Dienstag, 2. Februar 2016

Grünkohlglück mit Gnocchi

Gnocchi mit Grünkohlgemüse | pastasciutta

Was gestern mit der Verwertung von Resten begann, wird nun zum Rezept. Wer täglich kocht und wer für den Alltag kocht, kennt es ganz genau. Ein bisschen Zeug aus dem Kühlschrank, ein paar Vorräte, hat man immer, und die wollen auch alle verwertet werden. Manchmal ist es öde und manchmal ist man überrascht, wie gut es schmeckt. Ganz selten ist es so, dass ich unbedingt aufschreiben muss, wie eine Sache zustande kam. 

Aber diese Gnocchi aus Kartoffelpüree mit Grünkohlgemüse kann ich ganz heiß empfehlen und die möchte ich auch gerne noch öfter essen. Für die Karnevalsjecken, die nach Äschermedwoch auf Fleisch verzichten, passt das auch ganz gut. Der Grünkohl ist so deftig, dass wirklich nichts fehlt.

Und das Beste: Mit diesem Rezept kann ich endlich mal wieder an einem Blog-Event bei Zorras Kochtopf teilnehmen, der klassischen Serie aller Blog-Events. Die aktuelle Runde läuft unter dem Titel GERMAN KRAUTKÖPFE ODER KRAUTS: JEDER DEUTSCHE LIEBT KRAUT UND KOHL!  Eva von evchen kocht hat sich das Thema ausgedacht und sie freut sich über absolut alles, was man mit Kohl anstellen kann.

Zurück zum Grünkohlglück. - Die Resteverwertungskette fing schon mit dem übrig gebliebenen Kartoffelpüree vom Wochenende an. Es war fertig zubereitet, mit Butter, Milch und Sahne und mit etwas Salz und Muskatnuss gewürzt.
Aus diesem stinknormalen Pü lassen sich ganz einfach und im Handumdrehen feine Gnocchi rollen. Das Rezept habe ich hier schon einmal aufgeschrieben und es funktioniert immer noch. Wie viele Portionen so ein Rezept ergibt, hängt natürlich vom persönlichen Fassungsvermögen ab und davon, was man dazu isst. In der Kombination Gnocchi + Gemüse reichten die kleinen Kartoffelklößchen bei mir für 2 große Portionen.

Eine große Portion blieb also gestern von den Gnocchi übrig. Sie durften, bereits abgekühlt, in einer Plastikdose im Kühlschrank übernachten (damit sie nicht zusammenkleben, kann man ein paar Tropfen Öl hinzufügen, - muss aber nicht sein). Heute Mittag habe ich sie schön langsam auf kleiner Stufe in Butter und Olivenöl gebraten.

Dazu gab es folgendes Rezept aus Grünkohl, den ich schon blanchiert eingefroren hatte. Man kann ihn aber auch sauber gezupft, frisch und roh für dieses Gericht verwenden.

Zu angebratenen Gnocchi und Grünkohl passt Parmesan


Sahniges Grünkohlgemüse
1-2 Portionen, je nach Appetit

1-2 Zwiebeln, ca. 120 g
Olivenöl
Salz
1 Möhre, 150 g
2-3 Knoblauchzehen
½-1 TL Kümmel, gemörsert
150 ml Gemüsebrühe
1 Hand voll Grünkohl (1-2 Portionen), geputzt, gefroren oder frisch
100 ml Sahne
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Zwiebel schälen und in Streifen schneiden. Mit etwas Salz in Olivenöl anschwitzen. Die Möhre schälen und in kleine Stücke schneiden und zu der Zwiebel geben. Alles schön langsam weich schmoren. Knoblauch schälen, hacken und mit dem Kümmel hinzufügen.
Wenn die Zwiebeln etwas Farbe angenommen haben, kommt der Grünkohl dazu. Frischer Grünkohl kann kurz mit angeschwitzt werden. Gefrorener Grünkohl kommt zusammen mit der Brühe in den Topf. Das Gemüse mit geschlossenem Deckel weich kochen, eventuell noch Wasser oder Brühe nachgießen. Sahne hinzufügen und je nach Geschmack etwas einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu passt geriebener Parmesan oder Bergkäse.




Dienstag, 19. Januar 2016

Pastasciutta in New York City - Teil 3

Hunger, Durst - und was sich dagegen tun lässt


Shake Shack Flatbush Ave Brooklyn | pastasciutta in NYC


Menschen, die zum allerersten Mal für einige Tage nach New York reisen und dort nur das beste Essen und die feinsten Getränke auswählen, bewundere ich. Schon lange vor meiner Reise war mir klar, dass es schwierig werden würde, wirklich alles zu sich zu nehmen, was man in New York essen und trinken muss. Meine Liste der verlockendsten Restaurants war endlos lang, und selbst, als ich versuchte einige zu streichen, nahm sie nicht wirklich eine zu bewältigende Form an. Das Fress-Vergnügen in dieser Stadt ist wirklich grenzenlos, und das Internet bombardiert einen während der Planung auch noch ständig mit neuem heißem Scheiß. Während die harmlose Touristin noch Pläne schmiedet, formiert sich in Manhattan oder Brooklyn schon eine Schlange vor einem neuen Lokal, in dem man unbedingt gewesen sein sollte.

Nachdem die Verpflegung im Flugzeug trotz meiner größten Skepsis nicht ekelhaft, sondern schmackhaft, aber ziemlich langweilig war, konnte ich mein erstes Essen in Brooklyn kaum erwarten. Nach der Ankunft im Hotel Indigo Brooklyn machten wir uns auf den Weg zu meinem ersten echten New Yorker Burger.

Burger mit und ohne Gedöns | pastasciutta in NYC


Shake Shack gilt derzeit als die beliebteste Burgerkette der Stadt und ist vor allem für Qualität bekannt. Das Fleisch besteht aus reinem Angus Beef und wird, falls nicht anders verlangt, medium gebraten. Die Restaurants schenken eigenes Bier aus den Tanks der Brooklyn Brewery aus, das mir ebenso vorzüglich geschmeckt hat, wie mein Burger, die Fritten und das Eis, das Frozen Custard heißt. Zwecks Verifizierung gingen wir an einem anderen Tag noch ein zweites Mal hin und ich versuchte ein Getränk, von dem ich schon immer wissen wollte, wie es schmeckt. - Manche Fragen bleiben besser unbeantwortet, denn beinahe hätte der Stoff mir das ganze Essen verdorben. Root Beer ist wohl eher etwas für Eingeweihte.

Erste Begegnung mit amerikanischer Esskultur | pastasciutta

Leckeres Bier aus der Brooklyn Brewery dazu | pastasciutta


Unter all den Food-Trends in New York stellt David Chang quasi eine eigene Kategorie dar. Wenn man in die Ostküsten-Metropole reist und unbedingt wissen möchte, was man auf gar keinen Fall verpassen darf, dann sollte man den Momofuku-Erfinder im Auge behalten. In der Planungsphase vor meiner Reise hatte Chang gerade das Fuku+ eröffnet und die ganze Stadt fieberte nach frittierten Hähnchenteilen.


Fried Chicken Sandwich, fuku+

In den Instagram-Bildern der New Yorker Foodies tauchte daneben wieder und wieder ein rätselhaftes Objekt auf, das Sichuan Pork Flat Bread genannt wurde. Ich hätte vor Neugier bis an meine Lebensende nicht mehr ruhig schlafen können, wenn ich das Schweinefleischbrot nicht probiert hätte.

David Chang's Sichuan Flat Bread | pastasciutta in NYC


Doch unmittelbar nach dem Verzehr hätte ich ganz sicher auch keine Ruhe gefunden, denn die fliegende Untertasse ist frittiert und darüber hinaus mit sehr fettigem, würzigem Sichuan Pork und Röstzwiebeln belegt. Während die Grünzeugauflage ein gewisses Volumen erzeugt, sorgt der Seidentofu für nachhaltige Sättigung. Auch wenn es sich um eine fabelhafte und sehr originelle, leckere Schweinerei handelt, hatte ich nach dem Genuss leichte Probleme, nicht komatös vom Barhocker zu kippen. Ein Eis in der Momofuku Milkbar, durch die man den Laden verlässt, war selbst beim besten Willen nicht drin.

Breakfast in Brooklyn | pastasciutta in NYC


Ähnlich sättigend war auch das Frühstück in unserem Hotel. French Toast, Pancakes, Quesadillas, Bratkartoffeln... Nachdem das erste Frühstück mit French Toast dazu führte, dass ich (eigentlich eine ernstzunehmende Frühstückerin!) schon nach einer viertel Portion kaum noch Luft bekam, schwenkte ich am zweiten Morgen auf die schlichte europäische Variante um und nahm Toast mit Butter und Gelee. Dazu einen amerikanisch-dünnen Kaffee, wie man ihn sonst in New York wahrscheinlich nur noch selten bekommt, der aber überraschenderweise auch ganz gut schmeckte.

Kulinarischer Höhepunkt des New-York-Trips war für uns ein Abend in der Grand Army Bar. Frische Austern und Fisch aus Long Island standen ganz oben auf meiner Wunschliste für die Reise, und hier konnten wir so richtig in diesen Genüssen schwelgen.

Gin Martini in der Grand Army Bar | pastasciutta in NYC


Die Austern werden mit Essenzen in Apothekerfläschchen serviert. Zwei von diesen Platten schafft man ganz locker, denn die Austern sind wirklich toll. Dazu nahm ich Gin Martini und Monsieur trank weißen Bordeaux.

Austern aus Long Island | pastasciutta in NYC
Littleneck Clams, Thai Chili, Cilantro, Garlic
Hamachi | pastasciutta in NYC
Tuna Confit | pastasciutta in NYC

Die Clams kommen mit Knoblauch und Koriander auf Eis und schmecken ebenfalls sehr frisch und lecker. Am besten gefiel uns der Hamachi (ebenfalls an Brooklyn vorbei geschwommen und vor der Tür gefangen, sagte man uns), der roh serviert und wahrscheinlich mit Miso angemacht wird. Für mich schmeckte es jedenfalls danach. Die dunkle und sehr gemütliche Bar macht große Lust darauf, bei lauter Musik, mit weiteren Cocktails noch mehr Köstlichkeiten zu bestellen. Wir probierten warmes Brot mit Algenbutter, Thunfisch Confit und zum Schluss noch einen warmen Ednussbutter-
Brownie.

Käme ich noch einmal nach Brooklyn, würde ich mindestens einen Abend in der Grand Army Bar verbringen. Bitte unbedingt die Bilder auf der Homepage ansehen, denn für meine Kamera war es leider viel zu dunkel! Inzwischen taucht der Laden auch in sämtlichen Listen der besten Bars der Stadt auf. Auf dieser Seite sind ein paar Fotos mit Tageslicht zu sehen. Man beachte die Eisrinne mit den Austern!


Sollte ich noch einmal nach Chinatown kommen, würde ich vorher einen Mandarin-Sprachkus besuchen oder, lieber noch, Barbara als Tourguide engagieren. Für wenige Minuten standen wir in einem äußerst verlockenden Lokal, das Dim Sum ganz stilecht in meterhoch gestapelten Dämpfkörbchen auf Servierwagen an die Tische rollt. Es gibt drei Schalter, an denen die Gäste sich anstellen und in der Mitte des Eingangsbereichs steht eine Frau auf einem Podest und macht Durchsagen durch ein Mikrofon. - Alles auf Chinesisch. Und in diesem ganzen, proppevollen, wahnsinnig lauten Lokal siehst Du kein einziges nichtasiatisches Gesicht. Irgendwie war klar, dass die Leute alle irrsinnigen Spaß hatten, aber, nachdem man uns auch komplett ignorierte, war ebenfalls klar, dass wir hier im Leben nichts zu Essen bekommen würden.


So  wechselten wir auf die andere Straßenseite zu Wong Kee, einem Lokal, das uns immerhin noch chinesisch genug erschien, aber gleichzeitig den Eindruck machte, dass Verständigung möglich sei. Viele ältere Chinesen saßen darin und aßen Congee mit frittiertem Brot. Im Eingangsbereich hingen gebackene Enten und der Lieblingsmann fühlte sich vom Hummer im Sonderangebot angesprochen. Wir nahmen Nudelsuppen mit gebackener Ente und mit Fischklößchen, außerdem natürlich einen frittierten Hummer mit Frühlingszwiebeln.

Roxbury Mountain Maple Syrup auf dem Union Square Green Market

Ein kulinarisches Souvenier nahm ich auf dem Union Square Green Market mit. Das ist ein ziemlich beeindruckender Wochenmarkt mit Grünzeug aus der Region und Fisch quasi direkt vom Kutter, mitten in der Stadt. Schon zu Hause hatte ich mir überlegt, dass ich gerne mal richtig guten Ahornsirup probieren wollte und glücklicherweise die Hersteller dieser Köstlichkeit im Internet entdeckt. Roxbury Mountain Maple Syrup wird auf natürliche Weise in Hobart NY, also gerade mal rund 100 km von der Stadt entfernt, hergestellt. Am Stand gibt es einen netten Plausch, Zuckerwatte aus Ahornsirup, Brotaufstrich und verschiedene Ahornsirups, von Hell bis Dunkel. Das freundliche Paar lässt bereitwillig alles probieren und der nette Mann macht schräge Witze über die DNA-Spuren, die er auf den Plastiklöffeln sammelt. Zu meiner Überraschung schmeckte der intensivere, dunkle Sirup am besten.

Pizza in der Nachbarschaft | pastasciutta in NYC


When in Rome... Wie es die Einheimischen mit dem Essen halten, finde ich auf Reisen grundsätzlich immer interessant. Unsere ganze Nachbarschaft in Brooklyn bevölkerte schon vormittags einen kleinen Pizzaladen in der Nähe des Hotels. Die Menschen wurden durch den köstlichen Duft ebenso angezogen wie durch die konkurenzlos günstigen Preise. Für 2,75 $ gibt es zwei Riesenstücke Pizza und ein Getränk. Und so quetschten wir uns zum Mittagessen mit auf die Bank, um Pizza mit Limo zu verdrücken. Und nein, die karierte Hähnchenpizza mit Barbequesauce habe ich nicht bestellt.

The Magnolia Bakery | pastasciutta in NYC


Vor dem Konzert im Madison Square Garden hatte ich gerade noch ein bisschen Zeit, um in Chelsea herumzulaufen. Die mörderischen Distanzen in dieser Stadt machen es aber schwierig, in wirklich kurzer Zeit viel zu sehen. So entdeckte ich den sehr verlockenden Gansevoort Market, schaffte es aber nicht mehr zum Chelsea Foodmarket. Nur ein kleiner Schlenker zur Magnolia Bakery war noch drin. Und so teilten wir uns ein winziges Becherchen von dem zurecht sehr berühmten Banana Pudding.

Zufällig liefen wir an Beechers Cheese vorbei. Zunächst traute ich meinen Augen nicht und dann auch nicht meiner Nase. Es roch wie vor dem Milchgeschäft in einem Schweizer Dorf. Mitten in Manhattan lassen sie Milch stocken, fischen die Stücke aus der Molke und pressen sie zu Käse.

Während das gute Craft Beer fast flächendeckend zu beiden Seiten des East River ausgeschenkt wird, fällt es schwer, die Biere zu finden, die als "typisch amerikanisch" gelten. Da ich zuvor noch nie amerikanisches Bier getrunken hatte, konnte ich mir nie etwas unter den Beschreibungen vorstellen, wenn Leute mir davon erzählten. Leichte Biere, die kaum erahnen lassen, dass Hopfen oder Alkohol darin sein könnte. In Red Hook fanden wir Sunny's Bar, einen Laden, der genau solches Bier ausschenkt und daneben noch Stoff aus einer großen Brauerei in der Eifel. Doch nicht wegen der Getränke hatten wir uns in diesen abgelegenen Zipfel kutschieren lassen, sondern wegen der Musik und der eher untouristischen Stimmung. In sehr entspannter Atmosphäre verbringt junges Publikum den Abend dort bei Livemusik. Man plaudert und tanzt und alles wirkt so relaxt wie in einem Werbespot. Trotz der Lage abseits der Touri-Routen ist Sunny's eine Kultbar, die jetzt sogar in einem Buch verewigt wurde. Ähnlich kultig ist auch der Künstler, den wir live erleben durften. Smokey Hormel trägt einen großen Hut und spielt Western Swing.

Fazit: New York City ist einfach zu groß für Kurztrips. Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, was dort noch alles wartet. Ich wünsche mir sehr, dass ich eines Tages noch mal dort hin komme.

Pastasciutta in New York City, Teil 1 - Warum ich nach New York flog

Pastasciutta in New York City, Teil 2 - Der erste Kontakt

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Ewige Vorsätze für das neue Jahr
und ihre aktuelle Bewertung


Gesünder ernähren 

Du solltest Dich fragen, ob es im abgelaufenen Jahr Momente gab, in denen Du wirklich ganz sicher warst, etwas Ungesundes zu essen. Hast Du je bedauert, nicht genug grüne Smoothies oder Chiasamen zu Dir genommen zu haben? – Im Ernst?

Weniger Alkohol trinken? 

Jetzt mal ehrlich, … Und dann?

Endlich abnehmen 

Bloß nicht! Man hört ja so viel über ausgemergelte Gesichter, Falten und schlimme Fettschürzen. Und dann ist da immer die Angst, dass man wieder zunimmt. Wer will schon bis an sein Lebensende nur grüne Blättchen essen?

Nett sein 

Lohnt sich bekanntlich immer. Wir arbeiten daran. Und gelegentlich klappt es auch.

Mehr Vorräte anlegen 

Ganz unbedingt! Jedes Jahr nehme ich mit vor, mein eigenes Zeug im Garten oder auf dem Balkon zu ziehen, mehr Marmelade zu kochen und endlich wieder größere Mengen Fond anzusetzen. Die Sache hat zwei entscheidende Vorteile: 1. Mehr Freude an selbstgemachten Sachen 2. Endlich wieder ein Grund, beim Schwarzmarkt im Marieneck mitzumachen.

Nur noch beschriftete Sachen einfrieren

Nie wieder TK-Bingo!

Mit dem Rauchen aufhören

Aber sofort! Das ist ein kostenloser Tipp von mir. Diesen Mist habe ich schon vor vielen Jahren abgehakt und keinen Tag bereut. Das Beste, was man machen kann, ganz ehrlich!

Mehr Sport machen

Können vor Lachen. Wegen anhaltender Wehwehchen hatte ich in diesem Jahr nicht die leiseste Chance dazu. Aber pünktlich zum Jahreswechsel sieht alles schön aus und ich kann es gar nicht abwarten, die alten Knochen wieder zu bewegen.

Weniger fernsehen
Unbedingt! Gibt ja Netflix.

Mehr bloggen
Jedes Jahr gelobe ich Besserung an dieser Stelle und auch dieses Mal ist es ganz ehrlich gemeint: Ich will wirklich wieder mehr bloggen. Und ich freue mich, wenn möglichst viele es genauso machen. Gehet hin und macht Blogs, schreibt, fotografiert, filmt, sendet!

Ich wünsche Euch allen einen guten Start ins neue Jahr und jede Menge Glück, Liebe, Erfolg für 2016!    

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten 2015


Frohe Weihnachten, Ihr lieben Menschen! Ich wünsche Euch allen ein schönes Fest! 

Dienstag, 22. Dezember 2015

Weihnachtsplätzchen, Versuch und Volltreffer

Ein Herz für Weihnachtsplätzchen!



Endlich gibt es hier leckere Weihnachtsplätzchen! Fleißige Hausfrauen backen sowas ja schon Wochen im Voraus. Ganz anders sieht es dagegen bei mir aus. Die Adventsbäckerei habe ich die ganze Zeit vor mir her geschoben. Dann war ich plötzlich fest entschlossen und bin doch wieder gescheitert. Wer kennt das nicht, - man steht ein bisschen unentschlossen in der Küche rum und ZACK!, einen Moment später hat man die Pfanne aufgesetzt und schält Kartoffeln. Sowas passiert, wenn man ohne Rezept arbeitet!


Zum Glück fielen mir dann die zauberhaften Polvorones von der lieben Evi wieder ein. Vor einiger Zeit  hatte ich sie bereits nachgebacken und ich muss sagen, diese Plätzchen bewegen sich schneller als meine geliebten Papageien vor dem Fenster. Manche Sachen sind echt schwierig zu fotografgieren. Doch wenn man sich auf die Lauer legt und ein bisschen Geduld hat, kriegt man auch mal so einen grünen Schreihals vor die Linse.

Halsbandsittich vor meinem Fenster


So ähnlich ist das mit den Polvorones dann auch. Gestern habe ich nicht nur einen Halsbandsittich erwischt, sondern auch noch mal Polvorones gebacken. Und dann habe ich hinter der Kamera abgewartet, bis heute morgen die Sonne aufging, um die Plätzchen zu fotografieren.

Das Rezept wurde in zwei Stufen ganz heftig abgewandelt, - zunächst von Evi und dann noch einmal von mir. Was bleibt, sind ziemlich schweinöse Plätzchen, die genau wie Polvorones in Mund zu Staub zerspringen, mit einem leichten Schoko-Nussaroma. - Ich bin sehr begeistert! Der Teig schmeckt ungebacken schon unverschämt gut, lässt sich schnell und unkompliziert herstellen und verarbeiten. Meine Schwarzpulverones sind absolut last-minutetauglich, schmecken allerdings noch besser, wenn sie eine Übernachtung in einer geschlossenen Dose hinter sich haben.


Schwarzpulverones - Schoko-Haselnuss-Bomben


Schwarzpulverones
abgewandelt nach Evis Kyche

100 g Haselnüsse
350 g Butter
225 g Zucker
1 Prise Salz
1 TL Vanilleextrakt
240 g Mehl
2 geh. TL Kakaopulver


Die Haselnüsse im Mixer fein zerschreddern.
Die Butter bei sanfter Hitze schmelzen, leicht abkühlen lassen und den Schaum abschöpfen. Das klare Butterfett in eine Schüssel gießen und die milchigen Anteile im Topf zurück halten. Das Butterfett sollte ungefähr 225 g ausmachen.
Das Butterfett mit dem Zucker, Salz und dem Vanilleextrakt mischen und für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. den Ofen auf 190°C vorheizen.

Die Butter-Zuckermischung mit einem Handrührer schaumig schlagen.
Mehl, Kakao und Haselnüsse untermischen, bis ein leicht krümeliger Teig entsteht. Den Teig in zwei bis drei Portionen jeweils auf 1-1,5 cm Stärke ausrollen. Daraus dicke Plätzchen von 5 cm Durchmesser ausstechen. Die Plätzchen mit etwas Abstand (laufen nicht sehr stark auseinander) auf zwei Bleche verteilen (notfalls noch ein drittes). Die Bleche dann nacheinander jeweils 10 bis 12 Minuten (bei mir waren es eher 12) backen.
Die Schwarzpulverones etwa 5 Minuten auf dem Blech abkühlen lassen und dann sehr vorsichtig auf einen kühleren Untergrund heben und ganz abkühlen lassen. - Vorsicht! Die Plätzchen sollen erst im Mund und nicht schon vorher zu Staub zerspringen!




Montag, 7. Dezember 2015

Klassisch und experimentell: Bordeaux in Ehrenfeld
#bordeauxlicious

Normalerweise freue ich mich, wenn ich auf ein schönes Essen mit Bordeaux-Wein eingeladen werde. Wenn Bordeaux auf den Tisch kommt, dann darf man erwarten, dass es ein bisschen festlich wird. - Gestern Abend waren es die Bordeaux-Weine, die mich ins Marieneck nach Ehrenfeld einluden. Das Essen sollte ich selber kochen, zusammen mit einigen anderen Bloggern, hieß es in der Einladung. 

Sebastian Bordthäuser, Sommelier mit Germanistikhintergrund, gab uns einen Einblick in die Vielfalt der Bordeaux-Weine, die nicht immer nur schwer und teuer sein müssen. Das riesige Anbaugebiet im Südwesten Frankreichs bringt neben den klassischen, körperreichen Begleitern zu Rindfleisch und Schmorgerichten auch erstaunlich frische und fruchtige Weine hervor, die mühelos die frische und moderne Küche begleiten.

Tippschein


Beim Blindtest der Aromen versage ich auf ganzer Linie. Wo ich Speck rieche, ist eigentlich Kaffee im Glas.

Stevan Paul hat sich zuvor schon für die Kampagne der Bordeaux-Weine acht passende Begleiter ausgedacht. - Nun sind wir diejenigen, die ran müssen! Für die Bloggerrunde ist der Autor/Blogger/Koch/Food-Stylist ausgiebig einkaufen gegangen und hat einen üppigen Warenkorb aus frischer Herbstware zusammengetragen. Die Foodblogger sollen daraus ein viergängiges Menü nach ihrem Geschmack kochen. Unter den Bordeaux-Weinen, die uns zur Verfügung stehen, wählen wir jeweils eine klassische Kombination und eine eher ungewöhnliche Weinbegleitung.

Sofort bricht im Marieneck fröhliche Betriebsamkeit aus. Die meisten der Anwesenden kennen sich in der Ehrenfelder Kochschule ganz gut aus. 

Ich habe Glück und darf mit Maja und Johannes den Nachtisch zubereiten! Die beiden sind sofort auf dem selben Trip und wollen was mit Rote Bete machen, Hauptsache Gemüse im Nachtisch. Der grobe Fahrplan steht also fest: Maja macht einen saftigen Kürbiskuchen mit Schokolade. Johannes bereitet Birnen mit Rote Bete in Weißwein zu, und reicht dazu einen Dill-Zucker. Ich begleite das Ganze mit einer Creme, die möglichst intensiv nach Pastinake schmecken soll. Eigentlich habe ich das große Los gezogen, denn meine Aufgabe ist wirklich nicht die Schwierigste.

Rote Bete, Birne, Dillzucker


Johannes kann aus Birnen Erdbeeren machen. Aus Rote Bete, Birnen und Weißwein zaubert er etwas ganz Frisches und Fruchtiges.

Süße Pastinakencreme
(leider ohne Gewichtsangaben) Pastinaken schälen und grob in Stücke schneiden. Mit einer Prise Salz in reichlich Butter ganz langsam braten, bis die Stücke von allen Seiten goldbraun sind und ein intensives Aroma entwickeln.
Reichlich Sahne aufgießen und bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Pastinakenstücke weich sind. Mit einem Pürierstab gründlich mixen und danach durch ein Sieb streichen. Mit Salz und Zucker abschmecken. Vor dem Servieren nochmals erhitzen und mit dem Pürierstab etwas aufschäumen.

Während der Kuchen abkühlt und das Kompott durchzieht, machen wir uns über vier wunderbare Gänge mit jeweils zwei Weinen her:

Saibling, Pastinakenchips, Rosenkohl, Pink Curry

Saiblingstatar auf lauwarmen Rosenkohlblättchen mit Petersilienwurzelchips, gebratenem Saibling und Pink-Curry-Creme von Astrid und Claudia. Klassischer Weintipp: Chartron La Fleur (Bordeaux Blanc), experimentell: Monconseil Gazin (Blaye Côtes de Bordeaux)

Räucherforelle, Graupen, Sauerteigbrot


Forellenterzett von Torsten, Annette und Kerstin: Räucherforelle auf selbstgemachtem Sauerteigbrot, Graupen, Forellenessenz mit Nocken. Klassischer Weintipp: Château Penin (Clairet), experimentell: Château Monconseil Gazin (Blaye Côtes de Bordeaux).

Kaninchenleber mit Brombeere, Nierchen und Bauchlappen

Schon öfter versucht, aber zum ersten Mal wirklich Spaß dabei gehabt: Kaninchen schmeckt mir überraschenderweise doch! Die beiden Kaninchengänge kamen von Sophia Christian und Michael: Leber mit Brombeere, Feldsalat, Nierchen und Bauchlappen. Klassischer Weintipp: Château Mémoires (Cadillac). Experimenteller Weintipp: Château Rauzan Despagne (Rosé).

Lapin au Vin | pastasciutta


Nicht, dass hier Missverständnisse aufkommen, ich hatte extra um das kleinere Kaninchenbein gebeten! Es stellte sich heraus, dass das ein Fehler war, aber na gut, es war wirklich allein meine Schuld. Das butterzarte Fleisch wurde von einer kräftigen Sauce aus Wein und Sternanis begleitet. Mit der dunklen Sauce hat sich Michael wohl den Titel "Saucen-King" eingefangen. Klassischer Weintipp: Château de la Rivière (Fronsac), experimenteller Weintipp: Château Puybarbe (Côtes de Bourg).

Rote Bete, Birne, Kürbis, Pastinake, Dill | pastasciutta


Ebenfalls sehr überraschend fand ich unseren eigenen Gang. Wenn man sich so ad hoc darauf einigt, zu dritt etwas aus vorhandenen Zutaten zusammenzustellen, dann gibt es keine Möglichkeit für Testläufe. Mit dem Konzept Gemüse zum Dessert beschritten wir auch nicht gerade den ausgelatschten Rotweinwanderweg. Umso erstaunlicher war es für mich, wie harmonisch sich das alles auf dem kleinen Tellerchen zusammenfügte. Klassischer Weintipp: Reserve Mouton Cadet (Sauternes), experimentell: Château Penin (Clairet).

Herzlichen Dank an Bordeaux-Wein für die Einladung, es war ein großartiger Abend! Vielen Dank auch an alle, die dabei waren, es hat großen Spaß gemacht!


Eine wunderschöne Beschreibung des Abends gibt es auf Nachschlag bei Johannes J. Arens. Er verrät auch, wie aus Rote Bete und Birne so ein knallroter Knaller wird. 

Der Küchenjunge Christian Lersch hatte zu Beginn des Abends seine Kamera unter der Decke festgeschraubt. Das Video zeigt einen großen Teil des Abends im Zeitraffer. - Was geschah, nachdem die Batterien leer waren, wird nie jemand erfahren!




Mittwoch, 2. Dezember 2015

Pastasciutta in New York City - Teil 2

Der erste Kontakt - Die perfekte Show!


Manhattan Skyline | pastasciutta.de


Am Morgen liegt Manhattan vor mir wie eine Theaterkulisse. Wir nähern uns der weltberühmten Skyline zu Fuß.

Seit unsere Pläne konkreter geworden waren, stand für mich fest, dass ich in Brooklyn wohnen wollte. Ich war zuvor noch nie in den USA gewesen und wollte in der kurzen Zeit möglichst viele Eindrücke sammeln. Es stellt sich heraus, dass Manhattan aus dieser Perspektive geradezu unwirklich schön erscheint. Der blaue Himmel und die Sonne verstärken den Eindruck, in einer Film- oder Fernsehkulisse herumzulaufen. - Ein Gefühl, das ich auch in den kommenden Tagen nicht ganz loswerde. Auch nicht, als wir über die Brooklyn Bridge hinüber laufen.

Zu Fuß nach Manhattan über die Brooklyn Bridge | pastasciutta.de


Das Ziel die ganze Zeit im Blick, bewegen wir uns auf das One World Trade Center zu, das höchste Gebäude der westlichen Welt.

One World Trade Center | pastasciutta.de

Für ein einfaches Besucherticket muss man sich auf einen Timeslot von 15 Minuten festlegen und pünktlich am Eingang stehen. Jeder Meter bis zum Aufzug ist mit Personal gesäumt, das amerikanisch-freundlich Anweisungen erteilt, wie man einen Schritt vor den anderen setzt.

Der Aufzug an sich ist eine solche Sensation, dass ich sicher bin, etwas Ähnliches würde auch ganz ohne 541,3 m-Wolkenkratzer zum Kassenschlager. In einer Art vierseitigem HD-Monitor wird ein kleines Grüppchen von Besuchern in weniger als einer Minute auf die untere der drei Observatoryebenen geschossen. In dieser kurzen Zeit läuft auf dem High-Tech-Screen, in dem man sich gerade befindet, die Baugeschichte von Lower Manhattan ab.

Ziemlich beeindruckt tritt man aus dem Sky-Pod in einen dunklen Raum und folgt der freundlichen Anweisung des Personals, sich in einer Reihe aufzustellen. Es folgt eine kurze Ansprache, deren Inhalt ich in dem Moment vergessen habe, als sich zu feierlicher Musik die Vorhänge heben und der Blick auf die Stadt im gleißenden Sonnenlicht frei wird. - Holla! Ganz kurz habe ich Tränen in den Augen, aber das kommt sicherlich nur vom Licht.

Dann darf man sich auf den Observatory-Ebenen amüsieren, raus kucken, Vorträgen lauschen, Sachen kaufen, essen, trinken... Entertainment ist eine amerikanische Erfindung. Selbst, wenn Manhattan Dir zu Füßen liegt, heißt das ja nicht, dass man nicht noch einen Burger essen oder einen Latte trinken kann.

Manhattan, Hudson River, New Jersey | pastasciutta.de


Manhattan von oben ist viel mehr, als ich eigentlich verarbeiten kann. 

Manhattan, East River, Brooklyn | pastasciutta.de


Aaah, Brooklyn, das kenne ich! Da habe ich übernachtet, bevor ich am Morgen nach Manhattan kam.


Weil der Ritt mit dem Aufzug wirklich eine Sensation ist, gibt es hier einen kleinen Einblick. Man muss sich dabei nur vorstellen, nicht vor einem Bildschirm zu stehen, sondern von HD-Monitoren umschlossen zu sein. Die Rückfahrt ins Erdgeschoss ist übrigens nicht weniger beeindruckend!


Bald erzähle ich, was ich noch in New York erlebt habe und was es zu Essen gab.

Mehr über den Grund meiner Reise gibt es in Pastasciutta in New York City - Teil 1

Und in Teil 3 gibt's dann endlich was zu Futtern.

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