küche. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich in einer Art Trümmerfeld aus Geräten und Zutaten stehe. - Totales Chaos!

Doch das ganze Sushizeug schmeckt großartig. Vor allem die Teriyakisauce passt ganz toll zu den Kabeljau-Rollen. An den Feinheiten muss ich jedoch noch arbeiten. Vor allem brüte ich inzwischen über einem ganz neuen Problem: Wer macht eigentlich die Fotos, während ich Sushi rolle? Möglicherweise spreche ich Steffen Henssler mal darauf an, ob er mit einer Kamera umgehen kann...

Nochmal Insideout Maki mit Innenleben aus Kabeljautempura, Gurke und Avocado.


Bisschen Abwechslung muss auch sein. Vegetarische Maki und teuflisch scharfe (WASABI!) Lachshappen.

Donnerstag, 4. November 2010

Der Anfang von allem

Als ich ein Baby war, öffnete ich gelegentlich eine Dose Spaghetti, wenn es schnell gehen musste.

Die erste Mahlzeit! Das Baby, das bisher nur Flüssignahrung kennt, soll zum ersten Mal etwas anderes probieren. - Der erste richtige Geschmack, das erste Essen! 

Der Gedanke ist faszinierend. Wie mag das sein, wenn man noch nie erfahren hat, wie ein Steak schmeckt? Das Kind weiß nicht, dass es Pommes frites gibt. Es hat keine Ahnung von Schokolade oder Kuchen. All die köstlichen Leckereien, kann so ein kleiner Mensch nicht einmal ahnen. Die erste gebratene Seezunge, die ersten Reibekuchen... Was muss das  für ein Gefühl sein? Pizza? Irgendwie schade, dass ich mich selbst nicht mehr daran erinnern kann, wie alles angefangen hat.

Der erste Geschmack im Leben des Babys ist Karottenbrei. Sowas mögen Babys angeblich. Pastinakenbrei kommt aber noch viel besser an. Es wird besser werden. Warte nur ab und freu Dich, kleines Baby, das wird klasse!

So werden kleine Engländer an die landestypische Küche herangeführt. Geschmack? Weiß ich nicht. Sieht aber cool aus.

Dienstag, 2. November 2010

Quatsch mit Soße



Mit Crème fraîche geht im Grunde alles. Nur eine Sache sollte man niemals machen, - den französischen Sauerrahm keinesfalls mit rotem Zeug mixen, denn daraus entsteht ein unappetitliches Rosa! Weil das meine Meinung ist, vermeide ich Rotweinsoße mit Crème fraîche. Dafür gibt es schließlich Butter, aber das ist ein anderes Thema.

Aus vorhandenen Vorräten sollte heute Abend ganz dringend irgendwas mit Sahnesauce entstehen, - egal was. Wir verstehen uns, es war Hunger angesagt.

In der Kühlschranktür stand eine angebrochene Flasche Weißwein, wie passend. Ruckzuck entstand ein Sößchen, aus Kalbsfond, Weißwein, Crème fraîche, Zwiebeln und Möhren. Auf der anderen Platte kochte Reis, der im letzten Moment einen grünen Flash erhielt, durch Erbsen, Lauch und Petersilie.

Und was ist dann passiert? Bei den Möhren handelte es sich wieder um diese rot-orange Sorte. Das Gemüse gibt eine solche Hammerfarbe ab, dass nicht einmal ein halber Becher Crème fraîche gegen eine einzelne Karotte etwas ausrichten kann.

Montag, 1. November 2010

Treffen in Hamburg

Hamburg, Tag 2, Bloggertreffen am Samstag

Randvoll mit Erlebnissen und Eindrücken freute ich mich auf eine erholsame Nacht in meinem Hotelzimmer. Immerhin war ich am Morgen sehr übermüdet in Köln losgefahren und hatte einen langen, wenn auch extrem schönen, Tag hinter mich gebracht. Bei Henssler waren mir zum Schluss fast die Äuglein zugefallen. - Ja, ein paar Stunden Schlaf würden mich ganz sicher erfrischen!


Denkste! Wahrscheinlich ließ mich die Vorfreude nicht so richtig zur Ruhe kommen. Jedenfalls war ich die meiste Zeit hellwach. Am nächsten Morgen stand ich vor der Frage, wie ich halbwegs fit beim Bloggertreffen erscheinen sollte. Da meine Sportsachen sowieso mit nach Hamburg gereist waren, begab ich mich in Richtung Alster, auf eine der bekanntesten Laufstrecken in ganz Deutschland. Mit zahlreichen Fotostops wurde es nicht gerade ein sportlicher Lauf. Dennoch fühlte ich mich belebt vom Licht, von der frischen Luft und von der spritzigen Atmosphäre an der Außenalster.

Den Rest erledigten die Tuben und Flaschen aus meinem Kosmetikarsenal. Frisch aufgehübscht ging es nach Winterhude, ins Loft.


Wie nicht anders erwartet, ging es heiter und lebhaft zu. Blogger sind nicht gerade introvertierte Menschen. Steph war schwer beschäftigt mit irgendwas, und das sollte sich wohl auch den ganzen Tag nicht ändern. Offensichtlich war sie nach den geringfügigen Vorbereitungen noch nicht ausgelastet. Von der Planung, übers Einkaufen in entlegenen Landstrichen südlich der Elbe und Sachen nach Winterhude schleppen, bis hin zur Essensvorbereitung und Dekoration hatte der Kleine Kuriositätenladen absolut alles gegeben. Obwohl mir die Perfektion der Bloggerkollegin schon lange unheimlich ist, hat sie mich damit wieder erstaunt.



Bekannte Gesichter blickten mich an und ich freute mich darüber, sowohl Ulrike von Küchenlatein als auch Anikó von Paprika meets Kardamom zu sehen. Und dann versuchte ich auszumachen, welcher Mensch zu welchem Blog gehört. - Ein herrlicher Spaß!


Da sich eifrige Foodies bereitwillig um die Zubereitung der Speisen kümmerten, übernahm ich die Verwertung. Frische Nordseekrabben sind bei mir in guten Händen, und für reichhaltige Fischplatten bringe ich das nötige Verständnis auf. - Immer her damit, also!


Unter den vielen Leckereien war vor allem das Labskaus für mich eine Überraschung. In der Vergangenheit hatte ich die norddeutsche Spezialität versuchsweise selber gekocht und war damit nicht besonders glücklich geworden. Da ich nun weiß, wie es schmecken muss, werde ich mich in den nächsten Tagen einmal an das Rezept von Steph machen.


Ganz erstaunlich fand ich auch die sortenreinen Apfelsäfte von Eckart Brandt. Besonders der Finkenwerder Herbstprinz schmeckt extrem gut.



Obwohl ich das gute Essen sehr genießen konnte, ging es an diesem Tag letztlich nicht darum, Lebensmittel zu vernichten. Die Begegnung mit Bloggern ist das eigentliche Ereignis bei so einer Veranstaltung. Menschen zu treffen, die eine Leidenschaft teilen und gleichzeitig etwas von ihrer Welt preisgeben, ist unvergleichlich.

So nehme ich neue Gedanken und gute Gespräche mit und präge mir Gesichter ein, die zu Foodblogs gehören. Dieser Tag wird mich noch lange beschäftigen! Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Euch alle kennen gelernt habe. Wir bleiben sowieso in Verbindung, die Blogger, Hamburg und ich. Das wird sich ganz sicher nicht ändern.



Am nächsten Morgen hüllt sich die Rothenbaumchaussee in dicken Nebel. Alle meine Erwartungen und Wünsche sind an diesem Wochenende erfüllt worden. Mehr will ich gar nicht. Mit einem sagenhaft guten Gefühl mache ich mich auf den Heimweg. - Danke!

Tag 1 in Hamburg

Ein paar Fotos von der Alster auf meiner Homepage.


Von allen Bloggern war Orsi am schnellsten. Hier ist ihr Bericht.


Die emsige Steph hat sich natürlich auch keine Zeit gelassen.

Einfach Guad! hat ebenfalls berichtet.

So wie auch Spicy / Spicisi.

Kochend heisser Bericht bei Mareen.

Wenn es weitere Links gibt, dann werde ich sie hier einfügen!

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