Sonntag, 31. Oktober 2010

Ankommen in Hamburg

Reise zum Bloggertreffen - Tag 1 / Freitag

Vorbereitungen / Morgenröte auf der A1 / Hamburg im Sonnenschein / Parken am Rothenbaum
Was ist das nur mit Hamburg und mir? Steph ruft also zum Bloggertreffen in Winterhude? Keine Frage, dass ich in Köln mein Köfferchen packe! Keine Frage auch, dass die Sonne scheint, denn darauf hätte ich wetten können. Mit geradezu rheinischer Fröhlichkeit lacht der Himmel bei meiner Ankunft. - Ungelogen, so werde ich dort immer empfangen. Irgendwas verbindet mich mit dieser Stadt.

Ich freue mich auf mein Mittagessen. Daniel Wischer ist eine gute Idee. Nicht nur, weil Freitag ist und weil ich für ausgebackenen Goldbarsch sogar zu Fuß nach Hamburg gehen würde. Hier habe ich schon gelauscht, wie 80-Jährige erzählen, dass sie seit ihren Kindertagen dieses Lokal besuchen. Hier habe ich auch schon zufällig neben Rainer Sass auf dem Bänkchen gesessen und ihn angequatscht, obwohl er das offensichtlich gar nicht mochte.

Am Freitag sitze ich aber mit Frau Küchenlatein dort, und ich glaube, sie hat gegen ein Gespräch nichts einzuwenden. Wir kennen uns bereits, obwohl wir uns zum ersten Mal begegnen. Bevor der unterhaltsame Nachmittag im Levantehaus weiterplätschert, bringt mich die Klofrau bei Daniel Wischer noch zum Lachen. Meine 50 Cent sorgen bei der Reinigungskraft aus Ghana für helle Aufregung. Irgendwas stimmt nicht mit der Münze. Sie zeigt mit ihrem Gummihandschuh immer wieder auf das Geldstück, das die Prägung Kreta trägt. Offensichtlich gibt es ein Problem mit Kreta. Die Münze sollte ich wohl jemand anderem unterjubeln, der nicht so vorsichtig ist.

Dann muss ich mich sputen, um nach Eimsbüttel zu kommen. Auf meiner Stirn steht 6:30 Uhr und 430 km geschrieben. Wenn ich am Abend zu Steffen Henssler gehe, soll davon nichts mehr zu sehen sein. Im Hotel am Rothenbaum habe ich bereits mein Gepäck abgestellt. Nun beziehe ich ein Zimmer mit Blick auf das Medienzentrum und auf den Kölner Dom. Wie man als Kölnerin an der Alster begrüßt wird, erstaunt mich immer wieder.

Blick auf den Dom und die beleuchtete Hohenzollernbrücke. Wer hätte das erwartet?

Von der Alster an die Elbe. Bei den Landungsbrücken aus der U-Bahnstation zu klettern ist so, wie noch einmal in Hamburg anzukommen. Doch vor meiner Nase schließt sich im letzten Moment die Gangway der Hafenfähre. Macht nix, alles ist doch so schön hier. Es riecht nach Hafen und nach Fischbötchen. Die nächste Fähre schwappt an den Ponton und ich springe so schnell ich kann auf das Deck. Nennt man das so? Ich will oben sein und draußen. Die Elbe riechen und den Wind spüren.

Landungsbrücken am Abend. Zum Glück muss man nicht Tarzan besuchen, um die Fähre zu benutzen.

Bei Henssler & Henssler drängen sich etwa 50 Personen im Eingangsbereich. Keine Ahnung, was die da machen. Wer klug ist, hat sowieso schon vor Wochen einen Tisch reserviert. Noch klüger ist es, sich auf den Platz von jemandem zu setzen, der reserviert hat. Es tut mir für Frau Kochschlampe sehr leid, aber mit Anikó und ihren Freunden genieße ich einen grandiosen Abend. Seit Freitag arbeite ich intensiv an Plänen, die es mir ermöglichen sollen, Steffen Henssler als Leibkoch einzustellen. Hoffentlich macht es ihm nichts aus, bis an sein Lebensende nur noch Insideout Rollen mit einer Füllung aus Zander-Tempura zu wickeln.

Hensslers Sushi-Mix. Bitte mehr davon, jeden Tag, ohne Unterbrechung!

Rindfleisch in Schweinelecker: Entrecôte mit Teriyakisauce. Leider ohne Fritten. Trotzdem perfekt.

Volles Haus am Hafen. Bei Henssler & Henssler isst keiner allein.

Tag 1 an der Elbe geht dem Ende entgegen. Wir schlendern vorbei am Schellfischposten, der durch Inas Nacht berühmt wurde. Im Trockendock von Blohm + Voss liegt ein schwerer Pott. Die Hafenstraße ist fast menschenleer.

Als ich mein Zimmer am Rothenbaum erreiche, schalte ich den Fernseher ein und denke, so ein Zufall! Inas Nacht aus dem Schellfischposten! Und wer hat sich da als Gast hinter den Tisch gequetscht? Der Calli! Reiner Calmund kommt aus Frechen, so wie ich. Damit erkläre ich den ersten Tag für beendet und gehe schlafen.- Gute Nacht!

Gute Nacht, Hamburg! Morgen sehen wir uns wieder!


Mehr aus Hamburg und zum Bloggertreffen gibt es morgen!

Hier geht's weiter! [Hamburg - Teil 2]

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Sonntagswirsing



Das ist die feine Version eines rheinischen Klassikers. Die Sache mit dem Untereinander hatte ich schon einmal erklärt. Es ist die typische Zuhauseküche, wie Familien sie gerne essen. Kartoffeln, meist grob gestampft, werden mit irgendwas vermengt. Wirsing eignet sich sehr gut dafür. Das Wintergemüse lässt sich einfach in einem Arbeitsgang mit Kartoffeln in einem Topf zubereiten, herzhaft und deftig.

Ein bisschen ansprechender wird das Ganze, wenn man getrennte Töpfe bemüht. Den Wirsing kochen wir in Salzwasser gar, schrecken ihn ab und geben ihn nach dem Abtropfen in den Blender. In einem zweiten Topf bereiten wir ein schönes flauschiges Kartoffelpüree aus mehlig kochenden Kartoffeln und viel Knoblauch, mit Butter und Crème fraîche, abgeschmeckt mit viel Muskat. Dazu lassen wir reichlich mageren Speck, in kleinen Stückchen, in einer Pfanne aus, mit Zwiebeln und gemörsertem Kümmel. Zum Schluss kommt dann doch alles untereinander, wird noch einmal zusammen erhitzt und abgeschmeckt. Kassler passt gut dazu. Oder gekochte Mettwurst.

Kann man übrigens auch mittwochs essen, so wie wir es heute getan haben.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Pasta #35 - Schnellschuss in zwei Gängen


Das Bisschen Arbeit mit der Kocherei am Kalbsfond hat sich längst doppelt und dreifach ausgezahlt. Trotzdem ist es jedes Mal wieder die helle Freude. So ist die braune Sauce mit Zwiebeln, Knoblauch, etwas Weißwein, Butter, Rübenkraut, Thymian und Rosmarin in Rekordzeit fertig. Ein paar Erbsen, Riccioli = Locken (Pasta von Buitoni), alten Holländer dazu, - fertig!


Das unsagbare Glück mit dieser wundervollen Bio-Mango aus Spanien darf nicht zerstört werden. Daher kommt ohnehin nichts anderes in Frage, als die vollreife Frucht ganz pur zu essen. So gesehen, habe ich wirklich nichts gegen Fertiggerichte!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Eifel, kurz und gut


Was ist denn hier los? Vermisst mich eigentlich niemand? Falls jemand fragt, ich war ein paar Tage in der Eifel. Frische Luft tanken, lustig plaudern, mit einem jungen Hund raufen, gut essen und trinken, was man halt so macht. Unterwegs im Grenzgebiet, zwischen Deutschland und Belgien, Freunde besuchen, völlig andere Tapete, Urlaub auf wenige Tage zusammengepresst.


Im Wildgehege Hellenthal kann man Hirsche sowohl füttern als auch futtern. Das ist ganz schön ausgefuchst, denn immerhin zahlt man für beides.












Irgendwie war mir an diesem Tag aber doch eher nach SchniPo in der Gaststätte "Zum Adler".











Zur Feier eines ganz anderen Tages, ein dickes Rumpsteak mit Rotweinsoße und roh gebratenen Kartoffelschnipseln. Zufällig hatte ich etwas Kalbsfond im Gepäck. Da kann man glatt nochmal die Eifel zu Fuß umrunden.










Auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, ist gar nicht schwer. So sieht eine sinnvolle Zusammenstellung aus:



Wieder zu Hause, freudig die Mitbringsel ausgepackt: Honig aus dem Naturpark Hohes Venn-Eifel, hat mir die olle K. geschenkt. Kann man aber auch im Wildgehege Hellenthal kaufen, nachdem man sich durch etwa zehn Sorten von Anneliese und Peter Hendle durchprobiert hat. Für Honig bin ich extrem leicht zu begeistern. Trotzdem glaube ich, dass der Lindenblütenhonig von Familie Hendle etwas Besonderes ist, nicht nur für mich.

Samstag, 16. Oktober 2010

Auf den zweiten Blick




Nachdem unsere erste Begegnung nicht gerade erfreulich war, habe ich wiederholt versucht, mich mit diesen dunkelroten Karotten anzufreunden. Beim ersten Mal schmeckten sie seifig und erdig, und zu einem zweiten Mal kam es lange Zeit gar nicht. Immer wenn die Kreuzung aus Urmöhre und Gegenwartskarotte irgendwo im Supermarkt lag, hatte sie schon gummiartige Konsistenz und war nicht mehr ganz frisch.


Gestern dann, im Biohof Bursch, dunkelrote Möhren, so knackig wie frisch vom Feld. Der Geschmack hat mich total überrascht. Keine Spur von Erde oder Seife. Das Gemüse ist superaromatisch, nussig und karottig. 
Daraus mache ich einen Salat mit Apfel, Zitrone, Salz, Olivenöl und Sonnenblumenkernen. Einfacher gehts nicht.

Auch die Rote Bete hat sich deutlich mehr Mühe gegeben, als nötig gewesen wäre. Auf dem Biohof bekam ich ganz zarte kleine Knollen mit einem herrlichen Geschmack. Auch daraus wird ein Salat. Rote Bete kochen, mit gutem Essig, Olivenöl, Salz und Zwiebeln anmachen.


Donnerstag, 14. Oktober 2010

Nur mal kucken


Man glaubt ja nicht, wie schnell diese Pralinen sich in Luft auflösen! Ob es an der langen Reise liegt? Vielleicht halten sich die süßen Delikatessen auf der Zürcher Bahnhofstraße länger? Ich stelle mir reiche Damen im Pelzmantel vor, die mit spitzen Fingern nach Kalorien greifen. Ach, eins kann ich noch... Gelegentlich besuche ich die Seite von Sprüngli, wo ich im Onlineshop ein Kästli mit Luxemburgerli zusammenstelle. Nur mal so, zum Kucken. Dann reiße ich mich aber zusammen. Bestellen tu' ich die kleinen Luxushappen nie, weil ich immer denke, dass sie am besten superfrisch vor Ort gegessen werden sollten.

Nun besuchten mich die Pralinen aber zunächst heute in Köln. Wie man das so macht, wenn man einigermaßen höflich ist, habe ich ihnen den Dom gezeigt, den Rhein und die Altstadt. Die Pralinen waren nicht alleine angereist, sondern wurden von einer lieben alten Freundin mitgebracht, die ich lange nicht gesehen hatte, mitsamt Kindern und Großvater. So haben wir Kerzen angezündet, bunte Glasplättchen gezählt, Schiffe gekuckt, deftiges Zeug gegessen, Kölsch getrunken und dem Jesuskind einen Apfel geschenkt. Wir staunten über einen echten Walfisch im Rhein und über altes Gemäuer. War gar nicht so langweilig, kann man sagen. Es war vielmehr ein herrliches Wiedersehen vor kölscher Kulisse.

Doch mehr Futter gibt es heute nicht zu sehen. Gelegentlich ist sogar für mich die Gesellschaft am Tisch wichtiger als das Essen darauf. Der Jagdinstinkt der Bloggerin reichte gerade so aus, um in einem kurzen Moment zuzuschlagen. Da war ich längst wieder zu Hause angekommen. Nachdem die Superpralinen aus der Packung befreit waren, gelang es mir, ein Foto zu erhaschen, bevor nichts mehr von ihnen zu sehen war. Zum Glück bin ich wahnsinnig schnell.

Montag, 11. Oktober 2010

Wir backen uns einen Dom oder auch mehrere



Wenn man in Köln geboren ist und durch unzählige Karnevalssessionen indoktriniert wurde, dann ist es um einen geschehen. Der Dom hat sich ins Herz eingraviert, bis in alle Ewigkeit. Irgendwas regt sich in der Gegend um den zentralen Muskel in der Brust. Da brauchen nur die Domspitzen sichtbar zu werden, sei es beim Landeanflug auf Konrad-Adenauer oder einfach, weil man aus dem Fenster blickt.

Einige Jahrhunderte Geschichte werden spürbar. So genau lässt sich das Gefühl nicht in Zahlen fassen, denn lange vor der Grundsteinlegung im Jahr 1248 befanden sich dort bereits Heiligtümer, die noch zum heutigen Dom gehören. Und die Ruinen unter dem Kirchenraum stammen sogar aus der Antike. Alles furchtbar alt und ehrwürdig. Selbst der goldene Schrein der heiligen Drei Könige, wurde von Nikolaus von Verdun gefertigt, bevor die gotische Kathedrale entstand.

Klar, dass die schönste und größte Goldschmiedearbeit Europas ein großartiges Zuhause brauchte. Immerhin enthält sie das Heiligste, was sich die Menschheit im Mittelalter vorstellen konnte. Aber rückblickend muss man sich schon fragen, was die Leute damals auf so einen Wahnsinnstrip gebracht hat. - Baustatik? Naturwissenschaftliche Grundlagen? Alles mal durchrechnen, ob das auch so hinhaut, mit der größten und schönsten Kirche der Welt? - Nö, das gab es damals nicht. Die Kölner haben einfach mal angefangen.


Meister Gerhard war der große Planer, der in Frankreich gelernt hatte, wie man gotisch baut. Hell, lichtdurchflutet, filigran, nicht düster und schwer. Auf althergebrachte Art, mit monströsen Bauklötzen aus Stein, lässt sich schließlich kein Turm bauen, der bis in den Himmel reicht. So viel wussten die alten Baumeister immerhin.

Die Pläne des Mittelalters haben sich auf wundersame Weise erfüllt. Nach einer langen Bauzeit von etwa 280 Jahren und einer etwas längeren Pause von rund 320 Jahren, ist es im 19. Jahrhundert den Preußen gelungen, das Bauwerk innerhalb von 38 Jahren fertig zu stellen. Man muss anerkennen, dass die Preußen recht zügig gearbeitet haben. Aber man muss auch bedenken, dass sie unseren kölschen Plan aus dem Mittelalter benutzen konnten. Pfiffig war, dass sie sich (bis auf ein paar Kleinigkeiten wie den Dachstuhl) an diesen Plan genau gehalten haben.

Für alle heimwehkranken Kölner empfehle ich, den Dom einmal selber zu backen. In Bolli's Kitchen gerade erst geschehen. Möglichst viele Dömchen mit der vollständigen Anzahl unversehrter Spitzen zu backen, flößt übrigens auch Respekt vor der mittelalterlichen Konstruktionsleistung ein. Die Förmchen gibt es bei der Dom-Edition.

Domplätzchen

250 g Weizenmehl
1 Tl. Backpulver
75 g Zucker
Mark einer Vanilleschote
1 Prise Salz
1 Ei
125 g Butter
etwa 50 bis 75 g fein gehackte Mandeln

Den Backofen auf 200° C vorheizen.

Alle Zutaten miteinander verkneten. Die Mandeln zum Schluss hinzufügen und ausprobieren, wieviel der Teig davon aufnimmt, ohne allzu bröselig zu werden.

Ein Backblech mit Backpapier belegen.

Falls der Teig gefügig ist, also nicht zu weich und nicht zu klebrig, dann kann er, mit Hilfe von etwas Mehl, gleich ausgerollt werden. Andernfalls geht er für eine halbe Stunde in den Kühlschrank.

Den Teig ausrollen und kleine Dömchen ausstechen, aufs Backpapier legen und etwa zehn Minuten backen.

Nach dem Auskühlen kann man zum Beispiel das Maßwerk des Kölner Doms mit weißer Schokolade aufmalen oder das Richter-Fenster mit bunten Plättchen nachlegen. Weil die Plätzchen nicht sehr süß sind, können sie einiges vertragen.

Freitag, 8. Oktober 2010

Handgeschnitzt und liebevoll in Öl gebadet


Ach ja, Fritten! Wie alle Grundnahrungsmittel werden die goldenen Kartoffelstäbchen gnadenlos unterschätzt. Doch genauso wie Reis nicht gleich Reis ist, und Pasta nicht gleich Pasta, sind Fritten niemals einfach nur Fritten.

Wir reden heute von hausgemachten Fritten. Dabei handelt es sich keineswegs um den einzigen Weg zum Glück. Auch Imbissfritten oder Kneipenfritten können extrem gut sein. Schlecht gemachten Heimwerker-Fritten sind sie sowieso weit voraus!

Grundsätzlich gilt, was immer beim Kochen gilt: Nur erstklassige Zutaten verwenden! Pommes frites bestehen aus genau drei Zutaten: Kartoffeln, Öl und Salz. Da sollte jede Komponente wirklich perfekt sein. Salz bedeutet in meinem Fall Meersalz. Kräuter und Gewürzmischungen finde ich unpassend.

Es lohnt sich, ein wenig mit verschiedenen Kartoffeln zu experimentieren.Mehlig kochende Kartoffeln sind das Mittel der Wahl. Manchmal kann es aber auch mit vorwiegend festkochenden Sorten hinhauen. Das muss man ausprobieren. Sicherer sind auf alle Fälle die mehligen.

Beim Fett geht nichts über hoch erhitzbares Pflanzenöl. In dieser Kategorie unschlagbar: Erdnussöl. Bekommt man meist im Asia-Shop. Oder man bringt sich das Wundermittel aus Belgien, Frankreich oder der Schweiz mit. Dort steht es überall zu einem vernünftigen Preis im Supermarkt. Sollte Erdnussöl nicht aufzutreiben sein, dann geht auch anderes hochwertiges Öl, das ausdrücklich zum Frittieren geeignet ist. Olivenöl funktioniert eigenartigerweise auch.

Was gar nicht geht, niemals und unter gar keinen Umständen, das sind diese Hartfettblöcke! Wer mit Hartfett frittieren möchte, braucht hier nicht weiterzulesen und kann sich gleich die Arbeit sparen. Bitte gehen sie weiter, hier gibt es für Sie nichts zu sehen!

Und um die Gewichtung der einzelnen Zutaten mal in die richtige Reihenfolge zu bringen: Wenn keine guten Kartoffeln aufzutreiben sind, dann frittiere ich TK-Fritten in Erdnussöl. Das Ergebnis gleicht guten Kneipenfritten. Backofenfritten gehen sogar besonders gut. Ist kein Erdnussöl im Haus, dann fällt auch die Frittenproduktion aus.








Nicht zu heiß vorfrittieren. Die Kartoffeln können ruhig schon ins Fett, während es noch aufheizt.


Das Öl sollte beim zweiten Bad etwas heißer sein, aber nicht zu heiß. Es darf zu keinem Zeitpunkt rauchen!



Und dann schnell...!


Zum Schluss bleibt die Frage, wohin mit dem Frittierfett? Ein paar Mal kann man damit erneut frittieren, dann muss es gefiltert werden. Wenn Fleisch, Fisch oder Zwiebeln frittiert wurden, dann kann man das Öl bald nicht mehr verwenden. Sobald es nicht mehr frisch riecht oder zu dunkel wird, dann ist es reif für den Müll.

Bei uns möchte der Entsorger das Öl gerne im Hausmüll sehen. Im Zweifelsfall muss man sich erkundigen, wie die Gepflogenheiten vor Ort sind. Um es endgültig loszuwerden, gieße ich das kalte Öl mit einem Trichter zurück in die Plastikflasche und gebe die geschlossene Flasche in den Mülleimer. Auf gar keinen Fall gehört altes Frittierfett in die Toilette oder ins Waschbecken!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

#34 - Passt das in die Pasta?

Der kleine Hokkaido war ziemlich überrascht. Eigentlich hatte der Kürbis damit gerechnet, im Mixer zu landen, wie seine Artgenossen. Doch dann war auf einmal von Struktur und Textur die Rede, Babynahrung und Breikost kam gar nicht gut an. Und so endete alles mit dem Kartoffelstampfer, diesem altbackenen Hausfrauengerät, dem wir das unsägliche Wort "Stampf" verdanken. Stampf ist etwas, das gestampft wird, im Gegensatz zu Sachen, die durch die Presse gedrückt oder im Mixer zerkleinert werden. Analogien möge jeder selbst bilden.


Doch wie ist es nun dem kleinen Kürbis ergangen? Eine Hälfte endete dann doch im Mixer und schließlich als Suppe. Die andere Hälfte nahm an einem Experiment teil, das bis zum Schluss spannend blieb. Würde sich in den Untiefen der Küchenschränke ein Gerät finden, das die bröckelige Füllung in die filigrane Pasta beförderte? Würde der Spritzbeutel standhalten oder vielleicht doch reißen? Oder würde, wie so oft, doch noch alles im Mixer enden...?



Paccheri mit Kürbisfüllung auf Tomatensauce
Backofen vorheizen auf 180° C

Kürbisbrei
1/2 Hokkaido waschen  und vom Stielansatz befreien. EDIT: Natürlich müssen von dem Kürbis auch die Kerne entfernt werden! Den Kürbis in Stücke schneiden und in Olivenöl anschwitzen. Mit ganz wenig Gemüsebrühe weich dämpfen. Das dauert nur wenige Minuten. Dann kann der Kürbis mi einem Stampfer zerdrückt werden. Kürbisbrei abkühlen lassen.

Einfache Tomatensauce
1 kl. Zwiebel in feine Würfel schneiden und mit Salz in Olivenöl anschwitzen. Etwas Knoblauch mitschwitzen lassen und etwas Chili hinzufügen.
Eine Dose Tomatenstücke in die Pfanne geben und einmal aufkochen. Mit Salz und Oregano abschmecken.

Füllung
200 g Rinderhack in einer beschichteten Pfanne krümelig anbraten und mit Salz würzen.
Kürbisbrei mit etwas Sahne glattrühren und mit Salz, Zitronenpfeffer, Muskat abschmecken. Ein Stück Porree (ca. 10 cm) längs achteln und dann in kleine Stücke schneiden.
Kürbisbrei mit Fleisch und Lauch mischen. Eventuell nochmals abschmecken.

Füllung in einen Spritzbeutel mit passender Tülle geben und in die Pasta spritzen.
Gefüllte Pasta auf ein Bett aus Tomatensauce in eine feuerfeste Form geben. Mit Gemüsebrühe auffüllen und mit geriebenem Gruyere bestreuen.

Paccheri für 30 Minuten in den vorgeheizten Backofen geben.

Als farblicher Kontrast machen sich ein paar Tropfen Kürbiskernöl ganz gut auf dem Teller. Geschmacklich fand ich es jedoch nicht so ganz passend.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Brapfelspeise


Dessert mit Herz, sowas braucht man machmal auch an einem ganz normalen Dienstag. Die Brapfelspeise geht schnell und ist wirklich eine kleine Stimmungskanone.

Grundlage für diesen putzigen kleinen Nachtisch ist eine stinknormale Grießspeise. Da kann man nach Geschmack verfahren. Entweder kocht man einen eher flüssigen Brei, mit 500 ml. Milch, 2 El. (ca. 60 g) Grieß, 2 El. Zucker, 1 Prise Salz und etwas Vanille.

Oder man macht es wie ich. Extra fürs Foto habe ich (keine Kosten und Mühen gescheut und) etwas mehr von dem guten Grieß genommen und ein recht festes Flammeri gekocht. 600 ml Milch mit einer Prise Salz und dem Mark einer Vanilleschote zum Kochen bringen, 100 g Grieß hineingeben und kurz mitkochen, bis der Brei andickt. In den heißen Brei 50 g Zucker hineinrühren. Für das Grießherz eine Silikonform mit Brei füllen und kühl stellen.

Für den schnellen Bratapfel = Brapfel einen Apfel entkernen und in kleine Würfel schneiden. Zwei Esslöffel Butter erhitzen und den Apfel darin braten. Zwei Esslöffel Zucker und ein kleines Stück Zimtstange dazu geben und alles kurz kochen lassen. In die heiße Apfelmischung zwei Esslöffel Rumrosinen mit etwas Rum geben. Alles zusammem abkühlen lassen.

Bratapfel mit Grießflammerie oder Eis servieren.

Und dann, ganz dringend: Neue Rumrosinen ansetzen!

Freitag, 1. Oktober 2010

Alles Banane


Warum soll man eigentlich selber kochen? Der entscheidende Grund besteht für mich darin, dass man exakt das bekommt, was man möchte. Hannah hat mich geradezu verrückt gemacht, mit ihren Banana Pancakes. Tagelang gingen sie mir im Kopf herum. Bis ich schließlich die gut gereiften Biobananen opferte, aus denen eigentlich Eiscreme werden sollte. - Nee, Pancakes mussten es jetzt sein! Und dann bitteschön auch so ein kleines Türmchen wie bei Hannah, ja! Einfach alles so machen wie im Rezept beschrieben und dann schöne kleine Pancakes in Butter braten. Bei mir gab's dazu einen Klecks Sahne und reichlich Akazienhonig. Unbedingt nachmachen, die Dinger sind sehr banana und oberlecker!

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails