2. Dezember 2009

Hauptsache süß & herzig



Herzen und Kuchen kann man gar nicht genug haben. Die kleinen Silikonförmchen musste ich unbedingt nach Hause tragen. Doch nun sind sie schon ein paar Monate alt, und wurden noch nicht ernsthaft verwendet. - Höchste Zeit also! Vor allem, wenn man solch einen Appetit auf Kuchen hat... Er sollte ziemlich süß sein und nur leicht nach Gewürzen schmecken. Beim Reinbeißen soll es sich flauschig und weich anfühlen. Nach kurzer Bedenkzeit entstand dies:

Braune Herzkuchen
125 g Süßrahmbutter
125 g brauner Zucker
1 El. Vanillezucker
1 Prise Salz
2 El. Rübenkraut  (dunkler Zuckerrübensirup)
2 Eier
125 g Mehl
2 El. Sultaninen
1 Nelke
4 Zacken Sternanis
etwas Zimt
  • Backofen auf 180° C vorheizen, Ober- und Unterhitze.
  • Sultaninen mit heißem Wasser übergießen und darin einweichen.
  • 1 Nelke und 4 Körner Sternanis im Mörser zerkleinern und durch ein feines Sieb geben. Mit einer Prise Zimt mischen und beiseite stellen.
  • Silikonförmchen mit Butter einfetten.
  • Butter mit Zucker schaumig schlagen, bis sich der Zucker gelöst hat. Vanillezucker, Rübenkraut, Salz und Gewürze hinzufügen. Nacheinander Einer und Mehl in den Teig rühren.
  • Sultaninen abtropfen lassen und unter den Teig heben.
  • In jedes Förmchen 2 Esslöffel Teig setzen. Etwa 20 Minuten backen.
  • Ergibt sechs kleine Kuchen.
  • Das Rezept hat auf Anhieb funktioniert. Auch ohne Backpulver sind die Törtchen schön luftig geworden.

1. Dezember 2009

Das Halunkengemüse



Rosenkohl ist ein total verkanntes Gemüse. Das sagt sich so leicht, weil es nach Kennerschaft klingt. Als müsse der wahre Wert dieser würzigen Kohlsorte einmal klargestellt werden. Tatsächlich ist Rosenkohl wohl eher ein Halunke unter den Gemüsen. Immerhin spielt der Kollege Spinat seit Generationen die Rolle des Kinderschrecks. Kinder mögen eben keinen Spinat, das gilt als anerkannte Tatsache. Doch wieviele Kinder essen keinen Rosenkohl? Und wieviele Erwachsene schütteln sich beim Gedanken daran? Ehrlich gesagt, kenne ich kaum jemanden, der Rosenkohl mag, abgesehen von meiner Wenigkeit.

Ich habe mich richtig gefreut, heute ein schönes Netz Rosenkohl in einwandfreiem Zustand zu bekommen. Es hat regelrecht darüber hinweg getröstet, dass ich heute noch einmal Reste essen musste.

Bei uns zu Hause hießen die kleinen Kohlsprossen übrigens Sprütchen (mit langem Üüü). Es ist bis heute das einzige Ding, das mir grundsätzlich zuerst im Dialekt einfällt, bevor ich durch Nachdenken auf das hochdeutsche Wort komme. Möglicherweise würde es zur Popularität beitragen, wenn allgemein das Wort Sprütchen eingeführt würde?


30. November 2009

Pasta #11 - Zitoni mit Ochsenschwanz



Zitoni
  • Codice 11
  • Cottura 9 minuti
  • Diametro/Larghezza standard in mm 10,50 mm
  • Lunghezza standard in mm 260 mm
  • Spessore standard in mm 1,10 mm

Die Pasta mit den ungewöhnlichen Maßen entdeckte ich vergangene Woche im italienischen Supermarkt. Sofort dachte ich, dass da was Dunkles, Fleischiges dran muss.
Ochsenschwanzragù ist mir in letzter Zeit öfter begegnet (auch als Ragoût, im Elsass, allerdings am Knochen serviert), daher stand das Schicksal der Zitoni unausweichlich fest. An meiner Lieblingsfleischtheke hatte ich mich vergewissert, dass Ochsenschwanz immer vorrätig ist und erstaunlicherweise nicht vorbestellt werden muss. Das beruhigt die Nerven.


Die Zubereitung ist kein Kunststück und eigentlich kaum der Rede wert. Fleisch anrösten und aus dem Topf nehmen, Öl wegschütten. Zwiebeln, Sellerie und Möhren anschmoren, Rotwein und Hühnerbrühe aufgießen. Würzen mit Salz, Thymian, Rosmarin und Lorbeer. Dann einfach schmoren lassen, bis das Fleisch weich ist. Das kann dauern.


Ich habe das Fleisch mit einem halben Liter Merlot aufgegossen und dann aufgrund von Misswirtschaft (kein Merlot mehr da) einen halben Liter Hühnerbrühe hinterher geschüttet. Am Ende der Garzeit war kaum noch Flüssigkeit im Topf. Die wenigen Tropfen, die noch um das Fleisch herum plätscherten, waren köstlich.

Wenn man sich an dem schönen geschmorten Fleisch nicht nur freuen, sondern auch etwas davon essen möchte, dann kommt leider irgendwann der Zeitpunkt, an dem man selbiges vom Knochen lösen muss. Das ist nicht gerade eine meiner Lieblingstätigkeiten, muss ich zugeben. Doch gerade, wenn das Ragù mit Pasta serviert werden soll, dann wäre es wohl undenkbar, das Fleisch am Knochen zu servieren. Das können sich nur Franzosen mit ihrem Ragout erlauben, denn sie essen die "Beilagen" ja nicht zusammen mit dem Fleisch.

Wer zum Schmoren von Ochsenschwanz eine genaue Beschreibung braucht, dem empfehle ich das Rezept von Claudio.


Zum Nachkochen der Zitoni lautet mein Tipp: Sorge für einen ausreichend großen Topf. Die Riesenmakkaroni sind fast so lang wie eine DIN A4 Seite! Und im Gegensatz zu Spaghettini rutschen sie nicht schon nach einem kurzen Moment in das kochende Wasser. Wenn Du dies beherzigst, dann sehen Deine Zitoni nach dem Kochen auch besser aus als meine. Und dann kannst Du es Dir auch erlauben, sie in der Sauce zu wenden, damit sie nicht so nackig unter dem Fleisch liegen müssen.

28. November 2009

Fremdgebacken - Wer ist Agnesia?


Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Ich weiß wirklich nicht, wer Agnesia ist und warum diese Plätzchen so heißen. Jessie hat das hübsche Gebäck vorgestellt und es ließ mir zunächst keine Ruhe. Doch inzwischen habe ich die Fahndung nach Agnesia aufgegeben.

War sie eine Heilige? Vielleicht eine backende Nonne, die fleißig ihre Rezepte in dicke Bücher gekritzelt hat? Das Heiligenlexikon kennt keine Agnesia, weist aber fünf Einträge für Agnes auf. Der Name leitet sich wohl vom griechischen 'hagnos' ab und bedeutet rein/ geheiligt / geweiht. - Das nutzt aber auch nix.

Möglich wäre auch eine Verbindung zum Hochadel. Soll ich mal bei Frau im Spiegel anrufen oder bei Frauke Ludowig? Nee, die kennt sicher niemanden, der so viele Kalorien essen würde. Wikipedia kennt einige berühmte Frauen mit dem Namen Agnes, doch bei den Namensvariationen fällt auf, dass Agnesia gar nicht dabei ist. Sogar Agnetha Fältskog ist eigentlich eine Agnes, aber Agnesia offenbar nicht. Na gut, falsche Fährte also.

Das einzig bekannte Ding mit dem Namen Agnesia scheint so eine Art Bambus zu sein, und den kann man, glaube ich, nicht essen. Damit bin ich am Ende. Agnesia und ich werden uns wohl nie begegnen.

Die Agnesia-Plätzchen schmecken hingegen sehr lecker. Das schöne Sanddornmark von Jessie konnte ich nirgendwo kaufen, und so musste ich auf Fruchtaufstrich zurückgreifen. Weil Fruchtaufstrich sich nicht gut hält, habe ich nur wenige Plätzchen gebacken und sie gleich alle aufgegessen. Die Kombination von Sanddorn, Zimt und Butter hat mir sehr gut gefallen, soweit ich das in der kurzen Zeit feststellen konnte. - Also, Agnesia, wenn Du irgendwann hier mitliest, weil Du Deinen Namen gegoogelt hast, dann kannst Du gerne noch mehr Rezepte schicken!

Schönen Dank auch an Jessie, die das Rezept veröffentlicht hat! 


EDIT: Jessie hat darauf hingewiesen, dass ich Hagebutten mit Sanddorn verwechselt habe. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, denn mir ist beides nicht unbekannt. Als ich loszog, um die Fruchtfüllung zu besorgen, hatte sich Sanddorn schon in meinem Gedächtnis festgesetzt. Wenn Jessie nichts gesagt hätte, wäre es mir gar nicht aufgefallen. Vermutlich hat mich die Frage nach dem Namen zu sehr beschäftigt...


27. November 2009

Pasta #10

Die Hauptmahlzeiten für Samstag und Sonntag stehen eigentlich seit gestern fest. Doch was machen wir heute? Fisch? Ist ja schließlich Freitag und der holländische Dealer ist in der Stadt. Pasta wäre mal wieder lecker. So richtig inspiriert bin ich nicht. - Wie gut, dass es Foodblogs gibt! Ein kurzer Besuch bei Tastespotting führte gleich zu Cook Sister! und damit sprach alles für Pasta mit Lachs.

Dass im Rezept von Dosenlachs die Rede ist, verwirrt mich, weil ich gar nicht wusste, dass es Lachs in Dosen gibt. Wahrscheinlich geht auch frischer Lachs. Statt Tagliatelle gibt es sowieso Spaghettini No. 3 von Barilla.

Voila: Spaghettini mit saftigen Lachsstücken, Knoblauch und Tomaten. Als Dessert eine kleine Mousse au Chocolat.


25. November 2009

Landluft macht hungrig


Wer mich kennt, der kennt auch meinen riesengroßen Hunger, den ich mittags habe. Heute wurde er auf eine harte Probe gestellt. Versehentlich war ich seit 04:00 Uhr wach, hatte einen flotten Spaziergang und 1.000 m im Hallenbad hinter mich gebracht und durfte mich dann zum Essen einladen lassen. Das war von der Sache her mehr als angenehm, denn Fahrservice war inklusive und es ging in das wunderbare Wettsteins, das ich bereits früher erwähnte und das ich unwahrscheinlich gerne mag.

Nach langer Fahrt war der Hunger dann so groß, und der wunderbare Sekt sprudelte dermaßen in meinem Kopf, dass die Chronistenpflicht zu kurz kam. Es reichte gerade noch für ein paar Schnappschüsse zu Beginn und am Schluss. Ach, was soll's. Es war ein schöner Tag und die Oma hat ja auch nur einmal im Jahr Namenstag.

Rund und dreieckig: Marillenknödel mit extrem leckerem Walnussparfait.

Zur Feier des Tages darf die Oma auch mal Nachtisch essen: Mousse au Chocolat, nicht gerade für kleine Esser.

24. November 2009

Tomaten am Wickel?


Eigentlich wollte ich mal wieder alles ganz anders machen. Kohlrouladen sollten es sein, und zwar solche, wie meine Mutter sie früher gemacht hat, mit Wirsing außenrum und Rinderhack als Füllung. Keinesfalls Schweinefleisch und Weißkohl. Wirsingrouladen gab es bei uns nur selten und ich war mir auch nicht mehr ganz sicher, wie sie gemacht wurden. Irgendwas mit Tomaten in der Sauce? Ein Blick ins Dr. Oetker Kochbuch sprach dagegen. Ein Anruf bei meinen Eltern löste fast schon Entsetzen aus. Tomaten? - Doch nicht an den Kohlrouladen! Weiß der Henker also, wo ich das gegessen habe.


Zwei Dinge, die ich absolut nicht leiden kann sind a) Salzkartoffeln und b) Fäden an den Kohlrouladen. Aus dem zweiten Grund mussten meine stramm gewickelten Freunde im Ofen garen, wo sie sich nicht so schnell entblättern. Der erste Grund führte dazu, dass es als Beilage mal wieder Kartoffelpüree gab. Als ob ich dafür einen Grund bräuchte.




Wirsingwickel (3 Portionen)

  • Die äußeren Blätter eines Wirsings lösen. Entweder hat man Glück, und der Kopf ist nicht sehr fest gewachsen. Dann lassen sich die Blätter einfach so lösen, indem man sie vom Strunk schneidet. In diesem Fall werden die gelösten Blätter in kochendem Wasser blanchiert und anschließend in kaltem Wasser abgeschreckt.
  • Wenn der Kopf sehr fest ist, dann sollte er im Ganzen in kochendes Wasser getaucht werden, bis die äußeren Blätter weich werden und sich leicht lösen lassen. Diesen Vorgang muss man ein paar Mal wiederholen, bis die gewünschte Anzahl Blätter gelöst ist. Heute sollten es neun Kohlrouladen werden.
  • Die weichen Blätter auf einem Handtuch ausbreiten und die harten Stiele entfernen.
  • Füllung: 300 g Rinderhack, 1 Scheibe sehr fein gewürfeltes Toastbrot ohne Rinde, 1 fein geschnittene Zwiebel. 2 zehen gehackter Knoblauch, 1 Ei, 1 El. Ajwar, 1 Tl. zerstoßener Kümmel, schwarzer Pfeffer, Salz, Muskat. - Alles vermischen und abschmecken.
  • Die Wirsingblätter mit Hackfleischmasse füllen und zusammenrollen. Die Rollen mit der Naht nach unten in eine Auflaufform legen. Heiße Fleischbrühe aufgießen und einen Schuss Sahne darüber geben.
  • Etwa eine Stunde in den heißen Ofen geben, anfangs bei 200° C, später auf 180° C runterschalten. 
Um ganz ehrlich zu sein, hätten ein paar Tomaten oder etwas Tomatenpüree der Sache ganz gut getan. Beim nächsten Mal sollen sie ihre Chance kriegen.