Sonntag, 9. November 2014

Wurstparadies und Küchenspielplatz

Abenberg und Nürnberg, Foodcamp Franken, Teil 2


Der nächste Tag sollte mein Leben für immer verändern. Nicht deshalb, weil ich ordentlichen Metzgern beim Zerlegen eines Schweins zusehen durfte. Viel mehr beeindruckte mich wieder einmal das simple Prinzip, nach dem jedes gute Produkt entsteht: Man muss halt nur gute Sachen rein tun. Und bei Martin Seefried in Abenberg geht kompromisslos das allerbeste Zeug in die Wurst. 

Aus diesem Grund war auch gar nicht so sehr die Vorführung der Handwerkskunst das, was mir einen Qualitätsschock versetzte, sondern schlicht die Verkostung, direkt aus der Theke. Die Leberwurst von Martin Seefried ist wahrscheinlich die beste, die ich je gegessen habe. Der Rote  Presssack, die verschiedenen Mettwürste, das Pastrami… all das wäre allein schon die Reise nach Franken wert. Die Bratwürste, die wir selber mit Martin Seefried produzieren durften, verschlangen wir, frisch vom Grill, mit leckerem Sauerkraut und fränkischem Meerrettich.


Am Abend übernahmen wir kurzerhand die Kochschule MobileKochkunst, die sich direkt vis-à-vis vom Essigbrätlein und nur wenige Schritte von unserem Hotel entfernt befindet. Viele Foodcamper hatten bereits im Vorfeld einen Plan gefasst, was sie in Nürnberg kochen wollten. Und so legten die Ambitioniertesten unter uns gleich los und werkelten wie die Wilden. Curry-Cremesüppchen, Presssack-Rote-Bete-Tatar mit Buttermayonnaise (!), Schweineherz mit Kürbisgnocchi, Leberkäse mit Kartoffelsalat, Treber-Crumble… Dazu stellte Christian Stahl seine fränkischen Weine vor, was mir leider nichts nutzte, weil ich an diesem Abend ein kleines Leistungstief hatte und keinen Alkohol trank. So verabschiedete ich mich zeitig und ging schlafen. Am nächsten morgen sollte es wahnsinnig früh (!) und ausdrücklich ohne Frühstück (!) losgehen. Unser Reiseleiter hatte es mehrfach betont... (weiter mit einem sehr frühen Start in TEIL 3)

Bei anderen Metzgern hat ja oft nur die Wurst ein Gesicht.

Schwäbisch-Hällisches Landschwein, fachgerecht zerlegt.





Frische Bratwurst vom Grill: Fränkisch, mit Sauerkraut und Mojito.


Erster Kochabend




Tatar von Preßsack und Rote Bete mit (!) Buttermayonnaise

Fleischkäse mit Kartoffelsalat

Schweineherz mit Kürbisgnocchi


Sonntag, 2. November 2014

Expedition ins Frankenland - Teil 1

Es gibt ja so Reiseziele, da stimmt einfach alles. Wunderschöne Landschaft, herzensgute Menschen, tolles Essen. Niemand würde etwas anderes erwarten, wenn er zum Beispiel in die Toskana führe. Doch Franken? Ganz ehrlich, bisher hatte ich das einfach nicht auf meinem Plan. In Franken reden sie doch so komisch. Und die Franken gehören auch nicht zu den Stämmen, die ständig alle mit ihrer Begeisterung über die eigene Existenz belästigen. Eher im Gegenteil, es sind immer die Franken selbst, die auf ihre wenig extrovertierten Umgangsformen hinweisen. A weng sperrig nennen sie das. In einem anderen Zusammenhang habe ich diesen Ausdruck noch nie gehört. Auf diese Art halten die Einheimischen quasi geheim, wie schön es in der Region um Nürnberg ist.

Aber irgendwann musste das ja vorbei sein. Spätestens seit dem Foodcamp Franken 2014 ist da nix mehr zu machen. Franken ist top, und jetzt wird es sich überall herum sprechen. Foodblogger aus ganz Deutschland und aus England haben die Region entdeckt und ich durfte an der atemberaubenden Tour teilnehmen.

Nürnberger Bratwürste, Bratwursthäusle
Nürnberger Rostbratwürstchen, auf Buchenfeuer gegrillt.
Mit einer Kleinstgruppe, bestehend aus Jörg und Torsten, kam ich am Donnerstag, pünktlich zur Mittagszeit, in Nürnberg an. Wir checkten in das nagelneue Sorat Hotel Saxx am Hauptmarkt ein. Wir wurden freundlich begrüßt und beschenkt, mit Lebkuchen, Spielzeug und Bier, was man halt so braucht. Nur wenige Schritte vom Hotel entfernt warteten schon die bereits eingetroffenen Foodcamper bei feinstem Sommerwetter, unter lauschigen Bäumen auf der Terrasse des Bratwursthäusle. Dort kamen zunächst einzeln und dann auch in ernst zu nehmenden Mengen herrliche Nürnberger Bratwürste an, über Buchenfeuer gegrillt, als blaue Zipfel, in würzigem Sud gar gezogen und in der geräucherten Variante. Dazu gab es Kartoffelsalat, mit Fleischbrühe angemacht, Sauerkraut, fränkischen Meerrettich und Brezeln, alles sehr schmackhaft und appetitlich. Mit Nürnberger Rostbratwürsten, wie sie außerhalb von Nürnberg serviert werden, hat das nur wenig zu tun.

Werner Behringer, Bratwursthäusle
Werner Behringer, Chef vom Bratwursthäusle, empfiehlt Bratwürstchen.


Bratwursthäusle im  Oktober 2014


Mit dem Bus, der uns während des gesamten Foodcamps etwa 436km durch Franken fahren sollte, ging es nach Schnaid zu Andreas Gänstaller. Andreas braut handwerkliches Bier in einem alten Brauhaus, mit Kühlschiff unterm Dach. Der ganze Vorgang des Brauens, der normalerweise für Zuschauer nicht sehr unterhaltsam ist, wird dadurch höchst spektakulär. Andreas ließ vor unseren Augen die heiße Würze auf den Hopfen in das riesige Becken fließen. Danach gab es in seiner improvisierten Probierstube drei abgefahrene untergärige Biere zu probieren, ein sehr köstliches Zwickel, ein bombastisch-fruchtiges Doppelbock-Weizen und ein pfeffriges Baltic Porter. Alle Biere bewegten sich auf einer Qualitätsstufe, auf der ich nicht mehr gerne unterscheide, jedes für sich war eine Sensation.

Brauerei von Andreas Gänstaller, Schnaid


Weinexperte wartet auf die Würze

Die heiße Würze fließt in das Kühlschiff


Wellness mit heißen Hopfendämpfen

Die nächste Sensation wartete auf uns in der Nürnberger Altstadt, wo wir am Abend im Essigbrätlein angemeldet waren. Sein Ruf eilt diesem 2-Sternetempel zwar voraus, doch mir war nicht klar, wie großartig dieser Abend werden würde. Das gemütliche Altstadthaus empfing uns mit einladend warmer Atmosphäre, die wir sogleich mit Leben füllten. Das freundliche und sympathische Team bewirtete uns mit einem Feuerwerk aus Gemüse und anderen Pflanzen, Fisch, Täubchen und Schokolade. Wer hätte gedacht, dass „Brotcreme“ sowas Tolles ist? Oder fermentierte Erbsen? Dass ich wirklich Eberesche gegessen habe? Dass Täubchen auch saftig und lecker sein kann? Und dass man sich in einem Sternerestaurant hinterher noch gierig Schokolade mit Nüssen, Kräutern oder Himbeeren in den Mund stopft? Nicht, weil man nicht satt geworden wäre, sondern einfach deshalb, weil es so schön war und bitte nicht aufhören soll. Die ganze Zeit begleiteten passende Weine jeden einzelnen Happen und ich bedauerte sehr, dass meine Aufnahmekapazität für Alkohol eigentlich schon nach den ersten beiden Gläsern erschöpft war. Was mich aber nicht davor bewahrte, nach dem Essen noch in ein Taxi zu steigen und mir irgendwo in einer Bar einen Eimer voll Negroni servieren zu lassen. - Nürnberg, Du bist großartig!

Nun folgt ein ganz kleiner Blick durch die trübe Linse auf eine Sache, die sowieso viel zu groß war, um sie auf Bildern festzuhalten. Insgesamt hatten wir sieben Gänge plus einiger Appetithappen, plus Brot und Bohnenbutter, plus Schokolade und mit passender Weinbegleitung. 

Essigbrätlein, Nürnberg
Dritter Gang: "Bohnen mit Zwiebel", - für viele von uns war es der Lieblingsgang des Abends.

Essigbrätlein, Nürnberg
5. Gang: "Karotten mit Kräutern", - und Eberesche.

Essigbrätlein, Nürnberg
Das Foodstyling zeigt Humor. Am Ende der "Blutspur" aus Brombeeren befindet sich ein butterzartes Täubchen.

Essigbrätlein, Nürnberg
Bitte, lass diesen Abend noch nicht vorbei sein, - das war sooo schön!

Das war Teil 1 meiner Expedition nach Franken. Mehr von dieser Reise erzähle ich bald an dieser Stelle!

Foodcamp Franken 2014 fand vom 16. - 19. Oktober 2014 mit Basis in Nürnberg statt. Die Reise wurde organisiert von Florian Bailey, Torsten Goffin, Anja Reinhardt und Claudia Hinnerkopf (beide Bayern Tourismus Marketing GmbH). Allen, die diese Reise organisiert haben, danke ich auf Knien. - Nicht nur, weil die Kosten dieser Reise von Bayern Tourismus Marketing übernommen wurden. So viel Liebe und Herzblut wie in dieser perfekt organisierten Veranstaltung steckt, kann man sowieso nicht in Zahlen ausdrücken. Darüber hinaus danke ich den fleißigen und ehrlichen Handwerkern, die uns ihre Stuben, die Wurstküche, die Backstube, ihre Keller und ihre Weinberge geöffnet haben, und die uns am Samstag in Nürnberg besuchten!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Pasta #57 - Kurzes Fresszeichen



Was ist hier eigentlich los? Isst denn niemand mehr etwas? Wird bei pastasciutta gar nicht mehr gekocht? - Doch, eigentlich schon! Aber das Fotografieren und Aufschreiben verlangt jedes Mal ein bisschen Zeit und in den vergangenen Wochen war Zeit ziemlich knapp. Obwohl sich das wohl bis Jahresende nicht ändern wird, gelobe ich Besserung und nehme mir vor, regelmäßig an mein Foodblog zu denken. Immerhin ist pastasciutta.de wenigstens zum Teil der Grund dafür, dass ich immer weniger Zeit habe. Ich werde demnächst von einer sagenhaften Reise ins Frankenland berichten! Und ich werde ausgiebig über feine Tees erzählen! Da waren so viele Dinge in den letzten Wochen... 

Bis dahin futtere ich weiter jeden Mittag eine schnelle Kleinigkeit. Wie zum Beispiel diese Gemelli mit Kürbispesto. - Herrlich! Das Pesto lässt sich ganz schnell zusammenrühren, während die Pasta noch kocht. Die Anregung dazu habe ich mir im Kleinen Kuriositätenladen geholt.

Kürbispesto

für etwa 2 Portionen

250 g Kürbis (ich nahm geschälten Hokkaido)
mit reichlich Olivenöl und Salz in einer großen Pfanne anbraten.
2 EL Kürbiskerne und 3 Knoblauchzehen kurz mit braten.
Die Mischung kurz etwas abkühlen lassen und dann in ein hohes Gefäß füllen. Mit dem Pürierstab kurz durchmixen. Ein paar Stücke dürfen zu sehen bleiben.

Das Pesto mit Olivenöl glatt rühren und mit den heißen Nudeln vermischen. Jede Portion mit einem EL geriebenem Parmesan vermischen und mit ein paar Löffeln Kürbiskernöl beträufeln.


Mittwoch, 24. September 2014

Walnuss-Straße, Hähnchensegel und Schweinefisch

Ich mag Frankfurt. Diese Erkenntnis ist weniger von Sachkenntnis geleitet, als von wenigen kurzen Berührungen, die ich bisher mit dieser Stadt hatte. Jedes Mal zeigte sich die Hessenmetropole von ihrer besten Seite.

Dazu gehört normalerweise auch auch die extrem gute Erreichbarkeit. Frankfurt ist mit Köln durch eine Schnellfahrstrecke verbunden, auf der ICEs eine Geschwindigkeit von 300 km/h erreichen können. In den Fahrplan werden die Züge so eingetaktet, dass sie etwa eine Stunde von hier nach da brauchen. Um eine verspätete Abfahrt aufzuholen, können sie die Strecke sogar in knapp der Hälfte der Zeit schaffen. - Was wirklich sehr beeindruckend ist!

Soweit die Theorie. Als ich zorra ganz begeistert von dieser technischen Wunderwelt im Schienenverkehr erzählte, organisierte sie umgehend hinter den Kulissen eine Freifahrt für mich. Flavourpairing mit Kalifornischen Walnüssen und Heiko Antoniewicz! Super! Und ich bin dabei!

Doch der Fahrplan wollte am Samstag leider nicht so unbedingt zeigen, wozu die Technik fähig ist. Daher gab es nur eine einzige Verbindung, die in mein Zeitfenster passte. Unterwegs hielt der ICE auf freier Strecke bei Montabaur, und danach ging es im Bummeltempo weiter, weil irgendwer auf der Schnelltrasse zu Fuß unterwegs war.

Walnüsse rösten, - aber richtig!


Als ich die Genussakademie Fressgass erreichte, röstete Heiko Antoniewicz gerade Walnüsse und klärte über einen grundsätzlichen Irrtum auf: Nüsse finden es gar nicht toll, so trocken in der Pfanne rumzurösten. Viel lieber baden sie ordentlich in Öl und entwickeln dabei ein tolles Aroma. - Dass ich darauf nicht eher gekommen bin! Tatsächlich verbreiten die Walnüsse einen Duft, nach dem ich süchtig werden könnte, wenn sie auf diese Art behandelt werden.

Walnuss-Strasse, schwach bis stark geröstet


Gut gelaunt führten Heiko und sein madagassischer Zwilling Adrien Hurnungee vor, was man aus Walnüssen zum Beispiel mal so machen kann, wenn man sich damit auskennt. Ein leckeres Walnussbrot war bereits angeschnitten. Dazu produzierte Heiko in wenigen Sekunden eine Paprika-Nuss-Paste mit Granatapfelkernen, die ebenso köstlich wie simpel war.

Leckerer Paprika-Walnuss-Dipp

Flavour Pairing Workshop mit Heiko Antoniewicz und Bloggern (2)

Flavour Pairing Workshop mit Heiko Antoniewicz und Bloggern (2)


Die Hähnchen waren bereits entkleidet und in Wurstpelle (Klarsichtfolie) gepackt. Bei 56° C durften sie eine Runde im Hummerbecken schwimmen, bis das Fleisch ganz zart und saftig war. Bedenken wegen eventuell gefährlicher Keime hatte Heiko nicht. Wenn man diese Methode anwenden will und unter den Gästen jemand sein sollte, der sich vor Salmonellen und Campylobacter fürchtet, kann man ihn effektiv zerstreuen, indem man die Hühnerhaut zu knusprigen Segeln aufbrät. Der Brathähnchenduft und die Knusperversuchung stellen alle Bedenkenträger umgehend ruhig.

Vakuum-verpackt und bei niedriger Temperatur schwimmt das Fleisch im Sous-vide-Becken


Hähnchenfleisch sous-vide gegart mit Walnüssen und Hüttenkäse


Dem Schweinebauch spendierte Adrien ebenfalls ein Wellnessprogramm im Hummerbecken. Was dazu führte, dass das Schweinefleisch einen ähnlich zarten Biss bekam wie das Hähnchenfleisch.

Butterzarter Schweinebauch


Nachdem ich mit den leckeren Häppchen mein verpasstes Mittagessen aufgeholt hatte, wurden wir zur Arbeit herangezogen. Nach der Präsentation einer ungeheuren Zutatenauswahl, entschied das Los und wir sollten in zufälligen Teams um die Wette kochen. - Auf jeden Teller bitte Schellfisch und Walnuss, mehr Spielregeln gab es nicht. Ich konnte mich freuen, denn juchuu! ich durfte mit Isabel von Ko(ch)lloquium kochen.

Nata kämpft mit der Technik und Heiko gibt Tipps
Foto: Kalifornische Walnüsse


Wir waren beide mehr von Neugier als von Ehrgeiz getrieben, und so nutzten wir die zwei Stunden, die uns gegeben wurden, zunächst für Experimente. Zutaten beschnuppern und befummeln, Probierfisch braten. Als Hauptzutat hatten wir uns gierig auf das Airbag Pork Skin gestürzt, eine Art pulverisierte Schweineschwarte. Den Umgang damit sollte man ein bisschen üben. Wenn das Pulver als Panade eingesetzt wird, dann ist niemals zu viel Fett in der Pfanne (schwimmend ausbacken!) und die Temperatur sollte ziemlich hoch sein. Dazu wäre es natürlich praktisch, wenn man den Herd ein bisschen besser im Griff hätte, als ich es hatte. Aber beim nächsten Mal weiß ich bescheid. 

Schweinefisch auf Hähnchennudeln mit Chili-Marmelade


Und so schickten wir unseren Schweinefisch mit Hähnchennudeln und Chili Marmelade in den Wettbbewerb: Schellfisch mit Airbag Pork Skin paniert, auf asiatischen Bratnudeln mit Hähnchenfleisch und Walnüssen, gekrönt von Orangen-Chili-Marmelade. Ob unser Gericht Zorra und Heiko, der Wettbewerbsjury, gefallen hat, konnte ich schon nicht mehr feststellen. Nach Abgabe des Tellers musste ich hastig auf Wiedersehen sagen und zum Bahnhof rennen, denn mein Zug ging ja schon wieder zurück nach Köln. Sieger des Wettbewerbs wurde auf jeden Fall Bushi, deren Essen wirklich ganz toll aussah, wie ich hinterher auf Facebook feststellen durfte. Herzlichen Glückwunsch!

Zorra Kochtopf, Adrien Hurnungee, Heiko Antoniewicz
Foto: Kalifornische Walnüsse


Es war ein Riesenspaß! Vielen Dank für diesen wunderschönen Tag! Vielen herzlichen Dank für die ausgezeichnete Organisation und die freundliche Einladung an Eva, Christine, Caro und Nina von den kalifornischen Walnüssen. Tausend Dank an Zorra, für Einladung, Schredder, Pimenton de la vera und überhaupt. Danke auch an Heiko und Adrien, die nicht nur wunderbar gekocht haben, sondern auch den Tag mit einer ganz leichtfüßigen und humorvollen Professionalität gestaltet haben.


Mehr dazu bei den Kollegen:

Flavour Pairing bei gekleckert.de

Aus Jurorensicht: Flavour Pairing bei Zorras / 1x umrühren bitte aka kochtopf

Von Walnüssen und Spitzenköchen - Wunderschöner Bericht beim kochlloquium von Isabel


Volle Lotte - Was mache ich mit kalifornischen Walnüssen?

Flavour Pairing mit Heiko Antoniewitcz - Der Kuchenbäcker 

t.b.c.

Freitag, 5. September 2014

Mensch Hein, wie hast Du Dich verändert!

Birnen, Bohnen und Speck mit Rotbarsch


Darf ich vorstellen, das ist also der Hein. Seine Freunde nennen ihn den Grünen Hein. Er ist ungefähr dort beheimatet, wo auch der Große Hans herkommt. Ehrlich gesagt, kannte ich den Hein bisher nur unter der Bezeichnung Birnen, Bohnen und Speck. Doch es ist wohl so, dass die Norddeutschen ihr Essen gerne beim Vornamen nennen. Neben Hein und Hans gibts auch noch Franz, der mit Nachnamen Brötchen heißt. Ob es wohl noch mehr davon gibt? Tiernamen für Steaks? Auf Du und Du mit der Kuh? Wie wärs mit Schwieriger Justin für ein ganz einfaches Fertiggericht? Vielleicht wurde die Dröge Dörte längst erfunden, aber leider kenne ich sie nicht. Ich kann mir nur vorstellen, wie sie schmeckt.

Der Grüne Hein hat jetzt einen Ausflug ins Rheinland gemacht und dabei gleich noch was mit der roten Laura, der Guten Luise und den Bobby Bohnen angefangen. Einen anonymen Rotbarsch und ein kleines Sößchen fand ich ganz passend dazu.

Rotbarschfilet mit Birnen, Bohnen und Speck
für 1 Portion
150 g Bohnen
2 Kartoffeln (Laura)
1 Stück durchwachsenen, geräucherten Speck
Butter
Olivenöl
1 Birne (Gute Luise)
Salz
1 kleines Rotbarschfilet
Mehl

für die Sauce
1 Eigelb
1 TL scharfer Senf
Salz
75 ml Sonnenblumenöl
Weißweinessig
1 Msp. geriebener Knoblauch
2 TL Crème fraîche

Dei Vorbereitungen lassen sich ganz gut am Vortag erledigen. Dazu die Bohnen, die Kartoffeln und den Speck vorbereiten. Die Kartoffeln in der Schale kochen, pellen und abkühlen lassen. Die Bohnen putzen, kochen und abschrecken. Den Speck in Salzwasser zum Kochen bringen und dann bei schwacher Hitze etwa eine Stunde ziehen lassen.

Eigelb mit Senf und Salz verrühren

Butter und olivenöl in einer Pfanne erhitzen.
Die abgekühlten Kartoffeln in Scheiben schneiden und bei schwacher Hitze braten. Sobald eine Seite der Scheiben gebräunt ist, die Birne in dünne Spalten schneiden und in die Pfanne legen. Speck in Würfel schneiden, Fett und Schwarte entfernen, die Würfel in die Pfanne geben.

Das Rotbarschfilet in Stücke schneiden, salzen und in Mehl wenden. In einer zweiten Pfanne Butter und Olivenöl erhitzen und den Fisch darin bei schwacher Hitze braten.

Sobald Kartoffeln und Birnen gebräunt sind, alles aus der Pfanne heben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Bohnen in das verbliebene Fett in der Pfanne geben und darin schwenken. Alles mischen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Salz würzen.

Birnen, Bohnen und Speck auf einem Teller anrichten. Die Sauce darüber träufeln. Den Fisch darauf betten. Etwas Gochugaru darüber streuen.

Sonntag, 24. August 2014

Die Letzten ihrer Art

Zwetschgen


Manchmal kann ich der totale Bildungsverweigerer sein. Das sind keine Pflaumen, sondern Zwetschgen. - Mir doch egal! Der freundliche Bauer, bei dem ich so gerne einkaufe, meint es dabei nur gut. Dass Zwetschgen eigentlich sehr wohl Pflaumen sind, spielt keine Rolle, denn wir sind ja nicht im Biologieunterricht, sondern auf dem Wochenmarkt. Worauf der Pflaumenmann eigentlich hinaus will, ist, dass es sich bei dem lecker aussehenden Steinobst um eine echte Rarität handelt. Dunkelblaue Früchte von einem der letzten Hochstammbäume im Oberbergischen. Viele gibt es davon im professionellen Obstanbau jedenfalls nicht mehr, weil die Bewirtschaftung zu aufwändig ist. Doch ich bin ja unbelehrbar und merke gar nicht, wie toll das ist, was ich gerade kaufe. Erst als ich zu Hause in meiner Küche stehe und kurz überlege, ob ich aus den Pflaumen nun Marmelade oder Kuchen machen soll, komme ich auf die Idee, zu probieren. Und dann habe ich es endlich begriffen, diese Prumme sind eine echte Sensation, ich brauche mehr davon! Schließlich will ich Marmelade und Kuchen! Und Kompott! Zum Glück ist es nicht weit. In drei Minuten bin ich aus der Tür, die Treppe runter und mit dem Fahrrad zum Marktplatz gesaust. Noch mal zwei Kilo bitte! Jetzt kann ich loslegen. Es gibt eine ganz einfache Prummetaat, eigentlich Quetschetaat, wie ich sie am liebsten habe.

Wie gut die Zwetschgen wirklich waren, zeigt sich übrigens daran, dass ich den Kuchen freiwillig ohne Sahne und ohne Zimtzucker gegessen habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass das schon einmal vorgekommen wäre.

Quetschetaat, einfacher Hefekuchen mit Zwetschgen


Prummetaat / Quetschetaat
Pflaumenkuchen vom Blech

für zwei Bleche
500g Mehl, Type 550
1 Würfel Hefe
1TL Salz
4 EL Zucker
250 ml lauwarme Milch
80-100 g weiche Butter
2 Eier

pro Blech etwa 1,5 kg reife Zwetschgen
Zucker zum Bestreuen

Die Zutaten für den Teig mit einander verkneten. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen.
Die Pflaumen waschen, die Stiele abzupfen und die Kerne entfernen, dabei die Pflaumen halbieren.

Den Teig halbieren und auf die Größe zweier Backbleche ausrollen. Backpapier auf die Bleche und den Teig darauf legen. Den Hefeboden schön dicht mit den Pflaumen belegen, Hautseite nach unten. Die Pflaumen dünn, aber gleichmäßig mit Zucker bestreuen.

Den vorbereiteten Kuchen an einem Warmen Ort 30-60 Minuten gehen lassen, bis der Boden deutlich aufgegangen ist.

Den Backofen auf 180° C vorheizen (bei zwei Blechen gleichzeitig 160° C Umluft ohne Vorheizen). Jedes Blech etwa 35 Minuten backen. - Bei mir gab es übrigens nur ein Blech mit Kuchen. Die zweite Hälfte des Teiges habe ich für Zimtschnecken verwendet.

Freitag, 15. August 2014

Persönliche Bestleistung für die Zucchini

Courgette Potatoe Fritters


Ganz schnell aufschreiben, bevor ich es wieder vergesse. Schnell heißt in diesem Fall, dass die Pfanne noch heiß ist. Das waren die Besten! Das waren die allerbesten Zucchinifritters, die ich je gegessen habe. Dabei weiß ich gar nicht, wie oft ich versucht habe, aus Zucchini und rohen Kartoffeln kleine Puffer zu backen. Meist blieben die Kartoffeln irgendwie roh, während die Zucchini schon fast schwarz wurden. Oder die blöden Dinger saugten sich mit Fett voll und wurden gar nicht knusprig. Wie auch? Zucchini an sich werden ja eigentlich nicht knusprig. Und was soll so eine einsame Kartoffel da schon ausrichten. Dabei wäre es schön, wenn das Ergebnis auch irgendwie nach Zucchini schmecken würde.

Zucchini-Kartoffelpuffer


Doch diese hier sind anders. Zumindest im Vergleich zu den armseligen, grünen Küchlein, die ich bisher gegessen habe. Und wie kommt das nun? - Eigentlich wollte ich gestern Zucchini-Tortilla backen, habe mich dann aber auf halbem Weg umentschieden. Es blieb eine Portion sanft gebratener Zucchiniwürfel übrig, gewürzt mit Salz, Knoblauch und Thymian, die im Kühlschrank übernachten musste.

Die Würfelchen habe ich vorhin mit 1 fein geriebenen, rohen Kartoffel, 1 gewürfelten Zwiebel, 1 Ei, Salz, frischem Thymian, fein geschnittener glatter Petersilie und etwas Muskatnuss vermischt. Eine Hälfte der Masse habe ich einfach so, bei mittlerer Temperatur (ja nicht zu heiß!) in Erdnussöl ausgebacken und die andere Hälfte habe ich mit etwas Paniermehl versetzt. Ohne Paniermehl werden sie ein bisschen besser.

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