Dienstag, 28. September 2010

Jemand noch Kappessalat?


Sagte ich mal etwas über langfristige Beziehungen zu Weißkohl? Die relativ kleine Ausgabe eines handelsüblichen Kohlkopfes bescherte mir kürzlich schon eine Salatschwemme. - Doch jetzt kommts noch dicker!

Meine Eltern erbeuteten auf ihrem Weg durch das Elsass einen Weißkohl, der nun bei mir landete. Das Ding ist monströs, gar kein Vergleich zu den handballgroßen Köpfen, die einem sonst begegnen. Außerdem ist es eine andere Art von Weißkohl, denn der Kopf ist eher flach und weniger kugelig. Eigentlich wird diese Sorte im Elsass zu Sauerkraut verarbeitet.


Sauerkraut in Heimarbeit kommt hier aber nicht in Frage. Die äußeren Blätter waren für mein Mittagessen reserviert: Kohlrouladen mit ungarischen Spitzpaprika. Den Rest stopfte ich so lange in die Küchenmaschine, bis keine großen Schüsseln mehr da waren, um weiteren Salat aufzunehmen.


Ich bin nicht sicher, ob ich jemals Kohlrouladen aus Weißkohl gewickelt habe. Zu Hause gab es immer Wirsingrouladen, und aus alter Gewohnheit habe ich Wirsing auch später stets bevorzugt.

Der Weißkohl lässt einem keine Wahl, wer ihn wickeln will, muss ihn blanchieren. Ansonsten bleibt er störrisch. Bei einem klugen Blogger (...?) habe ich mal gesehen, dass Lasagneblätter sich gut in einer großen Pfanne kochen lassen. Für Kohlblätter erwies sich diese Idee ebenfalls als recht pfiffig.



Für die Füllung Gemüse würfeln: 2 Zwiebeln, 3 ungarische Spitzpaprika, 5 Knoblauchzehen. Dazu kommen ein paar Streifen vom Weißkohl. Das Gemüse in neutralem Öl mit etwas Salz bei mittlerer Hitze anbraten, bis es leicht Farbe annimmt. Mit schwarzem Pfeffer und zerstoßenem Kümmel würzen. 2 Scheiben Vollkorntoast rösten und dann in sehr feine Würfelchen schneiden. Das Brot zu dem Gemüse in die Pfanne geben und alles gut vermengen.


Die Gemüsemischung abkühlen lassen und dann mit 300 g gemischtem Hack und einem Ei vermengen. Eventuell nachwürzen. Kohlblätter mit der Mischung füllen und aufwickeln. Die Wickel in einer großen Pfanne anbraten. Kräftige Fleisch- oder Gemüsebrühe angießen, so dass etwas Flüssigkeit zum Verdampfen in der Pfanne steht. Ein paar Tomaten und 2 Spitzpaprika in Stücke schneiden und zu den Kohlrouladen geben. Einen Deckel auflegen und die Kohlrouladen bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Dazu gibt es cremiges Kartoffelpüree. Der Sud kann mit Butter gebunden werden, muss aber nicht. Durch das frische Kraut und die wahnsinnig aromatischen Spitzpaprika aus Ungarn schmeckte die Brühe sehr kräftig und gut.

17 Kommentare:

LiLaLaunebär hat gesagt…

Und was hast du mit den 38 Schüsseln geschnittenem Weißkohl gemacht?
:-)

nata hat gesagt…

Ja, was wohl? - Kappessalat!!!

multikulinaria hat gesagt…

Man kann Kohlrouladen mit Weißkohl auch ohne blanchieren machen, wenn man die dicklichen Blattenden flach abschneidet. Dann lassen sich die Blätter jeglicher Größe gut umbiegen.

Jedenfalls habe ich das so in Erinnerung. Lange keine mehr gemacht...

LiLaLaunebär hat gesagt…

7,5 Kilo????
Mach' nicht, dass du nur noch Kappes schreibst...

Der sah aber auch äußerst gut aus. Ich glaube, ich werde mir auch noch mal so ein Teil besorgen.

kochundbackoase hat gesagt…

Kohlrouladen sind mein Lieblingsessen ... und noch lieber mit Wirsing!
Darf ich mir eine Roulade abholen?

lamiacucina hat gesagt…

Damit bist Du mit Essen für die nächsten 4 Wochen versorgt. Schön for Dich, weniger schön für uns.

...Frau Kampi... hat gesagt…

Das gute an Kohlrouladen ist, dass man sie einfrieren kann, für schlechte Zeiten.
Statt der Rouladen könntest du auch die selben Zutaten nehmen und den Kohl in gröbere Streifen schneiden und nach anbraten mitschmoren. Ist auch ne leckere Geschichte.

Evi hat gesagt…

So ein richtiger Krautwickel wärs auch mal wieder. Hier übrigens traditionell mit Weißkraut, innen Speck, Zwiebeln, Schweinehack (und Reis), gegart in der Tomatenübersäten Saftpfanne.

Bei irgendeinem Familienfest vor ein paar Jahren haben wir den Krautsalat übrigens Wäschekorbweise (!) angemacht, weil die monströsen Emailleschüsseln, die sonst für die geschlachteten Hühner sind, nicht mehr ausgereicht haben...

nata hat gesagt…

@Peggy: Das ist interessant. Hoffentlich fällt es mir wieder ein, wenn ich irgendwann in ferner Zukunft noch einmal Weißkohl zubereiten sollte ;o)

@LiLaLaunebär: Leider habe ich das Teil nicht gewogen. Ganz so schwer war er wahrscheinlich nicht. Aber es ist schon irrsinnig viel Kappessalat...

@kochundbackoase: Ja, mit Wirsing sind sie wirklich etwas feiner. Aber die heutigen Kohlrouladen haben mir wirklich sehr gut geschmeckt.

@lamiacucina: Die restlichen Kohlrouladen habe ich eingefroren. Problematisch wird nur Abbau des Salats. Mir ist auch noch nicht ganz klar, wie das enden soll...

nata hat gesagt…

@Evi: So eine Waschschüssel hatte ich auch mal. Die hätte ich heute gut brauchen können.

Die andere Seite hat gesagt…

Ich bevorzuge ja Kohlrouladen mit Weisskohl, schmeckt ein wenig lieblicher, zumindest in meiner Erinnerung, ist aber schon wirklich Jahre her! ;0) Also fuer eine sinnvolle Verwertung wuerde sich ja vielleicht noch eine "Herbst-Grillparty" mit allen Freunden und Familie anbieten ..... Hauptgericht "Kappessalat" und ein paar Bratwuerste dazu ;0) ;0)
GLG Maren

Bolli's Kitchen hat gesagt…

sagt man nicht "schlohhht"??? Ist jetzt falsch geschrieben aber sp spricht man es in Köln aus.

Toni hat gesagt…

Ach, in Krautwickerl mit Kartoffelpüree könnte ich mich reinlegen. Da mach ich immer eine riiiiiiesige Reine und frier sie dann ein. Gibt den ganzen Winter lecker Krautwickerl. Das muss ich bald mal machen :)

nata hat gesagt…

@Frau Kampi: Dein Kommentar war zeitweise verschwunden. Irgendwie funktionierte Blogger gestern nicht so richtig bei mir. Das, was Du beschreibst, ist natürlich auch lecker. Ist aber sehr schwierig zu fotografieren...

nata hat gesagt…

@Maren: Heute bringe ich erstmal einen guten Teil von dem Salat zu meinen Eltern. Danach sehe ich mal, was ich mit dem rest mache.

@Bolli: Ja, ganz richtig, im Dialekt heißt es Schlot. Aber geschriebenen Dialekt zu lesen finde ich immer ein bisschen anstrengend.

Kappes ist hingegen Umgangsstandard, nicht nur in Köln, sondern auch in anderen Regionen. Insofern geht auch Kappessalat als Kompositum.

@Toni: Nananana! In mein Kartoffelpüree legst Du Dich aber nicht rein! Ich bin aber auch ganz froh, dass ich jetzt noch ein paar Kohlrouladen im Tiefkühler habe :o)

Claus hat gesagt…

Kappessalat ist ok. Der hält auch ein paar Tage. Und wird dabei immer besser!

Suse hat gesagt…

Heißt dieser flache Kohl nicht Jaroma? Na, ist ja auch egal.

Warum machst du denn kein Sauerkraut davon? Das geht ganz einfach in Gläsern.
Auf mich wartet ein monströser Spitzkohl, welchem in Kürze dieses Schicksal ereilt.

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