Montag, 31. Mai 2010

Das kleine Saucenwunder


Nachdem sich alle so schön zum Thema Kalorien geäußert haben, verstecke ich die bösen Tierchen jetzt einfach mal. Wir sehen ein herrliches Kalbskotelett aus der Grillpfanne, nackige Karoffeln und Grünspargel aus der Pfanne. Die überaus köstliche Sauce befindet sich zu unterst auf dem Teller und wird von den vermeintlichen Hauptakteuren gut versteckt.

Zu meinem großen Erstaunen war der Fond in der Grillpfanne gar nicht verbrannt. Das stellte sich beim probeweise Ablöschen heraus. Und das war schließlich auch der eigentliche Kick bei diesem Essen, denn aus einem kleinen Bisschen Fond, Weißwein, Sahne, Tomaten und Frühlingszwiebeln wurde eine granatenstarke Soße. Ich staune immer wieder darüber, wieviel Geschmack das Kalbfleisch hergibt, wenn man eine Sauce daraus bastelt. Dieser Geschmack steht in gar keinem Verhältnis zum Geschmack des Fleisches an sich. Rätselhaft, aber gut.

Samstag, 29. Mai 2010

Schpargel in Schpecksahne


Grünspargel habe ich lange Zeit gar keine Beachtung geschenkt. Diese traurigen Bündel aus dem Supermarkt waren es einfach nicht wert, sich damit zu beschäftigen. In Magazinen wird das grüne Gemüse gerne als "praktisch" angepriesen, weil es nicht geschält werden muss. Lediglich das holzige Ende solle man abbrechen oder abschneiden, heißt es immer.

Seit ich vor einigen Jahren nun den wunderbaren Spargelhof in meiner Nähe entdeckt habe, ist Grünspargel etwas Tolles. Frisch und glänzend strahlt mich dieses leuchtende Frühlingsgrün an und schreit: Ich will mit! Zu Hause stelle ich dann ganz erfreut fest, dass da gar kein holziges Ende ist, das man abbrechen oder abschneiden muss. Die Ausbeute beträgt satte hundert Prozent. Na, das freut auch den Kassenwart.

Grünspargel in Specksahne mit Zwiebelrösti
Kartoffeln schälen und grob raffeln. Bei mittlerer Hitze in Erdnussöl braten. Bevor die Kartoffeln braun werden, eine fein gewürfelte Zwiebel und etwas Butter hinzufügen. Zum Schluss salzen und im Backofen warm halten.

Dann den Spargel zubereiten. Grünspargel schräg in Scheiben oder Stücke schneiden. Luftgetrockneten Speck in feine Streifen schneiden. Knoblauch fein hacken. Spargel in heißem Olivenöl kurz anbraten und salzen. Spargel aus der Pfanne nehmen und Speck in der Pfanne anschwitzen. Zum Schluss den Knoblauch dazu geben. Mit Sahne oder einer Mischung aus Sahne und Milch aufgießen und den Spargel wieder darunter mischen. Mit Salz abschmecken und mit reichlich Pfeffer würzen. Spargel mit Rösti servieren.

Freitag, 28. Mai 2010

Pasta #23 - Schpeckschpaghetti

Bitte betrachten Sie das Foto, werter Leser. Sieht es nicht köstlich aus? - Ja, ganz bestimmt sehen diese Spaghetti appetitlich aus. Doch leider kann sich unmöglich jemand vorstellen, wie sie schmecken.

Die Raffinesse steckt nämlich in diesem einmalig tollen Rohessspeck, einem Mitbringsel, das ich kürzlich geschenkt bekam. Rohessspeck bedeutet dabei so viel wie Speck zum roh essen. Kostbare Almschweine mussten dafür ihr Leben lassen. Die Kunst des Metzgers und die klare Bergluft machen daraus eine einmalige Spezialität, die man nicht in jedem Laden kaufen kann. Eigentlich eine Schande, sowas unter die Pasta zu mengen, möchte man meinen. Schließlich soll man den Speck ja auch roh essen. Sowas schreiben die Schweizer sicherlich nicht ohne Grund darauf. Ich muss aber sagen, dass diese Delikatesse etwas Besonderes aus diesem simplen Gericht macht. Ein paar feine Streifen vom luftgetrockneten Fleisch zaubern den Geschmack der Berge auf meinen Teller.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Ordentlich Fleisch auf die Rippen

Ach, ich kann mich noch gut an die alten Zeiten erinnern. Zum Beispiel an Pfingsten 2010, als ich diese Rippchen aß...

Meine Erinnerungen reichen aber durchaus auch weiter zurück, in Zeiten, als noch nicht alles so rosig war wie heute. Schweinerippchen, an denen noch ordentlich Fleisch dran ist, waren früher eine Seltenheit. Diese herrliche Spezialität war, zumindest in unseren Breiten, früher gar nicht so leicht zu bekommen, obwohl ich eigentlich davon ausgehe, dass solche Stücke praktisch an jedem Schwein dran sein müssen.

Wenn meine Mutter mal Rippchen mit brauner Soße machen wollte, dann reichte ihr der Metzger eigentlich nur einen Haufen Knochen über die Theke. Davon konnte sie zwar eine leckere Soße kochen, aber das Fleisch kam darin nur in homöopathischen Mengen vor. Heute ist das anders. Rippchen mit ordentlich Fleisch dran bekomme ich schon seit vielen Jahren in jeder Supermarktmetzgerei

Beim Bauernmetzger sah ich diese wunderbaren Spareribs aus eigener Schlachtung. Zu Hause wurden sie erst einmal sanft gekocht, in Salzwasser, mit ein paar Gewürzen, etwa 45 Minuten. Nach dem Abkühlen durften die Rippchen in Marinade mit viel Knoblauch und Ingwer baden, über Nacht, im Kühlschrank.

Am nächsten Tag hätte ich sie ganz gerne auf Holzkohle gegrillt, aber das war aus technischen und sozialen Gründen leider nicht möglich. So wanderten sie eben mit Kartoffelspalten in den Backofen, bei 180°, zirka eine Stunde. - Absolut köstlich, würzig und zart!

Dienstag, 25. Mai 2010

Berittene Krieger mit leerem Beutel


Nur janix ömkümme losse, sagt der sparsame Kölsche. Obwohl manche Leute bestreiten, dass es sowas gibt. Ich bin mir nicht ganz sicher, was das angeht. Auch nicht sicher bin ich darüber, welchen Stellenwert ein Gericht namens Arme Ritter in diesem Landstrich einnimmt. Diese Art der Resteverwertung war in meiner Familie nicht üblich und ist mir auch später nie live begegnet.

Heute Morgen also der erste Kontakt mit dem berittenen Krieger von der heruntergekommenen Gestalt. Schließlich war noch ein kleines Stückchen Blatz übrig. Und schließlich gibt es Tage, an denen muss das Frühstück richtig lange vorhalten. Weil die Begeisterung über ein kleines neues Leben in der Familie so groß ist, und weil die Begrüßung für so ein gerade frisch geschlüpftes Familienmitglied einfach das wichtigste Geschäft des Tages ist.

Immerhin reichte der Treibstoff so lange, dass ich es den Enten am Abend mal so richtig zeigen konnte. Unter diesem Gesichtspunkt ist dieses Frühstück wohl zu empfehlen. Reinste Sportlernahrung, kann man sagen. Und es schmeckt auch noch überraschend gut.

Arme Ritter
Rosinenbrot vom Vortag oder vom Tag davor entrinden und in Scheiben schneiden. Ei mit Milch, Salz, Zucker und Vanilleessenz verquirlen. In einer Pfanne reichlich Butter aufschäumen lassen. Die Brotscheiben in der Eiermilch wenden und dabei ein bisschen drücken, damit sie sich vollsaugen. Die Armen Ritter in der Butter goldbraun braten und mit Zimtzucker und Pflaumenmus servieren.

Sonntag, 23. Mai 2010

Halt! Keiner verlässt den Saal!


Wer klaut mir eigentlich immer die Rosinen? Also, mal ehrlich: Es ist doch nicht zu glauben, dass ich beim Backen so unglaublich große Mengen von Rosinen im Teig versenke. Hinterher finde ich ich die Trockentrauben dann kaum wieder. Bei diesem Blatz ist es mal wieder genau dasselbe. Sieht man ja im Anschnitt.

Blatz ist ein Hefebrot, das bei uns zu Hause gerne zum Sonntagsfrühstück gegessen wurde. Bei meinen Eltern war es üblich, das Gebäck fertig beim Bäcker zu erstehen. meist schon geschnitten, in Tüten. Für mich ist das aber nur das halbe Vergnügen, weil man sich dummerweise um den Geruch von frischem Hefegebäck bringt, der den Samstagabend verschönert.

Die Gewissensfrage, die man sich vorher immer stellen muss: Will ich meinen Blatz mit oder ohne Rosinen? Beides ist  nämlich möglich. Und, als es noch richtige Bäckereien gab, nicht nur diese Pseudobäcker, da lagen samstags die Regale voll von den frischen Hefelaiben. Und die Frau Fachverkäuferin fragte "Mit oder ohne?". - Klar, ich wollte immer mit Rosinen.

Zum Sonntagsfrühstück mit Blatz gehört für mich unbedingt rheinisches Schwarzbrot, Butter und am liebsten auch frische Leberwurst. Gekochter Schinken oder mittelalter Holländer passen aber auch sehr gut.

Freitag, 21. Mai 2010

Durchatmen


Endlich Erdbeeren! Bei der Importware konnte ich mich gut zurückhalten, aber jetzt sind die Erdbeeren aus dem Rheinland da. Die nehme ich natürlich mit, auch wenn sie unter Glas gewachsen sind.

Über einen schönen Kuchen aus diesen Erdbeeren hätte ich mich sehr gefreut. - Schade! Sie waren so schnell verputzt, dass die Zeit nicht einmal reichte, um Sahne zu schlagen. Aber sie haben sehr gut geschmeckt!


Der Spargel schießt jetzt auch wieder, da es endlich wärmer geworden ist. Dabei ist es unglaublich, dass ich erst drei Mal beim Spargelhof war, seit die Saison begonnen hat.

Höchste Zeit, auch mal meinen ganz persönlichen Spargelklassiker zu kochen! Über viele Jahre hinweg wollte ich Spargel gar nicht anders essen, als immer nur mit frischem Knoblauch, Pasta und Parmesan. Dafür habe ich viele Methoden und Rezepte getestet und letztlich keinen großen Unterschied festgestellt: So lange die Zutaten bei diesem Gericht stimmen, bin ich voll und ganz zufrieden. 

Heute Mittag habe ich einfach ein paar Rigatoni gekocht und den Spargel in Olivenöl angebraten.

Mit Meersalz würzen und etwas Butter und reichlich gehackten frischen Knoblauch hinzufügen. Bitte keinen getrockneten Knoblauch verwenden! Den Knoblauch nur ganz kurz anschwitzen und zum Schluss ein oder zwei gewürfelte Tomaten hinzufügen. Die Pasta unter das Gemüse mischen. Mit schwarzem Pfeffer und Parmesan servieren.

Tja, und dann hätte ich mich gefreut, wenn ich nicht alle Erdbeeren schon vorher aufgegessen hätte...

Donnerstag, 20. Mai 2010

Colour Collection: Pink Kitchen Stuff

 
Das Bloggertreffen hat mich völlig verdorben. Hier war doch völlig dekofreie Zone. Bisher. Jetzt klaue ich schon eine Idee bei der WohnSchwester. Als nächstes arrangiere ich was mit Gemüse und dann geht es komplett mit mir durch. Kinderkleider? Häkel-Cupcakes? Bunte Taschen? - Wer weiß...

Jetzt erst einmal Pink Stuff. Wie schon bei der WohnSchwester erwähnt, würde mein ganzes Arsenal an Pink jedes Bildformat sprengen. Deshalb habe ich mich auf Küchenzeug beschränkt. War schwierig genug, alles auf ein einziges Bild zu bekommen.

Wir sehen: Gerahmte Chipstüte (Hummergeschmack), leere Champagnerverpackung mit Lämpchen drin, Plastiksieb, Brotkasten, Puderzucker, Teelicht, Bratpfanne, Kuchenform, Zuckerguss, Vakuumclips.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Mehr Platz für den Linseneintopf



Wo sind die Würstchen? - Es gibt keine! Der Metzger hatte den Laden dicht, ungeachtet der Tatsache, dass ich schon auf eine leckere Linsensuppe mit Würstchen hingeschmachtet hatte. Nicht schlimm, dachte ich, dann wird es eben eine vegetarische Linsensuppe. Wenn man da viel Zeug reintut, dann wird das auch sehr lecker. Linsen, Zwiebeln, Möhren... Möhren? - Ja, denkste! In zwei Läden habe ich eine eingehende Möhrenbesichtigung vorgenommen und dann dankend abgelehnt. Was nicht lecker aussieht kommt auch nicht in meine Suppe!

Schließlich wurde es dann ein ziemlich dicker Eintopf, mit Linsen, in Olivenöl angeschmorten Zwiebeln, Knoblaich, Kartoffeln, Porree, Frühlingszwiebeln, frischen Tomaten und Tomatenmark. Alles in Wasser gekocht und mit gekörnter Brühe abgeschmeckt. Gewürzt mit Rosmarin, Lorbeer, Bohnenkraut, Zitronenpfeffer. Ach ja, und Suppennudeln sind auch noch drin.

Da sich unter den Stammlesern bestimmt so manch einer wundert, was hier los ist: Ich brauchte mehr Platz in meinem Blog. Irgendwie fand ich die alte Vorlage zu einengend.

Dienstag, 18. Mai 2010

Schnatterhaftes Federvieh


Was macht die dicke Frau denn da? Die Enten im Decksteiner Weiher wundern sich neuerdings regelmäßig. Dabei rase ich in atemberaubender Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Doch das arrogante Federvieh weiß mal wieder alles besser. Soll das Sport sein? Oder hat es mit Plattentektonik zu tun?

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, muss ich zugeben... Also, meine Fitness ist durchaus verbesserungswürdig. Ich muss aufpassen, dass ich nicht von hüftkranken Achtzigjährigen überholt werde. Damit mich das übliche schwere Mittagsmahl nicht noch mehr an die Erde zieht, versuche ich heute mal etwas Fettarmes.

Fitness-Hähnchen
  • Hähnchenbrust in feine Scheiben schneiden
  • Knoblauch würfeln
  • Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden. Das Weiße vom grünen Teil trennen.
  • Tomaten waschen und in feine Würfelschneiden
  • Etwas Kreuzkümmel im Mörser fein zerreiben
  • Hähnchenfleisch in einer beschichteten Pfanne anbraten. Das geht tatsächlich ohne Fett. Sobald das Fleisch von allen Seiten leicht gebräunt ist, an einer Stelle etwas Olivenöl in die Pfanne geben und den Knoblauch darin anschwitzen. Den weißen Teil der Zwiebeln unter das Fleisch mischen und kurz mit dem Fleisch ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika, Kreuzkümmel würzen.
  • Tomatenwürfel hinzufügen und leicht zerfallen lassen. Mit der Flüssigkeit aus den Tomaten, den Bodensatz lösen.
  • Zum Schluss den grünen Teil der Frühlingszwiebeln unter das Gericht mischen.
  • Servieren mit Reis, cremigem Joghurt und glatter Petersilie.
  • Extrem lecker dazu: Ein paar Tropfen Tahin über das Gericht träufeln. 
So, Ihr Enten! Das war überraschend lecker, auch in der fettarmen Variante. Vielleicht genehmige ich mir nach dem Waldlauf dafür eine fette Ente. Oder wenigstens eine kalte Ente.

Sonntag, 16. Mai 2010

Heidewitzka und Sonnenschein

Bloggertreffen 2010 in Köln

Diesen Weibern geht nie der Stoff aus. Dekorieren und Basteln liegt ihnen im Blut, und vor allem am Herzen. Sie nähen und sie sticken. Am laufenden Band gebären sie neue Ideen. Bunte Taschen, Halstücher, Kinderklamotten, sagenhaft schönes Zeug! Manche machen Schmuck und andere stellen Seife her. Wahrscheinlich gibt es nichts, was diese Frauen nicht können. Die Kreativ-Szene in der Blogwelt ist eine Wucht!

 

Der erste Kontakt zu den Kreativblogs kam durch Maren zustande. Bei ihr, auf der anderen Seite, stöberte ich lange herum, auch in der Blogroll. Auf diese Weise landete ich bei Frau Hoppenstedt und ihren entzückenden Taschen und schließlich irgendwie beim Bloggertreffen 2010 in Köln.

Was für ein Tag! Liebe Mädels, ich habe mich lange nicht so gut amüsiert! Der Geräuschpegel im XII Apostel übertraf wahrscheinlich jeden Jungesellenabschied. Es gab schon beim Frühstück so viel zu erzählen und zu fragen, dass die Zeit wie im Flug verging.


Köln zeigte sich von seiner besten Seite, als die Gruppe durch die Altstadt hinunter zum Schiffsanleger spazierte. Wie heißt es so schön? Eimol em Johr, dann weed en Schiffstour jemaht. - Auch wenn wir nicht (wie im Lied) bis zum Drachenfels kamen, sondern schon in Rodenkirchen von Bord gingen, trug der kleine Ausflug über den Rhein sehr zu dem besonderen Gefühl bei, das hoffentlich weit über diesen Tag hinaus anhalten wird.


Das ganze Programm hat sich Malin Jo ausgedacht, die einen perfekten  Tag für 43 Mädels geplant hat. Besser hätte man es nicht machen können, denke ich. - Vielen herzlichen Dank dafür!



Auch wenn ich das Mongos in Deutz ganz sicher nicht für ein romantisches Dinner zu Zweit empfehlen würde, war es für unser Abendessen die perfekte Wahl. Hier ist es laut, voll und sehr geräumig. Das Personal ist trotzdem umwerfend freundlich und kommt auch mit einer Horde abartig gut gelaunter Bloggerinnen klar. Das Essen hat gut geschmeckt und der Abend war genauso unterhaltsam wie der gesamte Tag. Das Texas Beef kann ich sehr empfehlen.

Für mich war nach dem Abendessen Schluss, weil ich einfach müde war. Der Tag hatte früh begonnen, und zwar stilecht, mit ritsch ratsch de Botz kapott. Auf dem Weg zur Straßenbahn war das Hosenbein meiner dünnen Sommerhose in die Fahrradkette geraten und ich musste noch einmal zurück, um mich umzuziehen. Wahscheilnlich kenne ich jetzt sehr viele Spezialistinnen, die mir sagen können, was ich aus diesem Fetzen noch unwahrscheinlich Tolles und Kreatives machen kann.


Tolle Erinnerungen nehme ich mit. Ich freue mich über all die netten, interessanten und kreativen Menschen, die ich kennen gelernt habe. Allen Foodies empfehle ich aus voller Überzeugung einen gelegentlichen Ausflug in die Welt der Kreativblogs.

Ganz besondere Grüße sende ich in die Schweiz, zu Barbara von Alpenschick. Auch ins Münsterland, nach Essen und Ratingen sowie in den Odenwald sende ich besondere Grüße. Ebenso an Minerva Louise und Stephi. Quasi in die Nachbarschaft gehen meine Grüße an Wohnschwester, Jasper, Zwergenwelt, Erdbeerdiamant , Schatzkiste und Arcori

Den ganzen Rest grüße ich mindestens ebenso herzlich. Keine böse Absicht. wenn nicht alle verlinkt sind, - nur Schlamperei, sorry! Ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen!

Freitag, 14. Mai 2010

Lachs & Spinat


Herrlich! Jede Woche werden die Kräuter jetzt kräftiger und grüner. Auf dem Wochenmarkt habe ich schönen frischen Dill bekommen, voll aromatisch und dunkelgrün.

Mit Tomaten, Weißwein, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Sahne wurde daraus ein feines Sößchen zum Lachs. Dazu frischer Spinat mit Knoblauch, Pfeffer, Salz, Muskat und Sahne. Der Reis wurde mit angeschwitzten Zwiebeln in Brühe gegart.

Der Lachs wurde kurz in Olivenöl angebraten und danach im Ofen warm gehalten. Auf diese Weise blieb der Fisch schön saftig.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Brunch? - Äh...

"Brunch ist so ähnlich wie richtiges Essen, nur zu 'ner komischen Uhrzeit." (Marc Metzger)

Diese Erklärung spricht mir aus der Seele. Ich habe noch nie verstanden, warum man sich zwischen Frühstück und Mittagessen irgendwo zum Essen treffen soll. - Die Sache bleibt irgendwie rätselhaft...

Zum Glück ist im Internet ja alles ganz anders. So rein virtuell nehme ich natürlich gerne teil, wenn Zorra schon ihren fünften Geburtstag mit einem Brunch feiert. Herzlichen Glückwunsch!

Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway (Einsendeschluss 15. Mai 2010)

Für das Event steuere ich meine Easy-Falafel aus der Pfanne bei. Mittlerweile habe ich schon einige Falafelrezepte ausprobiert, und dieses ist das unkomplizierteste von allen.


Alle Zutaten zusammen in den Blender geben:

1 Dose Kichererbsen (abgetropft, 240g)
1 Tl. frisch gemörserten Kreuzkümmel
1 Hand voll glatte Petersilie, gehackt
1 geraspelte Knoblauchzehe
1 El. Joghurt
1 El. Mehl
etwas Salz
etwas Chili
1 El. Paniermehl

Aus der fertigen Masse kleine Bällchen formen. Richtige Falafel werden schwimmend ausgebacken. Die Easy-Falafel sind etwas leichter und sollen nur mit etwas Olivenöl in einer beschichteten Pfanne gebraten werden. Sie bleiben relativ weich, sollten aber nicht zerfallen.

Servieren mit Salat, Zwiebeln, Tahin und Fladenbrot. Auch Ajwar schmeckt gut dazu.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Snack nach mexikanischer Bauart

 
Was heißt eigentlich Quesadilla auf Italienisch? - Interessanterweise gibt es bei Wikipedia keinen Eintag auf Italienisch, wohl aber einen Artikel in lateinischer Sprache. Klar, auch Altphilologen mögen mexikanisches Essen. Ist sicherlich sehr schön, wenn man vollkommen akzentfrei eine Caseatilla bestellen kann.

Die schnellste Maus von Mexiko war dann mal kurz in Italien. Natürlich gehören Weizen-Tortillas nicht in die italienische Küche, aber sie vertragen durchaus eine italienisch angehauchte Füllung: Angebratenes Tatar, gewürfelte Tomaten, Frühlingszwiebeln, glatte Petersilie, Mozzarella mit Salz und Pfeffer würzen und dann zwischen zwei Tortillas in der Pfanne erhitzen, bis der Käse geschmolzen ist. Die fertigen Doppeldecker vierteln und servieren.

Das Rezept für Weizen Tortillas kommt von Petra / Chili und Ciabatta. Es ist unglaublich einfach und sehr schnell zu machen. Man sollte nur eine halbe Stunde Ruhezeit für den Teig einplanen. Davon abgesehen, brauchen die Tortillas nicht viel Zuwendung.

Petra hat ihre Tortillas ebenfalls zu Quesadillas verarbeitet: BLT-Quesadillas, Pikante Käse-Mais Quesadillas und Hähnchen Quesadillas.

Dienstag, 11. Mai 2010

Pasta #22 à la Vorgebirge

Die Region zwischen Köln und Bonn ist besonders mit Fruchtbarkeit gesegnet, und früher war die Ware aus Bornheim und Umgebung bei uns praktisch konkurrenzlos. Sobald die Spargelsaison begann, pappten die Gemüsehändler leuchtende Schilder an ihre Kisten. "Spargel aus dem Vorgebirge" stand darauf, als besonderer Beweis für ausgezeichnete Qualität. 

Inzwischen sieht man diese Schilder nicht mehr ganz so oft, denn Spargel und Erdbeeren wachsen dank verbesserter Züchtungen und ausgeklügelter Bewirtschaftung fast überall. Trotzdem bekomme ich den besten Salat auf unserem Wochenmarkt noch immer von einem Bauern aus dem Vorgebirge.

Nur eine kurze Fahrt über die Autobahn trennt mich von den üppigen Gärten, in denen gerade die grüne Hölle los ist. Blattsalate, Kräuter, Rauke, Rüben, Spargel sowieso, - alles mögliche ist reif und fertig zum Mitnehmen. Für die ganz Gestressten gibt es sogar einen Automaten, 24 Stunden Spargel, direkt an der Landstraße.

Noch immer steht massenhaft Rhabarber auf dem Feld. Wer isst so viel Rhabarber? Rechts und links wachsen Äpfel und Beeren, wenn die Zeit reif ist. Da müsste man noch einmal hinfahren, wenn alles soweit ist... Heute gibt es wenigstens knackige Äpfel und unfassbar leckeren Apfelsaft von Schmitz-Hübsch. Möhnsch, und Golden-Delicious haben sie! Der ist doch total aus der Mode gekommen. Muss ich unbedingt mitnehmen. Und dann spreche ich ihn wieder mit "Golden-Delizius" an, so wie es früher alle taten. Otto Schmitz-Hübsch war ein Pionier im Obstanbau und hat daher sogar einen eigenen Wikipedia Eintrag.

Ein paar hundert Meter weiter verkneife ich mir den leuchtenden Erdbeer-Rhabarbersaft, was ich inzwischen sehr bedaure. Dafür plündere ich die Grünzeugabteilung für mein Mittagessen. Vor allem die selbst angebaute Bio-Rauke auf dem Biohof Bursch hat es mir angetan.


Leider war fürs Kochen dann nicht mehr so viel Zeit. Eisbergsalat, Rauke, Tomate, Mozzarella mit Frühlingspasta: Spaghettini, Frühlingszwiebeln, Petersilie, Butter, Olivenöl, Parmesan. Die Biotomaten kamen aus Holland, Mozzarella und Petersilie aus Italien. Der Rest ist Vorgebirge.

Sonntag, 9. Mai 2010

Sonntagsessen, ganz klassisch

Spargel mit Vanillepudding, Rumpsteak und Kartoffeln.


Schön, dass ich so leicht glücklich zu machen bin! Der unangenehme Gang zur Urne war bereits vergessen, als ich mich vor dem Wahllokal auf mein Fahrrad setzte, um zum Spargelhof zu radeln. Herrlicher Sonnenschein, kühle Luft und kaum bedrohlicher Pollenflug. Der Spargel lachte mich freundlich an, ich nahm ihn auf meinen Gepäckträger, und gemeinsam radelten wir unserem Rumpsteak entgegen.

Diese ganz klassische Nummer, mit Hollandaise und Kartoffeln, mache ich nur ganz selten. Aber einmal in der Saison sollte es schon sein. Da kam mir ein guter Tipp von Martina & Moritz gerade recht. Die beiden lieferten nämlich die Lösung für mein ewiges Timingproblem. Sobald die Holländische Sauce aufgeschlagen ist, muss ich mich schließlich noch um das ganze andere Essen kümmern. Oder ich mache die Sauce zum Schluss, während der Spargel schon wieder kalt wird. - Nix da, ab heute wird das alles anders! 

Die Sauce Hollandaise mache ich wie üblich: Etwas Wein (1/4 l) mit Pfefferkörnern, Salz, Estragon, Knoblauch und 1 Tl. Weinessig einkochen lassen. Diese Reduktion abkühlen lassen und dann mit einem Eigelb über Wasserdampf aufschlagen. Nach und nach etwa 100 g Butter in kleinen Würfelchen in die Sauce schlagen. Zum Schluss mit Zitronensaft und eventuell Worcestersauce abschmecken. Ergibt zwei Portionen.

Und dann kommt die Sache mit dem Timing. Die Versuchung ist groß, die Sauce einfach warm zu halten. Viel besser ist es aber, sie kurz durchzurühren, bis die Sauce kalt ist. Erst kurz vor dem Servieren schlägt man die Hollandaise über Wasserdampf wieder auf, bis sie heiß ist. - Für mich passt es so perfekt!

Freitag, 7. Mai 2010

Immer wieder Schuppen

Eine gute Idee bleibt eine gute Idee. Auch mit kleinen Änderungen. Ein Rezept aus der neuen Brigitte diente als Vorlage für das heutige Mittagessen: Wolfsbarsch auf Bohnenpüree. Schon beim ersten Lesen war klar, dass ich die Richtung ein klein wenig ändern würde.

Nun galt es nur noch, einen Wolfsbarsch zu angeln. Beim Holländer meines Vertrauens häufte sich ein großer Berg Seebarsche in der Theke. Ob das denn das selbe sei, fragte ich. Und der Dealer meinte nur, sonst würde er immer Wolfsbarsch auf das Schild schreiben. Nur heute hätte er sich halt vertan. So verwirrend ist das nicht, auf Niederländisch heißt der Fisch nämlich Zeebaars.

Mein Kater hatte einen Riesenspaß, als ich mich daran machte, den toten Fisch zu schuppen und auszunehmen. Obwohl Tierversuche in diesem Haushalt eindeutig gezeigt haben, dass meine Katzen absolut keine Innereien von Fischen essen, lieben sie offenbar den Geruch. Daher schauen sie gerne zu, wenn ich mit Fisch hantiere. Vor allem der Kater freut sich auf dem Zuschauerrang, wenn die Schuppen durch die Küche fliegen. Gelegentlich deutet der Miezekerl auch an, dass er auf den toten Fisch springen könnte, wenn er nur wollte.

Die ausgelösten Filets abspülen, trocken tupfen und zur Seite stellen. Danach das Bohnenpüree zubereiten.

Während dieses Püree im Original mit Balsamico eher süß abgeschmeckt wird, wollte ich es lieber ein bisschen scharf haben. Zirka 125 g Wachtelbohnen habe ich über Nacht eingeweicht und danach gekocht.

Eine ordentliche Menge Knoblauch in Olivenöl glasig schwitzen und zum Schluß kräftig mit Chiliflocken würzen. Das Knoblauchöl mit den Bohnen in einen Mixer geben und mit 3 El. Milch pürieren. Mit Salz und Weinessig abschmecken.

Ein paar Frühlingszwiebeln putzen und zwei kleine Tomaten waschen. Etwas Rosmarin waschen und abtupfen.

Die Fischfilets schräg einritzen, salzen und pfeffern. Zunächst auf der Hautseite in heißem Olivenöl anbraten. Dann Tomaten, Frühlingszwiebeln und Rosmarin in die Pfanne geben. Den Fisch umdrehen und nach kurzer Zeit aus der Pfanne nehmen.

Tomaten, Zwiebeln und Rosmarin ebenfalls heraus nehmen. Etwas Weißwein und Butter un die Pfanne geben, salzen und kurz aufkochen lassen. Eventuell den Fisch kurz darin ziehen lassen. Fischfilets auf Bohnenpüree anrichten. Frühlingszwiebeln, Tomaten, Rosmarin und etwas von dem Sud aus der Pfanne auf dem Teller verteilen.

Ein schönes Gericht, mit kräftigen Aromen, schnell gemacht und leicht vorzubereiten.

Dienstag, 4. Mai 2010

Die Ananas-Lotterie

Mann, was hab ich mich gefreut! Als damals alle sauren und unreifen Ananas ausgetauscht wurden, gegen süße, immerreife Früchte. Irgendwann war Schluss mit der Ananas-Lotterie, bei der man immer fürchten musste, sich beim Zerlegen durch die Fruchtsäure zu verätzen. Wollte man damals mal in Mitteleuropa eine vernünftige Ananas essen, war sündhaft teure Flugware die einzige Möglichkeit.

Mittlerweile gibt es nur noch Früchte, die ebenso süß wie aromatisch sind. Gelegentlich wird empfohlen, ein Blatt auszuzupfen, um die Reife zu prüfen, aber wirklich notwendig ist das nicht. Viel wichtiger scheint mir eine andere Prüfung der ich grundsätzlich jede Ananas unterziehe: Einfach mal hochheben und am Popo riechen. Ganz im Ernst, riecht die Unterseite leicht muffig, dann kann man das olle Obst getrost vergessen. Wahrscheinlich haben sich bereits Schimmelsporen darauf niedergelassen und der Geschmack zieht sich durch die ganze Frucht.

Aus diesem Grund kaufe ich trotz der tollen Süße nur selten Ananas. Eine Zeit lang war ich mir mal ziemlich sicher, wann mein Supermarkt seine frische Lieferung erhält. An diesen Tagen, schlug ich dann immer zu. Inzwischen ist es jedoch wieder reines Glücksspiel.

Heute jedoch habe ich in der Ananas-Lotterie den Hauptgewinn gezogen. Daher gab es ein schönes Stück als Nachtisch. Vorweg einen rheinischen Klassiker: Möhren mit Kartoffeln untereinander und kleine Frikadellchen. Das klappt wenigstens immer.

Montag, 3. Mai 2010

Schwein mit Frischekick


Immer wieder erstaunlich, was der Kühlschrank am Montag noch hergibt. Glatte Petersilie gehört zu den Zutaten, die mich total irre machen. Alles bekommt dadurch so einen kleinen Frischekick. Schmeckt nach Süden, nach Urlaub.

Könnte auch vom türkischen Imbiss stammen, wenn nicht die Reste vom Wochenende darin verarbeitet wären:
Etwas gegrilltes Schweinefleisch, in Streifen geschnitten und nochmals gebraten, mit Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Chiliflocken, Tomate, Bohnenkraut, Knoblauch und Meersalz. Dazu Reis und cremiger Joghurt. - Durchaus vorzeigbar, finde ich.

Samstag, 1. Mai 2010

Training an der Stange


Spargel gilt allgemein als gesund. Vermutlich, weil es ein Gemüse ist, und Gemüse steht ja immer irgendwie im Verdacht, zu ruinieren, was man mühsam mit fettem Essen, Sauferei und Schlafentzug erarbeitet hat.

Für mich sind die weißen und grünen Stangen das reinste Fitnessgemüse, denn sie treiben mich bei jeder Gelegenheit mit dem Fahrrad zum Spargelhof. Zugegeben, wäre der sportliche Ehrgeiz wirklich ernstzunehmen, dann würde ich wohl den Spargel in Kerpen oder Bergheim kaufen, statt mich mit läppischen sechs Kilometern bis zum Kölner Stadtrand zu begnügen. Dann würde es aber noch länger dauern, bis der Spargel an der heimischen Futterkrippe angekommen ist.


Zur heutigen Saisoneröffnung im Hause pastasciutta, entbeinte ich einen Hühnerschlegel, der zunächst mit etwas Meersalz in die Grillpfanne ging. Danach, zum Weitergaren bei 180° C, in den Ofen. Eigenartigerweise schmecken Hühnerbeine ohne Knochen mir irgendwie besser. Das saftige Fleisch ist auf diese Art angenehmer zu essen. Durch die Grillpfanne hatte es außerdem ein ganz tolles Aroma. Vor dem Grillen sollte man das Fleisch wie ein Päckchen zusammenlegen und mit einer Rouladennadel verschließen. Auf diese Weise bleibt das ganze Päckchen schön umhüllt und die Haut schrumpft nicht zu einem wabbeligen Knubbel zusammen. Dazu gab es Basmati, mit angeschwitzten Zwiebeln in Spargel-Hühnerfond gegart, bis die Flüssigkeit ganz entwichen ist.


Der Star des Tages benötigte keine nennenswerte Vorbereitung. Weil der Spargel so wahnsinnig frisch war, gab es nix zum Wegschneiden. Nur an den grünen Stangen sollte man unten ein bisschen was abbrechen. Der weiße will natürlich geschält werden. Danach wird er schräg in Scheiben geschnitten und mit Meersalz in Olivenöl gebraten, kurz und heiß. Der Spargel soll knackig bleiben und ein kleines Bisschen Farbe annehmen. Zum Schluss noch etwas Knoblauch dazu, - und fertig!

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