Samstag, 27. Februar 2010

Wohin mit dem Suppenhuhn?

Kaum habe ich eine schöne Hühnerbrühe gekocht, sind sie wieder da, meine beiden Probleme: Wohin mit dem Fleisch? Und wohin mit dem Fett? Obwohl ich das Fett mag, soll es nicht auf der Brühe schwimmen. Mit dem Fleisch ist es schon schwieriger. 

Hühnerfleisch schmeckt mir nämlich nicht, wenn es aufgewärmt ist. Kalt, im Salat, ist es okay. Aber auch nur, wenn der Salat ganz frisch, beinahe noch warm, ist. War das Fleisch erst im Kühlschrank, werden wir ganz sicher keine Freunde mehr. 

Meine Katzen sind bei der sinnvollen Verwendung des totgekochten Suppenhuhns nicht wirklich zur Zusammenarbeit bereit. Die Miezen probieren höchstens ein Häppchen vom Huhn und verlangen dann wieder nach überliechendem Zeug aus Plastikpackungen. Der rheinische Fachbegriff für sowas lautet übrigens "verschnuppt" und hat nichts mit Viren zu tun. Es bedeutet sowas wie "übertrieben wählerisch". Merkwürdigerweise wird dieses Wort meist auch nur von alten Hühnern gebraucht.

Nun meinte der nette Herr Söntgerath, bei dem ich immer die besten Hühner bekomme, ich solle es doch mal mit Braten versuchen. Also, das Huhn erst kochen und das Fleisch danach braten. - Was soll ich sagen? Es funktioniert tatsächlich! Gleichzeitig ist damit auch noch das andere Problem gelöst: Im Fett des Huhns brate ich eine Zwiebel an, die ich gleich salze. Dann gebe ich das zerfaserte Fleisch dazu, und zum Schluss kommt der Reis in die Pfanne. Etwas Madras Curry darüber stäuben und kurz mitziehen lassen. Mit einem winzigen Schlückchen Brühe anfeuchten und eine Hand voll Tiefkühlerbsen in der Pfanne warm werden lassen.

Das war wirklich ein sehr köstliches Resteessen. Dieser spezielle Touch, den kaltes oder aufgewärmtes Hühnerfleisch für mich sonst so unattraktiv macht, ist nicht vorhanden. Wenn ich jedoch ganz ehrlich bin, habe ich noch immer Unmengen von gekochtem Fleisch übrig, die ich gleich noch einmal meinen kuscheligen Hausgenossen anbieten werde.
Zwiebel und Fleisch, in Hühnerfett gebraten.
Resteessen aus Suppenhuhn, Zwiebel, Reis und Erbsen mit Madras Curry.

Freitag, 26. Februar 2010

Kümmern mit Knoblauch


Ich bin ja so ein hilfsbereiter Mensch. Also, wenn es darum geht, dass jemand zirka 500 Gramm gefrorene Süßwassergarnelen übrig hat, dann helfe ich echt gerne! Diese armen Würmchen konnten aus schwerwiegenden Gründen nicht mehr verzehrt werden. Und irgendwer musste sich schließlich darum kümmern.

Unter artgerechter Haltung verstehe ich in diesem Fall irgendwas mit viel Knoblauch, Petersilie und Olivenöl. Dazu passt Fenchel, schnell und heiß in Olivenöl angebraten, mit Salz und Knoblauch gewürzt. Zum Schluss ein paar Tomaten fein würfeln und auf dem Fenchel in der heißen Pfanne schmelzen lassen. Im Hintergrund: Thaireis. Das schmeckt nach Sommer!

Donnerstag, 25. Februar 2010

Total originelle Kakaoschnecken





Statt uns diese Kakaoschnecken als Entdeckung aus Ungarn mit eigens übesetztem Rezept zu präsentieren, hätte Anikó gleich ein Blog-Event daraus machen können. War ja klar, dass dieses duftende Hefegebäck die Runde machen würde. Der Duft ist wirklich unbeschreiblich und durch die Milchdusche in der Halbzeit werden die Teilchen auch besonders schön flauschig. -Super!





Zum Backen habe ich mir die Rezepte von Anikó und Steph ausgedruckt und in die Küche mitgenommen. Meine klitzekleinen Änderungen sind eigentlich kaum der Rede wert.
  • Statt Trockenhefe nahm ich einen halben Würfel Frischhefe, weil sie gerade hier rumlag. 
  • Beim Mehl habe ich ganz bewusst 550er genommen, weil ich es für Hefegebäck einfach lieber mag. 
  • Milch und Butter habe ich mit einander erwärmt und mit Hilfe eines Löffels über die Schnecken gegeben. Ich habe einfach mal darauf vertraut, dass das Fett auch heute wieder oben schwimmen wird und dass ich mir auf diese Weise das Einpinseln sparen kann. 
Noch mehr Schnecken gibt es nach meinem derzeitigen Wissensstand bei Noémi und Barbara. Wer noch keine gebacken hat, - nix wie ran! An Anikó geht mein aufrichtiger Dank für dieses Wunderbare Rezept!

Mittwoch, 24. Februar 2010

Sie hatten einen Nachtisch bestellt?


Aber klar doch, die Wünsche meiner Leser sind mir Befehl! Außerdem brauchte ich heute nicht zu kochen, weil noch Reste von gestern da waren. - Also gab es ausnahmsweise ein Dessert.

Orangen-Sanddorn-Grießbecher
Für 4 Personen
Grießflammerie aus 1/2 Liter Milch, 2 El. Grieß, 2 El. Zucker mit Vanille kochen, kalt werden lassen und in Gläser füllen.
2 El. Orangen-Sanddorn Fruchtaufstrich glattrühren. 2 Orangen filetieren, in kleine Stücke schneiden und mit dem Fruchtaufstrich mischen. Die Fruchtmischung auf den Grieß geben.

Zu einem megaschnellen Hauptgericht passt dieser einfache Nachtisch doch wunderbar, oder?

Dienstag, 23. Februar 2010

2x Kartoffeln im Rubbedidup


Schnelle Küche: Gestern und heute musste echt alles flott über die Bühne gehen. Die meiste Zeit ging dabei für die Entscheidungsfindung drauf. Was geht ganz fix und schmeckt trotzdem richtig gut? Gestern wurde es ein Kartoffelkuchen aus fein geraspelten Kartoffeln, nur mit Salz und fein gewürfelter Zwiebel vermischt (kein Ei!) und dann langsam mit neutralem Öl in der beschichteten Pfanne gebraten. Dazu Lachs und Crème fraîche mit Dill (aus dem Tiefkühler).


Heute dann Kasseler Nacken mit Kartoffelpüree und Sauerkraut. Danke für den Tipp! Natürlich gab es das schnelle Püree, nicht aus Pellkartoffeln, aber auch nicht aus der Tüte. Nach spätestens zwei Minuten sind die Kartoffeln geschält, geschnitten und mit einer Knoblauchzehe im Topf. Etwa zehn Minuten gehen fürs Kochen drauf. Danach stampfen, mit Butter, Milch, Crème frâiche, Salz und Muskat verrühren, - und fertig ist das herrlich cremige Püree! Wer noch weniger Zeit hat, lässt einfach das Fotografieren weg.

Bild zum Vergrößern anklicken!

Sonntag, 21. Februar 2010

Schwein in Streifen & andere Köstlichkeiten


Ist das original chinesische Küche? Die Weltenbummler streiten sich darüber im Internet, mir persönlich ist es egal. Gestern Abend hatte ich das große Vergnügen, im Great Wall zu speisen und ich bin restlos begeistert. Alles lecker und frisch, nichts schmeckt wie in anderen Chinarestaurants. Auf alle Fälle will ich mehr davon. 

Die verblüffenden Geschmachserlebnisse und mein hyperaktives Gegenüber müssen mich so fasziniert haben, dass ich zunächst nicht an ein Foto dachte. Erst als das Schweinefleisch in Streifen mit ganz entzückenden  Esspapier-Rosen serviert wurde, fiel mir die Kamera im Rucksack wieder ein. Die anderen Speisen müsste ich vielleicht aufmalen... Wir hatten außerdem knusprige Ente nach Peking Art (mit Pflaumensoße und Pfannkuchen), kaltes Hühnerfleisch auf frischem Gemüse (schmeckt wesentlich besser als es klingt) und kleine Frühlingsrollen, die im Great Wall aber als "große" Frühlingsrollen bezeichnet werden. Dazu bestellten wir Grüntee, der uns als "der bessere Tee" verkauft wurde. Für meinen Geschmack hätten sie ihn auch "der allerbeste Tee" nennen können, denn das wäre sehr passend gewesen. Ganz nach chinesischer Sitte, tranken wir mit großer Begeisterung auch den zweiten Aufguss.

Nach einem China-Restaurant, das sich von der üblichen Einheitsküche deutlich abhebt, habe ich in Köln lange suchen müssen. Schließlich brachte mich die entzückende Homestory von Marqueee auf die richtige Fährte. (Teil 2) (Teil 3) - Vielen Dank dafür!

Heute Morgen galt mein erster Gedanke unseren Essensresten von gestern Abend. - Hätte ich es doch wie die überwiegend chinesischen Gäste gehalten! Die meisten verließen das Lokal nämlich nicht ohne ein üppig gefülltes Doggybag.

Freitag, 19. Februar 2010

Schneller Schnitzelturm


Da habe ich doch glatt ein paniertes Schnitzel geschenkt bekommen... Bei der Kuchenlieferung an meine Eltern feierte ich gestern noch ein kleines Bisschen mit. Weil trotzdem so viel Essen übrig blieb, trat ein Schnitzel mit mir den Heimweg an. Heute Mittag landete es, in feine Streifen geschnitten, auf einem Kartoffel-Möhrenstampf mit Erbsen. Die Krönung: in Olivenöl gebratene Zwiebeln. Im Rubbedidup fertig, und einfach lecker.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Das Kuchentaxi


Auf dem platten Land sieht man schon von weitem, wenn Besuch im Anmarsch ist. Meine Eltern rechnen immer dann mit Gästen, wenn ihre Tochter mit Kuchen anrollt. Sobald meine Verwandten eine nette Runde eingeladen haben, bestellen sie sich bei mir etwas, das als Nachtisch taugt. Ihrem Geschmack entsprechend, sollte es nicht zu üppig und nicht zu süß sein. Geschmackliche Vorlieben sind offenbar nicht erblich.

Aus diesem Grund fällt die Wahl immer wieder auf Lea Linsters Schokoladenkuchen, der aus diesem Buch stammt. Das Rezept befindet sich unter anderem auch -> hier. Der Kuchen ist schön dunkel und schmeckt kräftig nach Schokolade. Außerdem ist er problemlos und schnell herzustellen. Obwohl ich gegen Uppig & Süß gar nichts einzuwenden habe, mag ich diesen Kuchen ebenfalls sehr gerne. Meiner Meinung nach gehört aber unbedingt Schlagsahne dazu.


Damit die Gäste nicht protestieren, weil sie schon wieder diesen Kuchen vorgesetzt bekommen, habe ich zusätzlich noch ein paar kleine Quarktörtchen im Muffinblech gebacken. Ebenfalls ein Klassiker in meiner Küche.
  • 2 Eier trennen und die Eigelbe in eine große Schüssel geben. 
  • Das Eiweiß steif schlagen und 50 g Zucker sowie eine Prise Salz hinzufügen. 
  • Eigelbe mit 500 g Quark, 2 El. Grieß, 2 El. Stärke, 1 Tl Vanilleessenz, 100 g weiche Butter und 100 g Zucker mischen. 
  • Zuletzt den Eischnee unterheben.
  • Papierförmchen in ein Muffinblech setzen und mit Teig füllen.
  • Bei 170°C / Umluft 35 bis 40 Minuten backen.
Die Törtchen schmecken klasse mit Magerquark, aber noch besser schmecken sie natürlich, wenn man etwas fetteren Quark oder gar Sahnequark verwendet.

Statt zimmerwarmer Butter kann man auch flüssige Butter verwenden, die man ganz kurz auf Zimmertemperatur abkühlen lässt.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Aschermittwoch im Rheinland: Fischessen



Gewisse Härten sollte man an Aschermittwoch in Kauf nehmen. Nur aus diesem Grund wählte ich heute Mittag zwei Fischgänge hintereinander. Auf den Salat mit Edelfischen folgte Steinbutt auf Gemüse mit Rotweinbutter. Das Essen war ein Fest, wie immer im Wettsteins. Oma hatte ihre Freude, denn es war der 89. Geburtstag. Zum Schluss kapitulierte die alte Dame sogar vor ihrem Eisbecher und meinte, sie brauche nun für den Rest der Woche nichts mehr zu essen. Ich bin mir dagegen ziemlich sicher, dass ich morgen früh wieder Hunger haben werde. - Spätestens!

Dienstag, 16. Februar 2010

Der Tag danach


Was macht die Franzosen glücklich und zufrieden? - Croissants! Leckere Frühstückshörnchen mit unmäßig viel Butter im Teig sind der ideale Start in den Tag. Am Tag nach Rosenmontag kann das Frühstück nämlich gar nicht üppig genug ausfallen.
Wieder einmal verweise ich auf Petras Brotkasten, dem ich sowohl das Rezept als auch die bebilderte Anleitung entnommen habe, nach der dieses wunderbare Gebäck entstanden ist. Einige Tage vor Weihnachten hatte ich mich zum ersten Mal an diesen Plunderteig gewagt. Das Verfahren nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, ist aber nicht wirklich schwierig. Dabei entsteht ein verblüffendes Ergebnis: Croissants, original wie in Frankreich, luftig, blätterig und intensiv butterig. Glücklicherweise habe ich noch ein paar davon im Tiefkühler. Stellt Euch vor, dass ich gerade glücklich lächele.

Samstag, 13. Februar 2010

Frühstücksglück mit Brötchen

Frische Brötchen zum Frühstück. Am liebsten möchte ich behaupten, das kenne ich gar nicht anders. Als ich ein Kind war, lagen vor unserer Haustür jeden Morgen Brötchen und Zeitung. Richtige Brötchen, handwerklich hergestellt und frisch gebacken. In einer Papiertüte lagen sie da draußen. Beim Frühstück wurden sie aufgeschnitten und herumgereicht. Teilen wir uns eins? Ober- oder Unterhälfte? Wer nimmt ein Brötchen mit zur Schule? Falls nicht jemand wieder die Papiertüte aufgeblasen und zum Platzen gebracht hatte, diente sie meist als Verpackung für mein Pausenbrot.

Schon bald versiegte unsere Brötchenquelle, denn die kleine Bäckerei wurde geschlossen. Damals war niemandem klar, dass dies erst der Anfang einer fatalen Entwicklung war. Ein neuer Bäcker war rasch gefunden. Wieder handelte es sich um einen kleinen Handwerksbetrieb. Der Laden war sogar extrem urig und sensationell klein. Brötchen und Brot schmeckten phantastisch, über den Kuchen schweigen wir. Die Bäckersfrau führte mit Bleistift eine Liste, auf der die Bestellungen für die Hauslieferung notiert wurden. Wenn wir samstags unsere Brötchen bezahlten, kauften wir meist noch einen frischen Blatz fürs Sonntagsfrühstück.

Als Studentin hatte ich das sagenhafte Glück, in Süddeutschland gleich gegenüber einer Bäckerei zu wohnen. Dort pflegte man zwar einen eher seltsamen Umgangston. Wenn man aber seine Ohren auf Durchzug stellte und bei den saftigen Preisen schmerzfrei war, hatte man zumindest ein schönes Frühstück.

Irgendwann zog ich wieder zurück in meine Heimatstadt, wo inzwischen nur noch eine einzige Bäckerei existierte, die nach handwerklicher Tradition arbeitete. Ja, auch hier reden wir von der Vergangenheit. Die Bäckerei Breuer wurde vor einigen Jahren geschlossen, weil der Bäckermeister und seine Familie sich zur Ruhe gesetzt haben. Das war's! Inzwischen gibt es nur noch Back-Shops, Supermarktregale und Läden, die ihre Ware mit Hilfe von Backmischungen herstellen. Etwas anderes ist mir jedenfalls nicht bekannt.

Ich will das nicht verteufeln, aber mir wäre wohler, wenn daneben auch ein paar Kleine überleben könnten. Wenn ich wüsste, dass hier wenigstens ein Bäcker ist, der seinen uralten Sauerteig pflegt und ein schönes rheinisches Schwarzbot herstellt. Wenn hier wenigsten einer wäre, der noch richtige Röggelchen backen kann.

Sollte das Wissen der alten Bäckermeister überleben, dann ist dies ganz sicher einzelnen Idealisten zu verdanken. Unternehmen, die unbeirrt an der Tradition festhalten (wie zum Beispiel Zimmermann in Köln) und auf diese Weise hochwertige Backwaren produzieren. Oder solchen, die mit althergebrachten Verfahren eine ganz neue Tradition begründen (Bastians in Köln und Düsseldorf). Nicht zuletzt hat ein Teil der Kultur durch das Internet überlebt. Fleißige Menschen machen sich unendlich viel Mühe, um Rezepte zu erfassen und Methoden zu beschreiben, zum Beispiel Petras Brotkasten, Bäcker Süpke oder Pöts Sauerteigportal. Ohne solche Wissensschätze im Internet würde mein Tag bestimmt sehr traurig beginnen, weil ich keine frischen Brötchen hätte.

Laut Rezept handelt es sich um Marlas Kaisersemmeln. Ich habe es jedoch aufgegeben, die Form der Brötchen nach dem Schleifen irgendwie zu manipulieren, weil ich es einfach nicht hinkriege. Rund schmecken sie sowieso besser. Das Backmalz lasse ich auch weg.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Rind als Schwein verkleidet


Nichts ist heute wie es sollte. Hatte ich mir alles anders vorgestellt, sogar das Essen. Nun gut, im ersten Fall macht es nicht wirklich viel aus. Statt Schwein kam Rinderhack in die Tüte. Die Verkäuferinnen trugen Engelskostüm. War wahrscheinlich ihre Schuld, dass ich so unkonzentriert war.

Dann hatte ich zu viel Flüssigkeit in meinem Grünkohlgericht. Es war ganz okay. Schmeckt aber eindeutig besser, wenn es nicht so nass ist. Zwiebeln mit Möhren anschwitzen. Grünkohl hinzufügen und mit ganz wenig Brühe garen. Nur so lange, bis der Kohl knapp gar ist. Allerhöchstens zehn Minuten. Gleichzeitig ein Kartoffelpüree zubereiten: Mehlig kochende Kartoffeln mit Knoblauchzehen in leicht gesalzenem Wasser kochen. Die gegarten Kartoffeln und Knoblauchzehen abgießen und stampfen. Butter, Milch, Salz und Muskat mit einem Schneebesen in das Püree rühren. Das Püree mit dem Grünkohl mischen.


Zum Nachtisch einen Krapfen, weil es die Tradition so will. Leider war ich auf käuflich Erworbenes angewiesen, und das war wirklich keine gute Idee. Kann man auch nicht schön reden. Das Ding war einfach scheußlich.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Humtata für Foodies

Oder: Mit vollem Mund wird nicht gesungen!
Klassisches Karnevalsmenü und gar nicht schlecht: Kölsch und Mettbrötchen.


Feiern Foodies Fastelovend? Ich muss das fragen, denn in Köln und Umgebung gibt es kein Entrinnen. Hier existiert ausschließlich Karneval. Fastelovend und sonst gar nix.
Wenn die ganze Stadt feiert, und das gesamte Umland feiert wie jeck, dann könnte man meinen, dass auch das Essen eine große Rolle spielt. Große Feiern haben das so an sich. Aber, wenn wir ehrlich sind, dann gibt der Kölner Karneval kulinarisch wenig her.

Früher war es natürlich anders. Vor dem Konzil, im Mittelalter, in der Urzeitsuppe. Da plünderten die Jecken ein letztes Mal den Stall und die Vorratskammer, bevor es ans Fasten ging. Fleisch lebe wohl! Carne vale! Bis Ostern war Schluss mit der Völlerei.

Heute schert sich kaum jemand darum. Karnevalsverpflegung muss schnell und praktisch sein. Eine gute Unterlage für das, was kommt. Zu Hause steht vielleicht ein Eintopf auf dem Herd, gute Mamis backen Krapfen, und unterwegs sind Frikadellen der klassische Energiespender. Von Donnerstag bis Aschermittwoch dürften die Imbissbuden in Köln ihren Jahresumsatz locker erreichen. Jedenfalls habe ich mehr als einmal erlebt, dass eine Frittenschleuder restlos ausverkauft war.

Dass der Jeck sich vorwiegend flüssig ernährt, dürfte mehr als nur ein Vorurteil sein. Zwar besteht Karneval keineswegs nur aus Saufen, aber eine gewisse Affinität zum Alkohol lässt sich beim feiernden Volk kaum abstreiten. Auch wenn alkoholfreies Feiern problemlos möglich ist, gilt es eher als Randerscheinung. Zum ganzen Heimatstolzgedöns, das wir in den kommenden Tagen wieder ausleben, gehört auch der Lobgesang auf obergäriges Bier. Kölsch, die einzige Sprache, die man auch trinken kann, fließt in Strömen durch die Stadt.

Mein kostenloser Tipp für alle, die zum ersten Mal damit in Kontakt geraten: Kölsch müsste eigentlich in diesem Artikel erwähnt werden. Wer auch immer da zuständig ist, möge es nachtragen.

Der wichtigere Tipp jedoch lautet: Singen! Kölner Karneval macht nur Spaß, wenn man aus vollem Hals und mit ganzer Überzeugung mitsingt. Daher an den tollen Tagen bitte unbedingt die Nähe der Einheimischen suchen! Wer hier aufgewachsen ist, singt normalerweise alle Karnevalslieder mit, die je geschrieben wurden.

Bei den Liedern offenbart sich nun wieder, was der Karnevalist vom Essen hält: - Nichts! Nur sehr wenige Kölner Karnevalslieder haben etwas mit dem Thema zu tun. Wenn ein kölsches Lied um lokale Spezialitäten getextet wird, dann ist es eigentlich gar kein Karnevalslied.

Hier eine kleine Auswahl:

Pizza wundaba
Hämche
Rievkooche Walzer
Blootwoosch, Kölsch un lecker Mädcher
Sach ens Blootwoosch 

Und das Beste zum Schluss, der unnachahmliche Jupp Schmitz:

Dienstag, 9. Februar 2010

Knödel haben ihr Pulver verschossen

Na gut, ich nehme alles zurück. Wann immer ich irgendwo selbstgemachte Knödel aß, fand ich sie okay. Aber Fertigknödel aus Pulver waren mir ebenso lieb. Daran änderte auch mein erster Versuch mit Halb und Halb nichts. Einzig die Erkenntnis, dass es mit Schuhbecks Rezept eine runde Sache wird, hatte ich gewonnen. Alles ganz easy. Kann man an hohen Feiertagen mal machen. 

Nun musste ich meine Meinung schließlich doch radikal ändern. Die Gekochten Klöße vom Schuhbeck sind wahrlich Weltklasse! Dagegen kann das Pulverzeug nicht anstinken, auch nicht zwischendurch. Vor allem der Geschmack, der durch die braune Butter in den Teig kommt, ist herrlich. Auch dieses Rezept fluppte wieder ohne Probleme, weil alle Angaben hundertprozentig stimmen. Die Bayern können echt froh sein, dass sie so einen König haben. Herzlichen Glückwunsch!

Gekochte Kartoffelknödel
1200 g mehlig kochende Kartoffeln abwiegen, mit Salz und 1 Tl. Kümmel kochen.

Während die Kartoffeln kochen, die Füllung zubereiten: Zwei Schweiben Toastbrot in feine Würfel schneiden und langsam in Butter braten. Schuhbeck lässt sie hinterher noch auf Küchenpapier abtropfen und mischt sie mit Petersilie. Bei mit gab es mal wieder keine Petersilie.
Sobald die Kartoffeln gar sind, werden sie möglichst heiß gepellt und durch eine Presse gedrückt. Von den gepressten Kartoffeln genau ein Kilo abwiegen und mit den übrigen Zutaten mischen: 2 Eigelb, 100 g Speisestärke, 3 El. braune Butter, frisch geriebene Muskatnuss, Salz. Beim Salz muss man sich ein bisschen rantasten, weil es von den Kartoffeln und vom persönlichen Geschmack abhängt, wieviel Salz die Kartoffeln brauchen.

Die Kartoffelmasse rasch zu einem glatten Teig kneten und in acht Portionen teilen. Daraus zunächst Klösse formen, dann flachdrücken, füllen und wieder zu Klößen formen.

In siedendem Salzwasser 20 Minuten ziehen lassen und mit einem Schaumlöffel herausheben.

Ulrike von Küchenlatein ist von den Gekochten Kartoffelknödeln übrigens auch ganz begeistert.


Fast schon ein Bilderrätsel: Am Tag danach werden die Klöße aus der Folie gewickelt, in Scheiben geschnitten und, *haha!* natürlich gebraten.

Samstag, 6. Februar 2010

Es geht auch ohne Fritten


Das Waffeleisen liegt nur faul rum und tut nix. Dass es an der Zeit war, dies zu ändern, wurde klar, als ich neulich die Waffeln bei Barbara gesehen habe. Einige Tage später gab es dort Kuchen mit Kirschen, und so stand der Plan fest. Waffeln und Kirschen also.

Waffeln mag ich wirklich gerne. Am liebsten esse ich sie in Belgien, wo man sich aufs Waffelnbacken versteht wie sonst nirgendwo. Die Belgier kennen ganz verschiedene Arten. Manche sind sehr gehaltvoll und süß, wie die Lütticher Waffeln. Brüsseler Waffeln sind vermutlich die bekannteste Sorte. Sie sind eher luftig leicht und kaum gesüßt. Brüsseler Waffeln werden daher gerne mit Puderzucker, Sahne und Früchten gegessen. Natürlich schmecken sie auch pur. - Waffeln gehören übrigens zu den wenigen Lebensmitteln, die man in Belgien ohne Fritten zu sich nimmt.

Vor ein paar Jahren habe ich mir ein Waffeleisen zugelegt, mit dem man Brüsseler Waffeln für den Hausgebrauch herstellen kann. Manchmal fehlt einem ja die Zeit, rasch mal ein Stündchen über die Autobahn nach Eupen zu huschen. Ich finde das Gerät ganz okay, auch wenn es nicht original ist. Richtige Brüsseler Waffeln müssten etwas größer sein, und für den schweren Teig anderer Waffelsorten reicht die Power nicht ganz.

Brüsseler Waffeln

Für dieses Rezept braucht man eine sehr große Schüssel und ein Brüsseler Waffeleisen (oder sowas ähnliches) Auch eine Uhr, ein Pinsel und ein Abkühlgitter sind vorteilhaft.

Zunächst sollte man aus etwa 80 - 100 g Süßrahmbutter eine geklärte Butter machen, die für das Waffeleisen benötigt wird.

Zutaten:
250 g Mehl
100 g weiche Süßrahmbutter
1/2 Würfel Hefe
3 Eier, getrennt
3/8 l Milch, lauwarm
50 g Zucker
1 Tl. Vanilleextrakt

kein Salz!

Dazu: Puderzucker, gesüßte Sahne, Früchte, Kompott, Schokostreusel

Mehl, Hefe, Milch, Butter, Eigelb, Zucker und Vanilleextrakt in eine sehr große Schüssel geben und mit dem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren.
In einer zweiten Schüssel das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Den Eischnee unter den Teig heben.
Den Teig 45 Minuten gehen lassen.
Danach ist der Teig sehr stark aufgegangen und enthält viele Luftbläschen. Er darf nun nicht mehr gerührt werden.

Das Waffeleisen vollständig aufheizen und ordentlich mit Butterfett einpinseln. Die Waffeln darin backen und für weitere Waffeln die Zeit im Auge behalten. Bei meinem Waffeleisen dauert es drei bis fünf Minuten. Brüsseler Waffeln sollen eher hell gebacken werden. Das Waffeleisen vor jeder weiteren Portion großzügig einfetten.

Waffeln bis zum Verzehr auf ein Gitter legen, damit sie nicht schwitzen.



Freitag, 5. Februar 2010

Suppe als Beilage


Manche Sachen sind so gut, dass man sie gar nicht oft genug erwähnen kann. Mein leckeres Baguette zum Beispiel, gebacken nach einem wunderbaren Rezept aus Petras Brotkasten. Im Weihnachtsbeitrag tauchte es schon einmal auf. Heute Mittag durfte ich mich freuen, weil noch welches im Tiefkühler war. Es macht mich ganz glücklich, dass ich dieses herrliche Brot selber gebacken habe. Mit etwas Olivenöl wird das Brot beinahe zum Hauptgericht.

Gefrorenes Baguette wecke ich liebevoll auf, indem ich es in den kalten Backofen lege, den ich dann auf 170° C schalte. Nach zwölf Minuten nehme ich das Brot raus und lasse es auf einem Gitter, unter einem sauberen Tuch, abkühlen. Genauso mache ich es auch mit tiefgekühlten Brötchen. Nach dieser Prozedur ist alles wie neu.

Als Beilage dazu: Suppe aus Wachtelbohnen, Zwiebel, Möhre, Kartoffel, Knoblauch, Dosentomaten, Brühe, Speck, Mettwurst, Dosentomaten, Lorbeer, Rosmarin, Bohnenkraut, Chili.

Die Bohnen wurden über Nacht eingeweicht und zunächst nur in Wasser gekocht. Das Gemüse kam etwas später hinzu. Da Salz und Säure den Garprozess der Bohnen aufhalten, wurden die fein geschnittenen Fleischwaren sowie gekörnte Brühe und Dosentomaten erst zum Schluss in den Eintopf gegeben. Auch den Knoblauch habe ich erst am Schluss hinzugefügt, weil ich wollte, dass man ihn deutlich rausschmeckt.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Heute bin ich unsichtbar

Supermarktkasse. Wenn dieses Wort hier auftaucht, dann erwartet wieder jeder eine Geschichte über den alltäglichen Wahnsinn, den banalen Ärger, der uns vollkommen sinnlos auf die Palme bringt. - Oder nicht?

Dabei hat sich die Situation enorm verbessert. Schon lange ist es in großen Supermärkten üblich, dass das Personal freundlich grüßt und das Geld mit einem hörbaren "danke" im Empfang nimmt. Mir ist sogar eine nette Kassiererin bekannt, die meinen Namen von der ec-Karte abliest und diesen ins Gespräch einfließen lässt. Überhaupt, das Gespräch: Kurzes Schwätzchen an der Kasse ist eigentlich eher die Regel als eine Ausnahme. Weil ich mich noch sehr gut an andere Zeiten erinnern kann, weiß ich diese geschulte Freundlichkeit sehr zu schätzen. Supermarktkassiererinnen finde ich supernett!

Leider ist die neue Freundlichkeit bei den meisten Kunden noch nicht angekommen. Aber vielleicht ändert sich das irgendwann auch mal. Falls mir etwas in dieser Art auffällt, werde ich darüber berichten.

Heute hatte ich hingegen ein Vergnügen der anderen Art. Gar nicht typisch, ärgert mich aber trotzdem. Im Supermarkt war nicht viel los, alle Kassen fast frei. An einer konnte ich gleich mein Zeug aufs Band legen, ohne zu warten. Es waren ohnehin nur wenige Teile, die rasch in meinen Besitz wechselten. Die Kassiererin nennt einen Betrag, ich krame in meinem Portemonnaie, hab das Geld schon passend in der Hand... Da springt die Kassiererin wortlos auf und verschwindet.

Nach einer Weile kommt die Kassiererin zurück und setzt sich auf ihren Platz, als wäre nichts passiert. Kein Wort. Nichts. (...) Offenbar bin ich unsichtbar oder unwichtig.

Einige Minuten später, auf einem Kartoffelhof. Es gibt keinen schnuckeligen Hofladen, sondern nur eine große Halle, in der ein paar Sorten Kartoffeln angeboten werden. Große und kleine Netze mit Cilena, Belana und Mireille (oder Mirabelle?) stapeln sich auf Tischen und Paletten. Einfach wegnehmen und am Automaten bezahlen. Touchscreen berühren, Geld einschmeißen, Quittung entnehmen, fertig.

Kein Personal, kein Ärger,
denke ich. Tut mir echt Leid, aber heute hat der Automat bei mir mal gewonnen.


Beim Essen ist die Welt dann wieder in Ordnung: Kalbsleber in Rotwein und Schalotten, mit Röschti und Möhrensalat.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Winterhaushalt = Pasta #13

Die Vorräte gehen zur Neige. Ein paar Tage nicht einkaufen zu gehen, während der Schnee keine Gnade kennt, steigert das Wintergefühl. So phantasieren wir heute mal, dass uns das Nötigste schon mehr als genug ist. 

Es gibt Linsen mit Orecchiette: Orecchiette in Salzwasser kochen. Pasta abschütten, sobald sie gar ist. Die Pasta mit etwas Butter mischen und warm halten.
Eine Schalotte in Olivenöl andünsten, Knoblauch ein paar Sekunden mitziehen lassen, Wasser aufgießen und Linsen darin kochen. Ein Lorberblatt hinzufügen. Nach etwa zehn Minuten Möhrenscheibchen zu den Linsen geben. Sobald die Linsen weich sind, mit gekörnter Brühe und Zitronenpfeffer würzen. Wurst in Scheiben schneiden und in den Linsen erwärmen. Vor dem Servieren alles mischen und abschmecken.

Die letzten Vorräte: Knoblauch, Schalotte, Möhre, Linsen, Pasta. Polnische Wurstspezialitäten stellt ein hiesiger Metzger regelmäßig in der Vorweihnachtszeit her. Sowas eignet sich sehr gut als eiserne Reserve im Tiefkühler.

Lecker: Linsen mit Orecchiette. 

EDIT: Die Winterpasta hat inzwischen Karriere gemacht. Karin hat sie nämlich wie versprochen nachgekocht und in ihren Blog befördert. Hier gehts zu Karins Küchenträume.

Dienstag, 2. Februar 2010

Pasta #12 - Nur 2 Minuten Kochzeit


Kaum zu glauben, dass daraus ein appetitliches Gericht werden soll. Instant-Nudeln sehen aus wie Styropor, bestehen in Wahrheit aber aus Weizenmehl, Palmöl und Salz. Meiner Erfahrung nach gibt es gute und schlechte Instantnudeln. Dabei können die wohlschmeckenden Vertreter einen schon ziemlich glücklich machen. Innerhalb von zwei Minuten sind sie fertig. Dann werden sie munter mit gebratenem Fleisch, Shrimps oder Gemüse gemischt. Auch in einer kräftigen Brühe machen sie sich gut. In jedem Fall steht binnen kürzester Zeit ein schmackhaftes Essen auf dem Tisch.

Heute mittag gab es eine leckere Sorte, die ich kürzlich aus dem Asia-Shop mitbrachte, gemischt mit Tatar, Zwiebeln, Möhren, Brokkoli, Ingwer, Knoblauch, einem Hauch Curry und Brühe. Die Noodles wurden in Thailand hergestellt und von Holländern importiert.

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