Samstag, 31. Juli 2010

Meine ersten Sommerplätzchen


Man muss nur lange genug über eine Sache nachdenken, dann ist man auch schon in der Lage, gute Vorsätze in die Tat umzusetzen. Ruckzuck geht das. Erst seit zwanzig Jahren grübele ich in der Weihnachtszeit, warum ich wohl im Sommer nie Plätzchen backe. - Siehe da, schon ist es passiert, meine ersten Sommerplätzchen!


Gesehen bei Macheesmo und sofort Appetit bekommen. Obwohl ich das Rezept nur geringfügig um wenige Gramm verändert habe, kam bei mir eine viel größere Menge heraus, wie es scheint. Während das Originalrezept angeblich nur für 24 Cookies reicht, wurden es bei mir 18 große Cookies (= zwei Bleche!) und anderthalb Bleche voll mit ungezählten kleineren Cookies.

Hafer-Orangen Cookies
250 g Süßrahmbutter, zimmerwarm
200 g Zucker
60 g Voll-Rohrzucker
Zesten von einer Bioorange
1 Ei
1 Tl. Vanilleextrakt
120 g Mehl
1/2 Tl. Backpulver
1/2 Tl. Natron
1/2 Tl. Salz
200 g feine Haferflocken

Backofen auf 180° C vorheizen.

Butter mit Vanilleextrakt und Orangenzesten schaumig schlagen. Beide Zucker und Salz hinzufügen, und weiterschlagen, bis sich alles vermischt hat.
Ei hinzufügen.
Mehl mit Backpulver und Natron mischen, und unter die Masse ziehen.
Zuletzt die Haferflocken in den Teig rühren.

Mit Teelöffeln kleine Portionen Teig mit viel Abstand auf ein Blech mit Backpapier setzen und flach drücken. Ein Metallring ist sehr nützlich, wenn die Kekse gleichmäßig rund werden sollen.

Etwa 14 bis 16 Minuten backen und auf dem Backpapier abkühlen lassen.

Freitag, 30. Juli 2010

Das Feriengemüse


Vor drei Jahren war Ratatouille in aller Munde.  Eine animierte Filmratte machte das Gemüsegericht in Deutschland populär, und im Internet gingen die Rezepte herum wie ein Lauffeuer.

Meine ganz persönliche Meinung zu diesem Klassiker der südfranzösischen Küche stand damals längst fest. Mir geht es nicht viel anders als dem Restaurantkritiker Anton Ego im Film: Obwohl das Gericht so einfach scheint, trifft es nur dann den richtigen Nerv, wenn es Kindheitserinnerungen weckt. Und das ist bei mir wirklich nur der Fall, wenn das Ratatouille ein bisschen aufwändiger hergestellt wird. Nur dann schmeckt es nach Sommer in Südfrankreich und nach langen Schulferien.

Mein Ratatouille ist kein fettarmes Diätessen. Es darf auf gar keinen Fall zu wenig Olivenöl enthalten und es müssen alle Gemüse schön angeschmort werden. Das ist wichtig und das braucht seine Zeit. Außerdem mag ich es sehr gerne, wenn die Gemüsemischung auch Staudensellerie enthält, wie das Ratatouille in meiner Erinnerung. Mengen spielen hingegen keine Rolle, es wird nichts abgewogen.

Mein Ratatouille
Also beginne ich mit den Auberginen. Sie werden gewaschen, am Stielansatz abgeschnitten und dann in mundgerechte Stücke geschnitten. Danach bestreue ich die Stücke mit Salz und lasse sie eine Weile schwitzen. Auf diese Weise lassen sie sich hinterher besser braten. Sie werden schneller weich und saugen nicht gleich das ganze Öl auf.


Während die Auberginen schwitzen, ist Zeit, das übrige Gemüse zu putzen und in Stücke zu schneiden: Staudensellerie, Paprika, Tomaten, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch. Falls vorhanden, auch ein paar Kräuter vorbereiten: Basilikum, Petersilie, Thymian, Rosmarin.

Mein Ratatouille bereite ich in einer sehr großen Pfanne zu. Das Anbraten beginnt dann wieder mit den Auberginen, die bei mittlerer Hitze ziemlich lange brauchen. Danach lege ich sie in ein Sieb und lasse das Öl abtropfen. - Es bleibt trotzdem genug Öl darin, auch, wenn man es (wie ich) sehr ölig mag!

Danach brate ich die Zucchini an und würze sie gleich zu Beginn mit Salz. Zum Schluss füge ich reichlich gehackten Knoblauch und etwas Thymian hinzu. Die Zucchini aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Zwiebeln anschwitzen, Staudensellerie hinzufügen, Paprika hinzufügen, Rosmarin hinzufügen. Dann die Tomaten dazu geben, die Auberginen und die Zucchini. Mit Basilikum und glatter Petersilie würzen und mit Salz abschmecken. Alles zusammen kochen lassen, bis die Tomatenstücke zerfallen.

Das Ratatouille geht heiß und kalt, schmeckt aber am besten lauwarm.


Dazu passt eine schöne Dorade, mit etwas Olivenöl übergossen und mit Meersalz bestreut. Nach 20 bis 25 Minuten bei 200° C im Ofen, ist sie lecker und fertig.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Kürzlich, im Kuriositätenladen: Leckeres Granolafrühstück

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, heißt es immer. Doch ich gehe einfach mal davon aus, dass der gute Geist, der sich um die Pfützen in meiner Küche gekümmert hat, alles richtig verschraubt, verbunden und abgedichtet hat. Also kann ich wieder nach Herzenslust Töpfe und Pfannen abwechselnd einsauen und sauber machen. Was wohl an sich der Sinn des Kochens ist. Mit leicht angespannter Wachsamkeit warte ich den ersten Testlauf der Spülmaschine ab und dann denke ich wieder ungehemmt übers Kochen nach.

Ne Kleinigkeit ging auch gestern schon. Das Granola im Kleinen Kuriositätenladen hatte mich total jeck gemacht. Eigentlich hatte ich es schon bei Delicious Days ins Auge gefasst, aber gestern war halt der Appetit größer. Ich habe getrocknete Äpfel verwendet, wie Steph, allerdings keine Cranberrys, sondern Rosinen. Außerdem habe ich das Rohrzuckeraroma mit etwas Zimt abgerundet, wie Nicky, gerade so viel, dass man es nicht herausschmeckt. Oben drauf sind noch ein paar Sesamkörner. Auf Backpulver und die lange Stehzeit habe ich ganz verzichtet und das Müesli nach einer Stunde in der Ofen geschoben. Heute Morgen musste ich dann nur noch frisches Obst zurechtmachen und Milch darüber gießen. - Ich finde es extrem lecker, aber das ist auch kein Wunder. Haferflocken schmecken mir praktisch in jeder Form und mit viel frischem Obst sowieso. Mir schmecken sogar die "staubtrockenen undefinierbaren Briketts".

Montag, 26. Juli 2010

Verlagerung


Schnell mal 'ne dicke Rippe riskieren geht immer noch. Auch wenn die Küche zur Zeit eher Bau- als Kochstelle ist. Wenn man wegen der Pfützen auf den Fliesen den Spülkram vermeiden will, dann darf man halt nicht mit dem Essen kleckern. Einen dicken Klotz Fleisch mit Öl, Bohnenkraut und Knoblauch über Nacht marinieren und dann bei 160° garen, bis alles schön braun und weich ist. Dazu ein leckerer Salat aus Einlegegurken. Die sind so schön gurkig. 

Noch 'ne Baustelle verdanke ich meinem linken Bein, das irgendwie rumzickt. Bei den Enten auf dem Decksteiner Weiher habe ich vorerst Urlaub eingereicht. Daher muss ich meine sportlichen Aktivitäten von der Grünanlage auf die Radwege verlagern. Eigenartigerweise ist mir dabei zum ersten Mal aufgefallen, wie gut ein Weizenfeld duftet.

 Das Bild wurde an der L 183, zwischen Buschbell und Königsdorf aufgenommen. Rechts: A 4, aus Richtung Aachen.

Sonntag, 25. Juli 2010

Was Hühner lieben und Köchinnen erheitert


"Anis bringt Hühner zum Fliegen." Mit diesen Worten pflegte meine Mutter früher ihr Huhn aus dem Backofen zu servieren. Der Hinweis auf die ultimative Zutat für Geflügel stammte, ebenso wie das Zitat, aus einer Kochzeitschrift, wahrscheinlich "essen und trinken", oder aus einem Kochbuch. Seit dieser Entdeckung kippen wir öfter mal ein Fläschchen Pernod oder Ricard ans Huhn und gelegentlich auch in die Köchin.

Tatsächlich liebt das Hühnerfleisch den leckeren Anisschnaps. Obwohl man meinen könnte, dass die Lakritznoten den feinen Geflügelgeschmack verdrängen, hebt sich beides gegenseitig. Als weitere Komponente passt frischer Knoblauch sehr gut dazu, der sich ebenfalls nicht nicht in den Vordergrund drängt.

Natürlich ist ein ganzes Huhn immer schöner als nur zwei Beinchen, zumal ich auch noch zwei gleiche erwischt hatte. Aber das hier ist sozusagen die kleine Lösung für den kleinen Haushalt, die kaputte Spüle, Pfützen auf dem Küchenboden und nicht benutzbare Spülmaschine. - Alles kein Grund also, auf ein leckeres Essen zu verzichten. Zur Not gibts hinterher noch einen Pastis, dann ist alles wieder schön...

Für zwei Portionen nehmen wir zwei Tomaten, zwei Zwiebeln, zwei Knoblauchzehen. Alles in Würfel schneiden und auf ein Blech oder in eine feuerfeste Form legen. Mit Salz würzen und zwei Hühnerbeine auf das Gemüse betten. Alles mit Salz würzen und in den 180° C heißen Ofen geben. Bei mir dauert es eine Stunde, bis das Fleisch saftig und zart, und die Haut knusprig ist. Da ich gutes, fettes Hühnerfleisch nehme, vertragen die Beinchen diese lange Garzeit sehr gut. Wer kleinere Hähnchenschenkel oder weniger fettes Fleisch verwendet, kann die Garzeit deutlich verkürzen.


Während des Garens wird das Gemüse einmal mit einem kräftigen Schluck Pernod oder Ricard begossen, kurz vor Ende der Garzeit ein weiteres Mal.

Gleichzeitig kann man im Ofen ein paar Kartoffelecken aus schönen neuen Kartoffeln knusprig backen. Dazu die Kartoffeln sauber schrubben, in Spalten schneiden und in Erdnussöl wenden. Erst nach dem Backen mit Meersalz bestreuen.


Dazu passt ein bisschen Zucchini-Couscous mit Petersilie, um den Gemüsesud aufzunehmen. Instant-Couscous nach Packungsvorschrift zubereiten. Zucchini in feine Würfelchen schneiden und in Olivenöl anbraten. Mit Salz, Knoblauch und Thymian würzen und dann mit Couscous und glatter Petersilie mischen.

Samstag, 24. Juli 2010

Pasta #27 - Avocado-Zucchini-Pappardelle mit Lachs


Das ist mal eine schöne Aufgabe zum Mitmachen, an den Geräten zu Hause! Einfach dieses Gericht nachkochen und wesentlich hübscher anrichten als auf dem Foto.

Na gut, es wäre möglich gewesen, den Lachs etwas weniger zu zerfetzen. Aber dafür darf man nicht so gierig sein und den Fischman um eine Monsterportion vom roten Fisch bitten, die man hinterher fürs Foto doch wieder teilen muss.

Außerdem kämen die hübschen Zucchinischeiben, die exakt den selben Zuschnitt wie die Bandnudeln haben, besser zur Geltung, wenn jemand beides zusammen ordentlich zu einer Rosette aufgewickelt hätte. Und mit ein paar frischen Kräutern würde der frische grüne Touch der Avocadosauce ganz bestimmt viel frischer und grüner wirken. - Ja toll! Dann darf man aber auch nicht so einen riesengroßen Hunger haben, wenn man mit dem Kochen anfängt. Dann muss man sich mit dem Fotografieren auch nicht so wahnsinnig beeilen.

Darum rate ich jedem, der dieses Gericht nachkocht, er möge es hübsch auf dem Teller drapieren und ein Foto davon schießen. Das Nachkochen lohnt sich tatsächlich, denn die Pappardelle mit Zucchini und Avocadosauce sind sehr köstlich. Und der saftig gebratene Lachs passt hervorragend dazu.

Avocado-Zucchini-Pappardelle

Im Vorfeld eine Sauce bereiten, aus einer reifen Avocado, einer geriebenen Knoblauchzehe, etwas Zitronensaft, drei El. Joghurt und etwas Salz. Die Sauce kann ruhig über Nacht durchziehen.

Pro Person eine Portion Pappardelle (breite Bandnudeln) nach Packungsvorschrift kochen. Eine Zucchini mit dem Sparschäler in breite Bänder schneiden, in Olivenöl anbraten und mit Salz würzen. Die gekochte Pasta mit den Zucchinibändern mischen und dann so viel von der Sauce darunter mischen, dass alles gerade so benetzt ist.

Freitag, 23. Juli 2010

Ostern im Hochsommer



Wohin nur mit den vielen Eiern? Seit die Eismaschine im Haus ist, kaufe ich dauernd frisches Gelege vom Huhn, natürlich stets mehr als ich brauche. Im Kühlschrank stapeln sich die Eierkartons und ich denke tatsächlich schon wieder über Nachschub nach, weil das Wochenende vor der Tür steht und ich doch Eis essen will.

Am späten Abend überkam mich plötzlich der Wunsch nach einem schönen Clafoutis für's Frühstück. Da wären ja dann auch Eier drin. Insofern ist Clafoutis eine gute Sache. Ausgesucht schöne, dunkelrote Süßkirschen würden auf diese Weise die Nacht überstehen und mich ebenfalls zum Frühstück beglücken. - Ja, Clafoutis ist eine tolle Idee!

Kurz bei Aurélie reingesehen, denn sie ist Französin und weiß wie sowas geht. Im Grunde handelt es sich nur um einen Pfannkuchenteig, der mit Obst in einer gut (!) gebutterten Form gebacken wird. Von alleine wäre ich sicherlich nicht auf die Idee gekommen, die Stiele an den Kirschen zu lassen. Aber es sieht bei Aurélie so schön aus, dass ich ebenfalls ein paar Stiele dran lasse.

Der aufmerksame Leser und Linkverfolger hat sicherlich festgestellt, dass Clafoutis nicht die Lösung für mein Eierproblem sein konnte. Gerade mal zwei Stück habe ich verbraucht. Rechnen Sie also in nächster Zeit mit weiteren Eierrezepten, liebe Leser!

Dienstag, 20. Juli 2010

Was ist das denn? Schon wieder ein Lieblingseis?


Beim Portionieren von Eiskugeln erweise ich mich als ähnlich talentfrei wie Anke Gröner. Irgendwie zicken die Gerätschaften immer herum und machen letztlich, was sie wollen. Kommt das Eis frisch aus der Maschine, dann hat es sowieso eher die Konsistenz von Softeis. In diesem Zustand schmeckt es am besten, aber es lässt sich beim besten Willen nicht zu Kugeln formen.

Ich denke dann immer an eine Eistheke, die ich als Kind mal in der Nähe von Nizza besucht habe. Dort nannte sich die Einheit zum Bestellen und Bezahlen zwar Boule, aber in Wirklichkeit schmierten sie das Eis nach Gutdünken mit einem Spachtel aufs Hörnchen, und zwar sehr großzügig. Obwohl ich ungern in großen Einkaufszenten flaniere, ist mir dieses Cap 3000 in guter Erinnerung geblieben. - Mit ordentlichen Eisportionen war ich wohl schon damals ziemlich leicht zu beeindrucken.

Nach dem Nachfrosten oder der "Durststrecke", wie ich es nenne, wird es mit dem Formen von Kugeln auch nicht einfacher. Leider muss ich gestehen, dass nach dem Zwischenstopp im Tiefkühler schon mehrere Eisportionierer ihre letzte Reise angetreten haben. -  Und die ging weiß Gott nicht an die Côte d'Azur!

Für's Foto ist mir wenigstens ein Eisbällchen gelungen. Den Rest habe ich ohne viel Gedöns um die Form verspachtelt. Immerhin ist ja eine verdammt geile Farbe dabei herausgekommen. Und das Eis schmeckt phantastisch. Es handelt sich mal wieder um die Sahnebasis von Ben & Jerry's, hergestellt nach Ulrikes Anweisungen bei Küchenlatein, aber mit nur 3/4 der Zuckermenge. Zusätzlich habe ich ein Pfund schwarze Johannisbeeren mit 200 g Zucker zu einer dicken Sauce gekocht und einen Teil davon in das fertige Eis gerührt. Für meinen Geschmack war dies das beste Eis, seit Anschaffung der Eismaschine!




Sonntag, 18. Juli 2010

An einem Wochenende im Juli


Wochendende bedeutet gutes Essen, wenn man Glück hat. Viel Arbeit ist dazu nicht nötig, nur ein paar gute Sachen. 




Samstag: Rumpsteak mit neuen Kartoffeln aus dem Backofen, dazu Salat aus Gurke, Tomate, Paprika und Knoblauch, und Olivenöl mit gehacktem Knoblauch, Petersilie und Basilikum.


Sonntag: Eine Scheibe Lammfleisch aus der Keule mit Zucchinigemüse. 


Dazu wieder blutjunge Kartoffeln, weil sie am Samstag schon so lecker waren. - Jooah, das war schonmal sehr schön. Jetzt kann der Montag kommen... Ich wünsche allen Lesern einen guten Start in die neue Woche!

Freitag, 16. Juli 2010

Pasta #26 - Der flotte Alfredo jr.


Normalerweise gibt es hier nur schnelle und unkomplizierte Gerichte. Aber dies ist nochmal eine Spur schneller und unkomplizierter. Diese Woche war echt nicht viel Zeit zum Kochen. Und ich muss gestehen, dass ich gestern nicht einmal mein Mittagessen fotografiert habe. Ja, ich habe mich auch ordentlich geschämt. So gehört sich das für eine Foodbloggerin.

Robert hat ja neulich schon erklärt, dass die richtige Pasta Alfredo unbedingt mit selbsthergestellten Fettucine angerichtet werden sollte. Dabei muss die Pasta hauchdünn sein, damit sie zum Alfredo-Erlebnis wird. - So ist es richtig, aber die jungen Leute heutzutage haben ja alle keine Zeit. Der Alfredo junior greift dann gerne mal zur Fertigpasta, ehe er gar nichts zu essen bekommt.

In diesem Fall sind es Spaghetti. - Linguini oder andere Arten von Bandnudeln sind aber auch recht schön. Während die Pasta kocht, ist mehr als genug Zeit, die Sauce anzurichten. Frische Sahne, weiche Butter, geriebener Parmesan, etwas Pfeffer und Salz. Dazu kommt eine angeschnittene Knoblauchzehe, die ich nur mit untermische, aber nicht mitesse. Die heiße Pasta wird einfach mit diesen Zutaten gründlich vermischt.

Etwas Frische erhält das Nachahmerprodukt durch frisch gezupftes Basilikum und eine fein gehackte Tomate. Daran leidet das Foto etwas, denn in der aktuellen Ausführung kommt Alfredo Junior mit ziemlichen Riesenbrocken von dem roten Gemüse daher. Dabei muss ich wirklich sagen, dass das Gericht feiner und besser wird, wenn man sich die Mühe macht, die Tomaten sehr fein zu würfeln, natürlich gehäutet und entkernt.

Mit frisch geriebenem Parmesan servieren, der erst auf dem Teller zusätzlich untergemischt wird.

Dienstag, 13. Juli 2010

Alter Fuchs! Wer hat die Blaubeeren gegessen?


Zu meinen wenigen unbestrittenen Talenten gehört das Aufspüren von Lebensmitteln. Man kann mich in einer fremden Stadt aussetzen und ich werde sicherlich bald an einer originellen Imbissbude auftauchen, mich durch den Wochenmarkt schnüffeln oder an einem gedeckten Tisch sitzen. Wenn Du hungrig bist, dann geh am besten mit mir, denn ich weiß, wo die Futterkrippe steht.

Natürlich zeigte sich mein Talent schon früh, in der Kindheit. Sowas ist vollkommen normal. Mozart spielte schließlich auch schon mit vier Jahren Klavier. Für die kleine Wühlmaus war es stets das Größte, wenn sich irgendwo eine Gelegenheit ergab, im Freien nach Beeren zu suchen. In der Nähe des Hauses, in dem ich aufgewachsen bin, wuchsen unglaubliche Mengen von Walderdbeeren, in einem rekultivierten Waldgebiet. Später entdeckte ich, dass Brombeeren sich dort in absurden Massen vermehren. Leider gab es in dieser Gegend keine Blaubeeren. Jedoch führten unsere Wochenendausflüge häufig ins nahe gelegene Belgien, wo wir manchmal in einem Waldstück herrliche Blaubeeren sammelten.

Die Blaubeer-Ausflüge fanden leider nicht so häufig statt. Aus diesem Grund blieben Blaubeeren immer etwas Besonderes. Als ich etwas älter war, erfuhr ich öfter mal das große Glück, Blaubeeren in den Alpen, also an einem Berghang, sammeln zu dürfen. Nicht, dass mir das Bücken und Herumkriechen auf dem Waldboden der Ardennen etwas ausgemacht hätte. Doch, wenn die Beeren praktisch auf Mundhöhe wachsen, dann hat das schon etwas von Schlaraffenland an sich.

Tja, und dann kam der Fuchsbandwurm. Auf einmal hieß es, wilde Beeren seien sowas wie tickende Zeitbomben. Irgendwann in ferner Zukunft sollte sich der Verzehr rächen und man würde ein fürchterliches Schicksal erleiden, wenn man diese Früchte gegessen hätte. - Na, toll! Da hat man mal ein schönes Hobby, und dann steht das plötzlich auf einer Stufe mit Skysurfing oder experimentellem Drogengebrauch. Ich war echt sauer!

Inzwischen wissen wir, dass der Fuchsbandwurm sicherlich eine Gefahr ist, jedoch nichts mit dem Sammeln von Blaubeeren zu tun hat. - Viele Jahre ohne Walbeeren, völlig umsonst! Wer hat eigentlich die ganzen Blaubeeren gegessen, als ich sie nicht mehr sammeln durfte?

Echte Waldbeeren esse ich am liebsten pur, mit einem Glas Milch. Bei Blaubeeren aus der Zucht greife ich nur zu, wenn sie nicht zu viele Kilometer auf dem Buckel haben. Dann kann man sie auch schonmal zu Kuchen oder Pancakes verarbeiten.

Blaubeer-Pfannkuchen

Heute Morgen habe ich ein paar amerikanische Rezepte gelesen. Überall wird Backpulver verwendet, damit die dicken kleinen Frühstückspfannkuchen schön fluffig werden. Meiner Meinung nach ist das nicht notwendig.

Pro Person 1 Ei trennen. Eigelbe mit Milch etwa 1:1 mischen. Pro Person 1 gehäuften Esslöffel Mehl hineinrühren, 1 Esslöffel Zucker und etwas Salz hinzufügen. Eventuell mit etwas Vanilleessenz aromatisieren.
Die Masse etwa 15 bis 30 Minuten stehen lassen. Dann das Eiweiß steif schlagen und unterheben.

Butter in einer beschichten Pfanne zerlassen und mehrere kleine Kleckse Teig hinein setzen. Sobald die Unterseite gebacken ist, ein paar Blaubeeren auf die feuchte Oberseite geben und leicht andrücken. Die Pfannkuchen wenden und fertig backen. Mit Akazienhonig und einem Glas Milch servieren.

Montag, 12. Juli 2010

Pasta #25 - Tornado-Spaghetti


Der Express warnt vor einem Tornado in der Mittagszeit. Was mach ich denn da? - Am besten irgendwas mit Spaghetti. Das passt schließlich immer. Ein bisschen Wind kommt auf, die Türen schlagen im Durchzug zu, ich schließe lieber die Fenster.

Mal sehen, welche Vorräte noch vorhanden sind. Eine kleine und eine große Tomate, Petersilien-Knoblauchöl, Lauchzwiebeln, Kapern, Basilikum, Parmesan. Na, wenn das mal nicht sehr für Tornado-Spaghetti spricht! Kann man so hübsch anrichten, dass einen das Auge des Twisters direkt anschaut. Und zum Essen muss man dringend das ganze Arrangement verwüsten.


Der Tornado hat übrigens Verspätung. Abgesehen von einem leichten Windhauch und ein paar Regentropfen ist hier nichts angekommen. Wie es scheint, hat er sich bereits weiter westlich ausgetobt.

Samstag, 10. Juli 2010

Im äußersten Norden von Afrika


Derzeit ist Köln der nördlichste Vorort von Agadez. Brütende Hitze, nordafrikanisches Klima, schwüle Nächte, keine Gnade. Auf dem Teller: Couscous, Zucchini und gegrilltes Fleisch.

Traditionell ist die Herstellung von Couscous ein mühsames Geschäft. Die Bewohner der Wüste investieren viel Zeit in die Zubereitung ihrer Leibspeise. Die Grundsubstanz, meist ein Grieß aus Weizen, muss immer wieder von Hand bearbeitet werden. Befeuchten, Trocknen, Kneten, Lockern, Dämpfen. Mir bricht der Schweiß aus, wenn ich in der Mittagshitze darüber nachdenke. 

Zum Glück läßt sich im äußersten Norden von Nordafrika wenigstens Instant-Couscous käuflich erwerben. Den mag ich gerne und, ehrlich gesagt, habe ich auch nie anderen gegessen. Leute mit großem Hunger profitieren davon, dass dieses Produkt wirklich sagenhaft schnell auf dem Tisch steht.

Ein paar Zucchinischeiben aus der Grillpfanne, ein Schweinenackensteak, etwas Petersilien-Knoblauch-Olivenöl und natürlich reichlich Meersalz. So lasse ich mir die Sommerküche schmecken.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Himbeereis zum Frühstück


Manchmal bin ich wirklich froh, dass ich im Hier und Jetzt lebe. Auch, wenn ich gelegentlich kleine Ausflüge in die Vergangenheit unternehme. Dann sitze ich mental wieder im Bademantel vor dem Fernseher und staune über so großartige Musiksendungen wie Hitparade oder Disco. Wir hatten ja damals nichts anderes. 

Heute danke ich dem Himmel jeden Tag für mp3 und mp4. Dann hole ich das Himbeersorbet fürs Foto raus und bin trotzdem sofort wieder in den Siebzigern. Schließlich gibt es zum Frühstück das irrsinnig tolle Himbeersorbet, denn es soll ja nicht umkommen, nach dem Fotografieren. Im Jahr 1977 galt man noch als "hoffnungslos verrückt", wenn es sowas Köstliches zum Frühstück gab. Noch so ein Aspekt, der das Leben in 2010 so viel besser erscheinen lässt.


Heute freue ich mich einfach unbändig, weil ich schon 5 Kilometer gelaufen bin und hinterher süße und saftige Kirschen, Himbeeren und Erdbeeren auf dem Obsthof bekommen habe. Meine liebe Laufpartnerin hat mir diese entzückenden Blumen geschenkt, die ich ins Internet stelle, damit sie ewig blühen. Danke! Im Himbeereis ist das Aroma und die Sonne der reifen Früchte eingefroren. Das ist pures Glück an einem herrlichen Sommertag.

An Robert von lamiacucina sende ich einen Dank für den genialen Trick mit dem Traubenzucker: Das Himbereeis besteht nur aus Früchten und Zucker, wobei die Hälfte des Puderzuckers durch Traubenzucker ersetzt wurde. Das Sorbet bekommt davon einen ganz seidigen Schmelz.

Dienstag, 6. Juli 2010

Rettung für einen Sommersalat


Hier gibt es viel zu wenig Kartoffelsalat. Ich meine das wirklich ernst. Kartoffelsalat ist immer wahnsinnig praktisch und unheimlich lecker. Außerdem kann der Salat in zahllosen Variationen hergestellt werden. Und das habe ich sträflich vernachlässigt, fällt mir gerade auf.

Im Wesentlichen treten bei mir zwei Versionen von Kartoffelsalat auf (abgesehen von ein paar Mischformen und Exoten). Die Winterversion ist schwer, fettig und rheinisch, mit selbstgemachter Mayonnaise. Die Sommerversion ist erfrischend, leicht und mit, na ja, hier beginnt das Problem... Deswegen gab es ihn irgendwann nicht mehr. Die Sommerversion basierte nämlich ursprünglich auf Salatcreme mit Joghurt, wobei mir die Salatcreme irgendwann zum Halse heraus hing. Mir ging nicht nur dieser Einheitsgeschmack auf die Nerven, sondern auch die eigenartige Konsistenz und die angebrochenen Gläser im Kühlschrank. - Nee, dann also lieber keinen Sommersalat mehr...

Der Vorteil der fertigen Salatcreme bestand eigentlich darin, dass man glaubte, salmonellenmäßig auf der sicheren Seite zu sein. Ob das Leben mit rohen Eiern tatsächlich gefährlicher wäre, wage ich zu bezweifeln. Andererseits brachte ich aber noch nie den Mut auf, an einem schwül-warmen Sommertag 30 Leute mit selbstgerührter Mayo zu füttern. Da ist das Vertrauen in die Industrie dann doch größer als zum Huhn, auch wenn da eher der Bauch als der Kopf das Sagen hat.

Nun erlebt der erfrischende Sommerkartoffelsalat aber ein ungeahntes Revival. Im Kleinen Kuriositätenladen fand ich genau die richtige Substanz dafür: Mayonnaise ohne Ei!


Der Salat besteht aus gekochten Kartoffeln, die gepellt und in Scheiben geschnitten werden.

Während die Kartoffeln kochen, eine Salatgurke schälen und vom Kerngedöns befreien. Die Gurke längs vierteln und in Scheiben schneiden. Mit Salz und Zucker bestreuen und eine Weile stehen lassen, bis sich das Wasser abgießen lässt.

Ein paar Frühlingszwiebeln längs vierteln und sehr fein schneiden.

Ein Bund Dill sehr fein schneiden.

Alles mischen.

Die Salatsauce: 1 Teil Milch (nicht zu kalt), 2 bis 3 Teile Öl, Senf, Weinessig, Zitronenpfeffer, Zucker, Salz, Curry (nur zum Abrunden), Knoblauchpulver, cremiger Joghurt. Alle Saucenzutaten in einen hohen Mixbecher geben und den Stabmixer kurz hochziehen, - fertig!

Sauce mit den übrigen Zutaten mischen.

Erfrischender Sommerkartoffelsalat, noch ohne Dressing.




Montag, 5. Juli 2010

Hier ist nur Gutes drin!


"Die Zeiten, in denen Eis aus hochwertigen Zutaten hergestellt wurde, sind längst vorbei", 
meldet stern TV. - Ich bin geschockt! Keine Sahne im Industrieeis? Billige Zutaten, statt hochwertiger Inhaltsstoffe? Und ich dachte tatsächlich, in den Werken der Lebensmittelindustrie sitzen Bäuerinnen mit Kopftuch, die den Rahm von Hand in die Eismaschine schöpfen. Im Hinterzimmer bewahren sie Omas Rezepte in einer handgeschriebenen Kladde auf. Und wenn die modernen Manager mal nicht weiter wissen, dann greifen sie auf das Wissen ihrer Vorväter zurück.

Ganz so geschockt bin ich dann doch nicht. Aber ich drücke höchstpersönlich auf den Knopf der Eismaschine, und dann passe ich ganz genau auf, dass kein böser Industrieschuft sich daran zu schaffen macht.

Beim Rezept für das Schokoladeneis, habe ich mich mal wieder bei Ulrike von Küchenlatein bedient. Die Mischung besteht aus bester Biosahne, bayerischer Vollmilch und hochwertiger Schokolade. Wie alle Eisrezepte von Ulrike, ist auch das Schokoeis große Klasse und uneingeschränkt empfehlenswert. - Lecker!

Ursprünglich stammt das Rezept übrigens aus Ben & Jerry's Homemade Ice Cream & Dessert Book. Das Werk wurde von den beiden Erfindern der Ben & Jerry's Eiscreme geschrieben, die ganz nebenbei auch das gleichnamige Industrieeis produzieren. Bevor ich 17,99 Euro in meine Eismaschine investiert habe, bin ich eine schöne Stange Geld an die beiden Herren losgeworden, weil ich ihr Eis so lecker finde. Auch, wenn sie ihren ehemaligen Hippie-Betrieb inzwischen an Unilever veräußert haben.

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails