Donnerstag, 30. September 2010

Sag ens Blootwoosch*


Ganz frische Blutwurst ist ein Glücksfall. Da muss man zugreifen, auch wenn eigentlich etwas ganz anderes auf dem Speisezettel stand. Im Rheinland liebt man Blutwurst, die nur ganz leicht geräuchert ist. Manchmal ist sie auch gar nicht geräuchert. Auf jeden Fall ist sie noch relativ weich und eher mild und sie schmeckt nur, wenn sie superfrisch ist.

Dann eignet sich die Wurst ganz besonders gut zum Braten, was ja hier auch so eine kultische Handlung ist. Blutwurst braten, meine ich. Die schwach geräucherte Blutwurst, die wir auch Flönz nennen, wandert mit einem Tröpfchen Öl in die Pfanne, bis sie außen knusprig und innen schön cremig ist. Dazu essen wir Himmel un Ääd, in diesem Fall Kartoffelpüree und gebratene Apfelspalten. Braun gebratene Zwiebeln gehören auch dazu, unbedingt!

*Ach ja, und ein Lied muss natürlich auch sein. Es gibt praktisch kaum ein Thema, zu dem es in Köln kein Lied gäbe. Doch zu manch einem Thema drängt es sich förmlich auf: Sag ens Blootwoosch, von Jupp Schlösser, bei Youtube.

Dienstag, 28. September 2010

Jemand noch Kappessalat?


Sagte ich mal etwas über langfristige Beziehungen zu Weißkohl? Die relativ kleine Ausgabe eines handelsüblichen Kohlkopfes bescherte mir kürzlich schon eine Salatschwemme. - Doch jetzt kommts noch dicker!

Meine Eltern erbeuteten auf ihrem Weg durch das Elsass einen Weißkohl, der nun bei mir landete. Das Ding ist monströs, gar kein Vergleich zu den handballgroßen Köpfen, die einem sonst begegnen. Außerdem ist es eine andere Art von Weißkohl, denn der Kopf ist eher flach und weniger kugelig. Eigentlich wird diese Sorte im Elsass zu Sauerkraut verarbeitet.


Sauerkraut in Heimarbeit kommt hier aber nicht in Frage. Die äußeren Blätter waren für mein Mittagessen reserviert: Kohlrouladen mit ungarischen Spitzpaprika. Den Rest stopfte ich so lange in die Küchenmaschine, bis keine großen Schüsseln mehr da waren, um weiteren Salat aufzunehmen.


Ich bin nicht sicher, ob ich jemals Kohlrouladen aus Weißkohl gewickelt habe. Zu Hause gab es immer Wirsingrouladen, und aus alter Gewohnheit habe ich Wirsing auch später stets bevorzugt.

Der Weißkohl lässt einem keine Wahl, wer ihn wickeln will, muss ihn blanchieren. Ansonsten bleibt er störrisch. Bei einem klugen Blogger (...?) habe ich mal gesehen, dass Lasagneblätter sich gut in einer großen Pfanne kochen lassen. Für Kohlblätter erwies sich diese Idee ebenfalls als recht pfiffig.



Für die Füllung Gemüse würfeln: 2 Zwiebeln, 3 ungarische Spitzpaprika, 5 Knoblauchzehen. Dazu kommen ein paar Streifen vom Weißkohl. Das Gemüse in neutralem Öl mit etwas Salz bei mittlerer Hitze anbraten, bis es leicht Farbe annimmt. Mit schwarzem Pfeffer und zerstoßenem Kümmel würzen. 2 Scheiben Vollkorntoast rösten und dann in sehr feine Würfelchen schneiden. Das Brot zu dem Gemüse in die Pfanne geben und alles gut vermengen.


Die Gemüsemischung abkühlen lassen und dann mit 300 g gemischtem Hack und einem Ei vermengen. Eventuell nachwürzen. Kohlblätter mit der Mischung füllen und aufwickeln. Die Wickel in einer großen Pfanne anbraten. Kräftige Fleisch- oder Gemüsebrühe angießen, so dass etwas Flüssigkeit zum Verdampfen in der Pfanne steht. Ein paar Tomaten und 2 Spitzpaprika in Stücke schneiden und zu den Kohlrouladen geben. Einen Deckel auflegen und die Kohlrouladen bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Dazu gibt es cremiges Kartoffelpüree. Der Sud kann mit Butter gebunden werden, muss aber nicht. Durch das frische Kraut und die wahnsinnig aromatischen Spitzpaprika aus Ungarn schmeckte die Brühe sehr kräftig und gut.

Sonntag, 26. September 2010

Können die was?


Mein Kartoffelbauer präsentiert neue Sorten. Während Annabelle schon seit Juni zu haben ist, kommen jetzt ihre Freundinnen so langsam aus der Erde. Die neue Ernte ist jedes Jahr wieder spannend, denn ich möchte unbedingt wissen, was die Knollen taugen. Kartoffeln schmecken nicht in jeder Saison gleich, auch wenn es sich um ein und dieselbe Sorte handelt, die sogar vom selben Acker kommt. Das ist das Spannende  an einem Naturprodukt.

Heute habe ich Agria getestet, eine mehlig kochende Sorte, die ich im vergangenen Winter schon für Klöße und Püree verwendet habe. Doch als Rheinländerin stehen mir Fritten wesentlich näher als Klöße. Kein Wunder, dass die erste Aufgabe für Frau Agria lautete, ab in die Friteuse!

Ein schönes Bad aus feinstem Erdnussöl stand schon bereit. Die Kartoffel hat sich darin mit Bravour geschlagen, - außen kross, innen locker, kein erdiger Beigeschmack. Zufriedener könnte ich gar nicht sein.



Überraschend großartig war dazu die Frittensauce. Eine Mayonnaise, nur mit Salz und Kölner Mostert gewürzt. Normalerweise würde ich eine Mayo immer mit Essig oder Zitronensaft abschmecken. In diesem Fall habe ich ganz einfach eine größere Menge von diesem herrlichen Senf untergerührt. Für meinen Geschmack war das die beste Frittensauce, die ich je gemacht habe.

Wer die Kölner Senfmühle noch nicht kennt, sollte sich mal umsehen. Mir schmeckt der Senf jedenfalls sehr gut.

Wiedersehen

Manchmal ist Essen nicht so wichtig. Dann geht es nur darum, in der Kölner Altstadt ein Plätzchen zu finden, wo der Brauhauslärm nicht alles übertönt. Gegen ein, zwei oder drei Kölsch ist trotzdem nichts einzuwenden. Das Treffen mit einem Freund aus längst vergangenen Zeiten war höchst unterhaltsam, sehr anregend und ziemlich wohltuend. Nach Plauderstündchen in der unverhofften Herbstsonne und Spaziergang am Rhein, spülte es uns irgendwann in die "junge Gastronomie" vom Brauhaus Früh. Netter Laden, ohne rotzfreche Köbesse, angenehme Atmosphäre. Essen war lecker, auch wenn ich gar nicht so genau darauf geachtet habe. Für mich gab es Reibekuchen mit Lachs und für mein Gegenüber Maishähnchen mit Sesamschupfnudeln. Nebenbei fiel mir auf, dass unwahrscheinlich viele Flammkuchen an die Tische getragen wurden. Wer auf bizarre Portraits von Politikern steht, kommt übrigens bei der Wandgestaltung voll auf seine Kosten. Ich würde beim nächsten Mal möglicherweise einen Platz wählen, von dem aus ich nicht die ganze Zeit Angie im Blick habe.

Freitag, 24. September 2010

Pasta #33 Spaghetti mit Venusmuscheln


Auf dem Wochenmarkt hat alles seine Ordnung. Vor allem beim holländischen Fischmann folgt das Anstehen einer gewissen Choreographie.

Der Wagen ist irrsinnig groß. Man muss sich einen dieser riesigen LKW mit gelbem Nummernschild vorstellen, wie man sie von der Autobahn kennt. So ein Truckmonster stellen die Holländer bei uns hinterm Rathaus ab. Dann klappen sie die Seite runter, und das ganze Vehikel verwandelt sich in eine riesige Fischtheke.


Wenn man unvorbereitet an den Verkaufsstand tritt, dann könnte man meinen, es herrsche das reine Chaos. Nur schwer lässt sich erkennen, wie das enden soll. Steht man vielleicht in einer Stunde noch dort? Werden die Holländer mich übersehen? Ist der Fisch schon ausverkauft, wenn ich dran komme?

In Wirklichkeit geht alles ruckzuck, denn die Menschenmasse vor dem Wagen besteht in Wirklichkeit nur aus drei kleinen Grüppchen. Links in der Theke türmen sich ganze Fische, unverschämterweise noch mit Köpfen, Augen und Schwanzflossen dran. Hier stehen italienische Wirte, asiatische und türkische Familien sowie afrikanische Frauen.
Auf der rechten Seite liegen sagenhafte Matjes neben Krabben und geräucherten Makrelen. Dahinter steht die Fritteuse. In diesem Bereich stehen die Rentner an. Manche von ihnen verzehren den Fisch gleich an den Stehtischen neben dem Wagen.

Den meisten Platz in der Theke nehmen die Fischfilets ein: Tilapia, Pangasius, Lachs, Rotbarsch, Kabeljau, Seelachs. Am frühen Freitagmorgen türmen sich unglaubliche Berge davon auf dem Eis. Dieser mittlere Bereich wird gerne vom mittelalten Durchschnittskunden aufgesucht. Wem Köpfe und Flossen irgendwie unheimlich sind, der ist hier richtig. Gegen Mittag liegen nur noch ein paar armselige Fetzen hinterm Glas.

Unnötig zu sagen, dass die Abteilung links, also mit den kompletten Fischen, die interessanteste ist. Neuerdings entdecke ich dort auch schonmal Besonderheiten, die es hier sonst nicht zu kaufen gibt, Jakobsmuscheln zum Beispiel. Oder Vongole, so wie heute.

Spaghetti mit Venusmuscheln
Spaghetti wie gewohnt kochen.

Vongole abspülen und durchsehen. Zerbrochene oder geöffnete Muscheln aussortieren.

Olivenöl erhitzen, Sardellenfilets (besser in Öl eingelegt, nicht in Lake) darin schmelzen. Reichlich Knoblauch und etwas Chili hinzufügen. Klein geschnittene Tomaten in den Topf werfen und die Hitze auf höchste Stufe schalten. Muscheln in den Topf geben und den Deckel auflegen. Nach wenigen Augenblicken, haben sich alle Muscheln geöffnet. Dann sind sie gar. Wenn sie jetzt noch länger gekocht werden, dann werden sie zäh.

Die abgeschütteten Spaghetti mit Muscheln, Tomaten und Sud mischen. Etwas glatte Petersilie darüber geben.


EDIT: Nicht gerade revolutionär, aber dennoch eine Verbesserung: Bevor die Muscheln in den Topf kommen, etwas Weißwein auf die Tomaten gießen, nur ein Schlückchen. Wenn das Gericht fertig ist, ein paar kleine Stückchen Butter in den Sud rühren.

Mittwoch, 22. September 2010

Der Speck muss weg


Und der Appenzeller, die Frühlingszwiebeln und die Kartoffeln könnten auch bald mal gegessen werden. Aber vor allem der gute luftgetrocknete Speck soll nicht umkommen. Daher wandert heute Mittag alles zusammen in die Pfanne. Gekochte Kartoffeln in Olivenöl anbraten, Speck dazu, Zwiebeln und Knoblauch dazu und mit Salz würzen. Zum Schluss den Appenzeller dahinschmelzen lassen, Pfeffer, gemörserten Kümmel und Paprikapulver darüber geben.

Dazu gibt es Krautsalat. Der Krautsalat und ich, wir sind offenbar eine längerfristige Beziehung eingegangen. Da schnippelt man ein bisschen an einem Kohlkopf rum, und schon erhält man Kappessalat bis zum Abwinken. Das ist wirklich preiswert, und gesund ist es wahrscheinlich auch.

Montag, 20. September 2010

Vegetarisch aufgemöbelt


Was macht man mit den Resten vom Schweinebraten, wenn gar kein Schweinebraten mehr übrig ist? - Klar, das lässt sich alles noch sehr gut verwerten! 

Spicy Rice

Eine Zwiebel schneiden und mit etwas Salz und Öl anbraten. Den Rest Reis in die Pfanne geben. Etwas Madras Curry mit einem winzigen Flöckchen Butter anschwitzen und unter den Reis mischen. Eine rote Paprika in Stücke schneiden und mit einer Hand voll Cashewkerne in die Pfanne geben. Eventuell mit Salz abschmecken. Krautsalat, Momofukusauce und Kreuzkümmel-Sojareduktion passen perfekt dazu.

Sonntag, 19. September 2010

Zünftiger Krustenbraten mit Krautsalat


Nä, wat wor dat schön! Ich habe mich wie jeck über Eure Kommentare und Glückwünsche gefreut. - Danke Euch allen! Mal wieder bin ich der Ansicht, dass ich die besten Leser der Welt habe. Bloggen ist wirklich eine tolle Sache!

Das Mittagessen geht quasi noch als Geburtstagsessen durch, nicht nur, weil es wirklich ein Festmahl gewesen ist. Es ist auch so, dass ich bereits gestern mit den Vorbereitungen angefangen habe, weil ich vermeiden wollte, dass ich heute Mittag vier Stunden auf mein Essen warten muss.

Wenn man es ganz genau nimmt, fingen die Vorbereitungen sogar schon am Freitag an, als ich ein wunderschönes Stück Schweinebauch, "die reine Natur", wie der Metzger meinte, auf dem Wochenmarkt erstand. Wie schwer das Stück war, weiß ich nicht. Irgendwie schien es passend, obwohl mir klar war, dass es unter der Behandlung im Topf und im Ofen gewaltig schrumpfen würde.

Die Anregung zu diesem Gericht entnahm ich dem Kochgesetzbuch von Christian Rach, der den Schweinebauch ganz ähnlich zubereitet.

Ziemlich nah am Rezept und nur ganz moderat verändert, ist die Kreuzkümmel-Sojareduktion, die absolut grandios schmeckt. Die intensive, dunkelbraune Sauce wird ganz sicher zur Dauereinrichtung in meiner Küche. Sie erinnert mich ein bisschen an Ketjap Manis, das ich früher immer in riesigen Kanistern im Asiamarkt erstanden habe. Die Plastikbehälter erlitten ein ähnliches Schicksal wie alle Fertigsaucen: Sie standen rum und langweilten sich zu Tode.

Pork Belly

Knoblauch und Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Ein Stück Schweinebauch zusammen mit Knoblauch und Ingwer ganz fest in Klarsichtfolie packen.
Wer auf Nummer Sicher gehen will (so wie ich) nimmt noch einen Gefrierbeutel, packt den Folienklumpen rein und verschließt das Ganze mit einem Vakuumclip.

Dieses schöne Paket kommt für zwei Stunden in ein Wasserbad von 90°C. Als Pi-mal-Daumen Köchin hatte ich mir das exakte Steuern der Temperatur schwieriger vorgestellt. Tatsächlich ging es ganz einfach. Ab und zu war ein Schlückchen kaltes Wasser nötig, und dann blieb die Temperatur wieder recht lange konstant.




Nach zwei Stunden kann das Paket ausgewickelt werden. Dann entfernt man die Gewürze und alles, was aus dem Fleisch ausgetreten ist. Backofen auf 80°C vorheizen, Schwarte rautenförmig einschneiden, mit grobem Meersalz würzen, - und ab in den Ofen, wieder zwei Stunden.

Zum Schluss soll der Braten eine schöne Kruste bekommen. Dazu ist es nötig, den Grill aufzudrehen. Bei meinem dreistufigen Backofengrill habe ich die niedrigste Stufe gewählt. Man sollte ein Auge darauf haben, denn die Kruste wird sehr schnell schwarz.


Kreuzkümmel-Sojareduktion

Das ist eine absolut grandiose Idee aus Rachs Kochgesetzbuch. Natürlich habe ich mich nicht ans Rezept gehalten, aber die Idee ist noch erkennbar.

Aus 1 Tl. zerstoßenem Kreuzkümmel, 2 El. Rübenkraut, 4 El. japanischer Sojasauce, 100 ml. ungesalzener Kalbsbrühe entstand eine herrliche Reduktion, die unübertroffen gut zu Schweinefleisch passt. Alle Zutaten zusammenrühren und in einem Topf auf etwa die Hälfte reduzieren. Das geht recht schnell und sollte mit etwas Gefühl geschehen, damit die Reduktion nicht unerwünschte Aromen entwickelt. Rach nimmt im Originalrezept Honig, salzarme Sojasauce und Hühnerbrühe. Ich denke, das Ergebnis dürfte recht ähnlich sein.

EDIT: Ganz vergessen zu erwähnen: Die Reduktion sollte vor dem Verzehr unbedingt noch durch ein feines Sieb gegeben werden, denn die Bröckchen vom Kreuzkümmel stören sonst beim Essen.


Als erfrischenden Kontrast dazu ein Dip, der auf dieser Momofukusauce basiert. Hier reicht es durchaus, Sojasauce und Sherryessig aus dem Handgelenk zu dosieren und nur einen kleinen Spritzer Öl zu verwenden, weitaus weniger als im Original jedenfalls. Die Sauce besteht hauptsächlich aus fein geschnittenen Frühlingszwiebeln und geriebenem Ingwer.

Kontrastreich stehen sich auch die beiden Gemüsekomponenten gegenüber: Krautsalat, von Hand geschnitten, mit Salz geknetet und mit Sherryessig und neutralem Öl ganz sanft angemacht.

Ganz anders dagegen die Möhren, in neutralem Öl in der Pfanne gebraten und danach mit dunklem Sesamöl und Sambal oelek gewürzt.

Dazu Basmatireis.

Klingt vielleicht nach großem Zauber und einem Riesenhaufen Abwasch, aber in Wahrheit handelt es sich um eine sehr einfache Zubereitung mit großem Spaßfaktor. Ich bin begeistert!





Samstag, 18. September 2010

Mein erstes Bloggerjahr

Heute vor einem Jahr saß ich heulend vor meinem Rechner und meldete pastasciutta bei Blogspot an. Die Anfänge lagen auf meiner alten Homepage, die nach wie vor mit einer Software läuft, die für einen Blog nicht so richtig geeignet ist. Aus diesem und anderen Gründen schien mir ein Umzug ratsam und ich nahm den Namen pastasciutta gleich mit. Die Zeichen standen sowieso auf Neuanfang, weil mein altes Leben ein paar Tage vorher in Hamburg zuende gegangen war. Ich war unendlich traurig und ich versuchte mich abzulenken, so gut es eben ging. Zeitweise betrieb ich noch einen zweiten Blog, für den ich ebenfalls kochen, fotografieren und essen musste.

Den zweiten Blog gab ich auf, weil mir die Kocherei bald zuviel wurde. Außerdem wuchsen mir meine Probleme über den Kopf und ich schaffte es gerade mal so, wenigstens pastasciutta zu füttern. Der erste Text, den ich hier veröffentlichte, stammte von meiner alten Homepage. Es ging um Reibekuchen, denn ich bin der Meinung, das passt irgendwie immer.

Ein Jahr später geht es mir deutlich besser. Alte Freunde sind aus meiner Vergangenheit aufgetaucht, einige lesen sogar diesen Blog. Wenn ich ehrlich sein soll, war es sogar die olle K., die als erste zu mir sagte, Mensch, warum machste nicht 'nen Blog. Daher habe ich für die olle K. auch das beste Essen des ganzen Jahres gekocht. Und die andere K. liest mit ihren Kindern regelmäßig auf diesen Seiten. Mit beiden habe ich  vor vielen Jahren schon zahllose Mahlzeiten geteilt. Damals kamen wir mit drei Haushalten auf maximal sechs Herdplatten. Gutes Essen war uns wichtig, lange bevor Food zum Lifestyle-Thema wurde. Wir haben gekocht, gefrühstückt, getrunken, Supermärkte geplündert und nächtens Reibekuchen gebacken. Durch die Bloggerei können wir heute wieder Mahlzeiten teilen, obwohl wir weit von einander entfernt wohnen. Freut mich sehr, dass Ihr wieder da seid! Ohne die Gespräche mit Euch, wär ich wahrscheinlich immer noch sehr traurig.

Zu den Lesern die mich gleich in der Anfangszeit unterstützt und in ihre Blogroll aufgenommen haben, gehören Steph, Dana und Anke Gröner. Ein paar andere kamen im Laufe der Zeit dazu. Nach wie vor ist pastasciutta ein eher kleiner Blog, mit einer sehr überschaubaren Leserzahl. Keinen einzigen meiner Leser möchte ich missen. Ihr bereichert meinen Tag, weil ich weiß, das Ihr hier lest und weil Ihr Kommentare schreibt. Es könnte allerdings nicht schaden, wenn noch mehr Leute mich in ihre Blogroll aufnehmen würden. Die grandiose Maren, die immer wieder von der anderen Seite hier reinschnuppert, konnte ich nur auf diesem Wege kennen lernen. Sie hat mich zwischendurch sogar mit einem zauberhaften Brief und einem wunderbaren Geschenk überrascht.

Marens Blog ist auch meine Verbindung in die Welt der Kreativblogs. Zu den Höhepunkten des vergangenen Bloggerjahres zählt für mich das Treffen in Köln, im Mai 2010, organisiert von Malin Jo. Es hat mich maßlos beeindruckt, was da an kreativer Energie zusammenkam. Großartig, dass ich Euch alle kennengelernt habe!

Irgendwie bin ich zuversichtlich, dass ich ganz viele von den Foodies, die mir in diesem Teil des Internets begegnen, auch noch kennenlernen werde. Schon bald reise ich nach Hamburg, um einige von Euch zu treffen. Darauf freue ich mich wie jeck! So wie ich mich auch auf jede weitere Begegnung mit Bloggern und Foodies freue, auf alle spannenden Begebenheiten, die nur durch die Bloggerei möglich sind. 

So, und jetzt gratuliere ich mir selbst zum Bloggeburtstag und feiere das Ereignis mit leckeren Reibekuchen, in meiner Lieblingskombi, mit Lachs, Schwarzbrot und Dillcreme. Happy Birthday, pastasciutta!

Büddeschön, da sindse: Jubiläumsreibekuchen zum Bloggeburtstag. Haben wieder prima geschmeckt.

Freitag, 17. September 2010

Pasta #32 - Spaghetti mit Lachswürfeli



Früher hat man mit Fisch schlimme Sachen gemacht. Die wirklich gruseligen Prozeduren habe ich aufgrund meiner Jugend nie selber erlebt. Meine Eltern, die in den Nachkriegsjahren aufgewachsen sind, erzählten schaudernd davon. Richtig frisch war der Fisch damals nie, wenn er nach einer langen Reise von der Küste im Rheinland ankam. Danach galt es, das Meerestier so lange zu kochen, bis der fiese Geschmack sich als fieser Geruch zwischen den Wänden verfing. Daher kann ich gut verstehen, dass mein Vater keinen Fisch mochte, bis wir unseren ersten Urlaub an der belgischen Küste verbrachten. Mir bescherte das herrliche Erinnerungen an Einkaufsbummel bei den Fischern am Hafen und an den Geschmack von frischer Seezunge mit salziger Butter.

Doch die Sitte, jeden Fisch so lange und so heiß wie möglich zu garen, hielt sich noch recht lange. Dass sogar ich noch mit dieser Unart in Berührung kam, fällt mir immer wieder auf, wenn ich Lachs esse. Jedes Mal denke ich an all die staubtrockenen Fische, die noch in den achtziger Jahren überall auf den Tisch kamen. Sogar die Franzosen servierten den orangefarbenen Fisch gerne auf diese Art, natürlich stets begleitet von üppigen Sahnesaucen, die den Trockenfisch essbar machen sollten.

Aus heutiger Sicht ist das kaum zu verstehen. Inzwischen haben wohl alle kapiert, dass Lebensmittel nicht zum Tod auf dem Herd verurteilt sind. Lachs darf bei mir gerade mal flüchtigen Kontakt zu Pfanne haben, bevor er auf dem Teller landet. Und wer hätte bitte in den siebziger Jahren gedacht, dass wir eines Tages sogar rohen Fisch essen würden? Und dass der sogar super schmeckt?

Heute Mittag habe ich Spaghetti mit einer kleinen Sahnesauce aus Zwiebeln, Knoblauch, Möhre und Tomate gekocht. Darüber verteilt sich ein Stück Lachsfilet, in Würfel geschnitten und für wenige Sekunden mit Olivenöl und Salz durch die Pfanne gewirbelt. Ein paar Späne Parmesan machen sich gut dazu.

Donnerstag, 16. September 2010

Pizza wie im Wilden Westen


Heute Morgen fand ich bei Einfach Guad die Anregung für mein Mittagessen. Andrea weist voller Bewunderung auf die Pioneer Woman hin, die mit ihrem Marlborough Man auf einer Ranch im Nirgendwo lebt, vier Kinder groß zieht und nebenbei noch kocht, fotografiert, bloggt und Bücher schreibt. Ich habe den Eindruck dass das längst noch nicht alles ist und dass der Tag dieser Frau mindestens 48 Stunden hat. Wahrscheinlich liegt es an der Zeitverschiebung oder daran, dass Amerikaner grundsätzlich ohne Schlaf auskommen. Jedenfalls war die Pioneer Woman nicht zu müde, um sich das Rezept auszudenken, das Andrea als Anregung diente. 

Irgendwie war beim ersten Lesen klar, dass ein Stück von dieser Wild-West-Pizza heute neben einem Salat auf meinem Teller landen würde . Nur ein paar kleine Änderungen müssen ja immer sein. Generell habe ich nichts gegen karamellisierte Zwiebeln. Die Idee, einen Zwiebelkuchen damit zu machen, klingt sogar recht gut. Nur heute war mir nicht danach.

Alles andere versprach jedoch, ein großes Vergnügen zu werden. Also, nix wie ran! Eine Lage Hefeteig auf Backpapier ausbreiten und geriebenen Parmesan darauf verteilen. In Olivenöl gebräunte Zwiebeln mit etwas Thymian, Salz und Knoblauch darüber geben. Mozzarella und (statt des Prosciutto) luftgetrockneten Speck darauf legen. Dann ab damit, in den Ofen, bei 220° C, etwa 15 Minuten. Das muss doch eigentlich gut werden, oder? - Ja, das wird wirklich ganz wunderbar und ein kleiner Salat schmeckt toll dazu.




Italienischer Schinken war gerade nicht vorrätig. Dieser luftgetrocknete Speck ist aber auch ziemlich gut.

Könnte man glatt schon ungebacken verputzen, oder?

Mittwoch, 15. September 2010

Herzerwärmende Herbstspeise


Unter der Woche finde ich es manchmal recht schwierig, ein vernünftiges Mittagessen zu bekommen. Wobei "vernünftig" eigentlich nur sagt, dass ich darauf Appetit haben muss und dass es mich satt und zufrieden macht. Wenn ich dann etwas essen muss, was mir nicht hundertprozentig zusagt, bekomme ich schlechte Laune, und der Nachmittag ist ruiniert. Gestern war zum Beispiel so ein Tag, mit aufgewärmten Nudeln. Immerhin ist es mir abends dann noch gelungen, eine Portion Sauerkraut mit Speck, Riesling und Wacholder zu kochen, die für heute mit reichte. Dazu gab es heute Mittag wunderbar cremiges Kartoffelpüree und Baked Beans. Ganz nebenbei blieb sogar noch Zeit, einen meiner Lieblingskuchen zu backen, den ich hier schonmal vorgestellt habe. Der Nachmittag kann kommen, ich bin bereit!

Sonntag, 12. September 2010

Futtern wie im Wirtshaus

Bitteschööön, haben Sie was ausgesucht?

Ja, ich nehme das Cordon Bleu mit Pommes frites und Salat.

Ist recht. Und was zu trinken? 

Ja, einen Orangensaft, bitte.


Hier ist schonmal der Salat. Das andere kommt gleich.

Danke.

 
Bitteschööön, das Cordon Bleu mit Pommes frites. Guten Appetit!

Danke! ...mjammm!

Samstag, 11. September 2010

Pasta #31 - Spaghetti mit Pancetta


An manchen Tagen wird es einfach nichts mit einem schönen Essen. Dann meldet sich der Appetit nicht deutlich genug zu Wort. Stattdessen mischt sich der Kopf in eine Entscheidung ein, die eigentlich der Bauch treffen sollte. Zu fett, zu schwer, zu teuer, zu langweilig, zu unvernünftig. - So kann man doch nicht kochen!

Und dann gibt es wieder diese Tage, die schon mit einem Riesenappetit anfangen. Da weiß ich schon beim Aufstehen, was ich Mittags essen möchte. So wird alles schön! Hunger auf Speck, Staudensellerie und Parmesan trieb mich heute Morgen zum Einkaufen. Zum Glück war alles sehr leicht zu bekommen.

Spaghetti mit Pancetta und Staudensellerie
Spaghetti ins kochende Salzwasser geben, kochen und schließlich abschütten.
Während die Spaghetti kochen, den Rest zubereiten:
Zwiebel pellen und in breite Streifen schneiden.
Knoblauch pellen und fein hacken.
Tomaten in kleine Würfel schneiden.
Staudensellerie putzen und das Innere in kleine Stücke schneiden. Die Blätter der inneren Stangen ebenfalls kleinschneiden und getrennt beiseite stellen.

Pancetta in einer heißen Pfanne knusprig braten und anschließend beiseite stellen.
Parmesan reiben.
Erst Zwiebeln und dann Selleriestange in Olivenöl anbraten. Das Gemüse mit Salz würzen. Knoblauch hinzufügen. Tomaten dazu geben. Zum Schluss die geschnittenen Blätter in die Pfanne geben. Mit schwarzem Peffer würzen und eventuell mit Salz abschmecken.
Spaghetti mit der Gemüsemischung vermengen. Parmesan darüber streuen. Pancetta zerkrümeln und ebenfalls über die Pasta geben.

Freitag, 10. September 2010

Freitags, irgendwo im Rheinland


Die Marktgilde sperrt die Fußgängerzone. Normalerweise dürfen in diesem Abschnitt auch Radfahrer fahren.


Wer früh unterwegs ist, hat gute Aussichten. Das Gedränge hält sich in Grenzen und die Auswahl ist noch recht üppig.


Dieser Händler bringt Obst und Gemüse aus eigenem Anbau mit. Eine Besonderheit an diesem Stand besteht darin, dass sich die Leute nur hier in einer ordentlichen Schlange anstellen. Kein Mensch weiß, weshalb das so ist. Leider kann sich diese Sitte an anderen Ständen nicht durchsetzen.


Wieder zu Hause: zweites Frühstück, Zwetschgen, Birne, Darjeeling.


Ach ja, der hübsch dekorierte Wohnraum ist meine Leidenschaft... - Nee, nicht wirklich! Aber Lavendelduft finde ich toll. Daher musste dieses Sträußchen heute morgen mit. Die Dose wartet schon ein bisschen länger auf ein Leben nach dem Olivenöl.


Schellfisch ist ein bisschen aus der Mode gekommen, kann das sein? Der Fischmann schneidet dicke Scheiben vom ganzen Fisch runter. Zu Hause schnitze ich daraus zwei Filets, die paniert und gebraten auf den Teller wandern. Dazu gibt es gebratene Kartoffelscheiben, Blumenkohl und Gurkenhappen.

Donnerstag, 9. September 2010

Pasta #30 - Spaghetti Napoli


Wenn ich diesen Foodblog nicht hätte, dann würde ich ganz sicher jeden Tag Spaghetti mit Tomatensoße essen. Mindestens fünf Mal pro Woche, soviel ist sicher. Glücklicherweise heißt das hier ja pastasciuttablog, puh! Wenn man es mal so sieht, dann könnte ich also wirklich noch viel öfter Pastasciutta kochen.

Montag, 6. September 2010

Flammkuchen "spezial"


Dieses Rezept habe ich an anderer Stelle schon einmal gepostet. Weil man es mit den Mengen nicht so ganz genau nehmen muss, gebe ich für den Belag jetzt keine Zahlen mehr an.

Hefeteig bereiten aus:
500 g Mehl, Type 550
1 Tl. Salz
1/2 Würfel Hefe
2 El. Olivenöl
ca. 250 ml Wasser

Den Teig gehen lassen, danach in acht bis zehn Portionen teilen und nochmals ruhen lassen.
Backofen mit Schamottstein aufheizen.

Belag vorbereiten:
Lauch und Zwiebeln in sehr feine Streifen schneiden.
Knoblauch fein hacken.
Durchwachsenen Speck in kleine Stückchen schneiden.
Parmesan und Gruyère fein reiben.
Alles mit Crème fraîche vermengen.

Eine Portion Teig möglichst dünn auswalzen. Sobald der Schamottstein aufgeheizt ist, den Flammkuchen mit etwas Hartweizengrieß oder Instantmehl auf einen Schieber legen und dünn mit dem Belag bestreichen. Salz darauf streuen und den Flammkuchen in den Ofen schieben.

Der Flammkuchen ist fertig, wenn der Belag beginnt, etwas Farbe anzunehmen. Mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle servieren.

Auf diese Weise werden einzelne Flammkuchen nach einander auf Stein gebacken. Natürlich kann man den Teig auch mit Backpapier auf einem Blech ausbreiten. In diesem Fall reicht die Teigmenge für zwei Bleche.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Start in die Woche!

Freitag, 3. September 2010

Hauptgewinn in der Meeresfrüchtelotterie


Frische Jakobsmuscheln! - Auf dem Wochenmarkt, ich werd' verrückt! Hallo, meine Freunde, Euch habe ich hier noch nie gesehen! Ein Kilo kostet 7,50 Euro. Das sind in diesem Fall genau fünf Muscheln. Diesen Spaß wollte ich mir schon immer mal gönnen. 



Auf dem Heimweg überlege ich, was ich mit der kostbaren Meeresfrucht anfangen soll. Am liebsten mag ich sie so pur wie möglich, mit etwas Salat. Okay, damit steht der Plan in etwa fest.

Zu Hause erstmal schön alles vorbereiten. Salat fertig machen, aus Eisberg, Rauke und Tomaten. Dressing aus Sherryessig, Salz und Öl.

Als kleinen Geschmackskick raspele ich frischen Knoblauch und vermenge ihn mit gutem Olivenöl.

Etwas Grünes von der Lauchstange in feine Streifen schneiden. Um besonders aromatische Kartoffeln zu bekommen, bin ich sogar extra nochmal losgeradelt. Jetzt schäle ich eine Kartoffel und ziehe mit dem Sparschäler hauchdünne Blätter ab. Diese werden dann mit einem großen scharfen Messer in dünne Fäden geschnitten. Wir wollen Stroh, keine Streichhölzer, denn die hatten wir neulich schon.


Wenn alles am Platz steht, sind die Jakobsmuscheln dran. Am besten bearbeitet man sie mit Handschuhen, damit der Geruch nicht die ganze Woche an den Fingern haftet. Mit einem dünnen Messer fährt man im Inneren der Muschel am oberen Deckel entlang und durchtrennt den Muskel so nah wie möglich am Deckel. Dann lässt sich die Muschel öffnen und das Fleisch entnehmen. Das weiße Fleisch und den roten Corail (sofern vorhanden) von dem Rest trennen und unter fleißendem kaltem Wasser abspülen. Mit Küchenpapier abtupfen.

Wenn auch die Muscheln bereit sind, dann kann man sich ans Frittieren machen. Lauch vorfrittieren und aus dem Fett nehmen. Kartoffelstroh frittieren und zum Schluss noch einmal das Lauchstroh dazu geben. Alles zusammen aus dem Fett heben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Würzen mit Fleur de Sel.

Butter und Olivenöl in einer Pfanne sehr heiß werden lassen und Jakobsmuscheln darin anbraten, von jeder Seite etwa 30 Sekunden. Die Muscheln dürfen auf gar keinen Fall durchgaren.



Jakobsmuscheln mit Fleur de Sel würzen und mit Salat auf einem Teller anrichten. Stroh darüber geben und ein paar Kleckse Knoblauchöl an den Tellerrand träufeln.




Das Stroh schmeckt zur allergrößten Not auch ohne Lauch sehr gut.


 Ist da Pfand drauf?


Donnerstag, 2. September 2010

Beilage zu Steak & Salat


Noch'n Steak. Damit es nicht zu langweilig wird, gesellen sich ein paar Gruyère-Kartöffelchen von der schnellen Sorte dazu. Lieber hätte ich sie etwas langsamer im Ofen gegart. Aber, wenn man nicht ewig warten will, tut es auch die beschichtete Pfanne.

Kartoffeln in der Schale kochen und günstigerweise etwas abkühlen lassen. Anschließend wird die Pelle abgezogen und die Kartoffeln längs halbiert oder geviertelt, je nach Größe. Etwas Butter in einer beschichteten Pfanne zerlassen und die Kartoffeln kurz darin schwenken. Gruyère reiben und über die Kartoffeln verteilen. Alles gut schwenken oder mit einem Holzspatel wenden, bis sich der Käse gleichmäßig um die Kartoffeln gelegt hat. Falls der Käse nicht zur Zusammenarbeit bereit ist, einfach die Krusten vom Pfannenboden schaben und über die Kartoffeln legen. Würzen mit etwas Salz, geriebenem Kümmel und Paprika. Mit klein geschnittenen Frühlingszwiebeln servieren.

Dazu gab es einen Salat aus gemischten Cocktailtomaten, die gar nicht so gemischt geschmeckt haben, Frühlingszwiebeln, Rauke und Eisbergsalat. Dieser Salat wird oft ein bisschen verkannt, weil er so ein würdeloses Dasein, als Plastikkugel im Supermarkt, führt. Wenn es gelingt, ihn frisch vom Feld, als vollständigen Kopf, zu erlegen, dann macht er sich ausgesprochen gut in der Salatschüssel.

Mittwoch, 1. September 2010

Exotischer Süßkram


Früher oder später bloggen sie alle Food. Essen muss schließlich jeder. Von Anke Gröner wissen wir es schon. - Jetzt also auch Henryk M. Broder, dachte ich, als ich kürzlich auf seine Waffel-Hitliste stieß. Platz 1: Kägi fret aus der Schweiz. Kenne ich vom Skilaufen. Immer gerne, in großen Mengen, jedoch leidenschaftslos verzehrt. Den zweiten Platz belegt ein Schokoriegel aus Israel, der mir leider völlig unbekannt ist. Auf dem dritten Platz eine Schokowaffel, die ich irgendwo schonmal gesehen habe: Prince Polo aus Polen.

Woher kenne ich die nur? Der örtliche Marktkauf führt ein neuerdings immer größer werdendes Sortiment polnischer Lebensmittel. So weit im Westen der Rpublik ist das wahrhaft exotisch. Vor ein paar Tagen kaufte ich mir eine Packung schlesischer Oblaty , um sie, kaum zu Hause angekommen, zu pulverisieren. Möglicherweise wird diese Vorliebe nicht jeder teilen Wer jedoch auf trockene Oblaten mit einem Hauch von Vanille steht, der wird dieses Zeug ebenso lieben wie ich.

Um ganz ehrlich zu sein, deutet nichts darauf hin, dass Henryk M. Broder zum Foodblogger wird. Vermutlich mag er ganz einfach nur Schokowaffeln. Prince Polo habe ich heute probiert, und ich fand sie lecker. Wahrscheinlich werde ich mich jetzt systematisch durch das Regal arbeiten, bis ich alle Süßigkeiten durch habe. Die schnapsgetränkten Pflaumen mit Schokoüberzug sehen jedenfalls sehr vielversprechend aus.

Mehr zu Prince Polo gibt es auch bei der Schnuppensuppe, die ebenfalls bei Broder verlinkt ist.

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